Der Beitrag der NS-Wirtschaftspolitik zur Überwindung der Wirtschaftskrise


Hausarbeit, 2009

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Der Beginn der konjunkturellen Wiederbelebung in Deutschland
2.1 Zustand der deutschen Wirtschaft bei der NS-Machtübernahme
2.2 Der Beitrag der Weimarer Republik an der Wiederbelebung

3 Maßnahmen der Nationalsozialisten zur Überwindung der Wirtschaftskrise
3.1 Die Anfänge der NS-Wirtschaftspolitik
3.2 Wichtige Maßnahmen der NS-Wirtschaftspolitik
3.2.1 Die Abschaffung der Steuergutscheine und das Sofortprogramm
3.2.2 Kraftfahrzeugsteuer und Autobahnbau
3.2.3 Arbeitsbeschaffungsprogramme
3.2.4 Ehestandsdarlehen
3.2.5 Die positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft
3.3 Zahlungsbilanz und Devisenbestände als Auslöser des „Neuen Plans“
3.4 Das Ende der Wirtschaftskrise in Deutschland
3.5 Kritische Würdigung der NS-Wirtschaftspolitik

4 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Anfang der 1930er Jahre befand sich das deutsche Reich inmitten einer ausgewachsenen Wirtschaftskrise, die ihren Anfang mit dem Börsencrash an der New Yorker Börse im Oktober 1929 nahm. Die Überhitzung der Kapitalmärkte als Resultat eines nie dagewesenen Aktienbooms führte zu einem jähen Kurssturz, der die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zog. Die stark gesunkene Marktnachfrage und der Einbruch des Exports führten zu Massenentlassungen in der deutschen Industrie. Im Februar 1932 wurde der Tiefpunkt der gesamten Krisenzeit mit 6,13 Millionen Arbeitslosen erreicht.[1] Der Unmut innerhalb der Bevölkerung spitze sich immer weiter zu und es wurde deutlich, dass die junge Demokratie der Weimarer Republik zu schwach war, um weiter vor dem Volke bestehen zu können. Vor diesem Hintergrund kam es im Januar 1933 zur Machtergreifung Hitlers und zum Ende der Weimarer Republik.

1.1 Problemstellung

Schon kurz nach dem Machtwechsel war für die breite Öffentlichkeit ein starker Rückgang der Massenarbeitslosigkeit zu beobachten,[2] der besonders in der älteren Forschung auf die Wirtschaftspolitik der Nationalsozialisten zurückgeführt wurde. In der Forschung gibt es jedoch besonders in jüngerer Zeit zunehmend zweifelnde Stimmen, die den Impuls zur Überwindung der Wirtschaftskrise bereits vor der Machtergreifung ausgemacht haben wollen und die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik kritisch betrachten.

Diese beiden Strömungen werden besonders durch die Arbeiten von Werner Abelshauser und Christoph Buchheim geprägt, wobei ersterer die These vertritt, dass dem NS Regime die schnelle Gesundung der deutschen Wirtschaft zu verdanken sei. Er sieht in der Wirtschaftspolitik der Nationalsozialisten die Theorie des Keynesianismus mit dem Prinzip der direkten, kreditfinanzierten Arbeitsbeschaffung erstmals praktisch angewandt.[3] Buchheim hingegen argumentiert, dass der Aufschwung bereits vor der Machtergreifung Hitlers eingesetzt und die Regierung besonders in der Anfangszeit der 1933/34er Jahre von den Wirtschaftsprogrammen der Regierung Papen und Schleicher profitiert habe. Eine durch Keynes geprägte Wirtschaftspolitik der Nationalsozialisten kann er im Gegensatz zu Abelshauser nicht erkennen.[4]

Auf Grund der heterogenen Sichtweisen in dem Forschungsfeld der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik erscheint es sinnvoll die verschiedenartigen Strömungen aufzugreifen und deren Plausibilität anhand der bisher veröffentlichten Forschungsergebnisse zu überprüfen.

1.2 Gang der Untersuchung

Diese Hausarbeit wird sich im Folgenden mit der Frage beschäftigen, inwiefern die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik einen Beitrag zur Überwindung der Wirtschaftskrise geleistet hat. Das folgende Kapitel wird den Beginn der konjunkturellen Wiederbelebung in Deutschland beleuchten. Der Focus wird auf den Zustand der Wirtschaft bei der Machtübernahme und einen möglichen Beitrag der Weimarer Republik an dem Aufschwung legen. Schließlich wird im Folgekapitel auf die konkreten Maßnahmen der Nationalsozialisten zur Überwindung der Wirtschaftskrise eingegangen und deren Wirtschaftspolitik kritisch diskutiert.

