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Das Terrorismus Argument - Folgen und regionale Nachwirkungen des 11. Septembers im Nahen und Mittleren Osten

Title: Das Terrorismus Argument - Folgen und regionale Nachwirkungen des 11. Septembers im Nahen und Mittleren Osten

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 18 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Götz Kolle (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Summary Excerpt Details

In der Arbeit wird dargestellt, daß:

1. "Terrorismus" ein sehr breiter, ambivalenter und damit unklarer Begriff ist
2. Nach dem 11. September eine verschiedenartige Interpretation und Zuschreibung von "Terrorismus" erfolgte (am Beispiel der USA, Israels und arabischen Regimen).
3. Damit höchst unterschiedliche politische Interessen und Maßnahmen legitimiert werden konnten.

Drei Konflikte prägen die politische Situation im Nahen und Mittleren Osten heute in besonderem Maße:

1. Der Konflikt zwischen dem Irak und den USA (und ihren Unterstützern).
2. Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern
3. Der Konflikt zwischen Regimen arabischer Staaten und ihrer nationalen islamistischen Opposition.

Alle drei Konfliktlinien sind nicht neu. Aber in allen Fällen wurden die Auseinandersetzungen nach dem 11. September zwischen den Konfliktparteien verschärft. Interessanter Weise beruft sich jeweils eine der Konfliktparteien auf den "Kampf gegen den Terror".

Die USA, Israel und auch die Regime arabischer Staaten wie Ägypten, Jemen oder Algerien kämpfen gegen den Terrorismus in der Region, aber alle bekämpften andere Terroristen. Israel zieht vor allem gegen die Hamas und die Hisbolla in den Kampf, Ägypten gegen Al Jihad; Jemens Regierung macht Front gegen die Islah-Partei, der Iran ruft zur Opposition gegen den "israelischen Staatsterror" auf und selbst die USA nutzen Ihre gesamten Kräfte, um nach dem Kampf gegen die Taliban gegen ein Regime, den Irak, vorzugehen.

Ist das die neue Politik nach dem 11. September? Oder werden hier nur alte Rechnungen unter neuem Vorwand beglichen?

Die hier dargelegte These geht davon aus, daß die wesentlichen politischen Ziele und Interessenlagen, die nach dem 11. September mit dem Schlagwort "Terrorismusbekämpfung" begründet wurden, bereits vor den verheerenden Anschlägen erwägt und von mindestens einem Teil der Administration der einzelnen Staaten bereits unterstützt wurden. Erst aber die Anschläge auf New York und Washington, vor allem aber die darauf erfolgte Ausrufung des "Krieges gegen den Terror" haben eine breite, international akzeptierte Legitimationsgrundlage geschaffen und damit die konsequente und oft militärische Durchsetzung dieser (alten) Interessen ermöglicht.

Die Hinterfragung des Terrorismusarguments soll letztlich dazu dienen den Schleier der öffentlichen Argumentation zu lüften und den Blick auf reale Interessenlagen freizugeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Probleme bei der Definition von "Terrorismus"

1.1 Definitionsmerkmale des Phänomens "Terrorismus"

1.2 Die Vielfalt des Terrorbegriffs

2. Der Kampf gegen ein Regime- die Vereinigten Staaten von Amerika

2.1 Die Anti-Terrordokrin

2.2 Eine neue "allgemeine" Feinddefinition

2.3 Der Irak als terroristische Bedrohung

3. Der Kampf gegen nationalistische Bewegungen - Israel

4. Der Kampf gegen die Opposition - Die arabischen Staaten

4.1 Undemokratische Menschenrechtsverletzungen vor 2001

4.2 Anti-Terrorkampf nach dem 11. September

5. Resümee

5.1 Keine gemeinsame Definition von "Terrorismus"

5.2 Instrumentale Verallgemeinerung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, wie das Schlagwort "Terrorismusbekämpfung" nach den Anschlägen vom 11. September instrumentalisiert wurde, um bereits bestehende politische Interessen und militärische Ziele einzelner Staaten im Nahen und Mittleren Osten zu legitimieren.

  • Analyse des ambivalenten Terrorismusbegriffs als politischer Kampfbegriff.
  • Untersuchung der US-Außenpolitik und der Bush-Doktrin gegenüber dem Irak.
  • Bewertung der israelischen Strategie gegenüber palästinensischen Gruppen.
  • Analyse der Maßnahmen autoritärer arabischer Regime zur Unterdrückung nationaler Opposition.
  • Aufdeckung der Diskrepanz zwischen öffentlicher Argumentation und realen Machtinteressen.

