Der Geheimbund der Freimaurer - Darstellung und Zukunftsperspektive


Hausarbeit, 2006

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

I. Geheimbund
1. Definition
2. Funktion der Geheimnisse

II. Die Freimaurer
1. Begriffsklärung und Definition

III. Geschichte der modernen Freimaurerei in Europa
1. Anfänge und Entstehung
2. Verbreitung

IV. Ziele

V. Hierarchiesystem
1. Grade
2. Hochgrade

VI. Organisation
1. „Loge“ - Begriffsklärung und Definition
2. (Einzel-) Logen
3. Großlogen

VII. Rituale und Symbole

VIII. Das Geheimnis

VIIII. Zukunftsperspektive

Schlusswort

Anhang

Literaturverzeichnis
1. Aufsätze, Monographien:
2. Internetquellen:

Einleitung

Geheimbünde - ein Phänomen, das in der damaligen wie der heutigen Zeit immer wieder die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zieht und bei einem Großteil der Gesellschaft viele Fragen und Rätsel aufwirft.

Durch die gemeinsam verfolgten Interessen und Ziele der Mitglieder sowie deren für außenstehende Personen geheimen Symbole und Rituale bilden sie jeweils eine eigene Gruppe und grenzen sich auf diese Art und Weise bewusst von dem Rest der Gesellschaft ab.

Einer der bedeutendsten und geheimnisumwittertsten Bünde stellt der sogenannte Freimaurerbund dar, der in seiner heutigen Gestalt auf das 18. Jahrhundert zurückgeht und schon zu dieser Zeit einen hohen internationalen Bekanntheitsgrad erreicht hatte. Seine aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten stammenden Mitglieder treten als Verfechter der Ideale der Aufklärung „unter Achtung der Würde des Menschen für Toleranz, freie Entwicklung der Persönlichkeit, Brüderlichkeit und allgemeine Menschenliebe“[1] ein.

Doch gehen die Freimaurer trotz solch guter Absichten tatsächlich einer „rosigen“ Zukunft entgegen? Eine mögliche Antwort auf diese Frage erhält der Leser am Ende der hier vorliegenden Arbeit.

Zum besseren Verständnis der Thematik wird zunächst definiert, was unter einem Geheimbund allgemein zu verstehen ist und welche Funktion das Geheimnis innerhalb eines solchen Bundes erfüllt.

Daraufhin wird das Thema dieser Arbeit mit der Begriffsklärung und Definition des Freimaurerbundes eingeleitet, die Geschichte der modernen Freimaurerei erläutert, die Ziele des Bundes, dessen Hierarchiesystem und Organisation dargestellt, dessen Rituale und Symbole sowie das Geheimnis beleuchtet und schließlich - wie bereits erwähnt - auf die Zukunftsperspektive dieser Vereinigung eingegangen.

I. Geheimbund

1. Definition

Ein Geheimbund, synonym oft auch bezeichnet als Geheimgesellschaft, ist eine Vereinigung meist männlicher Personen mit gemeinsamen Interessen und Zielen, innerhalb derer die Mitglieder Geheimnisse miteinander teilen, über die ausschließlich sie informiert sind und die für Außenstehende als Nicht - Mitglieder unzugänglich sind.

Es lassen sich dabei zwei Arten von Geheimgesellschaften unterscheiden:

Zum einen gibt es solche mit reinem Initiationscharakter2, in denen religiöse, magische oder metaphysische Inhalte vermittelt werden, und zum anderen Vereinigungen mit weltlichen Zielen, sprich politischen, gesellschaftlichen oder gar kriminellen.