2 Der Beginn der konjunkturellen Wiederbelebung in Deutschland

2.1 Zustand der deutschen Wirtschaft bei der NS-Machtübernahme

Die Folgen der Weltwirtschaftskrise waren Anfang der 1930er Jahre in Deutschland nicht zu übersehen. Die industrielle Produktion, das Volkseinkommen und die Preise sanken stärker als in jedem anderen europäischen Industrieland und führten dazu, dass Deutschland von der Depression der 30er Jahre am härtesten getroffen wurde.[5] Im Jahre 1932 wurde jedoch eine Publikation des Instituts für Konjunkturforschung veröffentlicht, die zu dem Schluss kam: „Mit dem Jahr 1932 hat Deutschland die Krise, die seine Wirtschaft bis in die Grundfesten erschütterte im Wesentlichen überwunden“.[6] Wie konnte es zu dieser Einschätzung kommen? Betrachtet man die Inlandsaufträge im Maschinenbau für den Zeitraum 1926 bis 1933, so ist festzustellen, dass zur Zeit der Machtergreifung Hitlers bereits Anzeichen eines konjunkturellen Aufschwungs erkennbar waren. Die Inlandsaufträge stellen einen Indikator der konjunkturellen Entwicklung dar, da sie als vorauseilende Indikatoren den Trend der wirtschaftlichen Entwicklung sehr viel besser abbilden können als reine gleichlaufende Arbeitslosenzahlen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhand des obigen Schaubilds ist zu erkennen, dass es im Winter 1932/33 entgegen des konjunkturellen Trends der Vergleichsperiode 1928/29 nicht zu einem Einbruch der Nachfrage gekommen ist, wie dies in gewöhnlichen konjunkturellen Zeiten üblich gewesen wäre, sondern beständig steigt. Somit kam im Winter 1932/33 eine konjunkturdämpfende Winterkomponente nicht zum tragen. Buchheim sieht in dieser Entwicklung ein klares Signal, dass die Konjunktur vor der Machtergreifung wieder angezogen hat und der Tiefpunkt der Krise bereits überwunden wurde.[7] Overy kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass seit Herbst 1932 Anzeichen eines autonomen konjunkturellen Aufschwungs sichtbar wurden.[8] Abelshauser hingegen kann in der Analyse der Konjunkturindikatoren keine Anzeichen erkennen, dass die Krise bei dem Systemwechsel bereits überstanden gewesen sein soll, sondern „[...] die eigentliche Aufgabe der Krisenüberwindung durchaus noch bevorstand“.[9] Problematisch an dessen These ist jedoch, dass für seine Einschätzung der konjunkturellen Lage in der Zeit der Machtergreifung keine stichhaltigen Belege zu finden sind, so dass die Einschätzung einer wieder erstarkenden Wirtschaft, wie Buchheim sie formuliert hat, schlüssiger erscheint.

[...]


[1] Vgl. Fritz Blaich, Der Schwarze Freitag, München 1985, S. 60.

[2] Vgl. D. Petzina, W. Abelshauser, A. Faust, Sozialgeschichtliches Arbeitsbuch III, Materialien zur Statistik des Deutschen Reiches 1914-1945, München 1978, S. 119.

[3] Vgl. Werner Abelshauser, Kriegswirtschaft und Wirtschaftswunder, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte (1999), S. 503 ff.

[4] Vgl. Christoph Buchheim, Das NS-Regime und die Überwindung der Wirtschaftskrise in Deutschland, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte (2008), S. 381 ff.

[5] Vgl. Réne Erbe, Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik 1933-1939 im Lichte der modernen Theorie, Zürich 1958, S. 9.

[6] Die Weltwirtschaft Ende 1932. Die Wirtschaftslage in Deutschland, in: Wochenbericht des

Instituts für Konjunkturforschung, 21.12.1932, S. 151; zitiert bei: Christoph Buchheim, Das NS-Regime und die Überwindung der Wirtschaftskrise in Deutschland, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte (2008), S. 383f.

[7] Vgl. Christoph Buchheim, Das NS-Regime und die Überwindung der Wirtschaftskrise in Deutschland, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte (2008), S. 384 f.

[8] Vgl. R.J. Overy, War and Economy in the Third Reich, Oxford 1994, S.37.

[9] Werner Abelshauser, Kriegswirtschaft und Wirtschaftswunder, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte (1999), S. 505.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der Beitrag der NS-Wirtschaftspolitik zur Überwindung der Wirtschaftskrise
Hochschule
Universität Mannheim  (Seminar für Wirtschaftsgeschichte, Fakultät für Volkswirstchaftslehre)
Veranstaltung
Proseminar
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V156326
ISBN (eBook)
9783640683710
ISBN (Buch)
9783640683499
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Wirtschaftskrise, Wirtschaftspolitik, NS-Wirtschaftspolitik, Nationalsozialismus, Konjunktur, Scheinblüte, Neuer Plan, Weimarer Republik, Buchheim, Kasih, Universität Mannheim
Arbeit zitieren
Steven Setyadi Kasih (Autor), 2009, Der Beitrag der NS-Wirtschaftspolitik zur Überwindung der Wirtschaftskrise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156326

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