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Die Französische Revolution und die Sprache

Title: Die Französische Revolution und die Sprache

Seminar Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Brehmer (Author)

French Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die Französische Revolution bezeichnet eine entscheidende Epoche der französischen
Geschichte. Doch brachte sie nicht nur auf politischer und sozialer Ebene entscheidende
Veränderungen. Auch für die Entwicklung der französischen Sprache bzw. der
Sprachwissenschaft hat sie eine entscheidende Rolle gespielt.
Es herrschen jedoch verschiedene Meinungen darüber, ob nach der Revolution (sowohl im
Hinblick auf das Sprachverhalten als auch auf das Französische selbst) wirklich alles anders
gewesen sei als vorher. Sicher scheint jedoch, dass die Sprache während der Revolution eine
andere war als jene davor.
In der Einleitung der „Histoire de la langue française“ von Ferdinand Brunot, in deren Tome
IX-XI er sich mit der Sprache im Zusammenhang mit der Revolutionsthematik beschäftigt
hat, heißt es: « En 1789, la langue française entre dans une nouvelle phase de sa longue vie. » (Brunot 1967, 1).
Diesen Satz möchte ich als Ausgangsthese für diese Arbeit nutzen und
untersuchen, was genau in dieser ‚neuen Phase’ mit dem Französischen geschah und was
besonders für die französische Sprache während der Revolution war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

0.1 Arbeitsplan

1. Die Französische Revolution

1.1 Anfänge, Verlauf und Ende – Ein historischer Abriss

2. Die Sprachdiskussion im Frankreich des 18. Jahrhundert

2.1 Philosophische Betrachtungen zur Sprache

2.2 Linguistische Betrachtungen zur Sprache

3. Die Französische Revolution und die Sprache

3.1 Die sprachliche Situation kurz vor der Revolution

3.2 Die Sprachpolitik der Revolution

3.2.1 Die Revolution und die patois – La terreur linguistique

3.3 Veränderungen des Französischen unter dem Einfluss der Revolution

3.3.1 Die phonetisch-phonologische Ebene

3.3.2 Die grammatisch-syntaktische Ebene

3.3.3 Die lexikalische Ebene

4. Die Französische Revolution und der Wortschatz

4.1 Formen der Entwicklung des französischen Wortschatzes

4.1.1 Reduzierung des Wortschatzes

4.1.2 Erweiterung des Wortschatzes

4.2 Die Neologie-Diskussion und der Missbrauch der Wörter

5. Schlussbetrachtung

6. Bibliographie

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Französischen Revolution auf die französische Sprache, insbesondere im Hinblick auf die Sprachpolitik und die lexikalischen Veränderungen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die Revolution als gesellschaftsveränderndes Ereignis den Sprachwandel beeinflusste und inwieweit das Französische als Instrument der nationalen Einigung funktionalisiert wurde.

  • Historische Einordnung der Französischen Revolution
  • Sprachphilosophische und linguistische Diskurse des 18. Jahrhunderts
  • Sprachpolitik der Revolutionäre und der Umgang mit Dialekten (patois)
  • Lexikalische Innovationen, Neologismenbildung und semantische Verschiebungen
  • Diskussion um den „Missbrauch der Wörter“ und die Bedeutung der Neologie

Auszug aus dem Buch

Die Sprachpolitik der Revolution

Mit der französischen Revolution kam es dann zu einer Verlagerung der Zielsetzung des sprachnormativen Diskurses. Anstelle der Sprachnormierung rückte die Sprachpolitik in den Vordergrund (vgl. Winkelmann 1990, 345). Das primäre Interesse lag nun auf der Beziehung von Staat und Sprache. Wichtigstes Anliegen war die gezielte Verbreitung und mit großem Aufwand betriebene landesweite Durchsetzung der Standardsprache (langue nationale) mit dem Ziel der nationalen Einigung Frankreichs: „Die Revolutionäre, allen voran der Abbé Grégoire, hatten klar erkannt, dass eine einheitliche, in sämtlichen Landesteilen verwendete Nationalsprache das beste Mittel war, allen Bürgern das Gedankengut und die Ziele der Revolution nahezubringen“ (Winkelmann 1990, 344).

