Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Theologie - Praktische Theologie

Ist eine Verzögerung des natürlichen Sterbeprozesses durch die Versorgung mit einer PEG-Anlage ethisch vertretbar?

Am Beispiel einer Patientin, die aus voller Gesundheit heraus durch einen Apoplex pflegebedürftig wurde

Titel: Ist eine Verzögerung des natürlichen Sterbeprozesses durch die Versorgung mit einer PEG-Anlage ethisch vertretbar?

Hausarbeit , 2010 , 12 Seiten

Autor:in: Dennis Schwoch (Autor:in)

Theologie - Praktische Theologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die zentrale Frage die im Folgenden diskutiert werden soll: „Ist eine PEG-Versorung aus ethischer Sicht, bei Erkrankungen die einen natürlichen Sterbeprozess einleiten, vertretbar?“

In Deutschland werden pro Jahr schätzungsweise 140.000 PEG-Sonden angelegt, etwa 65% davon bei älteren Menschen. Mit 65,1% ist ein „Schlaganfall“ die überwiegende Diagnosestellung für eine PEG-Anlage.
Wie lang aber muss die verbleibende Lebenszeit sein, damit sie eine Einschränkung an Lebensqualität rechtfertigt? Ab wann ist eine Belastung dem Patienten nicht mehr zumutbar? Ab welchem Zeitpunkt bedeutet eine Lebensverlängerung nur mehr eine Verlängerung des Leidens?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. FALLBEISPIEL

2. FRAGESTELLUNG

3. EINLEITUNG

4. KÜNSTLICHE ERNÄHRUNG ALS BASISBEHANDLUNG

5. LEBENSQUALITÄT DURCH KÜNSTLICHE ERNÄHRUNG?

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit einer PEG-Sonden-Anlage bei Patienten, die sich in einem natürlichen Sterbeprozess befinden, anhand des konkreten Fallbeispiels einer nach einem Schlaganfall pflegebedürftigen Patientin.

  • Ethische Abwägung bei künstlicher Ernährung
  • Patientenautonomie und mutmaßlicher Wille
  • Medizinische Indikation vs. Lebensqualität
  • Die PEG-Sonde als Behandlungsmaßnahme statt Basisversorgung
  • Rechtliche und ethische Grundlagen der Sterbebegleitung

Auszug aus dem Buch

Fallbeispiel

Die Diskussionsgrundlage zu dieser Hausarbeit soll eine Patientin sein, die ich selbst in einer geriatrischen Fachklinik betreut habe. Diese Patientin kam nach einer einwöchigen Erstbehandlung auf der Intensivstation in unser Haus. Frau Meier erlitt aus voller Gesundheit und Selbständigkeit heraus im Alter von 83 Jahren eine Apoplex. Sie war durch den Apoplex so schwer getroffen, dass ein selbständiges Leben nicht mehr möglich war. Sie hatte massive Einschränkungen in allen AEDL´s. Eine selbständige Nahrungsaufnahme war durch die Erkrankung nicht mehr möglich. Frau Meier war nicht mehr in der Lage sich ihrer Umwelt mitzuteilen.

Durch Gespräche mit den Angehörigen war bekannt, dass Frau Meier ihr Leben lang gearbeitet hat. Ihr Lebensinhalt war die Arbeit im eigenen Geschäft und die Familie. Frau Meier zeigte ihrer Umwelt nie irgendwelche temporären Anzeichen von Krankheit und verweigerte ebenfalls jegliche Therapie bei kleineren Erkrankungen wie z.B. einem grippalen Infekt.

Frau Meier wurde zuvor auf der Intensivstation über eine nasogastrale Sonde ernährt. Diese zog sie sich immer wieder. Es war nicht ersichtlich ob sie dies aus einem Reflex heraus tat, um einen störenden Fremdkörper zu entfernen, oder bewusst, um die „künstliche Ernährung“ zu verweigern.

Mit dem Beginn der Behandlung in unserem Haus stellte sich die Frage ob Frau Meier mit einer PEG-Anlage versorgt werden soll, um eine ausreichende Zufuhr mit Kalorien und Flüssigkeit zu sichern.

