Diese Hausarbeit untersucht die Wirkung von expliziter und impliziter Verständnissicherung im Unterricht. Der Fokus liegt auf Feedbackmechanismen und deren Einfluss auf das Unterrichtsgespräch. Basierend auf linguistischen Theorien und Unterrichtstranskripten analysiert die Arbeit, ob implizites Feedback das Verstehen der Schüler effektiver fördert als explizites Feedback. Die Ergebnisse bieten praxisnahe Erkenntnisse für Lehrkräfte zur Optimierung der Unterrichtskommunikation und Verständnissicherung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Verständnissicherung
3 Verständnissignale – Das Feedback
4 Daten und Fragestellung
5 Praktische Anwendung im Unterricht
5.1 Unterricht zum Thema Kafka
5.1.1 Implizites Feedback
5.1.2 Explizites Feeback
5.2 Weitere Ergebnisse
6 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Wirkung von expliziter und impliziter Verständnissicherung (Feedback) im Unterrichtsgespräch. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Lehrkräfte Feedback einsetzen, um Verstehen zu dokumentieren und den Unterrichtsverlauf zu steuern, wobei die Hypothese geprüft wird, ob implizites Feedback eine förderlichere Rolle einnimmt als explizites Feedback.
- Grundlagen der Gesprächslinguistik und Verständnisprozesse
- Kategorisierung von implizitem und explizitem Feedback
- Analyse von Unterrichtstranskripten (DGD2-Korpus)
- Untersuchung der Funktionen von Feedback (Kontaktsignal vs. Hervorhebung)
- Vergleich der Feedback-Effekte auf den Unterrichtsfluss
Auszug aus dem Buch
3 Verständnissignale – Das Feedback
Feedback zeigt Verstehen an. Sacks et all prägte 1974 dabei den Begriff ‚Next-Turn-Proof-Procedure‘. Demzufolge soll die Folgeäußerung das vorher Gesagte interpretieren und ein Verstehen bzw. Missverstehen anzeigen. Wenn z.B. ein Gespräch wie folgt abläuft,
(1) A: setz Dich.
B: oh, nein danke.
A: das ist ein Befehl.
zeigt das Feedback von B, dass der Satz von A als Einladung verstanden wurde, was ein Nichtverstehen anzeigt. Daraufhin präzisiert bzw. korrigiert A in seiner Äußerung das vorher Gesagte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Sprachforschung und die Bedeutung des Unterrichtsgesprächs ein, wobei die zentrale Forschungsthese zur Wirkung von implizitem gegenüber explizitem Feedback motiviert wird.
2 Verständnissicherung: Das Kapitel verortet das Unterrichtsgespräch innerhalb des konzeptionellen Kontinuums der gesprochenen Sprache und diskutiert theoretische Ansätze zur Verstehensdokumentation in der sozialen Interaktion.
3 Verständnissignale – Das Feedback: Es wird definiert, wie Feedback als konstitutives Element für das Gelingen von Gesprächen fungiert und welche theoretischen Unterscheidungen zwischen der expliziten und impliziten Manifestation von Verstehen bestehen.
4 Daten und Fragestellung: Die methodische Vorgehensweise zur Untersuchung des Lehrer-Schüler-Feedbacks wird erläutert, basierend auf der Analyse von drei ausgewählten Unterrichtstranskripten des DGD2-Korpus.
5 Praktische Anwendung im Unterricht: Dieser Hauptteil präsentiert die konkrete Untersuchung der Transkripte, kategorisiert die Feedbackarten in Gruppen und analysiert deren Funktion im Unterrichtsgeschehen.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Ergebnisse ab, die verdeutlicht, dass beide Feedbackformen essenzielle, jedoch kontextabhängige Funktionen im Unterricht erfüllen.
Schlüsselwörter
Verständnissicherung, Unterrichtsgespräch, Feedback, implizites Feedback, explizites Feedback, Gesprächslinguistik, Verstehensdokumentation, Kontaktsignal, Lehrer-Schüler-Interaktion, Diskursanalyse, Prozessualität, Verstehensmarker, Unterrichtsphasen, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Feedback-Prozessen innerhalb des Unterrichtsgesprächs zwischen Lehrkraft und Schülern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Das Spektrum umfasst die Gesprächslinguistik, die Theorie der Verständnissicherung und die empirische Differenzierung von Rückmeldungen in unterrichtlichen Interaktionen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Frage ist, welche spezifische Wirkung implizites sowie explizites Feedback auf den Verlauf und die Struktur von Unterrichtsgesprächen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine korpusbasierte Analyse von drei Unterrichtstranskripten des DGD2-Korpus durchgeführt, wobei die Äußerungen der Lehrkräfte in spezifische Feedback-Kategorien eingeteilt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Anwendung der Kategorien auf Transkriptbeispiele, um Funktionen wie die Sicherung des Redeerfolgs oder die inhaltliche Fokussierung durch die Lehrkraft darzustellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Verständnissicherung, implizites sowie explizites Feedback, Gesprächslinguistik und Diskursanalyse.
Wie unterscheidet sich implizites Feedback in seiner Funktion von explizitem?
Implizites Feedback dient primär als Kontaktsignal, um den Gesprächsfluss aufrechtzuerhalten, während explizites Feedback stärker auf die inhaltliche Hervorhebung und Steuerung von Themenwechseln abzielt.
Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor hinsichtlich der Hypothese?
Der Autor stellt fest, dass implizites Feedback zwar quantitativ häufiger vorkommt, jedoch beide Formen eigene notwendige Funktionen erfüllen, womit die ursprüngliche Annahme der ausschließlichen Überlegenheit des impliziten Feedbacks relativiert wird.
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- Anonym (Author), 2024, Über die Wirkung von expliziter und impliziter Verständnissicherung im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1561258