Auswertung einer Unterrichtskonzeption und -stunde / Griechenland / Grundschule

Die Olympischen Spiele im antiken Griechenland


Hausarbeit, 2006

21 Seiten


Leseprobe

Gliederung

Der Forschungsstand - eine fachwissenschaftliche Analyse

Einordnung der Stunde in die Unterrichtssequenz

Didaktische Analyse

Auswertung - der Unterrichtseinstieg in dieser Stunde

Überarbeitung des Unterrichtskonzeptes

Literatur

Anlagen

Der Forschungsstand- eine fachwissenschaftliche Analyse

Die Olympischen Spiele waren ursprünglich ein Fest im antiken Griechenland, welches zu Ehren des Gottes Zeus veranstaltet wurde. Es fand in der Landschaft Elis auf der Halbinsel Peloponnes statt, auf dem heiligen Hain von Olympia. Die Olympischen Spiele der Antike waren ein bedeutendes Sportereignis des Altertums und Teil der Panhellenischen Spiele. Sie fanden von etwa 776 v.Chr. bis 393 n. Chr. alle vier Jahre statt. Spätestens im 6. Jahrhundert erlosch die Tradition endgültig.

Alle Mythen über die Entstehungsgeschichte der Olympischen Spiele liegen in grauer Vorzeit, aus der uns kaum Fakten überliefert sind. Man kann daher über die genauen Ursprünge der Spiele nur Vermutungen anstellen. Die meisten dieser Überlieferungen stammen von bemalten Vasen, Krügen und Schalen aus dieser antiken Zeit. Aber auch die Giebel von Tempeln und Ruinen im heutigen Griechenland überliefern uns Informationen über den Ablauf dieser Spiele.

Ein Werk über die Olympischen Spiele, Olympia und seine Spiele, welches grundlegende Informationen kompakt zusammenfasst, wurde bereits 1965 von Heinz Schöbel geschrieben. Er war Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der DDR von 1955 bis 1973 und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees bis zu seinem Ableben, im Jahre 1980.

Heinz Schöbel beschreibt den kultischen Ursprung der Olympischen Spiele, die kulturellen Werte, das Wesen und die Entwicklung der Spiele in der Antike und gibt einen Überblick über die Ausgrabungen des antiken Olympias. Ausführlich beschreibt er auch die Baulichkeiten, die Organisation und den Ablauf der Spiele, die einzelnen sportlichen Disziplinen sowie den Ablauf der Siegerehrungen. Zusätzlich gibt er auch noch Einblick in die Spiele der Neuzeit.

Grundlegend für das Thema ist auch das Werk Olympische Spiele- die andere Utopie der Moderne. Olympia zwischen Kult und Droge, welches von Gunter Gebauer 1996 herausgegeben wurde. In diesem finden sich zwei Aufsätze, zum einem von Walter Burkert: „Das Opferritual in Olympia“, zum anderen von Paul Veyne, der sich mit der Frage: „Was faszinierte die Griechen an den Olympischen Spielen?“ befasste.

Walter Burkert setzt sich kritisch mit den Olympischen Spielen der Antike auseinander und vergleicht sie mit den Spielen der Neuzeit. Paul Veyne hingegen untersucht das Phänomen Olympia, er beschreibt den Ablauf und geht detailliert auf die Charaktere der Sportler, die an den Wettkämpfen teilnahmen, ein und versucht zu beschreiben welche Intentionen sie antrieben.

Zwei weitere Werke, die über den aktuellen Forschungsstand informieren, sind im Jahr 2004 entstanden, Ulrich Sinn verfasste: Das antike Olympia - Götter, Spiel und Kunst und Judith Swaddling: Die Olympischen Spiele der Antike.

Letztendlich sind sich aber alle Forscher einig, “daß die Spiele der körperlichen Ertüchtigung und zugleich der Verehrung der Götter dienten”[1].