Zur Sprachpolitik der Führer der Revolution gehörte zunächst eine „Bestandaufnahme“ (Geckeler/Dietrich 1997, 221) der sprachlichen Verhältnisse in Frankreich. 1790/91 führte besagter Abbé Grégoire, Mitglied der Nationalversammlung, eine Spracherhebung durch, deren Ergebnis bezeugte, dass das français standard längst nicht überall in Frankreich verstanden wurde und ein großer Teil der Bevölkerung es weder lesen noch schreiben konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Arbeit stellt die These auf, dass die Französische Revolution eine entscheidende neue Phase in der Geschichte der französischen Sprache eingeleitet hat.

1. Die Französische Revolution: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die politischen und sozialen Umbrüche in Frankreich zwischen 1789 und 1799.

2. Die Sprachdiskussion im Frankreich des 18. Jahrhundert: Es werden die philosophischen und linguistischen Grundlagen beleuchtet, die bereits vor der Revolution die Bedeutung von Sprache für das Denken und die Gesellschaft thematisierten.

3. Die Französische Revolution und die Sprache: Dieser Abschnitt analysiert die radikale Sprachpolitik sowie die phonetischen, grammatischen und lexikalischen Auswirkungen des revolutionären Geschehens auf das Französische.

4. Die Französische Revolution und der Wortschatz: Hier wird der Prozess der Wortschatzreduzierung und -erweiterung durch Neologismen und semantische Umdeutungen detailliert untersucht.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit bestätigt den signifikanten Einfluss der Revolution auf die Sprachverbreitung und die Beschleunigung des lexikalischen Wandels.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Sprachpolitik, Sprachwandel, Neologismen, langue nationale, patois, Aufklärung, Sprachdiskussion, Lexikologie, Wortmissbrauch, Abbé Grégoire, Französische Sprache, Sprachnormierung, Schreckensherrschaft, Semantische Neologismen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der Französischen Revolution auf die französische Sprache, insbesondere unter dem Aspekt des Sprachwandels und der staatlichen Sprachpolitik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Französischen als Nationalsprache, den Umgang mit Dialekten (patois), die lexikalischen Neuerungen durch die Revolution sowie die zeitgenössische Diskussion über den richtigen Gebrauch von Wörtern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erforschen, wie genau die "neue Phase", in die das Französische 1789 eintrat, beschaffen war und wie sprachliche Entwicklungen durch gesellschaftliche Umbrüche provoziert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche Arbeit, die auf der Analyse von sprachhistorischer Literatur und zeitgenössischen Diskursdokumenten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Darstellung der vorrevolutionären Sprachdiskussion, eine Analyse der Sprachpolitik der Revolution sowie eine detaillierte Untersuchung der Wortschatzentwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachpolitik, Neologismen, Revolution, Sprachwandel, langue nationale und der Umgang mit dem sogenannten "Missbrauch der Wörter".

Welche Bedeutung hatte der Abbé Grégoire für die Sprachpolitik?

Abbé Grégoire führte die erste große Spracherhebung durch und war eine treibende Kraft bei der Durchsetzung der einheitlichen Nationalsprache als Mittel zur nationalen Einigung.

Warum wurden Dialekte während der Revolution diskriminiert?

Dialekte, abwertend als "patois" bezeichnet, wurden als rückständige Überbleibsel des Feudalismus angesehen und galten somit als Hindernis für die Verbreitung der revolutionären Ideale und die Einheit der Nation.

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Details

Title
Die Französische Revolution und die Sprache
College
University of Potsdam  (Institut für Romanistik)
Course
PS: Geschichte der französischen Sprache von der Renaissance bis zum 18. Jahrhundert
Grade
1,0
Author
Katharina Brehmer (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V15621
ISBN (eBook)
9783638206815
Language
German
Tags
Französische Revolution Sprache Geschichte Renaissance Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Brehmer (Author), 2002, Die Französische Revolution und die Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15621
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