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Wandel von Partnerschaft und Familie

Title: Wandel von Partnerschaft und Familie

Term Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Soz. Sven Zimmermann (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Die Problematik der Familialen Arbeitsteilung ist ein Thema das wohl wie wenige andere ein besonderes Konfliktpotenzial zwischen Mann und Frau birgt. Gerade in den vergangenen Jahrzehnten hat dieses Konfliktpotenzial, durch sich stetig verändernde Rahmenbedingungen, der Möglichkeit von Frauen nahezu uneingeschränkt am Arbeitsmarkt teilzunehmen, durch die feministischen sowie studentischen Bewegungen und der Bildungsexpansion der 1970er Jahre weiter zugenommen (Peuckert 1996: 197). Das Traditionale Modell der häuslichen Arbeitsteilung sieht ohne wenn und aber den Mann in der Versorgerrolle, welcher für das Aufbringen der finanziellen Mittel durch Erwerbsarbeit sorgt. Im Gegenzug kümmert sich die Frau um den Haushalt und die Kindererziehung ohne den Mann nicht noch zusätzlich damit zu „belasten“. Dieses traditionale Modell hatte seinen Höhepunkt in den 50 er und 60 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Doch durch die oben bereits angedeuteten Prozesse und einen generellen gesellschaftlichen Wandel kam es zu weitreichenden Änderungen. Zumindest sollte man dies annehmen.
Die vorliegende Arbeit soll einen kurzen Überblick über die vorherrschenden Theoretischen Ansätze in der Familiensoziologie zur Erklärung häuslicher Arbeitsteilung geben. In einem weiteren Teil soll dann die Ist-Situation in Deutschland skizziert werden, um aufzuzeigen ob sich aufgrund der erwähnten Veränderungsprozesse tatsächlich etwas am klassischen Modell der Familialen Arbeitsteilung geändert hat. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Faktoren Ehedauer, Hausarbeitszeit und der Aufgabenverteilung im Haushalt. Durch Betrachtung dieser Indikatoren soll das Bild für Deutschland skizziert werden. Weiterhin sollen diese Ergebnisse in einen kurzen innereuropäischen Vergleich diskutiert werden. Interessant ist dabei vor allem die Situation in dem, wie man annehmen kann Bildungs- und sozialpolitischen skandinavischen Vorreiterland Dänemark. Ein zu erwartendes anderes Extrem, dass des patriarchalen „Familienherrschers“, soll in Spanien erörtert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Innerfamiliale Arbeitsteilung und familiensoziologische Theoriebildung

2.1. Die ökonomische Theorie der Familie

2.3. Der Zeitbudget-Ansatz

2.2. Der Ressourcentheoretische Ansatz

2.3. Der Geschlechtsrollenansatz

3. Innerfamiliale Arbeitsteilung in Deutschland

3.1. Arbeitsteilung und Ehedauer

3.2. Hausarbeitszeit und Aufgabenverteilung

3.3. weitere Faktoren

4. Innerfamiliale Arbeitsteilung im europäischen Vergleich

5. Ergebnisdiskussion und Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Struktur und den Wandel der familialen Arbeitsteilung in Deutschland vor dem Hintergrund familiensoziologischer Theorien. Dabei wird analysiert, inwiefern gesellschaftliche Veränderungsprozesse, wie die Bildungsexpansion und die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen, tatsächlich zu einer egalitäreren Aufgabenteilung im Haushalt geführt haben und wie sich Deutschland in diesem Kontext im europäischen Vergleich positioniert.

  • Theoretische Grundlagen zur familialen Arbeitsteilung
  • Empirische Ist-Analyse der Arbeitsteilung in Deutschland
  • Einflussfaktoren wie Ehedauer und Geburt des ersten Kindes
  • Vergleich der Haushaltsbeteiligung von Männern in Europa
  • Kritische Reflexion soziologischer Erklärungsansätze

Auszug aus dem Buch

3.1 Arbeitsteilung und Ehedauer

In der folgenden Tabelle, welche aus dem Bamberger Ehepaar Panel stammt (1988) kann man die Arbeitsteilung der Ehepaare zu Beginn der Eheschließung ablesen. Die Befragung erstreckte sich auf 1423 Paare in Westdeutschland. Dabei wurden vier, par Definition grundlegende Haushaltsarbeiten untersucht. Diese sind 1. Kochen, 2. Abspülen und Abtrocknen, 3. Putzen, sauber machen aufräumen sowie 4. Wäsche waschen und Bügeln (Schulz 2007).

Wie man aus der Tabelle ablesen kann, ist die Familiale Arbeitsteilung bei ungefähr einem Viertel der Ehepaare zu Beginn der Ehe stark Traditional geprägt, also voll und ganz dem klassischem Rollenverständnis unterworfen. Etwa ein weiteres Drittel ist Traditional organisiert. Hierbei übernimmt der Mann schon einige weitere der oben genannten Aufgaben. Der Großteil der Aufgaben bleibt jedoch im Herrschaftsbereich der Frau. In etwa der Hälfte der untersuchten Paare wird zu Beginn der Ehe eine partnerschaftliche Arbeitsteilung praktiziert, bei der die Aufgaben zu gleichen Teilen von den Ehepartnern durchgeführt werden. Die nicht-traditionale sowie die Stark nicht traditionale Form der Häuslichen Arbeitsteilung ist in der Untersuchung unbedeutend gering.