Auszug aus dem Buch

1.1 Definitionsmerkmale des Phänomens "Terrorismus"

Unter "Terrorismus" wird gemeinhin eine spezifische Form von politischer Gewalt bzw. deren Androhung gegen Sachen oder Menschen verstanden. Spezifisch an terroristischen Handlungen ist, daß die ausgeübte Gewalt nicht nur als illegal, sondern auch als politisch und moralisch illegitim verurteilt wird. Letztendlich fließt also immer ein ethisches Kriterium in die Ächtung eines Gewaltaktes als "terroristisch" mit ein. Sie ist damit zwangsläufig vom eigenen moralischen Standpunkt abhängig. Hinzu kommt, daß Terrorismus als rationales, geplantes und systematisches (politisches) Handeln in der Form von Gewalttaten und nicht als spontaner oder willkürlicher Akt verstanden wird. Das Verhalten von Regierungen, Gesellschaften oder einzelner sozialer Gruppen soll damit verändert oder beeinflußt werden. Terroristen geht es dabei um den Effekt, den ihre Taten auf den Willen, das Denken und die Psyche des Gegners auslösen. Sie suchen das bestehende Herrschaftssystem und den Glauben an die Regierung zu unterminieren und die Gesellschaft durch die Verbreitung von Angst und Schrecken einzuschüchtern.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umreißt die zentralen Konfliktlinien im Nahen Osten und stellt die These auf, dass der "Krieg gegen den Terror" als Legitimationsgrundlage für vorbestehende Interessen dient.

1. Probleme bei der Definition von "Terrorismus": Erläutert, warum "Terrorismus" aufgrund seiner negativen Konnotation als politischer Kampfbegriff fungiert und sich einer wissenschaftlich eindeutigen Definition entzieht.

2. Der Kampf gegen ein Regime- die Vereinigten Staaten von Amerika: Analysiert den Wandel der US-Doktrin hin zu präventiven Militärschlägen und die Kategorisierung des Irak als terroristische Bedrohung zur Durchsetzung hegemonialer Ziele.

3. Der Kampf gegen nationalistische Bewegungen - Israel: Beschreibt, wie Israel den internationalen Antiterrorkampf nutzt, um militärisches Vorgehen gegen palästinensische Gruppen und Arafat innen- und außenpolitisch zu rechtfertigen.

4. Der Kampf gegen die Opposition - Die arabischen Staaten: Untersucht, wie autoritäre Regime den globalen Fokus auf Sicherheit nutzen, um ihre eigene nationale Opposition als Teil internationaler Terrornetzwerke zu diskreditieren.

5. Resümee: Führt aus, dass die fehlende globale Einigung über den Terrorbegriff eine instrumentelle Verallgemeinerung ermöglicht, die reale politische Konflikte unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung fortführt.

Schlüsselwörter

Terrorismus, Terrorismusbekämpfung, Naher Osten, Bush-Doktrin, Al-Qaida, Regimesturz, Irak, Palästina, Israel, Islamismus, politische Gewalt, Instrumentalisierung, Außenpolitik, Legitimationsgrundlage, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie der Begriff "Terrorismus" nach dem 11. September 2001 gezielt instrumentalisiert wurde, um bereits existierende politische Ziele und Machtinteressen von Staaten wie den USA, Israel und verschiedenen arabischen Regimen zu rechtfertigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Problematik der Terrorismus-Definition, die US-Außenpolitik, die israelische Nahost-Strategie sowie das Vorgehen autoritärer arabischer Staaten gegen ihre jeweiligen Oppositionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, ob die nach dem 11. September ausgerufene "Terrorismusbekämpfung" eine neue Politik darstellt oder lediglich dazu dient, alte politische Rechnungen und Interessen unter einem neuen Vorwand militärisch durchzusetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche Diskursanalyse, um offizielle Regierungsargumentationen zu hinterfragen und mit den realen politischen Interessenlagen der Akteure in der Region abzugleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden spezifische Fallbeispiele (USA/Irak, Israel/Palästina sowie arabische Regime/interne Opposition) detailliert analysiert, um die unterschiedlichen Auslegungen des Terrorismusbegriffs aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Terrorismus, Instrumentalisierung, Bush-Doktrin, Machtinteressen, nationale Opposition und politische Legitimation.

Wie bewertet der Autor den Begriff "Terrorismus"?

Der Autor stuft den Begriff als äußerst komplex, ambivalent und als ein "politisches Kampfinstrument" ein, das primär dazu dient, Feinde zu brandmarken und eigene Gewaltanwendungen zu legitimieren.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Zukunft?

Das Fazit betont, dass eine rein militärische Bekämpfung von Symptomen die Konflikte weiter destabilisiert und die Notwendigkeit besteht, die tieferliegenden, unterschiedlichen Ursachen von Gewalt und Unrecht differenziert zu betrachten.

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Details

Title
Das Terrorismus Argument - Folgen und regionale Nachwirkungen des 11. Septembers im Nahen und Mittleren Osten
College
Humboldt-University of Berlin  (Sozialwissenschaften)
Course
Hauptseminar: Konflikt und Kooperation im Nahen und Mittleren Osten
Grade
sehr gut
Author
Götz Kolle (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V15610
ISBN (eBook)
9783638206723
ISBN (Book)
9783638796613
Language
German
Tags
Terrorismus Argument Folgen Nachwirkungen Septembers Nahen Mittleren Osten Hauptseminar Konflikt Kooperation Nahen Mittleren Osten Terror Terroristen 11.September 11.09.2001 war against terror Naher Osten Israel USA arabische Staaten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Götz Kolle (Author), 2003, Das Terrorismus Argument - Folgen und regionale Nachwirkungen des 11. Septembers im Nahen und Mittleren Osten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15610
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