Bei den Geheimnissen von heute noch bestehenden Geheimbünden handelt es sich oftmals „nur“ um besondere Aufnahmeriten und Prüfungen beim Eintritt in den Bund sowie um die Verschleierung von Namen und Symbolen der Eingeweihten, während in früheren Jahrhunderten sogar schon die reine Existenz eines solchen Bundes und dessen Lehre der Geheimhaltung unterlag. Aus diesem Grund ist heute auch oftmals nicht mehr explizit von Geheimbünden die Rede, sondern bevorzugt von diskreten Gesellschaften.3

2. Funktion der Geheimnisse

Geheimnisse, die innerhalb eines Bundes existieren, ermöglichen den Mitgliedern zum einen, sich neben der realen, oftmals unerträglichen Wirklichkeit eine zweite, durch Riten und Symbole fremdartig wirkende Welt zu konstruieren, in die sie sich aus dem Alltag flüchten können.4

Als in Geheimnisse Eingeweihte haben die Mitglieder außenstehenden Personen gegenüber auch eine besondere bzw. überlegene Stellung inne und erzeugen bei diesen nach Georg Simmel nicht selten „Eifersucht auf das Wissen um eine [andern] verborgene Tatsache.“5

Zum anderen dienen die gemeinsam gehüteten Geheimnisse dazu, sich als im Hinblick auf Ziele und Interessen einheitliche Gruppe von dem Rest der Gesellschaft abzugrenzen und zur Ausbildung eines enormen Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl, was eine Erstarkung des Bundes im Inneren zur Folge hat.6

Zu guter Letzt lassen Geheimnisse eine Vereinigung für Nichteingeweihte wesentlich attraktiver erscheinen und verführen diese, einer solchen beizutreten. So zitiert Hutin F. T. B. Clavel, einen ehemaligen Freimaurer, wie folgt: „...Um die Neugierigen zu einem Entschluß zu bewegen, fügt man hinzu, die Gesellschaft wahre sorgsam ein Geheimnis, das nur Freimaurern mitgeteilt werden dürfe...“7.

II. Die Freimaurer

1. Begriffsklärung und Definition

Der Begriff „Freimaurer“ ist die Übersetzung des aus dem Englischen stammenden Wortes „Freemason“, welches offiziell zum ersten mal 1376 in einer Londoner Urkunde verwendet wurde. Dieser Begriff bezeichnete ursprünglich „den [einer Bruderschaft angehörigen,] qualifiziert ausgebildeten Maurer und Steinmetz, der den freistehenden Stein kunstvoll bearbeiten konnte.“8 9

Die Freimaurerei, die sich auf die mittelalterlichen Traditionen der Maurerzünfte beruft,

tritt als eine seit dem 18. Jahrhundert international verbreitete, überwiegend männliche Gesellschaft für die Ideale der Aufklärung Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität ein. Ungeachtet des sozialen Standes und der Bildung vereinen sie Gleichgesinnte innerhalb ihres Bundes und streben im Inneren gemeinsam und durch überkommene rituelle Handlungen die sittliche Vervollkommnung an. In der Öffentlichkeit hingegen sehen die Freimaurer ihre wichtigste Aufgabe in dem Verrichten wohltätiger Arbeit sowie der Förderung von Bildung und Aufklärung.

Durch die verwendeten Symbole und die Rituale, deren Erlebnis ausschließlich den Mitgliedern selbst vorbehalten ist, birgt diese Vereinigung etwas Geheimnisvolles und Rätselhaftes in sich und wird daher von der Gesellschaft als Geheimbund angesehen. Da jedoch die Existenz des Freimaurerbundes international bekannt ist und diese ihre Gesinnung und Ziele öffentlich preisgeben, ist der Begriff „Geheimbund“ durch den adäquateren der „diskreten Gesellschaft“ zu ersetzen.10

III. Geschichte der modernen Freimaurerei in Europa

1. Anfänge und Entstehung

Die Anfänge der modernen Freimaurerei in Europa liegen im Mittelalter in „[den] handwerklichen Bruderschaften, auf deren Brauchtum sehr viel maurerisches Gedankengut zurückgeführt werden kann, und [den] Bauhütten, die überall dort entstanden, wo Dome gebaut wurden.“11 Diese Vereinigungen, in denen hauptsächlich Steinmetze, aber auch Maurer und Decker die Mitglieder stellten, waren fast ausschließlich operativ orientiert, d. h. meist lediglich mit dem Bau von Kathedralen beschäftigt. Auf Grund u. a. des Vorwurfes, sie würden geheime Treffen abhalten sowie religiösen und sozialen Aufruhr verbreiten, wurden sie ab dem 16. Jahrhundert

