Das Konzept des Transnational Advocacy Network von Margaret Keck und Kathryn Sikkink zielt darauf ab, das Wirken von global agierenden Bewegungen, die mit internationalen nichtstaatlichen Organisationen und anderen Akteuren durch gemeinsame Normen eng verknüpft sind, zu erklären. Damit ist das Konzept sehr gut geeignet, um transnational agierende Bewegungen zu klassifizieren. Ein Transnational Advocacy Network enthält immer mehrere Akteure und zeichnet sich durch vier Taktiken aus, die angewendet werden: „information politics“, „symbolic politics“, „leverage politics“ und „accountability politics“. Trifft dies auf die Klimaschutzbewegung Fridays For Future zu?
Inhaltsverzeichnis
1. Transnational advocacy networks
1.1. Das Konzept von Keck und Sikkink
1.1.1. Generelle Merkmale von TANs
1.1.2. Entstehung von TANs
1.1.3. Funktionsweise von TANs
1.1.4. Kritik und Erweiterungen des Konzepts
2. Fridays for Future
2.1. Entstehung
3. Fridays for Future als TAN?
3.1. Merkmale
3.2. Voraussetzungen für den Erfolg
3.3. Strategien
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Klimabewegung "Fridays for Future" (FFF) auf Grundlage der von Keck und Sikkink entwickelten Theorie der "transnational advocacy networks" (TANs) klassifiziert werden kann. Ziel ist es, die strukturellen Merkmale, die Entstehungsbedingungen sowie die angewandten Strategien der Bewegung mit dem theoretischen Idealtypus eines TAN zu vergleichen und kritisch zu bewerten.
- Grundlagen und Definition von Transnational Advocacy Networks
- Die Entstehungsgeschichte von Fridays for Future
- Anwendung des TAN-Konzepts auf FFF hinsichtlich Struktur und Werten
- Analyse der Boomerang-Dynamik und netzwerkspezifischer Taktiken
Auszug aus dem Buch
1.1.1. Generelle Merkmale von TANs
Keck und Sikkink definieren TANs über ihre Struktur und Funktionsweise:
„A transnational advocacy network includes those relevant actors working internationally on an issue, who are bound together by shared values, a common discourse, and dense exchanges of information and services. (…) [TANs] are most prevalent in issue areas characterized by high value content and informational uncertainty” (Keck, M. and Sikkink, K., 1999, p. 89).
TANs beinhalten also immer mehrere Akteure, welche zum Beispiel internationale Organisationen, sowohl staatlich als auch nichtstaatlich, soziale Bewegungen, Politiker*innen, Medien, Verbände und vieles mehr sein können (Keck, M. and Sikkink, K., 1999, pp. 91–92).
Die geteilten Werte des Netzwerks spielen bei dem Ansatz eine zentrale Rolle: TANs versuchen, den Diskurs um neue Ideen und Normen zu erweitern und so Probleme zu „framen“. Framing bedeutet laut McAdam “conscious strategic efforts by groups of people to fashion shared understandings of the world and of themselves that legitimate and motivate collective action” (McAdam, 1996, p. 6).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Transnational advocacy networks: Einführung in das theoretische Konzept von Keck und Sikkink, inklusive der Definition von Netzwerkkriterien und deren Funktionsweisen.
2. Fridays for Future: Kurzer Abriss der Entstehungsgeschichte von Fridays for Future, ausgehend von Greta Thunbergs ersten Streiks bis hin zur globalen Verbreitung.
3. Fridays for Future als TAN?: Praktische Anwendung des theoretischen Modells auf FFF durch die Analyse von Organisationsmerkmalen, Erfolgsfaktoren und der Nutzung spezifischer Kampagnenstrategien.
Schlüsselwörter
Fridays for Future, Transnational Advocacy Networks, Keck und Sikkink, Klimabewegung, Boomerang-Mechanismus, NGO, Framing, Information Politics, Symbolic Politics, Internationale Beziehungen, Politische Mobilisierung, Klimaschutz, Aktivismus, Weltweite Protestbewegung, Intergenerationelle Gerechtigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Klimabewegung Fridays for Future unter politikwissenschaftlichen Gesichtspunkten anhand des Konzepts der "transnational advocacy networks" (TANs).
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Definition und Funktionsweise von TANs, die Historie von Fridays for Future sowie der Vergleich zwischen theoretischen Kriterien und der praktischen Umsetzung innerhalb der Klimabewegung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern Fridays for Future in Bezug auf ihre Merkmale, Entstehung und Funktionsweise als ein Transnational Advocacy Network nach Keck und Sikkink bezeichnet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der existierende Literatur und Studien zu Fridays for Future auf das theoretische Gerüst des TAN-Modells angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition von TANs, die Entstehungsgeschichte von FFF und wendet dann die vier TAN-Taktiken (Information, Symbolic, Leverage und Accountability Politics) auf die Strategien der Klimabewegung an.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Transnational Advocacy Networks, Fridays for Future, politisches Framing, Klimagerechtigkeit und transnationale Mobilisierung.
Wie bewerten die Autoren die Rolle von NGOs bei FFF im Vergleich zum TAN-Ideal?
Die Arbeit stellt fest, dass NGOs bei FFF eine andere, potenziell weniger dominierende Rolle spielen als im klassischen TAN-Modell, da die Massenmobilisierung für die Bewegung eine zentralere Bedeutung einnimmt.
Welche Rolle spielen digitale Medien laut der Arbeit für die Bewegung?
Digitale Medien sind für Fridays for Future essenziell, da sie als Hauptquelle für Informationen dienen, die Vernetzung erleichtern und die Verbreitung des "Framings" der Bewegung in die Öffentlichkeit ermöglichen.
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- Mira Petermann (Autor), 2022, Fridays for Future. Ein geeignetes Beispiel für ein Transnational Advocacy Network?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1559544