Wie weitere Analysen zeigen konnten, hat die Ressourcenkonstellation der Ehepartner im Verhandlungsprozess zur Verteilung von Hausarbeit keine große Bedeutung. Damit die Frau eine bessere Verhandlungsposition gegenüber ihren Gatten hat, muss sie eher noch einen Ressourcenüberschuss vorweisen können (Schulz/Blossfeld 2006: 39). Dies steht im direkten Gegensatz zu den Annahmen des Ressourcentheoretischen Ansatz. Treffend beschreiben diesen Punkt Schulz und Blossfeld mit dem Satz; „Ein Euro oder eine Arbeitsstunde scheint beim Vereinbaren von Arrangements bei der Frau weniger wert zu sein als beim Mann.“ (Schulz 2007). Interessant ist weiterhin, dass sich in Untersuchungen über den Zeitverlauf eine deutliche Tendenz zu stärkerer Traditionalisierung erkennen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der familialen Arbeitsteilung ein und formuliert das Ziel, den theoretischen und empirischen Status quo in Deutschland sowie im europäischen Vergleich zu beleuchten.

2. Innerfamiliale Arbeitsteilung und familiensoziologische Theoriebildung: Das Kapitel erläutert vier zentrale familiensoziologische Ansätze: die neue Haushaltsökonomie, den Zeitbudget-Ansatz, den ressourcentheoretischen Ansatz und den Geschlechtsrollenansatz.

3. Innerfamiliale Arbeitsteilung in Deutschland: Es wird die Ist-Situation in Deutschland analysiert, wobei Faktoren wie die Ehedauer, die konkrete Aufgabenteilung und der Einfluss von Kindern auf die häusliche Rollenverteilung untersucht werden.

4. Innerfamiliale Arbeitsteilung im europäischen Vergleich: Dieses Kapitel stellt Deutschland in einen innereuropäischen Vergleich, wobei insbesondere Dänemark als liberales und Spanien als konservatives Extrembeispiel herangezogen werden.

5. Ergebnisdiskussion und Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird festgestellt, dass sich das traditionale Modell in Deutschland trotz gesellschaftlichen Wandels hartnäckig hält und die theoretischen Erklärungsansätze das empirische Bild nur teilweise erfassen können.

Schlüsselwörter

Familiale Arbeitsteilung, Familiensoziologie, Deutschland, Haushaltsökonomie, Zeitbudget-Ansatz, Ressourcentheorie, Geschlechtsrollen, Ehedauer, Hausarbeit, Europa-Vergleich, Dänemark, Spanien, Erwerbstätigkeit, Rollenmuster, Sozialisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Aufgaben innerhalb von Familien aufgeteilt werden und warum das traditionelle Modell der Arbeitsteilung in Deutschland trotz weitreichender gesellschaftlicher Veränderungen so stabil bleibt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die familiensoziologische Theoriebildung, den Einfluss der Ehedauer auf die Rollenverteilung sowie einen internationalen Vergleich der familialen Arbeitsteilung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit sich die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau durch Bildung und Erwerbsarbeit gewandelt hat und warum empirische Daten eine Stagnation oder Rückkehr zum traditionalen Modell nahelegen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender familiensoziologischer Theorien sowie auf die Sekundäranalyse empirischer Daten, unter anderem aus dem Bamberger Ehepaar-Panel und dem Eurobarometer.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Ansätze zur Erklärung der Arbeitsteilung, untersucht deutsche Paarkonstellationen im Zeitverlauf und vergleicht diese mit Daten aus Dänemark und Spanien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie familiale Arbeitsteilung, Haushaltsökonomie, Geschlechtsrollenansatz und den europäischen Vergleich in der Familiensoziologie geprägt.

Welche Rolle spielt die Ehedauer laut der Untersuchung?

Interessanterweise zeigt die Arbeit, dass mit zunehmender Ehedauer die Wahrscheinlichkeit für ein traditionales Rollenmodell signifikant ansteigt, selbst wenn Paare zu Beginn ihrer Ehe eine egalitäre Aufteilung anstrebten.

Wie schneidet Deutschland im europäischen Vergleich ab?

Deutschland bildet im untersuchten Vergleich zusammen mit Spanien und Portugal eher das Schlusslicht in Bezug auf eine partnerschaftliche Aufteilung von Hausarbeiten, während Länder wie Dänemark eine deutlichere Entwicklung zu egalitären Modellen zeigen.

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Details

Title
Wandel von Partnerschaft und Familie
College
University of Leipzig  (Institut für Soziologie)
Course
Wandel von Partnerschaft und Familie
Grade
2,0
Author
Dipl.-Soz. Sven Zimmermann (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V156049
ISBN (eBook)
9783640689552
ISBN (Book)
9783640689415
Language
German
Tags
Familiensoziologie Arbeitsteilung Partnerschaft Familie Ökonomische Theorie der Familie Zeitbudget Ressourcentheoretischer Ansatz Geschlechtsrollenansatz Innerfamiliale Arbeitsteilung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Soz. Sven Zimmermann (Author), 2008, Wandel von Partnerschaft und Familie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156049
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