Werbung ist heutzutage ein ständiger Begleiter in unserer Lebenswelt. In den letzten Jahren sind besonders Kinder zu einer bedeutenden Zielgruppe von den Werbefachleuten geworden. Werbung zeigt immer wieder neue Mittel Erscheinungsformen. Werbung finden wir heute nicht nur in Zeitungen, Plakaten, Flugblättern in der Post, Anzeigen, Katalogen, sondern in zahlreicher Form auch im Fernsehen, Radio, Kino oder auch in Form von Geschenken sowie Prämien spezieller Firmen. Werbung ist längst zu einem Bestandteil unseres Lebens geworden, so dass wir vielleicht schon gar nicht mehr die Beeinflussung durch sie bewusst wahrnehmen. In der Sekundarstufe I wird das Thema ´Werbung´ den Kindern oft erstmals begreiflich gemacht. Der Gegenstand Medien kommt in einigen Lehrbüchern der Primarstufe vor.
Spezielle Abhandlungen zur Thematik `Werbung` sind allerdings selten zu finden.
Diese Arbeit wird das Thema `Werbung` in der Grundschule näher untersuchen. Ziel der Arbeit ist es, zu zeigen, dass das Thema schon in der Primarstufe anwendbar ist.
Im ersten Teil dieser Arbeit wird ein kurzer Überblick gegeben über die unterschiedlichen Definitionen des Begriffes sowie die Bestandteile der Werbung; weiterhin werden sprachliche Mittel in der Werbung offengelegt.
Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, inwieweit das Thema Werbung in dem aktuellen Lehrplan für das Land Brandenburg sowie in Unterrichtsbüchern der Jahrgangsstufen 5/6 verankert ist. Auch ein Blick in die geläufigen Fachzeitschriften für den Deutschunterricht wird gemacht.
Anschließend wird im dritten Teil eine Unterrichtssequenz zum Thema Werbung für die sechste Klasse einer Grundschule ausführlich skizziert. Mit der in Kapitel drei vorgestellten Unterrichtssequenz wird ein Beispiel dargestellt wie das Thema `Werbung` in der Primarstufe abgehandelt werden könnte.
Weiterhin wird die Auswahl des Themas didaktisch und methodisch begründet. Die Kompetenzen die Schüler in den sechs Unterrichtstunden erwerben oder festigen können, werden vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Gegenstand / Zielsetzung
2. Fachliche und didaktische Grundlage des Themas
2.1. Sachanalyse des Gegenstandes
2.1.1. Begriffsdefinition
2.1.2. Die Bestandteile der Werbung: Slogan, Produkt, Bild und Text
2.1.3. Sprachliche Mittel in der Werbung
2.1.4. So funktioniert Werbung
2.2. Das Thema Werbung in den Lehrbüchern und Fachzeitschriften
3. Das eigene Unterrichtsmodell
3.1. Didaktisch-methodische Begründung der Unterrichtssequenz
3.2. Skizze der Unterrichtssequenz
Materialien /
Medien
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Seminararbeit ist es, aufzuzeigen, dass das Thema Werbung bereits in der Grundschule effektiv im Unterricht behandelt werden kann, um bei den Kindern ein kritisches Bewusstsein für mediale Einflüsse zu wecken. Die Arbeit untersucht hierzu theoretische Grundlagen der Werbesprache, analysiert die Verankerung des Themas in aktuellen Lehrplänen und Fachzeitschriften und entwirft ein praktisches Unterrichtsmodell für die sechste Jahrgangsstufe.
- Grundlagen der Werbesprache und Definitionen
- Die vier Hauptbestandteile der Werbung: Slogan, Produkt, Bild und Text
- Analyse der sprachlichen Mittel und Manipulationsstrategien in der Werbung
- Didaktische Einbettung und Planung einer sechsstündigen Unterrichtssequenz für die Primarstufe
- Förderung der Medienkompetenz und des kritischen Urteilsvermögens bei Schülern
Auszug aus dem Buch
2.1.2. Die Bestandteile der Werbung: Slogan, Produkt, Bild und Text
Nicht in allen Werbeanzeigen kommen die gleichen Werbebausteine vor. Bausteine sind u.a. die Headline, der Slogan, der Name (vom Produkt, der Firma oder der Marke), der Text, Bildelemente und besondere Textelemente wie Adds oder Inserts. Im Folgenden werden die vier Bausteine: Slogan, Produkt, Bild und Text kurz erläutert, da diese auch mit den Schülern und Schülerinnen in der im Kapitel drei vorgestellten Unterrichtssequenz behandelt werden.
