Wie beeinflusst die Innere Führung und speziell die Politische Bildung in den Streitkräften die Soldaten ? In welchem Umfang können diese Unterrichtungen die in der Familie, der Schule und dem privaten Umfeld aufgenommenen Sozialisationfaktoren beeinflussen, bestärken oder korrigieren ?
Diesen Fragen wird die vorliegende Arbeit nachgehen und versuchen, einen Lösungsansatz für die Bedeutung und Wirkung der Politischen Bildung im Rahmen des Konzeptes der Inneren Führung aufzuzeigen.
Zu Anfang ist eine Operationalisierung der zu untersuchenden Begriffe notwendig. Dazu werden die Begrifflichkeiten der Sozialisation und politischen Sozialisation im wissenschaftlichen Sinne erörtert und anschließend die theoretischen Grundlagen der Sozialisationsprozesse aufgezeigt. Der Hauptteil wird in drei einzelnen Abschnitten nacheinander die Aspekte der Sozialisation durch die Familie, die schulische Ausbildung und das Konzept der Inneren Führung in den Streitkräften untersuchen. Den Schwerpunkt hierbei wird die gegenseitige Beeinflussung der verschiedenen Sozialisationsagenten, sowie die Untersuchung aktueller Probleme in der Politischen Bildung der Streitkräfte bilden. Die abschließende Betrachtung wird den Versuch beinhalten, die zu Anfang aufgeworfene Frage nach der Bedeutung der Politischen Bildung in den Streitkräften zu klären.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen und theoretische Grundlagen
2.1 Sozialisation
2.2 Politische Sozialisation
3 Sozialisationsphasen und -agenten
3.1 Sozialisation in der Familie
3.2 Politische Sozialisation in der Familie
3.3 Sozialisation in der Schule
3.4 Das Schulfach Politik
4 Innere Führung in der Bundeswehr
4.1 Politische Bildung in der Bundeswehr
4.2 Probleme der politischen Bildung in der Bundeswehr
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit der politischen Bildung im Rahmen des Konzepts der Inneren Führung in der Bundeswehr unter Berücksichtigung vorangegangener Sozialisationsprozesse in Familie und Schule.
- Sozialisationsprozesse und ihre theoretischen Grundlagen
- Die Rolle der Familie und Schule als Sozialisationsinstanzen
- Das Konzept der Inneren Führung in den Streitkräften
- Ziele und Probleme der politischen Bildung in der Bundeswehr
- Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichem Wandel und militärischer Erziehung
Auszug aus dem Buch
3.1 Sozialisation in der Familie
Zur Definition des Sozialisationsagenten Familie beschreibt Veith die Familie in der heutigen Gesellschaft als „...eine soziale Gruppe, in der sich mindestens zwei Mitglieder in einem Eltern-Kind-Verhältnis befinden müssen“. Dabei stellt die biologische Verwandschaft kein ausschlaggebendes Kriterium dar, vielmehr ist entscheidend, dass die in der Elternrolle agierenden Personen Verantwortung für die Erziehung und Versorgung der Kinder tragen. Ebenso unterscheidet Zimmermann eine Vielzahl möglicher Variationen für das Konstrukt Familie, wie traditionelle Konstellationen mit Vater-Mutter-Kind(ern), Familien mit erwerbstätigen Müttern, Einzelkindfamilien, Scheidungs- und Ein-Eltern-Familien, sowie arme Familien.
Überdies ist die Grundlage des Strukturwandels von der Bedeutung der Familiengründung als Sicherung der Versorgung im Alter zur persönlichen Sinnerfüllung im Leben Erwachsener zu berücksichtigen. Gemeinsam ist den meisten Ansätzen jedoch, dass in allen Familienformen starke persönliche Bindungen und ein nach außen abschließendes Wir-Gefühl entstehen (können). Unter diesen Voraussetzungen findet gegenseitige Sozialisation zum einen durch die unterschiedlichen Erfahrungen der einzelnen Familienmitglieder statt, welche in die intrafamiliäre Kommunikation eingespeist werden, und zum anderen durch äußere Umstände, wie die soziale Lage, Einflussmöglichkeiten, Sozialprestige und Bildung der Eltern. Unter diesen Einflüssen übernehmen die Kinder die Verhaltensweisen und Orientierungen ihrer Eltern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Wertevermittlung in der Bundeswehr ein und stellt die Forschungsfrage nach der Wirksamkeit der politischen Bildung unter Berücksichtigung bestehender Sozialisationsfaktoren.
