Der Unterrichtsentwurf enthält eine Diskussion über Geschichtsbewusstsein im Unterricht und berücksichtigt dabei u.a. die Position Pendels. Anschließend liegt der Fokus insbesondere auf der Erarbeitung der Nürnberger Rassegesetze im Unterricht, wobei der gängige didaktische Dreischritt als Grundlage dient.
Bei dem Begriff des „Geschichtsbewusstseins“ handelt es sich seit Ende der 1960er Jahre um eine zentrale Begrifflichkeit der Geschichtsdidaktik. Seitdem bemüht sich die Geschichtsdidaktik darum, dass sowohl außerhalb des Geschichtsunterrichts, z.B. bei außerschulischen Lernorten, als auch in diesem selbst ein vollständiges, multiperspektivisches Geschichtsbewusstsein vermittelt wird.
Je nach Theoretiker kann das Konzept hinter dem Begriff des Geschichtsbewusstseins etwas variieren. Sehr populär ist beispielsweise die Position Pandels. Er geht davon aus, dass das Geschichtsbewusstsein sieben Doppelkategorien beinhaltet. Diese kann man unterteilen in die, welche durch die soziale Gesellschaft vermittelt werden; Identitäts-/Politisches-/Ökonomisch-soziales-/ und Moralbewusstsein. Letztere erfordert, dass die Ereignisse vor dem Kontext der Zeit betrachtet werden müssen und nicht lediglich nach heutigem Ermessen als akzeptabel oder verwerflich markiert werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
GESCHICHTSBWUSSTSEIN IM UNTERRICHT
BEISPIELHAFTE UNTERRICHTSSTUNDE
SACHANALYSE
CURRICULARE LEGITIMIERUNG
DIDAKTISCH-METHODISCHER KOMMENTAR ZUR GRUNDLAGE DER STUNDE
VERLAUFSPLAN DER STUNDE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das komplexe Konzept des Geschichtsbewusstseins theoretisch zu erörtern und in eine konkrete, geschichtsdidaktisch fundierte Unterrichtsplanung zur Thematik der Nürnberger Rassegesetze zu überführen. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie durch die Analyse von Gesetzestexten und zeitgenössischem Propagandamaterial ein multiperspektivisches Geschichtsbewusstsein bei Lernenden gefördert werden kann, um historische Zusammenhänge kritisch zu durchdringen.
- Grundlagen des Geschichtsbewusstseins in der Didaktik
- Transformation historischer Urteilskompetenz in die Unterrichtspraxis
- Anwendung des Jeismann-Dreischritts auf Primär- und Sekundärquellen
- Konstruktives Arbeiten mit kontroversen Quellen im Geschichtskontext
- Förderung der Urteilsbildung im Umgang mit dem Nationalsozialismus
Auszug aus dem Buch
Geschichtsbewusstsein im Unterricht
Bei dem Begriff des „Geschichtsbewusstseins“ handelt es sich seit Ende der 1960er Jahre um eine zentrale Begrifflichkeit der Geschichtsdidaktik. Seitdem bemüht sich die Geschichtsdidaktik darum, dass sowohl außerhalb des Geschichtsunterrichts, z.B. bei außerschulischen Lernorten, als auch in diesem selbst ein vollständiges, multiperspektivisches Geschichtsbewusstsein vermittelt wird.
Je nach Theoretiker kann das Konzept hinter dem Begriff des Geschichtsbewusstseins etwas variieren. Sehr populär ist beispielsweise die Position Pandels. Er geht davon aus, dass das Geschichtsbewusstsein sieben Doppelkategorien beinhaltet. Diese kann man unterteilen in die, welche durch die soziale Gesellschaft vermittelt werden; Identitäts-/Politisches-/Ökonomisch-soziales-/ und Moralbewusstsein. Letztere erfordert, dass die Ereignisse vor dem Kontext der Zeit betrachtet werden müssen und nicht lediglich nach heutigem Ermessen als akzeptabel oder verwerflich markiert werden sollten.
Dazu kommen noch die Basiskategorien Zeitbewusstsein, Wirklichkeitsbewusstsein und Historizitätsbewusstsein. Diese Kategorien werden durch die eigene Lebensgeschichte geprägt, was dazu führt, dass es sich um eine individuelle, mentale Strukturierung handelt. Auch die Quantität der unterschiedlichen Stufen suggeriert die Vielzahl an Möglichkeiten ein individuelles Geschichtsbewusstsein auszuprägen.