Einordnung der Stunde in die Unterrichtssequenz

Laut dem Rahmenlehrplan Geschichte Primarstufe des Landes Berlin- Brandenburg sind die Themen, die in der 5. und 6. Klasse bearbeitet werden sollen, folgende:

1. Auf den Spuren der ältesten Menschen und ihrer Gesellschaft
2. Große Reiche in der Antike
3. Zwischen Antike und Mittelalter
4. Aus der Geschichte des europäischen Mittelalters.[2]

Im Wintersemester 2005/06 hospitierten wir in der 5. Klasse der “Ludwig- Renn Grundschule” in Eiche / Potsdam. Unsere geplante Unterrichtssequenz sollte sich mit der Thematik “Große Reiche und ihre Kulturen im Mittelmeerraum” beschäftigen. Den Ablauf dieser Unterrichtssequenz plante unser Kurs im Vorfeld gemeinsam. Wir hatten insgesamt 14 Unterrichtsstunden zur Verfügung. In diesen behandelten wir u.a. die Frage unter welchen Bedingungen der ägyptische Staat entstanden ist und klärten, wie sich der Nil auf das Leben der Menschen auswirkte, erläuterten die Gliederung der Bevölkerungsschichten und analysierten, warum die Menschen eine Schrift brauchten und entwickelten.

Die letzte Unterrichtsstunde sollte sich dann mit einer anderen Hochkultur beschäftigen und einen Ausblick auf das antike Griechenland geben.

Die erste Stunde dieser neuen Unterrichtssequenz sollte den Schülern einen Eindruck der Lebenswelt der alten Griechen vermitteln und bei ihnen Interesse für die Thematik wecken. Die Schüler und Schülerinnen nehmen in dieser Stunde Wissen auf, über das bedeutendste Fest im alten Griechenland. Sie lernen die Olympischen Spiele und ihre Bedeutung, den Ablauf sowie die Entstehungsgeschichte kennen.

Ziel der Einführungsstunde war es, dass die Schüler die erkennen, dass bestimmte Bräuche, Begriffe und Traditionen aus der Antike bis in unser Zeitalter überlebt haben, fortgesetzt und übernommen worden sind. Zusammengefasst ist also wichtig, dass die Schüler erkennen, dass die Idee der Olympischen Spiele bis in die Neuzeit weitergetragen wurde. Weiterhin hatte die Unterrichtsstunde die wichtige Funktion, den Schülern die Motivation zu geben, über das Thema Griechenland im Altertum näheres Wissen erlangen zu wollen.

Didaktische Analyse

Als Strukturierungselement einer Unterrichtsstunde ist es sinnvoll Leitfragen zu verwenden. Die Leitfrage zu meiner Unterrichtsstunde lautet: “ Welche Bedeutung hatten die Olympischen Spiele für die Bewohner des alten Griechenlandes und für unsere heutige Zeit?”.

Zum Unterrichtseinstieg werden verschiedene Begriffe, wie Aula, Sirene, Szene, Theater, Demokratie, Stadion etc. an die Tafel geheftet. Die Schüler sollen durch selbstständiges Überlegen darauf kommen, woher sie die Begriffe kennen, was sie bedeuten und welche möglicherweise im Zusammenhang miteinander stehen.

Dieser Unterrichtseinstieg soll den Zweck erfüllen, dass die Schüler und Schülerinnen sich für den nachfolgenden Lerngegenstand interessieren und in der Stunde aufmerksam sind und bestrebt mitarbeiten.

Ebenfalls wichtig für eine Einführungsstunde ist es, die geographischen Bedingungen des zu behandelnden Volkes zu klären. Dazu sollen die Schüler die Karte Griechenlands in ihrem Schulbuch aufschlagen, diese sorgfältig betrachten und dabei die Besonderheiten der damaligen Landschaft Griechenlands erfassen.

Mit geographischen Karten und den dazugehörigen Legenden richtig zu arbeiten, haben die Schüler bereits in einer vorhergehenden Unterrichtssequenz am Anfang der 5. Klasse gelernt. Also handelt es sich hier zugleich um eine sinnvolle Reaktivierung und erneutes Üben vorhandener Fähigkeiten. Zusätzlich kann dabei neues Wissen erlangt werden. Die Schüler sollen erkennen, dass Griechenland kein einheitlicher Staat ist, sondern aus Stadtstaaten besteht.

Auch die Kartenarbeit kann als Motivation genutzt werden. Die Schüler erkennen, dass sie ihr bereits gelerntes Wissen auch bei neuen Thematiken anwenden können und sind nun gespannt darauf, wo sie erneut ihr Kenntnisse präsentieren können.

Im nächster Schritt lesen die Schüler abwechselnd einen kurzen, informativen Text über die Olympischen Spiele in ihrem Schulbuch. Ziel dabei ist es, dass die Schüler sich selbst mit dem historischen Gegenstand beschäftigen und dabei auf denselben Wissenstand gelangen. Einige Schüler haben ein größeres Allgemeinwissen und somit ist es wichtig, dass die Schüler über die gleichen geschichtlichen Hintergründe verfügen, damit auch die schwächeren Schüler aktiv am Unterricht teilnehmen können.

