Mit dem Ende des Kalten Krieges galt die freie Marktwirtschaft als großer Sieger im
Wettkampf der Systeme. In den letzten Jahren geriet die marktwirtschaftliche Form
des Wirtschaftens allerdings zunehmend in die Kritik. Schlagwörter wie „Turbokapitalismus“
oder „Kasinokapitalismus“ zeugen von der, vor allem in Zeiten der Finanzkrise,
zunehmenden Kritik an der Entwicklung in den letzten Jahren. Häufig
richtet sich diese Kritik, beispielsweise von Gewerkschaften, an sogenannte „Neoliberale“,
die angeblich im Streben nach immer mehr Rendite moralische Aspekte
gänzlich vernachlässigen. In Deutschland sehen viele die soziale Marktwirtschaft
auf dem Rückzug. Gerade heute wird deswegen vermehrt über soziale Verantwortung
im Wirtschaftleben und in der Gesellschaft diskutiert. In diesem Rahmen wird
in der folgenden Arbeit der Begriff Unternehmensethik als Ausdruck sozialer Verantwortung
diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einführung in das Thema
1.2. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2. Unternehmensethik als Ausdruck sozialer Verantwortung
2.1. Ökonomik und Ethik
2.2. Unternehmensethik
2.3. Unternehmen und soziale Verantwortung
2.4. Beispiele und Gründe für soziales Engagement von Unternehmen
3. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das primäre Ziel dieser Seminararbeit ist es, die Bedeutung unternehmerischer sozialer Verantwortung im modernen Wirtschaftsleben zu erörtern. Angesichts zunehmender Kritik am wirtschaftlichen Handeln, insbesondere in Krisenzeiten, untersucht die Arbeit, wie Unternehmensethik und soziale Verantwortung als Korrektiv und ethischer Rahmen für nachhaltiges Unternehmertum fungieren können.
- Grundlagen der Ökonomik und Ethik
- Konzeptualisierung von Unternehmensethik
- Corporate Social Responsibility (CSR) in Theorie und Praxis
- Strategisches soziales Engagement von Großkonzernen
- Ethische Verantwortung versus ökonomische Rationalität
Auszug aus dem Buch
2.2. Unternehmensethik
Ein Unternehmen ist vereinfacht ausgedrückt ein wirtschaftlich-rechtlich organisiertes Objekt, das eine Leistung anbietet und dabei nachhaltig auf die Erzielung eines Ertrages ausgerichtet ist. Es strebt dabei in der marktwirtschaftlichen Grundordnung nach einer Maximierung seines Gewinns. Die Unternehmensethik gehört zur angewandten Ethik und befasst sich mit der Frage einer moralisch vertretbaren Unternehmensführung. Unternehmen wird häufig vorgeworfen, ethische Vorstellungen zu vernachlässigen. Dabei ist vor allem die Handlungsethik gemeint, die frägt ob bestimmte Handlungen moralisch vertretbar sind. Eine Vernunftethik sollte durch das Wirtschaftlichkeitsprinzip gegeben sein, da hierdurch möglichst wenige Ressourcen verschwendet werden. Die Sicherstellung der Ordnungsethik ist durch das Einhalten der gesetzlichen Bestimmungen gewährleistet.
Die zentrale Forderung einer handlungsorientierten Unternehmensethik ist, dass Unternehmen, vertreten durch ihre Mitarbeiter und vor allem Führungskräfte, Verantwortung für ihre Stakeholder zu übernehmen haben. Verantwortung ist dabei das Eintreten eines Verantwortungssubjektes für ein Verantwortungsobjekt. Das Verantwortungssubjekt ist im Falle der Unternehmensethik entweder das Unternehmen selbst oder seine Agenten, wie Angestellte oder Führungskräfte. Das Verantwortungsobjekt ist die Sache, für welches das Verantwortungssubjekt eintritt. Hierzu können beispielsweise Aufgaben, Handlungen oder Entscheidungen zählen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der schwindenden Akzeptanz der freien Marktwirtschaft ein und erläutert die Zielsetzung, den Begriff der Unternehmensethik als Ausdruck sozialer Verantwortung zu analysieren.
2. Unternehmensethik als Ausdruck sozialer Verantwortung: Das Hauptkapitel definiert die theoretischen Grundlagen der Ökonomik und Ethik, erläutert den Kern der Unternehmensethik sowie das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) und illustriert dies anhand praktischer Beispiele von Großunternehmen.
3. Fazit: Das Fazit kritisiert ein rein rationales Handeln nach dem Modell des homo oeconomicus und plädiert für die Einbeziehung moralischer Wertesysteme als essenzielle Voraussetzung für ein funktionierendes Gemeinwohl.
Schlüsselwörter
Unternehmensethik, Soziale Verantwortung, Corporate Social Responsibility, CSR, Ökonomik, Ethik, Stakeholder, Nachhaltigkeit, Unternehmensführung, Gemeinwohl, Handlungsspielraum, Moralisches Handeln, Markt, Umwelt, Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle von ethischem Handeln innerhalb von Unternehmen und untersucht, wie soziale Verantwortung über bloße Gewinnmaximierung hinaus im modernen Unternehmertum integriert werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Herleitung von Ökonomik und Ethik, die Konzepte der Corporate Social Responsibility (CSR), Corporate Governance sowie Corporate Citizenship und deren Bedeutung in der Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, die Notwendigkeit ethischer Unternehmensführung in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Kritik an Marktwirtschaft und Unternehmertum aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Fallbeispielen renommierter Unternehmen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von Ethik und Ökonomik, die theoretische Fundierung der Unternehmensethik sowie die praktische Umsetzung von CSR-Strategien bei Konzernen wie der Deutschen Bank und Siemens.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Zentrale Begriffe sind Unternehmensethik, soziale Verantwortung, Stakeholder-Orientierung, Nachhaltigkeit und das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Effizienz und moralischem Anspruch.
Warum ist das Modell des „homo oeconomicus“ für die moderne Unternehmensethik kritisch zu hinterfragen?
Weil das Modell ein rein rationales, gewinnorientiertes Handeln unterstellt, welches moralische Aspekte ausblendet. Die Arbeit argumentiert, dass eine verantwortungsvolle Unternehmensführung den Menschen als Wesen mit Werten begreifen muss, die über rein wirtschaftliche Interessen hinausgehen.
Wie setzen Großunternehmen wie die Deutsche Bank oder Siemens CSR in die Praxis um?
Beide Konzerne nutzen ein Geflecht aus spezialisierten Stiftungen und Einheiten, die Projekte in Bereichen wie Bildung, Kunst, Soziales und Umwelt fördern, um ihre globale gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen.
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- Dominik Sailer (Author), 2010, Unternehmensethik als Ausdruck sozialer Verantwortung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155993