Die Sumerer lebten um ca. 4000 v. Chr. bereits in Mesopotamien, dem heutigen Iraq und dort vor allem an den beiden großen Flüssen Euphrat und Tigris in Meeresnähe. Die Sumerer gelten als Ursprung der menschlichen Zivilisation vor allem deshalb, weil sie als erstes Volk eine Schrift hatten – zumindest eine, von der wir wissen. Gegen 2000 v. Chr. aber ging ihre Sprache langsam unter, da ihr Volk sich mit den semitischen Akkadern vermischte, welche danach die dominierende Ethnie bis zu den Eroberungen von Persern und Griechen bildeten.
Die Arbeit wird die Geschichte zwischen 5000 und etwa 2000 v. Chr. erzählen, soweit sie bekannt ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung.
2. Die prähistorische und vordynastische Zeit.
3. Die frühdynastische Zeit.
4. Das Reich von Akkade.
5. Der Übergang, die Gutäer und Gudea.
6. Der letzte sumerische Höhepunkt: Ur III.
7. Isin und das Ende der Sumerer.
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet einen komprimierten Überblick über die Geschichte der Sumerer und Akkader in Mesopotamien, wobei der Fokus auf den politischen Entwicklungen und den wesentlichen historischen Meilensteinen zwischen dem 5. Jahrtausend und dem Untergang der sumerischen Kultur liegt.
- Ursprünge und frühe Entwicklung der sumerischen Zivilisation.
- Die Rolle der sumerischen Königsliste und archäologischer Funde.
- Der Aufstieg und Fall des Reiches von Akkade unter den Sargoniden.
- Die Epoche von Ur III als letzter bedeutender Höhepunkt sumerischer Macht.
- Übergangsphasen und der schleichende Übergang in die altbabylonische Zeit.
Auszug aus dem Buch
3. Die frühdynastische Zeit.
Die sogenannte frühdynastische Zeit reicht von etwa 3.000 bis 2.500. Eine zusammenhängende Geschichte lässt sich immer noch nicht erzählen, aber zumindest Details sind bekannt. Sie ist eine Übergangsphase, in der die Landflucht und Urbanisierung weiter zunahmen und sogar Stadtmauern errichtet worden, was auch auf Konflikte hindeutet. Neue Städte entstanden, vielleicht wegen Überbevölkerung oder solcher Konflikte. Die Macht der einzelnen Stadt war noch zerbrechlich und beruhte vor allem auf der Wirtschaft, weshalb Streitigkeiten sich um Wasser, Anbauland und Handel gedreht haben müssen. Uruk war, wie aus Stadtlisten ablesbar, längst nicht mehr das Zentrum der Welt. Eventuell lassen Rollsiegel und diese Liste auch darauf schließen, dass es eine sumerische Liga oder zumindest öfter Bündnisse gab.
In Uruk findet sich das erste Rollsiegel, das eine verständliche Szene zeigt (eine Position in einem Fest). Ein wichtiges Amt war der UK-Kin, der Vorsteher der Milizen. Die Versammlung der Ältesten und die der Milizen war damals beherrschend; es gab Institutionen und noch keine einzelnen Herrscher. Ferner entwickelten sich immer mehr spezielle Berufungen, das Schöpfrad, hohe Domestikation, eine vereinheitlichte Verwaltung, mehr Bürokratie. Womöglich vererbte man ursprünglich seine Position über weibliche Nachkommen, die später im Rechtsleben immer noch gleichgestellt waren.
