Globalisierung - Gefahr oder Chance?


Seminararbeit, 2010

21 Seiten, Note: 1,7

Luisa Klaus (Autor:in)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Globalisierung?
2.1 Wirtschaftliche Dimension
2.2 Kulturelle Dimension
2.3 Ökologische Dimension
2.4 Politische Dimension

3. Gefahren und Chancen der Globalisierung
3.1 Gefahren der Globalisierung
3.1.2.1 Globalisierungsdruck am Beispiel Deutschland
3.1.2 Ungleichgewicht
3.1.3 Umweltschäden
3.1.4 Globalisierung vs. Regionalisierung
3.1.5 Protektionismus
3.2 Chancen der Globalisierung
3.2.1 Weltweiter Kulturaustausch - Homogenisierung oder Einheit durch Vielfalt?
3.2.2 Wissenschaftliche Zusammenarbeit und Studierendenmobilität
3.2.3 Chancen für die Dritte Welt

4. Globale Demokratisierung

5. Fazit

Anhang

1. Einleitung

In den letzten Jahren ist der Begriff Globalisierung zum Schlagwort geworden. Wir leben ganz selbstverständlich damit, so ist doch der Besuch bei McDonalds’s oder Burger King in der eigenen Stadt nicht mehr wegzudenken. Das Wort "Globalisierung" begegnet uns nun beinahe täglich als Argument, als Argument allerdings für alles Mögliche: Für radikale Bildungsreformen, für Englisch lernen schon im Kindergarten, aber auch für den Abbau von Arbeitsplätzen, für die Lockerung von ethischen Standards, zum Beispiel in der Gentechnik, für die Verlagerung von Firmensitzen, für den Zusammenschluss von Unternehmen - und schließlich als Grund dafür, dass es das ganze Jahr über Erdbeeren gibt.[1]

Der Prozess der Globalisierung kennt sowohl Befürworter als auch Kritiker, und wird, je nach dem, welchen Standpunkt man bezieht, unterschiedlich wahrgenommen. Es gibt viele bekannte Ökonomen, wie z.B. Professor Jagdish Bhagwati, Autor des Buches „In Defense of Globalization“, die in der Globalisierung den Schlüssel für die künftige positive Entwicklung der Weltwirtschaft sehen. Auch Institutionen, wie die Europäische Kommission, befürworten den Prozess. Andere, wie das US-amerikanische Economic Policy Institute, glauben, dass die Ungleichheit innerhalb der Länder und zwischen den Ländern zunimmt, die Beschäftigung und der Lebensstandard bedroht sind und der soziale Fortschritt gehemmt wird.[2]

Andere Kritikpunkte sind Umweltprobleme, Arbeitsbedingungen und Menschenrechte.

Hierbei werden die Folgen für Entwicklungs- und Industrieländer unterschiedlich beurteilt. Globalisierungsbefürworter sagen, dass die ärmeren Länder in Zukunft mehr von der Globalisierung profitieren als die reichen Länder, denn die Tendenz geht immer mehr zum Outsourcing von Produktionen in Niedriglohnländer. Dadurch könnte sich die Beschäftigungsrate verbessern. Kritiker hingegen sind überzeugt, dass die Schere zwischen Arm und Reich durch die Globalisierung nur noch vergrößert wird, da die Entwicklungsländer noch abhängiger von großen Unternehmen und Institutionen seien und sich kaum selbst entwickeln können. Die reichen Länder hingegen haben dadurch noch mehr Chancen, um ihren ohnehin schon größeren Wohlstand zu vergrößern.

In dieser Hausarbeit werden die Chancen und die Gefahren, die die Globalisierung mit sich bringt, erörtert. Zunächst erfolgt eine Begriffsdefinition der Globalisierung, wobei deren Auswirkungen auf die Wirtschaft, das Zusammenleben, die Umwelt und die Politik genauer beleuchtet werden. Daraufhin werden die Gefahren und Chancen der Globalisierung erläutert. Hierbei wird zwischen Industrie- und Entwicklungsländern unterschieden. Am Ende wird ein Fazit entstehen, in dem die unterschiedlichen Standpunkte zusammengefasst und gegeneinander abgewogen werden.

