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Konstruierte Weiblichkeit im Krieg. Das klassische Drama und der moderne Roman im diachronen Vergleich

Titel: Konstruierte Weiblichkeit im Krieg. Das klassische Drama und der moderne Roman im diachronen Vergleich

Bachelorarbeit , 2014 , 59 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Katharina Anton (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Motiv Weiblichkeit ist in der Literatur vermutlich so alt wie die Schrift selbst. Schon in der Bibel wird im Bericht des Sündenfalls von Adam und Eva ein bestimmtes Frauenbild entworfen, das sich in dieser, aber auch in abgewandelter und völlig veränderter Form durch Kunst und Literatur aller Jahrhunderte zieht. Mit der einsetzenden Emanzipation der Frauen hat sich vieles geändert. In dieser Arbeit soll untersucht werden, ob diese Veränderungen auch Auswirkungen auf die Darstellung beziehungsweise Wahrnehmung von Weiblichkeit in der Literatur haben. Dabei wird das Motiv der Weiblichkeit aus zwei Gründen in Verbindung mit dem Krieg betrachtet: Einerseits da dieses Gebiet immer ein männlich dominierter Bereich war und bis heute ist, und andererseits weil der Krieg den Menschen stets das Äußerste abverlangt und dadurch ihre Persönlichkeiten besonders gut erkennbar sind.

Stellvertretend für die Betrachtung der jeweiligen Epoche sollen die klassischen Dramen Iphigenie auf Tauris von Goethe und Die Jungfrau von Orleans von Schiller, sowie die modernen Romane Kassandra von Christa Wolf und The Book Thief von Markus Zusak untersucht werden. Für das bessere Verständnis werden in Kapitel 2 die jeweiligen Werke zunächst in einen zeitlichen und inhaltlichen Kontext eingeordnet. Danach folgt in Kapitel 3 eine Untersuchung der dramatischen, beziehungsweise narrativen Merkmale, mit denen die Weiblichkeit der Protagonistinnen konstruiert wird. Als unausweichliche Begleiterscheinungen des Krieges sollen die Motive Einsamkeit und Tod in Kapitel 4 und 5 betrachtet, und deren Wichtigkeit für die Charakteristik, beziehungsweise die Entwicklung der jeweiligen Protagonistin untersucht werden. Zu guter Letzt erfolgt in Kapitel 6 ein Fazit über die Entwicklung des Motivs Weiblichkeit und die Frage: „Gibt es zeitlich bedingte Unterschiede in der Darstellung und Wahrnehmung von Weiblichkeit in der Literatur?“, wird beantwortet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von Mythos bis Historie: Die Werke im Kontext

2.1 Iphigenie auf Tauris

2.2 Die Jungfrau von Orleans

2.3 Kassandra

2.4 The Book Thief

3. Dramatische und narrative Konstruktion von Weiblichkeit

3.1 Iphigenie und Johanna als klassische Beispiele weiblicher Autonomie

3.2 Kassandra und Liesel als moderne Beispiele weiblicher Autonomie

4. Weibliche Einsamkeit im Krieg

4.1 Das Phänomen Einsamkeit in Geschichte und Literatur

4.2 Einsamkeit als Begleiterscheinung des Krieges

4.2.1 Erkenntnisbringende Einsamkeit bei Iphigenie und Johanna

4.2.1 Zukunft schaffende Einsamkeit bei Kassandra und Liesel

5. Die weibliche Beziehung zum Tod

5.1 Das Motiv Tod in Kunst und Literatur

5.2 Das weibliche Verhältnis zum Tod

5.2.1 Ambivalente Todesdarstellung bei Goethe und Schiller

5.2.2 Verschiedene Ebenen eines Motivs: Kassandra, Liesel und der Tod

6. Fazit: Ein Motiv im Wandel

Zielsetzung und Themen

Diese Bachelor-Arbeit untersucht die diachrone Entwicklung des Motivs der Weiblichkeit in der Literatur, insbesondere im Kontext von Kriegssituationen, ausgehend von klassischen Dramen bis hin zu modernen Romanen. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich der Wahrnehmungs- und Darstellungsveränderung weiblicher Autonomie und der damit verbundenen Motive Einsamkeit und Tod.

  • Vergleich zwischen klassischer Literatur (Goethe, Schiller) und moderner Literatur (Wolf, Zusak).
  • Analyse der Konstruktion weiblicher Autonomie unter patriarchalischen Strukturen.
  • Untersuchung der Motive Einsamkeit und Tod als unausweichliche Begleiterscheinungen des Krieges.
  • Beleuchtung der wechselseitigen Beeinflussung von individueller Identitätsfindung und äußerer Fremdbestimmung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Iphigenie und Johanna als klassische Beispiele weiblicher Autonomie

Wie zuvor erwähnt, richtet sich Goethe mit seiner Iphigenie ganz nach dem Vorbild und den Regeln der französischen Klassik. Die Form des Stücks ist geschlossen und auf die Einheit von Ort, Zeit und Handlung wird besonderer Wert gelegt. Der einzige Schauplatz des Stückes ist der „Hain vor Dianens Tempel“, die Handlung spielt an einem Tag und konzentriert sich „zielgerichtet und linear“ auf die Wiedervereinigung von Iphigenie und Orest, sowie deren Flucht aus Tauris.

Sowohl Ort als auch Zeit sind in Bezug auf die Titelfigur Iphigenie mit großer Bedeutung aufgeladen. Über den Ort erhält man keine genaueren Informationen, außer dass er auf der Insel Tauris liegt. Diese Insel ist nicht Iphigenies Heimat, sie ist durch einen äußeren Zwang dorthin gelangt. Der abwesende Ort Griechenland spielt für die Handlung eine ebenso große Rolle, wie der Ort der Handlung selbst. In der Hierarchie steht dieser abwesende Ort sogar noch höher, da er in der Verbannung zu Iphigenies Lebensmittelpunkt wird und als emotionaler Bezugspunkt all ihr Handeln bestimmt. Die Sehnsucht nach der Heimat steigert sich sogar soweit, dass die Rückkehr zu einer essentiellen Notwendigkeit wird, um weiter leben zu können.

Die große Bedeutung des abwesenden Ortes wird zusätzlich durch die Symbolik des Handlungsortes als Insel unterstrichen. Eine Insel ist durch das umgebende Meer stets ein isolierter Raum. Da das Meer als isolierendes Charakteristikum den Handlungsort als einen Ort der Verbannung und Isolation markiert, den zu verlassen zwar ein langwieriges und gefährliches Unterfangen ist, für Iphigenie aber von lebenswichtiger Notwendigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsarbeit ein, erläutert die Relevanz des Motivs Weiblichkeit im Krieg und stellt die primär untersuchten literarischen Werke vor.

2. Von Mythos bis Historie: Die Werke im Kontext: Dieses Kapitel bettet die vier untersuchten Werke (Iphigenie auf Tauris, Die Jungfrau von Orleans, Kassandra, The Book Thief) in ihren jeweiligen geschichtlichen und inhaltlichen Rahmen ein.

3. Dramatische und narrative Konstruktion von Weiblichkeit: Das Kapitel untersucht die literarischen Mittel, mit denen in den verschiedenen Epochen Weiblichkeit und Autonomie innerhalb der Werke konstruiert werden.

4. Weibliche Einsamkeit im Krieg: Hier wird das Phänomen der Einsamkeit kulturgeschichtlich hergeleitet und anschließend als spezifische Begleiterscheinung für die Protagonistinnen im Krieg analysiert.

5. Die weibliche Beziehung zum Tod: In diesem Kapitel wird das Todesmotiv in Kunst und Literatur erläutert und das unterschiedliche Verhältnis der untersuchten Frauenfiguren zum Tod und zum Sterben dargelegt.

6. Fazit: Ein Motiv im Wandel: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass ein signifikanter Wandel in der Wahrnehmung und Darstellung von Weiblichkeit und Autonomie über die letzten 200 Jahre stattgefunden hat.

Schlüsselwörter

Weiblichkeit, Kriegsliteratur, Autonomie, Einsamkeit, Tod, Emanzipation, Identitätsfindung, klassisches Drama, moderner Roman, Iphigenie, Johanna von Orleans, Kassandra, Liesel Meminger, Patriarchat, Opferrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Motiv der weiblichen Existenz und Autonomie durch die Jahrhunderte in der Literatur dargestellt wurde, insbesondere in kriegerischen Kontexten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Konstruktion von Weiblichkeit, die Rolle von Einsamkeit als Begleiterscheinung des Krieges sowie das spezifische Verhältnis der Protagonistinnen zum Tod.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie unterschiedliche Autorinnen und Autoren über zwei Jahrhunderte hinweg weibliches Leben und den Wunsch nach Unabhängigkeit vor dem Hintergrund destruktiver Kriegserfahrungen gestaltet haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen diachronen Literaturvergleich, bei dem klassische Dramen und moderne Romane hinsichtlich ihrer narrativen und dramatischen Charakterisierung von Frauenfiguren analysiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Konstruktion weiblicher Autonomie, die differenzierte Analyse von Einsamkeit im Krieg sowie die Auseinandersetzung mit der Todesdarstellung im jeweiligen historischen und literarischen Kontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Schlagworte wie Weiblichkeit, Autonomie, Einsamkeit, Tod, Emanzipation sowie eine kritische Auseinandersetzung mit patriarchalen Strukturen.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Todes bei Iphigenie im Vergleich zu Liesel Meminger?

Bei Iphigenie fungiert der Tod eher als abstraktes Schreckensszenario und Bedrohung, während bei Liesel Meminger der Tod sogar als personifizierter, empathischer Ich-Erzähler auftritt.

Worin liegt die Besonderheit von Christa Wolfs Figur Kassandra?

Kassandra ist eine autodiegetische Erzählerin, die sich in einem inneren Monolog aus der patriarchalen Opferrolle durch eine bewusste Entscheidung für den Tod in die absolute Autonomie befreit.

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Konstruierte Weiblichkeit im Krieg. Das klassische Drama und der moderne Roman im diachronen Vergleich
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Philosophische Fakultät)
Note
1,8
Autor
Katharina Anton (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
59
Katalognummer
V1559614
ISBN (PDF)
9783389109274
ISBN (Buch)
9783389109281
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Germanistik Literaturwissenschaft vergleichende Literaturwissenschaft Komparatistik Drama klassisches Drama Klassik Roman moderner Roman Moderne Goethe Schiller Christa Wolf Markus Zusak Iphigenie auf Tauris Die Jungfrau von Orleans Kassandra The Book Thief Krieg Einsamkeit Weiblichkeit Tod Motiv Tod Tod in der Kunst Tod in der Literatur
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Katharina Anton (Autor:in), 2014, Konstruierte Weiblichkeit im Krieg. Das klassische Drama und der moderne Roman im diachronen Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1559614
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Leseprobe aus  59  Seiten
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