Die ersten Herrscher nach der Flut kamen laut Königsliste aus Kiš, welches auch tatsächlich fortan immer als Legitimation für die eigene Herrschaft galt. Nicht belegt sind: Ngušur (Jušur), Kullassina-bel, Nangišlišma, En-tarah-ana, Babum, Puannum, Kalibum, Kalumum, Zuqaqip, Atab (or A-ba), Mašda (Sohn von Mašda), Arwium (Sohn von Mašda), Etana, Balih (Sohn von Etana), En-me-nuna, Melem-Kiš (Sohn von En-me-nuna), Barsal-nuna (Sohn von En-me-nuna), Zamug (Sohn von Barsal-nuna), Tizqar (Sohn von Zamug), Ilku, Iltasadum, En-me-barage-si, Aga (Sohn von En-me-barage-si). Tatsächlich ist En-me-barage-si (ca. 2750 – 2700) der erste Herrscher, den man mehr oder weniger geschichtlich fassen kann, denn es fanden sich kleine Inschriften mit seinem Namen. Weiterhin ist laut Liste sein Sohn Aga (oder Akka), der Herr von Kiš und Umma und Gegner des legendären Gilgameš von Uruk.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Zeitspanne und die Herausforderungen bei der Datierung und Quellenlage (Archäologie vs. Texte) in Mesopotamien ein.
2. Die prähistorische und vordynastische Zeit: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung von den ersten bäuerlichen Ansiedlungen und der Erfindung der Schrift bis hin zur urbanen Ausprägung der frühen sumerischen Stadtstaaten.
3. Die frühdynastische Zeit: Hier wird der Wandel hin zu befestigten Stadtstaaten und die Entstehung der ersten historisch fassbaren Königsreihen sowie der Einfluss von Bündnissystemen thematisiert.
4. Das Reich von Akkade: Dieses Kapitel beleuchtet den Aufstieg der Akkader unter Sargon von Akkade und die Versuche, ein zentralisiertes Reich über die sumerischen Gebiete hinaus zu etablieren.
5. Der Übergang, die Gutäer und Gudea: Inhalt ist die Zeit der Anarchie nach dem Untergang Akkades, die Herrschaft der Gutäer und die kulturelle Blütezeit unter Gudea von Lagaš.
6. Der letzte sumerische Höhepunkt: Ur III: Das Kapitel analysiert die Ära der dritten Dynastie von Ur, die durch eine starke Zentralverwaltung und bedeutende Gesetzessammlungen geprägt war.
7. Isin und das Ende der Sumerer: Der Abschluss behandelt den Zerfall der sumerischen Hegemonie, die Machtübernahme durch semitische Dynastien und den endgültigen Wandel zur altbabylonischen Zeit.
Schlüsselwörter
Sumerer, Akkader, Mesopotamien, Keilschrift, Königsliste, Stadtstaaten, Ur III, Sargon, Gudea, Archäologie, Antike, Geschichte, Zivilisation, Urbanisierung, Chronologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine zusammenfassende Darstellung der politischen Geschichte Mesopotamiens mit Fokus auf die sumerische Kultur und deren Wechselspiel mit akkadischen Einflüssen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der sumerischen Zivilisation, die Entstehung der Schrift, die Machtstrukturen der frühen Stadtstaaten und die verschiedenen Dynastien bis hin zum Aufstieg Babyloniens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, dem Leser einen roten Faden durch die komplexe und oft lückenhafte Geschichte Mesopotamiens von ca. 5000 bis 2000 v. Chr. zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse archäologischer Funde und historischer Texte, insbesondere auf die Auswertung der sumerischen Königslisten und Inschriften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Entwicklungsschritte von der prähistorischen Zeit über die frühdynastische Ära und das Reich von Akkade bis hin zur Ur-III-Zeit und dem Ende der sumerischen Dominanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sumerer, Akkader, Mesopotamien, Stadtstaaten und die großen Dynastien wie Ur III charakterisiert.
Welche Rolle spielt die sumerische Königsliste für die Darstellung?
Die Königsliste dient als wesentliche, wenn auch kritisch zu betrachtende Quelle, um die chronologische Abfolge der Herrscher und den Machtanspruch der verschiedenen Stadtstaaten nachzuvollziehen.
Warum wird betont, dass die sumerische Sprache allmählich unterging?
Der Autor zeigt auf, dass mit der Zunahme semitischsprachiger Bevölkerungsgruppen und der politischen Dominanz der Akkader und später der Amurriter das Sumerische als lebendige Sprache verdrängt wurde.
- Quote paper
- Andre Schuchardt (Author), 2010, Eine kurze Geschichte der Sumerer (und Akkader), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155903