größtenteils aufgelöst. Nur in England vollzog sich eine etwas andere Entwicklung: Dort nahmen etliche Gilden der Steinmetze zunehmend auch bedeutende Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten, nicht - werkmaurerischen Bereichen auf, wodurch sich der Großteil dieser in ihrer ursprünglichen Form um die Mitte des 16. Jahrhunderts auflösten und von der operativen Maurerei zur vergeistigten, spekulativen Form übergingen, die nach englischer Definition „ein besonderes, in Allegorien gekleidetes und durch Symbole dargestelltes Moralsystem“12 ist. Die bisher verwendeten geheimen Zeichen, Worte und Griffe der alten Maurer wurden von der spekulativen Maurerei beibehalten.

Am 24. Juni 1717, dem Johannistag, schließlich schlossen sich die vier „neuen“ Logen „The Goose and Gridiron“, „The Crown“, „The Apple Tree“ und „The Rummer and Grapes“ zur „Grand Lodge of London“ zusammen, deren erster Großmeister Anthony Sayer war. Dieser Gründungsakt wird als Grundstein für die weltweite Ausbreitung der modernen Freimaurerei betrachtet, auch wenn dieser quellenmäßig nicht eindeutig belegt werden kann.13

2. Verbreitung

Nach der Gründung der „Grand Lodge of London“, die sich ab dem Jahre 1723 auf das in London herausgegebene Konstitutionsbuch14 des Predigers James Anderson stützte,

breitete sich der Bund der Freimaurer in ganz Europa aus. Besonders hervorgehoben wird dabei im folgenden Großbritannien, das in diesem Zusammenhang den bedeutendsten Part einnimmt, sowie exemplarisch die Länder Frankreich und Deutschland.

[...]


[1] Reinalter, Helmut: Was ist Freimaurerei?, in: Die Freimaurer, 4. Auflage, München 2004 (2000), S. 7.

[2] Vgl. Definition „Initiation“, in: www.adlexikon.de/Initiation.shtml, Adilbo Ltd., 31.05.2006: Geheimgesellschaften mit Initiationscharakter sind solche, bei denen Außenstehende meist durch bestimmte Riten in den Kreis der Gruppe eingeführt werden.

[3] Vgl. Hutin, Serge: Verschwiegenheit und Prüfungen, in: Sernor, Edwin/ Claude, Tchou: Die großen Geheimbünde, 1. Auflage, Düsseldorf/ Wien 1979, Übersetzung der französischen Originalausgabe „Les sociétés secrètes initiatiques“ 1975, S. 11.

[4] Vgl. Simmel, Georg: Das Geheimnis und die geheime Gesellschaft, in: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Gesamtausgabe Band II, Frankfurt am Main 1992 (1908), Kapitel V, S. 272. Vgl. Hutin, Serge: Die Geheimgesellschaften im sozialen Kontext, in: Sernor, Edwin/ Claude, Tchou: Die großen Geheimbünde, 1. Auflage, Düsseldorf/ Wien 1979, Übersetzung der französischen Originalausgabe „Les sociétés secrètes initiatiques“ 1975, S. 50.

[5] Simmel, Georg: Das Geheimnis und die geheime Gesellschaft, in: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Gesamtausgabe Band II, Frankfurt am Main 1992 (1908), Kapitel V, S. 274.

[6] Vgl. Simmel, Georg: Das Geheimnis und die geheime Gesellschaft, in: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Gesamtausgabe Band II, Frankfurt am Main 1992 (1908), Kapitel V, S. 275, 277.

[7] Hutin, Serge: Die Geheimgesellschaften im sozialen Kontext, in: Sernor, Edwin/ Claude, Tchou: Die großen Geheimbünde, 1. Auflage, Düsseldorf/ Wien 1979, Übersetzung der französischen Originalausgabe „Les sociétés secrètes initiatiques“ 1975, S. 58.