2. Was ist Globalisierung?

Die Barbie – wahrscheinlich auch dieses Jahr auf tausenden Wunschzetteln zu Weihnachten zu finden. Weltweit hat Barbie über 800 Millionen Schwestern. Wenn man ihre Herkunft genauer betrachtet, dient sie als echtes Lehrstück zur Globalisierung. Nachdem sie in kalifornischen Designstudios entworfen wird, wird sie in Asien hergestellt. Das Plastik für die Produktion stammt aus Taiwan und die Haare kommen aus Japan. Nachdem die Puppe in China in ihre hippen Kleider gehüllt wurde, wird sie in aufwändig hergestellte Verpackungen aus den USA zum Verschicken in alle Welt bereit gestellt. Ein ständig wachsendes weltweites Transportnetzwerk macht es möglich.[3]

Das Beispiel des Kinderspielzeugs zeigt viele Dimensionen der Globalisierung auf, die im Weiteren detailliert dargestellt werden.

2.1 Wirtschaftliche Dimension

Oft wird Globalisierung als wirtschaftliches Phänomen aufgefasst. Hierbei wird Bezug genommen auf die steigende Integration der Volkswirtschaften auf der ganzen Welt, infolge deren der weltumspannende Handel immer mehr zusammenwächst.

Das Beispiel der Barbiepuppe zeigt außerdem die weltweite Arbeitsteilung: während die konzeptionelle Arbeit und die Vermarktung des Produktes in den USA statt findet, werden arbeitsintensive Vorgänge bei der Herstellung ausgelagert in so genannte Niedriglohnländer. Man könnte argumentieren, dass durch die globalen Herstellungs- und Vertriebsstrukturen und den damit verbundene logistische Aufwand Mehrkosten für den Konzern entstehen, jedoch werden diese durch die niedrigeren Personalkosten wieder aufgefangen. Hierzu zählen nicht nur geringere Löhne, sondern auch Einsparungen bei Sozialleistungen, Steuern und Betriebskosten.

Der Barbiepuppenhersteller Matell© ist ein typischer Global Player. 1945 gegründet von Harold Matson und Elliot Handler in einer Garage, fanden die zwei Amerikaner schnell heraus, dass die Herstellung von Puppenkleidern sehr erfolgreich war. Im Jahre 1959 erschien die erste Barbie-Puppe. 1966 wurde die erste europäische Niederlassung in Deutschland gegründet, mit dem Ziel, den europäischen Markt zu erschließen. Mittlerweile hat der Konzern Vertretungen in 43 Ländern.[4]

Außerdem verkörpert Matell © den Trend zu multinationalen Unternehmen. Während es in 1980 17 000 multinationale Unternehmen gab, sind es in 2004 insgesamt 70 000 mit 690 000 Tochterunternehmen. Die Anzahl der Unternehmen wird auch durch Fusionen gesteigert. 1990 gab es weltweit 9 000 Fusionen, im Vergleich dazu 1999 25 000. Auch die Zahl der grenzüberschreitenden Fusionen ist gestiegen, im gleichen Zeitraum von 2 500 auf 7 125. In den Jahren danach ging die Anzahl der Fusionen leicht zurück.[5]

Multinationale Unternehmen als Arbeitgeber und als Investitionsmagnet haben eine außerordentliche wirtschaftliche aber auch politische Macht. Sie können als Triebfeder der Globalisierung angesehen werden, denn sie haben technische und finanzielle Ressourcen und ihr Anteil am Welthandel ist sehr groß.

Insgesamt hat der Abbau von Regulierungen im Wirtschafts- und Finanzbereich dazu geführt, dass große Kapitalströme fließen und multinationale Unternehmen leichter expandieren können. Aber es ist immer noch so, dass 20% der Waren international gehandelt werden und 30% der Weltbevölkerung in diesen Handel integriert sind. In den 90er Jahren konzentrierte sich der Handel somit auf die Triade – Nordamerika, Europa, Japan.[6]

2.2 Kulturelle Dimension

Neben den wirtschaftlichen hat die Globalisierung auch kulturelle Auswirkungen. Oft spricht man von einer Verwestlichung der Welt, einige Kritiker sprechen von der „McDonaldarisierung“. Auch hier ist Barbie ein Beispiel, denn mit ihr kommen US-amerikanische kulturelle Werte in die Kinderzimmer der Welt, schlanke Figur, lange Beine, wallendes blondes Haar. Außerdem bringt der Hersteller Matell© stets die neuesten amerikanischen Modetrends in Miniaturformat für die Puppe auf den Markt.

Diese Verwestlichung der Gesellschaft stößt auf weltweite Kritik, oftmals spricht man von einer Homogenisierung der Kultur, wobei die landeseigene Kultur und die regionale Vielfalt verloren gehen. Ein Grund für die Homogenisierung ist die Standardisierung der Produktpalette, durch die Global Player, wie Matell © einen weltweiten Markt erobern. Mit dem Produkt kommen gleichzeitig die Werte beim Konsumenten an.

Auch Touristen aus westlichen Ländern bringen Symbole modernen Lebens in andere Kulturen.

Die Unterhaltungsindustrie aus Hollywood fördert durch Film- und Fernsehproduktionen weltweit die gleichen Ideen und den gleichen Lebensstil. Die Vereinheitlichung der Ideen führt langfristig zur Integration westlicher Werte und Kulturen in andere Kulturkreise.[7] Doch nicht nur Werte werden vermittelt, auch leben Menschen unterschiedlicher Kulturkreise oft in einer gemeinsamen Kultur zusammen. So steigt zum Beispiel die Zahl der Partnerschaften, bei denen die Partner nicht der gleichen Kultur angehören.

Weltweit gibt es heute mehr als 200 Millionen Migranten. Der größte Anteil der Migranten lebt in Europa, wo im Jahr 2005 knapp 70,6 Millionen Menschen fern ihrer Heimat lebten. Die meisten Staaten fungieren dabei gleichzeitig als Herkunfts-, Transit- und Zielland von Migranten.[8]

Durch die Relativierung der Kulturen droht ein Identitätsverlust. Auf der ganzen Welt vollzieht sich ein Modernisierungsprozess mit dem gemeinsame Wertvorstellungen einher gehen. Viele Kritiker haben große Angst davor, dass die Kulturenvielfalt auf der Welt durch die Globalisierung verloren geht.[9]

[...]


[1] http://www.zeit.de/reden/weltpolitik/200220_rau_globalisierung

[2] www.boeckler.de/pdf/wsimit_2006-12-editorial.pdf

[3] Peter E. Fäßler: Globalisierung: Ein historisches Kompendium, Köln 2007, S. 11

[4] Peter E. Fäßler: Globalisierung: Ein historisches Kompendium, Köln 2007, S. 13

[5] http://www1.bpb.de/wissen/3MGD0S,0,0,Anzahl_Multinationaler_Unternehmen.html

[6] Woyke: Handwörterbuch Internationale Politik, Opladen 1998, S. 111

[7] Karl Heinz Kohl: Die andere Seite der Globalisierung, Frankfurter Allgemeine Zeitung

[8] World Migration Report 2008, http://www.iom.org.ph/imagelibrary-output/WMRpresskit/WMR2008.pdf

[9] Ulrich Beck: Was ist Globalisierung?, Frankfurt am Main, 1999, S. 8

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Globalisierung - Gefahr oder Chance?
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V156063
ISBN (eBook)
9783640696376
ISBN (Buch)
9783640696109
Dateigröße
575 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um eine Seminararbeit für das Seminar International Trade, welches ich in meinem Auslandssemester absolviert habe. Das Seminar fand auf Deutsch statt.
Schlagworte
Globalisierung, Gefahr, Chance
Arbeit zitieren
Luisa Klaus (Autor:in), 2010, Globalisierung - Gefahr oder Chance?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156063

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