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Organisation des Rederechts im schulischen Unterricht

Themensteuerung aus der Perspektive des Lehrers

Titel: Organisation des Rederechts im schulischen Unterricht

Bachelorarbeit , 2009 , 37 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Katharina von Lehmden (Autor:in)

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Lehrer haben die Aufgabe, den Unterricht zu eröffnen, zu gestalten, zu leiten und am Ende der Unterrichtsstunde wieder zu schließen. Doch wie verhält es sich genau mit der Organisation des Unterrichts? Lehrer können die Organisation des Rederechts im schulischen Unterricht beispielsweise sehr offen gestalten und ihre dominierende Rolle bezüglich der Redeanteile abgeben und den Schülern die Verantwortung über die Zuteilung der Redebeiträge im Unterricht überlassen. Genauso gut kann die Themensteuerung aus der Perspektive des Lehrers auf verschiedene Weisen konstituiert werden. So hat der Lehrer beispielsweise die Möglichkeiten nach dem „laissez-faire“-Prinzip vorzugehen und egal, was komme, die Schüler einfach machen zu lassen. Diese Themensteuerung entspräche einer formalen Ordnung. Typische Satzstrukturen dieser so genannten formalen Themensteuerung wären zum Beispiel „Was meinen die anderen?“ oder „Was will uns der Autor damit sagen?“.

Die vorliegende Arbeit soll die Sprechwechselorganisation, im Speziellen die Themensteuerung aus der Perspektive der Lehrenden im schulischen Unterricht untersuchen. Im Aufmerksamkeitsfokus stehen somit die kommunikativen Verhältnisse in der Schule, deren institutionelle Organisation in einem ersten theoretischen Teil erläutert werden soll (Kap. 2). Darin soll zudem geklärt werden, welchen Einfluss die Institution auf die kommunikativen Verhältnisse haben kann. Nachdem also die institutionellen Voraussetzungen geliefert worden sind, wird die Organisation von Unterricht näher erläutert (Kap. 2.2). Das Unterrichtsgeschehen wird in diesem Kapitel differenziert vorgestellt. Unter anderem bedienen sich die Lehrer Phasen (Kap. 2.2.2) und Strukturen (Kap. 2.2.3), um den schulischen Unterricht übersichtlicher und besser informell und formell organisieren zu können. Im anschließenden Kapitel werden die Interaktionsaufgaben der Schule (Kap. 2.3), die BOETTCHER (2007) in Interaktionsorganisation (Kap. 2.3.1), Themensteuerung (Kap. 2.3.2) und Beziehungsgestaltung (Kap. 2.3.3) unterteilt hat, vorgestellt. In den Bereich der Interaktionsorganisation fällt unter anderem auch die turn-Organisation, also die Ausgestaltung von Redebeiträgen, die ein zentrales Thema in dieser Arbeit darstellen wird. Dass schulischer Unterricht abhängig von der Organisation durch den Lehrenden ist, soll in der Betrachtung der drei verschiedenen kommunikativen Ordnungen deutlich werden (Kap. 2.4): Kommunikative Ordnungen [...]


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen: Institutionelle Kommunikation und Unterrichtsorganisation

2.1 Institutionen und ihr Einfluss auf die Kommunikation

2.2 Die Organisation des schulischen Unterrichts

2.2.1 Einführung

2.2.2 Phasierungen

2.2.3 Strukturierungen

2.2.4 Sequenzen

2.3 Interaktionsaufgaben der Institution Schule

2.3.1 Interaktionsorganisation

2.3.2 Themensteuerung

2.3.3 Beziehungsgestaltung

2.4 Modi der kommunikativen Ordnung

3 Empirische Untersuchung

3.1 Einführung in die empirische Analyse

3.2 Literaturunterricht als Analysegegenstand

3.3 Empirische Untersuchung: Lehrerzentrierter Literaturunterricht

4 Erkenntnisse aus der empirischen Untersuchung / Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Sprechwechselorganisation und insbesondere die Themensteuerung im schulischen Unterricht aus der Perspektive der Lehrenden. Ziel ist es, den Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen auf die kommunikative Ordnung zu analysieren und aufzuzeigen, wie Lehrer durch ihr Handeln die Interaktionsprozesse zwischen ihnen und den Schülern maßgeblich konstituieren.

  • Institutionelle Rahmenbedingungen schulischer Kommunikation
  • Strukturierung von Unterricht durch Phasierung und Sequenzierung
  • Interaktionsaufgaben des Lehrers: Rederecht und Themensteuerung
  • Modi kommunikativer Ordnungen (lehrer- vs. schülerzentriert)
  • Empirische Analyse lehrerzentrierter Literaturunterrichtsgespräche

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Interaktionsorganisation

In dieser Dimension soll geklärt werden, wie Lehrer-Schüler-Interaktionen durch den Lehrenden genau organisiert werden.

