Südafrika – ein Land mit 11 verschiedenen Amtssprachen, unzähligen Völkern, und vier Rassen wird nicht umsonst als 'Regenbogennation' bezeichnet. Doch das friedliche Leben der ethnischen Gruppen nebeneinander ist geprägt vom Schattendasein des Apartheidsregimes. Gesetze der strikten Rassentrennung und Abgrenzung im öffentlichen und privaten Raum rauben den Völkern ihre Lebensgrundlage. Ethnien mit eigenen kulturellen Identitäten und sozialen Organisationen wurden unterdrückt, Menschenrechte und Grundgesetze missachtet. Trotz-dessen die Apartheid seit knapp 20 Jahren Vergangenheit ist, können neue Strukturen der Postapartheid die Geschichte nicht verwischen. Die erste Verfassung des neuen Südafrika musste das naturgegebene Potenzial behutsam benutzen, um die Lähmungen der Apartheid zu überwinden. Nach den ersten freien Wahlen will Südafrika nicht mehr länger – so Mandela am 10. Mai 1994 – 'das Stinktier der Welt' sein (vgl. Behrens/Rimscha 1994: 9). Aber aus dem Willen der Versöhnung allein entsteht noch keine multirassische, friedliche Gesellschaft mit vergleichbaren sozialen Standards. Viele offene Fragen lassen Hoffnungen der Postapartheid entstehen, damit Arbeitslosigkeit und Bildungsdefizite abgebaut, Wohnungsnot und Eigentumsfragen geklärt, die Gesundheitsfürsorge verbessert werden kann. Ein Land wie Südafrika hat kulturelle, soziale und ethnische Anforderungen wie kaum ein zweites Land. Die Komplexität der ethnischen Gruppen ist enorm.
In dieser Arbeit soll die Vielschichtigkeit südafrikanischer Völker durch geschichtliche Hintergründe und den Einfluss neuer Entwicklungen seit dem Beginn der Postapartheid näher beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Definition: Ethnien und ethno-politische Spannungen
2. Überblick
2.1 Ethnische Gruppen
2.2 Religionen
3. Geschichte der Ethnizität
3.1 Während der Apartheid
3.2 Heutige Entwicklung / Aktualität
4. Fazit – Ein Leitbild für Südafrikas Entwicklung?
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der vielschichtigen ethnischen Struktur Südafrikas, um zu verstehen, wie geschichtliche Hintergründe und die prägende Zeit des Apartheidregimes die heutige soziale und kulturelle Identität des Landes formen und welche Herausforderungen für die Postapartheid-Gesellschaft bestehen.
- Analyse der Definitionen von Ethnizität und ethno-politischen Spannungsfeldern.
- Detaillierte Untersuchung der verschiedenen ethnischen Volksgruppen und ihrer kulturellen Merkmale.
- Untersuchung der Rolle der Religionen und Sprachen bei der Identitätsbildung und Abgrenzung.
- Historische Betrachtung des Apartheidssystems und dessen Auswirkungen auf die heutige Gesellschaftsstruktur.
- Diskussion über die zukünftige Entwicklung und die Herausforderungen einer friedlichen multirassischen Gesellschaft.
Auszug aus dem Buch
3.2 Heutige Entwicklung / Aktualität
Die Alleinherrschaft der Weißen war nach den ersten demokratischen Wahlen eine Sache der Vergangenheit und der neue Präsident forderte alle Südafrikaner auf, die bitteren Erinnerungen an gestern zu vergessen. Mandela sprach von der Notwendigkeit der Versöhnung zwischen ehemaligen Feinden. Sein unerschütterlicher Glaube an Freiheit und Gerechtigkeit unterstreicht auch diese Aussage: "Niemals, niemals und nie wieder soll dieses schöne Land erleben, wie ein Mensch von einem anderen Menschen unterdrückt wird." Mit dem Ende der Apartheid lag die Staatsmacht in den Händen einer von allen Bürgern Südafrikas gewählten Regierung. Das Staatsgebiet hat sich fast verdoppelt, nachdem die vier 'unabhängigen' Staaten (Transkei, Bophuthatswana, Venda, Ciskei) und die sechs 'autonomen' Gebiete (Lebowa, Gazankulu, Kwazulu, Qwaqwa, Kangwane, Kwandebele) zu Südafrika zurückgekehrt sind. Südafrikas Staatsvolk ist von rund 5 Millionen weißen Wählern auf fast 40 Millionen Bürger angewachsen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Südafrika als vielfältige "Regenbogennation", die trotz des Endes der Apartheid weiterhin mit tiefgreifenden sozialen, kulturellen und ethnischen Herausforderungen konfrontiert ist.