Zusammenfassung der Kapitel

FALLBEISPIEL: Vorstellung einer 83-jährigen Patientin nach einem Schlaganfall, deren Zustand und bisherige Lebensweise die ethische Entscheidungsgrundlage für eine PEG-Sonde bilden.

FRAGESTELLUNG: Definition der zentralen ethischen Untersuchung, ob eine PEG-Versorgung bei absehbarem natürlichen Sterbeprozess vertretbar ist.

EINLEITUNG: Kontextualisierung der PEG-Anlagen-Problematik in Deutschland unter Einbeziehung ethischer Denkschulen und medizinischer Statistiken.

KÜNSTLICHE ERNÄHRUNG ALS BASISBEHANDLUNG: Erörterung der Definition von Basisversorgung und der Pflicht zur Zuwendung im Kontrast zu medizinischen Eingriffen.

LEBENSQUALITÄT DURCH KÜNSTLICHE ERNÄHRUNG?: Kritische Auseinandersetzung mit den Belastungen durch PEG-Sonden und dem Vorrang des Patientenwohls.

FAZIT: Anwendung der vier Prinzipien der Medizinethik auf die PEG-Problematik und Plädoyer für eine biographisch orientierte Entscheidungsfindung.

Schlüsselwörter

PEG-Anlage, künstliche Ernährung, Ethik, Patientenwille, Schlaganfall, Sterbeprozess, Lebensqualität, Medizinethik, Autonomie, Fürsorge, Schadensvermeidung, Geriatrie, Behandlungsmaßnahme, Basisversorgung, Patientenwohl

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethischen Rechtfertigung der künstlichen Ernährung mittels PEG-Sonde bei schwer pflegebedürftigen oder sterbenden Patienten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die medizinische Notwendigkeit, die Lebensqualität des Patienten, der mutmaßliche Patientenwille und die Unterscheidung zwischen Basisversorgung und invasiver Behandlungsmaßnahme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ethische Argumente für und gegen eine PEG-Versorgung gegenüberzustellen, um eine reflektierte Entscheidungsgrundlage für den konkreten Fall zu schaffen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es erfolgt eine ethische Reflexion unter Heranziehung der Prinzipien der Medizinethik nach Beauchamp und Childress sowie eine Fallanalyse.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die Definition von künstlicher Ernährung, die Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Bedeutung biographischer Hintergründe für den Patientenwillen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen PEG-Anlage, Patientenautonomie, Sterbebegleitung, Medizinethik und Lebensqualität.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Basisversorgung und PEG-Sonde?

Der Autor argumentiert – gestützt durch Literatur – dass die PEG-Sonde keine unverzichtbare Basisversorgung ist, sondern eine kritisch zu indizierende Behandlungsmaßnahme.

Welche Rolle spielt die Biographie der Patientin Frau Meier?

Die Biographie dient als Schlüssel, um den mutmaßlichen Willen der Patientin zu interpretieren, da sie im Leben stets autonom agierte und bei Krankheit Therapien eher ablehnte.

Warum hinterfragt der Autor die gängige Praxis der Bundesärztekammer?

Er hält die Formulierungen für inhaltlich korrekt, vermisst jedoch den Mut zur Diskussion darüber, ab welchem Punkt lebenserhaltende Maßnahmen nicht mehr sinnvoll sind.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ist eine Verzögerung des natürlichen Sterbeprozesses durch die Versorgung mit einer PEG-Anlage ethisch vertretbar?
Untertitel
Am Beispiel einer Patientin, die aus voller Gesundheit heraus durch einen Apoplex pflegebedürftig wurde
Hochschule
Kirchliche Hochschule Bethel Bielefeld
Veranstaltung
Einführung in die Theologie und Diakonik
Autor
Dennis Schwoch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V155962
ISBN (eBook)
9783640691135
ISBN (Buch)
9783640691111
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verzögerung Sterbeprozesses Versorgung PEG-Anlage Beispiel Patientin Gesundheit Apoplex
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dennis Schwoch (Autor:in), 2010, Ist eine Verzögerung des natürlichen Sterbeprozesses durch die Versorgung mit einer PEG-Anlage ethisch vertretbar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155962
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  12  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum