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Darstellung der Minne "Mauricius von Craûn"

Title: Darstellung der Minne "Mauricius von Craûn"

Term Paper , 2020 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Karin Frank (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die Erzählung "Mauricius von Craûn" schildert die unermüdlichen Bemühungen eines Ritters um eine verheiratete Dame. Der Ritter namens Mauricius verrichtet den Minnedienst mit großer "stæte", findet jedoch kein Gehör. Erst durch eine direkte Konfrontation der Dame mit seinen Gefühlen entsteht zwischen den beiden Protagonisten ein Minnevertrag, den der Ritter erfüllt, um seinen "lône" zu erhalten.
Diese Arbeit wird sich auf Grund der divergierenden Meinungen dem Thema "minne" in diesem Werk zuwenden. Den Kern hierbei bildet die Beschäftigung mit den beiden Protagonisten – Mauricius von Craûn und der Gräfin von Beaumont. Zum einen wird die Einstellung des männlichen Hauptakteurs zur minne untersucht und zum anderen die Absichten der Gräfin beleuchtet. Wandeln sich die Zielrichtungen von Mauricius und der Gräfin während der Erzählung? Wird hier Hohe Minne betrieben oder zeichnet der Autor des Textes eine mit Ironie gewürzte Parodie? Oder übt der unbekannte Autor Kritik am höfischen Minnekonzept?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept der höfischen Minne

3. Analyse der Minnedarstellung an ausgewählten Episoden

3.1 Minneklage des Mauricius von Craûn

3.2 Der Minnevertrag

3.3 Die Episode im Baumgarten

3.4 Die Episode in der Ehekemenate

4. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Darstellung der Minne in der mittelalterlichen Erzählung "Mauricius von Craûn" unter besonderer Berücksichtigung der Interaktion zwischen den Protagonisten Mauricius und der Gräfin von Beaumont. Ziel der Analyse ist es zu ergründen, ob das Werk die Ideale der Hohen Minne vertritt oder als ironische Parodie auf das höfische Minnekonzept zu verstehen ist.

  • Analyse des Wandels der Minnekonzeption im Verlauf der Erzählung.
  • Untersuchung der Einstellung beider Protagonisten zum Prinzip von Dienst und Lohn.
  • Kritische Beleuchtung der höfischen Ideale und deren Brechung durch komische bzw. absurde Elemente.
  • Interpretation der Rollenumkehr in der abschließenden Szene der Ehekemenate.

Auszug aus dem Buch

3.1 Minneklage des Mauricius von Craûn

In der Hinführung zur Minneklage und dem Monolog werden charakteristische Zentralwörter, wie „sȋn freude“ (V 423), „arbeit“ (V 425), „leit“ (V 426), „kumber lȋden“ (V 441), „sô sêre geharmschart“ (V 454) verwendet. Diese weisen auf die tiefe Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit des Ritters hin. Diese Emotionen spiegeln typische Merkmale des Hohen Minnesangs wieder. Der liebeskranke Mann leidet. Mauricius nimmt eine Bestandsaufnahme vor, indem er das Für und Wider seiner bisherigen Bemühungen um die Dame gegeneinander abwägt und gerät darüber in zwivel. Während er zuvor noch Freude empfunden hat, verliert er nun jede positive Perspektive – „des mag ich nimmer werden frô“ (V 433). Sogar der Tod scheint ihm vorzuziehen zu sein (V 468). Zwar erkennt der Ritter, dass seine Anstrengungen ihm „lop braht“ haben, allerdings ist es die Gesellschaft, die ihm Anerkennung zollt, auch wenn er meint: „sus lônet mir diu frouwe mȋn. waz lône möhte bezzer sȋn?“ (V 439-440). Bis hierhin könnte von Hoher Minne gesprochen werden, denn bisher war Mauricius zufrieden, seinen Dienst zu tun, ohne direkten Lohn zu erhalten. Auch das in der Minneklage beschriebene Verhalten der Minnedame – der Gräfin von Beamunt – entspricht den Vorstellungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Erzählung ein, erläutert die handschriftliche Überlieferung und stellt die kontroversen Forschungsmeinungen zur Gattungszugehörigkeit sowie zur Interpretation des Werkes vor.