Die Phase zwischen Unterrichtseröffnung und Thematisierung wird von BECKER-MROTZEK und VOGT (2001) als Übergang vom informellen zu formellen Teil der Unterrichtsstunde beschrieben. Innerhalb des informellen Teils sind Aktivitäten in disparaten Kleinöffentlichkeiten organisiert (vgl. BECKER-MROTZEK/VOGT 2001, S. 144). Zum informellen Teil gehört zunächst die informelle Begrüßung der Schüler (einzeln oder global). Der Lehrende nimmt die institutionelle Lehrerrolle ein, was meist nonverbal geschieht, beispielsweise dadurch, dass der Lehrer seine Tasche auf den Tisch legt oder Unterrichtsmaterialien bereitstellt. Zum informellen Bereich lassen sich zudem organisatorische (z.B. Tafel putzen lassen) oder disziplinarische (z.B. Papier aufheben lassen) Handlungen zuordnen. Der Lehrer markiert schließlich den Übergang von informellen zum formellen Teil der Stunde. Im formellen Teil der Stunde geht der Lehrende zum thematischen Teil des schulischen Unterrichts über.

Mit der formellen Ausgestaltung des Unterrichts sind Lehreraktivitäten im Zusammenhang mit der Großöffentlichkeit verbunden. Die Aufmerksamkeit des Lehrers ist formell einheitlich auf alle Beteiligten gerichtet (vgl. BECKER-MROTZEK/VOGT 2001, S. 144). Es eröffnen sich nun verschiedene Regelungen in der unterrichtlichen Arbeitsform (Plenum, Kleingruppe, Partnerarbeit, Einzelarbeit), die ebenso der interaktionellen Organisation zuzuordnen sind. Eine weitere Tätigkeit des Lehrers, die diesem Bereich zuzuordnen ist, ist die lehrerzentrierte Aufmerksamkeitssteuerung. Sie erfolgt entweder verbal, wie zum Beispiel durch Aufrufen eines Namens, oder nonverbal, beispielsweise durch Aufbau von Augenkontakt mit Schülern. Zum Abschluss der Stunde leitet der Lehrer wiederum zum informellen Teil über, in dem er sich beispielsweise um verschiedene Angelegenheiten der Schüler kümmert (z.B. Erläuterungen für Schüler, disziplinarische Nachbemerkungen).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der Sprechwechselorganisation und Themensteuerung im Unterricht ein und stellt die theoretische sowie empirische Vorgehensweise vor.

2 Theoretische Grundlagen: Institutionelle Kommunikation und Unterrichtsorganisation: Es werden die Merkmale institutioneller Kommunikation und die spezifische Organisation schulischen Unterrichts durch Phasierungen, Strukturierungen und Sequenzierungen erläutert.

2.1 Institutionen und ihr Einfluss auf die Kommunikation: Das Kapitel definiert den Begriff der Institution in der Linguistik und beschreibt, wie institutionelle Rahmenbedingungen das kommunikative Verhalten beeinflussen.

2.2 Die Organisation des schulischen Unterrichts: Dieser Abschnitt untersucht, wie Lehrer durch die Herstellung von Unterrichtsöffentlichkeit den Lehr-Lern-Prozess aktiv strukturieren.

2.2.1 Einführung: Hinführung zu der Frage, wie Unterricht gestaltet wird und welche Interaktionsaufgaben dabei eine Rolle spielen.

2.2.2 Phasierungen: Analyse der sequentiellen Strukturierung einer Unterrichtsstunde in Eröffnungs-, Instruktions- und Abschlussphasen.

2.2.3 Strukturierungen: Untersuchung der Art und Weise, wie Lehrer innerhalb von Unterrichtsphasen die thematische Ordnung durch einleitende, begleitende und abschließende Äußerungen steuern.

2.2.4 Sequenzen: Unterscheidung von konvergenten, kontroversen und divergenten Sequenzen im Unterrichtsgespräch.

2.3 Interaktionsaufgaben der Institution Schule: Differenzierung der Aufgaben des Lehrers in die Dimensionen Interaktionsorganisation, Themensteuerung und Beziehungsgestaltung.

2.3.1 Interaktionsorganisation: Fokus auf die Organisation des Sprechwechsels und die Steuerung der Aufmerksamkeit im Klassenplenum.

2.3.2 Themensteuerung: Beschreibung der expliziten und impliziten Steuerung der thematischen Inhalte sowie der Rolle von Lehrerfragen.