Der Slogan ist eine formelhafte, meist kreative Textzeile, die über einen längeren Zeitraum benutzt wird. Er hat die Hauptfunktion der Wiedererkennung eines Produktes. Eine Firma verwendet oft über Jahre in verschiedenen Werbeformen einen gleichen Slogan. Zum Beispiel Toyota, die schon seit 1998 den Slogan „Nichts ist unmöglich…“ verwenden. Dieser Slogan soll imagebildend wirken, er soll fest mit der Firma Toyota verbunden sein.
„Dies kann er nur, weil er wiederholt wird und sich daher in allen Anzeigen zu einem Produkt bzw. einer Marke bzw. einem Unternehmen findet. […] Slogans beziehen sich […] auf die Inhalte der Anzeigen, in denen sie auftauchen, und haben durch ihre häufige Wiederholung und ihre oft sehr lange Lebensdauer einen sehr viel größeren Wiedererkennungswert.“ (Janich 2001, 48- 49)
Auffällig ist, dass Slogans sich oft über grammatische und stilistische Vorschriften hinwegsetzten. Wie zum Beispiel die Telegattwerbung von Frau Feldbusch mit dem Slogan: da werden sie geholfen. In fast jedem Slogan kommt es zur Verwendung von bestimmten sprachlichen Mittel. Im nächsten Kapitel werden Beispiele dargelegt und einige Besonderheiten der Werbesprache vorgestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gegenstand / Zielsetzung: Einführung in die Allgegenwärtigkeit von Werbung und Begründung der Relevanz, dieses Thema bereits in der Grundschule zu behandeln.
2. Fachliche und didaktische Grundlage des Themas: Theoretische Auseinandersetzung mit Werbedefinitionen, der Analyse von Werbeelementen, sprachlichen Strategien sowie der aktuellen Situation in Lehrplänen und Fachmedien.
3. Das eigene Unterrichtsmodell: Praktischer Entwurf einer sechs Unterrichtsstunden umfassenden Sequenz, inklusive didaktischer Begründung und einer detaillierten Stundenübersicht zur praktischen Anwendung im Unterricht.
Schlüsselwörter
Werbung, Grundschule, Werbesprache, Medienkompetenz, Unterrichtssequenz, Werbeplakat, Slogan, Manipulation, Werbestrategien, Bildsprache, Sprachliche Mittel, Produktbindung, Unterrichtsmodell, Deutschunterricht, Medienpädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Relevanz, das Thema Werbung bereits in der Grundschule als festen Bestandteil des Deutschunterrichts zu etablieren, um Kinder für Werbebotschaften zu sensibilisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die fachwissenschaftliche Analyse von Werbung (Sprache, Aufbau, Bestandteile) und die didaktisch-methodische Umsetzung in einer Unterrichtseinheit ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist der Nachweis, dass Kinder schon in der Primarstufe durch eine reflektierte Auseinandersetzung mit Werbung befähigt werden können, diese als manipulatives Instrument zu durchschauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Grundlagen zur Werbesprache sowie die Untersuchung aktueller Lehrpläne und Fachzeitschriften für den Deutschunterricht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben einer theoretischen Sachanalyse zu Bausteinen wie Slogan, Bild und Text entwirft die Autorin ein konkretes, sechsstündiges Unterrichtsmodell inklusive einer methodischen Begründung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Medienkompetenz, Werbesprache, Unterrichtssequenz, Manipulation sowie die Analyse der Werbeelemente im Schulalltag.
Warum wird die Behandlung von Werbung bereits ab der 4. oder 5. Klasse empfohlen?
Die Autorin argumentiert, dass Kinder in diesem Alter bereits intensiv mit Werbung in ihrem Alltag konfrontiert sind und somit eine frühe Schulung der kritischen Distanz sinnvoll ist, bevor tiefergehende Vorkenntnisse vorausgesetzt werden.
Welche Herausforderungen sieht die Autorin bei der praktischen Umsetzung?
Eine Herausforderung ist die knappe Zeitvorgabe von sechs Stunden, die kaum ausreicht, um die komplexen theoretischen Hintergründe und die Vielzahl sprachlicher Mittel umfassend zu behandeln.
Welche Rolle spielt die Gruppenarbeit im Unterrichtsmodell?
Die Gruppenarbeit soll soziale Kompetenzen wie Kooperation und gegenseitige Rücksichtnahme fördern, während die Schüler gemeinsam ein eigenes Werbeplakat gestalten und präsentieren.
Wie werden die Schüler motiviert, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen?
Die Motivation erfolgt durch die Anknüpfung an die Lebenswelt der Kinder, den Einsatz aktueller Werbebeispiele aus Zeitschriften und die kreative Eigenproduktion von Werbeplakaten.
- Quote paper
- Franziska Dedow (Author), 2007, Das Thema Werbung in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155947