Gleichzeitig wird durch das laute Vorlesen auch die Lesekompetenz der Schüler gefördert.

Zur Festigung erscheint es nun wichtig, gleich das Arbeitsblatt zum Vergleich der antiken Spiele und die der heutigen Zeit zu verteilen. Das Arbeitsblatt ist in Form einer Tabelle gestaltet. Die Punkte, die bearbeitet werden sollten, sind : Ort, Sportarten, Teilnehmer, Siegerehrung, Zeit, Dauer der Spiele, Bedeutung der Spiele.

Für diesen Unterrichtsabschnitt ist die aktiv mündliche Beteiligung der Schüler von großer Wichtigkeit. Einerseits, damit sie sich mit dem Gelesenen noch einmal auseinandersetzen und andererseits, damit ich erkennen kann, ob die Schüler das Gelesene aufgenommen und verstanden haben. Ebenfalls kommt es bei der Erarbeitung des Arbeitsblattes zu einer Aktivierung des Allgemeinwissens, da die Schüler ihr Kenntnisse über die Olympischen Spiele in der heutigen Zeit darbieten müssen. Um dabei das Interesse und die Aufmerksamkeit der Schüler aufrecht zu erhalten, lege ich eine Folie auf den Overheadprojektor, auf dem die Lösungen nach der Benennung durch die Schüler aufgedeckt werden. Die Schüler müssen so aus den zuvor gelesenen Inhalten und mit ihrem Allgemeinwissen das ihnen gestellte Problem bewerkstelligen. Nach der Bewältigung des ersten Arbeitsblattes erhalten die Schüler zwei weitere. Auf diesen befanden sich Abbildungen von Vasen, Wandmalereien und Skulpturen auf denen acht Sportarten der Olympischen Spiele der Antike dargestellt sind. Auch hierbei baut das Unterrichtsgeschehen auf der mündlichen Mitarbeit auf. Den Schülern wird nun die Gelegenheit geboten, durch die Betrachtung der Bilder und durch die bereits zuvor gehörten Informationen zu erkennen, was auf den Illustrationen dargestellt ist. Auch wie bei dem Arbeitsblatt zuvor werden alle Beschriftungen erst aufgedeckt, sobald die Schüler erkennen, um welche Sportart es sich handelt.

Anhand der Darbietungen soll es den Schüler ermöglicht werden, den Bezug zur Lebenswelt der antiken Griechen herzustellen. Durch die Beschreibung bildlicher Quellen üben die Schüler zugleich auch ihre Ausdrucksfähigkeit, indem sie bestimmte Sachverhalte benennen sollten und ihre Anhaltspunkte erläutern. Somit werden in dieser Unterrichtsstunde auch die wichtigen Operatoren Nennen, Beschreiben, Erklären und Einorden geübt.

Auswertung- der Unterrichteinstieg in dieser Stunde

Eine Unterrichtsstunde kann in drei gleichwertig wichtige Phasen aufgeteilt werden.

Dies sind zunächst der Unterrichtssteinstieg, die Motivationsphase, gefolgt von der Arbeit am Neuen, die sogenannte Arbeitsphase und letztendlich der Abschluss, das Erkennen der Handlungsrelevanz des Gelernten. Unterrichtseinstiege können von großer Bedeutung für die ganze Unterrichtssequenz sein, “sie sollen den Schülerinnen und Schülern für das Thema und das Thema den Schülerinnen und Schülern erschließen”[3].

[...]


[1] Heinz Schöbel: Olympia und seine Spiele, Leipzig 1965, Z. S. 13.

[2] Rahmenlernplan, Geschichte, Primarstufe, Berlin- Brandenburg, Vgl. S. 27.

[3] Johannes Greving/ Liane Paradies: Unterrichts- Einstiege. Ein Studien- und Praxisbuch, Berlin 1996, Z. S. 15.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Auswertung einer Unterrichtskonzeption und -stunde / Griechenland / Grundschule
Untertitel
Die Olympischen Spiele im antiken Griechenland
Hochschule
Universität Potsdam
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V155928
ISBN (eBook)
9783640731633
ISBN (Buch)
9783640732111
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auswertung, Unterrichtskonzeption, Griechenland, Grundschule, Olympischen, Spiele, Griechenland
Arbeit zitieren
Franziska Dedow (Autor), 2006, Auswertung einer Unterrichtskonzeption und -stunde / Griechenland / Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155928

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