1. Definition: Ethnien und ethno-politische Spannungen: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Begriff der Ethnizität und analysiert, wie historische und kulturelle Faktoren als Abgrenzungsmerkmale zwischen Volksgruppen fungieren.
2. Überblick: Es wird ein Überblick über die räumliche Verteilung der Bevölkerung gegeben sowie die verschiedenen ethnischen Hauptgruppen (wie Zulu, Xhosa, Swazi) und die religiöse sowie sprachliche Zusammensetzung Südafrikas detailliert dargestellt.
3. Geschichte der Ethnizität: Dieses Kapitel arbeitet die historische Entwicklung Südafrikas auf, wobei insbesondere die Auswirkungen der Apartheid-Gesetzgebung auf die soziale Organisation und das heutige Leben der Bevölkerung im Fokus stehen.
4. Fazit – Ein Leitbild für Südafrikas Entwicklung?: Das Fazit resümiert, dass Südafrika zwar auf einem Weg der Identitätsfindung ist, soziale und ökonomische Gleichheit jedoch weiterhin das zentrale Leitbild für eine stabile zukünftige Entwicklung bleiben müssen.
Schlüsselwörter
Südafrika, Apartheid, Ethnien, Regenbogennation, Zulu, Xhosa, Rassentrennung, Postapartheid, Identität, Volksgruppen, Bantu, kulturelle Vielfalt, Versöhnung, Religionen, Sozialstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ethnische Vielschichtigkeit Südafrikas und analysiert, wie geschichtliche Faktoren, insbesondere die Apartheid, die heutigen gesellschaftlichen Strukturen prägen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die ethnischen Gruppierungen, die Rolle von Sprache und Religion bei der Identitätsbildung sowie der Übergang von der Apartheid zur heutigen demokratischen Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Komplexität der südafrikanischen Völker durch ihre geschichtliche Entwicklung und die Auswirkungen neuerer politischer Rahmenbedingungen nach der Apartheid zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung von Sekundärquellen aus der Völkerkunde, Humangeographie und Politikwissenschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Definition, eine Übersicht zu Bevölkerungsgruppen, Sprachen und Religionen sowie eine historische Analyse der Apartheid-Ära bis zur Gegenwart.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Apartheid, Ethnien, Regenbogennation, Zulu, Xhosa, Identität und soziale Integration.
Welche Bedeutung haben die ehemaligen Homelands für die heutige Geographie?
Nach 1994 wurden diese Gebiete wieder in das Staatsgebiet eingegliedert und Südafrika in neun neue Provinzen gegliedert, was einen wichtigen Schritt zur staatlichen Einheit darstellte.
Welchen Einfluss hatte die Religion auf die Apartheid?
Insbesondere die Dutch Reformed Church lieferte ideologische Unterbauungen für die Apartheidpolitik, indem sie die weiße Bevölkerung als "auserwähltes Volk" stilisierte.
Warum wird Südafrika als "Regenbogennation" bezeichnet?
Dieser Begriff spiegelt die enorme kulturelle, sprachliche und ethnische Vielfalt der südafrikanischen Bevölkerung wider, die trotz der traumatischen Trennung der Vergangenheit friedlich koexistieren möchte.
- Arbeit zitieren
- Claudia Gunkel (Autor:in), 2010, Ethnien in Südafrkia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155966