Die Kaiserkrönung Karls des Großen ist ein zentrales Ereignis des beginnenden europäischen Mittelalters und markiert in vielerlei Hinsicht Anfang und Ende zweiter Zeiten. Verschiedene Zeitgenössische Quellen verdeutlichen die unterschiedlichen Perspektiven auf dasselbe Ereignis und verdeutlichen: Geschichte bleibt eine rekonstruierte Vergangenheit.
Seitdem im Jahr 476 das weströmische Kaisertum zu Grabe getragen wurde, dominierten zum einen das oströmische Kaisertum in Konstantinopel und zum anderen der oberste Bischof der Christenheit, der Papst, im Westen die christliche Welt. In dieser Zeit stellte der byzantinische Kaiser, in eigenem Verständnis und Bewusstsein seiner römisch-imperialen Nachfolge den eigentlichen Herrscher über den Großteil der damals bekannten Welt dar, was auch von beinahe allen christlichen Monarchen Europas anerkannt wurde – unabhängig von dem tatsächlichen territorialen Herrschaftsbereich der sogenannten Byzantiner. Dieser Gedanke der Weltherrschaft, den das alte römische Kaisertum schon früh innehatte, verband sich in der Zeit nach Kaiser Konstantin rasch mit dem der universalen Führung der gesamten Christenheit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Vorgeschichte und Kontext der Zeit
Ausgangspunkt und Behandlungsinhalte der Proseminararbeit
Vorstellung und Analyse der Quellen zur Kaiserkrönung
Liber Pontificalis, Vita Leonis III.
Annales regni Francorum, 801
Annales Laureshamensis, 801
Vita Karoli
Die Kaiserkrönung im Spiegel weiterführender Literatur
Becher zur Kaiserkrönung
Schieffer zur Kaiserkrönung
Abschließende Einschätzung der Ereignisse und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die unterschiedliche, teils gegensätzliche Darstellung der Kaiserkrönung Karls des Großen in zeitgenössischen fränkischen und römischen Quellen zu analysieren und die Perspektivierung der jeweiligen Autoren hinsichtlich der Machtverhältnisse zwischen Papst und Kaiser herauszuarbeiten.
- Analyse der Quellen: Liber Pontificalis, Annales regni Francorum, Annales Laureshamensis und Vita Karoli.
- Untersuchung der Machtdynamik und Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Papst Leo III. und Karl dem Großen.
- Darstellung der verschiedenen Legitimationsstrategien für den Kaisertitel.
- Vergleich der mittelalterlichen Quellen mit modernen wissenschaftlichen Beurteilungsansätzen.
- Untersuchung der Bedeutung der Krönung für das Verhältnis von Rom und Aachen.
Auszug aus dem Buch
Vita Karoli
Zuletzt soll im Kontext der Proseminararbeit auf die Vita Karoli, auch Vita Karoli Magni, eingegangen werden, die wohl die bekannteste aller Quellen zu Karl dem Großen sein dürfte. Verfasst von Einhardus, bekannt als Einhard, wurde sie zwischen 814 und 830 im Frankenreich. Dabei deckt sie die Jahre ab 768 bis 814 ab, enden also mit dem Tod Karls des Großen. Die Biografie wurde wie die meisten Schriften der damaligen Zeit in lateinischer Sprache verfasst. Im ganzen Mittelalter war der Text mit rund 150 Handschriften weit verbreitet.
1911 hat Holder-Egger eine Edition der Vita Karoli im MGH in Hannover herausgegeben. Im Folgenden soll sich daraus auf Seite 32 und 33 bezogen werden, wo die Italienhaltung Karls, die Entführung Papst Leos, die Krönung und Einstellung Karls gegenüber seinem neuen Titel vorgestellt wird. Auch in dieser letzten hier thematisierten Quelle wird die Übersetzung Hartmanns aus Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung Band 1 aus dem Jahr 1995 zur Hilfe genommen. Dabei stehen die Seiten 56 und 58 zur Verfügung.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext vom Ende des weströmischen Kaisertums bis zur Etablierung des karolingisch-fränkischen Einflusses in Italien unter Karl dem Großen.
Vorstellung und Analyse der Quellen zur Kaiserkrönung: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von vier zeitgenössischen Quellen (Liber Pontificalis, Annales regni Francorum, Annales Laureshamensis, Vita Karoli) hinsichtlich ihrer Darstellung der Krönung und der beteiligten Akteure.
Die Kaiserkrönung im Spiegel weiterführender Literatur: Hier wird die Krönung anhand der Forschungsperspektiven von Matthias Becher und Rudolf Schieffer reflektiert und in den historischen Forschungsdiskurs eingeordnet.
Abschließende Einschätzung der Ereignisse und Ausblick: Das Fazit fasst die divergierenden Perspektiven der Analysen zusammen und bettet die Kaiserkrönung als zentrales politisches Ereignis des Frühmittelalters in einen langfristigen historischen Kontext ein.
Schlüsselwörter
Karl der Große, Kaiserkrönung, Liber Pontificalis, Annales regni Francorum, Annales Laureshamensis, Einhard, Vita Karoli, Mittelalter, Papst Leo III., Kaisertum, Rom, Frankenreich, Legitimation, Herrschaft, Frühmittelalter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Kaiserkrönung Karls des Großen am Weihnachtstag des Jahres 800 im Spiegel verschiedener zeitgenössischer Quellen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Quellenkritik, die historische Legitimation karolingischer Macht, die Rolle des Papsttums und die Wahrnehmung des Kaisertitels im Frühmittelalter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Mehrdeutigkeit und inhaltliche Gegensätzlichkeit der Quellen in Bezug auf die Darstellung der am Krönungsakt beteiligten Akteure (Papst und König) aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine quellenanalytische Methode, bei der verschiedene zeitgenössische Texte im Vergleich zueinander ausgewertet und durch moderne Sekundärliteratur gestützt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die vier zentralen Quellen im Detail und kontrastiert ihre Darstellung der Machtverhältnisse zwischen dem Papst und Karl dem Großen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kaiserkrönung, Machtlegitimation, Quellenanalyse, Papsttum, Frankenreich, Karolinger und Herrschaftsverständnis.
Inwiefern unterscheiden sich die Quellen in der Darstellung der Krönung?
Während die Liber Pontificalis den Papst als zentralen Akteur und Karl als dessen Sohn darstellt, betonen andere Quellen, wie die Annales regni Francorum, eher die unabhängige Macht und Rolle Karls bei der Befriedung Roms.
Welche Bedeutung misst die Arbeit der Entführung von Papst Leo III. bei?
Sie wird als Auslöser für das Eingreifen Karls in Rom interpretiert, wobei die Quellen variieren, wie sehr sie die Abhängigkeit des Papstes gegenüber der ordnenden Macht Karls hervorheben.
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- Tom-Leonard Haselhorst (Autor), 2021, Die Kaiserkrönung Karls des Großen im Lichte zeitgenössischer Quellen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1559182