2. Das Konzept der höfischen Minne: Hier wird der theoretische Rahmen definiert, indem der Begriff "Minne" und die zentralen Elemente der Hohen Minne sowie das gesellschaftliche Prinzip von Dienst und Lohn erläutert werden.

3. Analyse der Minnedarstellung an ausgewählten Episoden: Dieses Hauptkapitel untersucht chronologisch die Minneklage, den Minnevertrag, die Baumgartenepisode sowie die Ehekemenate, um die Entwicklung der Figuren und deren Minneverständnis aufzuzeigen.

4. Resümee: Das Abschlusskapitel wertet die Analyseergebnisse aus und bilanziert, dass die Erzählung das Ideal der Hohen Minne durch das gesellschaftliche Prinzip von Dienst und Lohn ersetzt und in Richtung Parodie tendiert.

Schlüsselwörter

Mauricius von Craûn, Minne, Hohe Minne, Dienst und Lohn, höfische Gesellschaft, Minneklage, Minnevertrag, Parodie, Ambraser Heldenbuch, Mittelalter, Gräfin von Beaumont, Literaturwissenschaft, Ehekemenate, Ritterethos, Mittelhochdeutsch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Werk "Mauricius von Craûn" unter dem speziellen Fokus, wie dort das Konzept der höfischen Minne dargestellt und möglicherweise kritisiert oder parodiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das höfische Minnekonzept, das Verhältnis von Dienst und Lohn, die Entwicklung der beiden Protagonisten Mauricius und der Gräfin sowie die Frage nach der Gattungseinordnung und dem ironischen Charakter des Textes.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Arbeit?

Primäres Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Einstellung der Protagonisten zur Minne während der Erzählung verändert und ob das Werk die Ideale der Hohen Minne ernsthaft widerspiegelt oder eine mit Ironie gewürzte Parodie darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen literaturwissenschaftlichen Ansatz, der auf textimmanenter Analyse (Close Reading) in Verbindung mit der Auswertung relevanter Forschungsliteratur zu mittelalterlichen Texten beruht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Schlüsselszenen: die Minneklage zu Beginn, der Minnevertrag, die Ereignisse im Baumgarten und die abschließende, grotesk wirkende Szene in der Ehekemenate.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben dem Werktitel sind "Minne", "Hohe Minne", "Dienst und Lohn", "Parodie" und "mittelalterliche Literatur" die prägenden Begriffe.

Warum wird die Szene in der Ehekemenate als besonders wichtig eingestuft?

Sie gilt als Kulminationspunkt der Erzählung, in dem die grotesken Vorkommnisse – wie der "ausgeschaltete" Ehemann und der Beischlaf – die Geschichte endgültig in den Bereich der Parodie rücken lassen.

Welche Rolle spielt das Prinzip von Dienst und Lohn für die Gräfin?

Die Gräfin versucht, das Dienst-Lohn-Verhältnis für sich auszunutzen, zeigt jedoch an keiner Stelle wirkliche Minne und instrumentalisiert ihre Versprechungen, was schließlich zu ihrem eigenen Gesichtsverlust führt.

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Details

Title
Darstellung der Minne "Mauricius von Craûn"
College
RWTH Aachen University  (Institut für Germanistische und Allgemeine Literaturwissenschaft der RWTH Aachen)
Course
Seminar
Grade
1,0
Author
Karin Frank (Author)
Publication Year
2020
Pages
16
Catalog Number
V1561321
ISBN (eBook)
9783389110898
ISBN (Book)
9783389110904
Language
German
Tags
Minne Mauricius von Craûn Konzept der höfischen Minne Ambraser Heldenbuch Analyse der Minnedarstellung lône stæte Zöllner Hans Ried
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karin Frank (Author), 2020, Darstellung der Minne "Mauricius von Craûn", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1561321
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