2 Begriffsbestimmungen und theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel operationalisiert die zentralen Begriffe „Sozialisation“ sowie „politische Sozialisation“ und ordnet diese in den wissenschaftlichen Diskurs ein.
3 Sozialisationsphasen und -agenten: Hier werden die Phasen der Sozialisation erläutert und die spezifischen Einflüsse von Familie, Schule und dem Schulfach Politik auf die Persönlichkeitsentwicklung analysiert.
4 Innere Führung in der Bundeswehr: Das Kapitel beleuchtet das Konzept der Inneren Führung als demokratisches Leitbild der Bundeswehr sowie die Umsetzung und Probleme der politischen Bildung in den Streitkräften.
5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Abhängigkeit des Erfolgs politischer Bildung von Methodik, Didaktik und der inneren Haltung der Soldaten.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Politische Sozialisation, Innere Führung, Bundeswehr, Politische Bildung, Erziehung, Werte, Normen, Schule, Familie, Soldaten, Staatsbürger in Uniform, Identitätsentwicklung, Sozialisationsagenten, Demokratie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie politische Bildung in der Bundeswehr auf Soldaten wirkt und inwieweit diese durch frühere Sozialisationsprozesse in Familie und Schule beeinflusst wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die theoretischen Grundlagen der Sozialisation, die Bedeutung von Familie und Schule für die Werteprägung sowie die praktische Umsetzung der Inneren Führung in der Bundeswehr.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Lösungsansatz für die Bedeutung und Wirkung der politischen Bildung im Rahmen des Konzepts der Inneren Führung aufzuzeigen und die Wirksamkeit kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Sozialisationsforschung und auf offizielle Dokumente zur politischen Bildung in der Bundeswehr.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Aspekte der Sozialisation durch die Familie, die schulische Ausbildung sowie das Konzept und die aktuelle Problematik der politischen Bildung in den Streitkräften detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialisation, Innere Führung, Politische Bildung, Demokratie und das Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ charakterisiert.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen bewusster und unbewusster Sozialisation?
Die Arbeit differenziert zwischen manifester (bewusster) Sozialisation, wie sie etwa durch gezielten Unterricht erfolgt, und latenter (unbewusster) Sozialisation, die durch das Umfeld, Rituale oder den „heimlichen Lehrplan“ stattfindet.
Welche Rolle spielt der „heimliche Lehrplan“ in der Schule?
Der „heimliche Lehrplan“ beschreibt die unbewusste Aneignung von Verhaltensstrategien und sozialen Normen durch den Schulalltag, die über die offiziellen Lehrinhalte hinausgeht und die Schüler stark prägt.
Warum gibt es Probleme bei der politischen Bildung in der Bundeswehr?
Zu den Problemen zählen Widerstände gegen als „Pflichtveranstaltungen“ empfundene Unterrichtungen, mangelnde Professionalisierung der lehrenden Vorgesetzten und die Diskrepanz zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung.
Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich des Erfolgs der politischen Bildung?
Der Erfolg hängt maßgeblich von der Methodik und Didaktik des Unterrichtenden ab, muss aber stets im Kontext der bereits bestehenden Wertevorstellungen des einzelnen Soldaten und des gesellschaftlichen Wertewandels betrachtet werden.
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- Enrico Harling (Author), 2008, Beeinflusst der Unterricht im Bereich der Politischen Bildung in den Streitkräften die politische Sozialisation von Soldaten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156041