Zusammenfassung der Kapitel
GESCHICHTSBWUSSTSEIN IM UNTERRICHT: Theoretische Herleitung des Begriffs des Geschichtsbewusstseins unter Einbezug relevanter didaktischer Positionen von Pandel und Jeismann.
BEISPIELHAFTE UNTERRICHTSSTUNDE: Überführung der Theorie in eine konkrete Unterrichtseinheit, die sich mit den Nürnberger Rassegesetzen befasst.
SACHANALYSE: Inhaltsanalyse der Nürnberger Gesetze hinsichtlich ihrer antisemitischen und ausgrenzenden Funktion im Nationalsozialismus.
CURRICULARE LEGITIMIERUNG: Einordnung der Unterrichtsstunde in den Lehrplan des Landes Nordrhein-Westfalen unter Berücksichtigung spezifischer Kompetenzerwartungen.
DIDAKTISCH-METHODISCHER KOMMENTAR ZUR GRUNDLAGE DER STUNDE: Reflexion der gewählten Methoden, insbesondere der Aktivierung der Lebensweltorientierung und der Anwendung des Jeismann-Dreischritts.
VERLAUFSPLAN DER STUNDE: Detaillierte Darstellung der zeitlichen und methodischen Strukturierung des Unterrichts inklusive der Erarbeitungsphasen und der Ergebnissicherung.
Schlüsselwörter
Geschichtsbewusstsein, Geschichtsdidaktik, Nürnberger Gesetze, Nationalsozialismus, Historische Urteilskompetenz, Sachanalyse, Multiperspektivität, Jeismann-Dreischritt, Historisches Lernen, Quellenarbeit, Antisemitismus, Unterrichtsplanung, Geschichtsunterricht, Radikalisierung, NS-Ideologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen und die praktische Vermittlung von Geschichtsbewusstsein im schulischen Kontext am Fallbeispiel des Nationalsozialismus.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der didaktischen Definition von Geschichtsbewusstsein stehen die Nürnberger Rassegesetze, die Sachanalyse historischer Quellen und die Förderung methodischer Kompetenzen im Vordergrund.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lernende durch die methodische Auseinandersetzung mit Gesetzestexten ein differenziertes historisches Bewusstsein entwickeln können.
Welche didaktische Methode findet Anwendung?
Die Arbeit basiert maßgeblich auf dem sogenannten „Dreischritt“ nach Karl-Ernst Jeismann, der die Dimensionen der Sachanalyse, des Sachurteils und des Werturteils verbindet.
Welche Aspekte umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Analyse der Nürnberger Gesetze sowie eine detaillierte konzeptionelle Planung einer Unterrichtseinheit inklusive Verlaufsplan.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit kennzeichnen?
Typische Begriffe sind Geschichtsbewusstsein, Multiperspektivität, historische Urteilskompetenz und NS-Rassepolitik.
Warum wurde Jeismanns Modell für diesen Unterricht gewählt?
Jeismanns Modell gilt als besonders praxistauglich, da es den Lernenden erlaubt, zwischen Faktenwissen und wertenden Urteilen zu unterscheiden, was bei nationalsozialistischer Ideologie essenziell ist.
Wie werden die Schülerinnen und Schüler bei dieser Thematik aktiviert?
Durch den Einsatz digitaler Tools wie Mentimeter oder Padlet sowie kooperative Lernformen wie Think-Pair-Share wird eine aktive, schülerzentrierte Auseinandersetzung gefördert.
Welche Rolle spielt der Gegenwartsbezug?
Der Gegenwartsbezug dient dazu, die Relevanz historischer Prozesse für heutige demokratische Strukturen zu demonstrieren und Handlungskompetenzen der Lernenden zu stärken.
Was ist das gewünschte Ergebnis der abschließenden Hausaufgabe?
Die Hausaufgabe soll durch eine Internetrecherche zur Existenz heutiger Gesetze das Bewusstsein für die historische Transformation und die Bedeutung der heutigen Rechtsordnung schärfen.
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- Anonym (Autor:in), 2024, Geschichtsbewusstsein im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1561323