2.3.3 Beziehungsgestaltung: Kurzer Hinweis auf die Bedeutung von Nähe und Distanz im Lehrer-Schüler-Verhältnis.

2.4 Modi der kommunikativen Ordnung: Typologisierung kommunikativer Ordnungen in lehrerzentrierte, schülerzentrierte und verfahrensgeregelte Modelle.

3 Empirische Untersuchung: Darstellung der methodischen Vorgehensweise bei der Analyse von authentischen Unterrichtsgesprächen.

3.1 Einführung in die empirische Analyse: Begründung für die Untersuchung des Faches Deutsch und die Nutzung von Transkripten zur Erforschung der Gesprächsorganisation.

3.2 Literaturunterricht als Analysegegenstand: Diskussion der Eignung des Literaturunterrichts für empirische Analysen der Themensteuerung und Rederechtverteilung.

3.3 Empirische Untersuchung: Lehrerzentrierter Literaturunterricht: Analyse von Transkriptbeispielen aus dem Literaturunterricht zur Illustration der lehrerzentrierten Ordnung.

4 Erkenntnisse aus der empirischen Untersuchung / Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse bezüglich der Ambivalenz lehrerzentrierter Unterrichtsführung und der Zukunft der Institution Schule.

Schlüsselwörter

Unterrichtskommunikation, Rederecht, Themensteuerung, Lehrerzentriertheit, Institution Schule, Interaktionsorganisation, Sprechwechsel, Unterrichtsorganisation, Gesprächsanalyse, Literaturunterricht, Schülerpartizipation, kommunikative Ordnung, Sequenzierung, Lehrerrolle, Machtposition

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Lehrer den Unterricht organisieren, insbesondere im Hinblick auf das Rederecht der Schüler und die Steuerung der behandelten Themen innerhalb der Institution Schule.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die institutionelle Kommunikation, die Strukturierung von Unterrichtsgesprächen, die verschiedenen Modi der kommunikativen Ordnung sowie deren empirische Überprüfung anhand von Transkripten aus dem Literaturunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Lehrer als Vertreter der Institution Schule den Sprechwechsel und die Themenentwicklung steuern und welchen Einfluss diese Steuerung auf das kommunikative Verhalten der Schüler hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine gesprächsanalytische Untersuchung durchgeführt, die auf der linguistischen Analyse von authentischen Transkripten (u.a. im HIAT-System) aus dem schulischen Unterricht basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Institutionelle Kommunikation, Phasierungen, Strukturierungen, Interaktionsaufgaben) erarbeitet. Anschließend folgt der empirische Teil, in dem konkrete Unterrichtssequenzen im Fach Deutsch analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Unterrichtskommunikation, Rederecht, Themensteuerung, Lehrerzentriertheit, Interaktionsorganisation und Gesprächsanalyse.

Welche Rolle spielen „Regiefragen“ im untersuchten Unterricht?

Regiefragen dienen dem Lehrer dazu, den Erkenntnisprozess der Schüler zu lenken und diese zu einer vom Lehrer bereits vorformulierten Antwort hinzuführen, wodurch die Schüler oft auf die Rolle von „Stichwortlieferanten“ reduziert werden.

Wie unterscheidet sich die formale von der inhaltlichen Themensteuerung?

Bei der formalen Themensteuerung gibt der Lehrer keine konkreten inhaltlichen Impulse und lässt den Schülern mehr Raum zur Anbindung von Beiträgen. Bei der inhaltlichen Steuerung hingegen engt der Lehrer den Spielraum durch präzise Vorgaben stark ein, um spezifische Lernziele zu erreichen.

Warum wird der Literaturunterricht zur Analyse herangezogen?

Der Literaturunterricht eignet sich besonders gut, da er ein hohes Potenzial für Diskussionen bietet und eine häufige Dominanz der lehrerzentrierten Ordnung aufweist, an der sich die steuernden Mechanismen besonders deutlich zeigen lassen.

Was ist das Fazit zur „lehrerzentrierten Ordnung“?

Die lehrerzentrierte Ordnung bietet zwar Struktur, kann aber bei zu enger Führung die Schüler in ihrer kommunikativen Freiheit und Entwicklung einschränken, während eine zu offene Gestaltung die inhaltliche Stringenz gefährden kann.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Organisation des Rederechts im schulischen Unterricht
Untertitel
Themensteuerung aus der Perspektive des Lehrers
Hochschule
Universität Münster  (Germanistisches Institut)
Note
1,7
Autor
Katharina von Lehmden (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
37
Katalognummer
V155873
ISBN (eBook)
9783640687732
ISBN (Buch)
9783640687831
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rederecht Themensteuerung Unterricht Becker-Mrotzek Vogt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina von Lehmden (Autor:in), 2009, Organisation des Rederechts im schulischen Unterricht , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155873
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  37  Seiten
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