[8] Reinalter, Helmut: Was ist Freimaurerei?, in: Die Freimaurer, 4. Auflage, München 2004 (2000), S. 8.

[9] Vgl. Reinalter, Helmut: Was ist Freimaurerei?, in: Die Freimaurer, 4. Auflage, München 2004 (2000), S. 8.

[10] 0 Vgl. Bielefeldt, Erwin: Was ist Freimaurerei?, in: Radbruch, Gustav: Vom edlen Geiste der Aufklärung, 1. Auflage, München 1948, S. 45f. Vgl. Reinalter, Helmut: Was ist Freimaurerei?, in: Die Freimaurer, 4. Auflage, München 2004 (2000), S. 7f. Vgl. „Freimaurer“, in: www.uni-muenster.de/PeaCon/conspic-site/freimaurer.html, Westfälische Wilhelms - Universität Münster, 02.06.2006 (2006). Vgl. „Freimaurerei“, in: de.wikipedia.org/wiki/Freimaurerei , Vorsitzender der Wikimedia Foundation Inc., Jimmy Wales, 02.06.2006 (17.05.2006). Vgl. „FM allgemein“, in: www.freimaurer.org/faq/, „Vereinigte Großlogen von Deutschland“, 02.06.2006.

[11] 1 Reinalter, Helmut: Entstehung und historische Entwicklung, in: Die Freimaurer, 4. Auflage, München 2004 (2000), S. 11.

[12] 2 Reinalter, Helmut: Freimaurerei und Geheimgesellschaften, in: Aufklärungsgesellschaften, Band X der Schriftenreihe der internationalen Forschungsstelle „Demokratische Bewegungen in Mitteleuropa 1770-1850“, Frankfurt am Main 1993, S. 85.

[13] 3 Vgl. Di Bernardo, Giuliano: Die Ursprünge der modernen Freimaurerei, in: Die Freimaurer und ihr Menschenbild, 1. Auflage, Wien 1989, Übersetzung der italienischen Originalausgabe „Filosofia della Massoneria“ 1987, S. 22-24. Vgl. Agethen, Manfred: Freimaurerei im 18. Jahrhundert, in: Geheimbund und Utopie - Illuminaten, Freimaurer und deutsche Spätaufklärung, Band XI, München 1984, S. 55. Vgl. Reinalter, Helmut: Freimaurerei und Geheimgesellschaften, in: Aufklärungsgesellschaften, Band X der Schriftenreihe der internationalen Forschungsstelle „Demokratische Bewegungen in Mitteleuropa 1770-1850“, Frankfurt am Main 1993, S. 85.

[14] 4 Das Konstitutionsbuch von 1723 enthielt auch die sogenannten „Alten Pflichten“, die noch heute das Grundgesetz der regulären Freimaurerei darstellen. Siehe dazu: „Die alten Pflichten“, in: www.freimaurerei.de/index.php?id=8, „Großloge der alten freien und angenommenen Maurer von Deutschland“, 04.06.2006: „Die "Alten Pflichten" von James Anderson aus dem Jahre 1723 bilden sozusagen das Grundgesetz der regulären Freimaurerei. Die her aufgeführten "Allgemeinen Kapitel" handeln I. Von Gott und der Religion; II. Von der obersten und den nachgeordneten staatlichen Behörden; III. Von den Logen; IV. Von Meistern, Aufsehern, Gesellen und Lehrlingen; V. Von der Leitung der Bruderschaft bei der Arbeit; VI. Vom Betragen, nämlich: 1. in geöffneter Loge; 2. nach geschlossener Loge, wenn die Brüder noch beisammen sind; 3. wenn Brüder ohne Profane zusammenkommen, aber nicht in der Loge; 4. in Gegenwart von Profanen; 5. daheim und in der Nachbarschaft; 6. gegenüber einem unbekannten Bruder.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Der Geheimbund der Freimaurer - Darstellung und Zukunftsperspektive
Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
24
Katalognummer
V156329
ISBN (eBook)
9783640685394
ISBN (Buch)
9783640685431
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freimaurer, Geheimbund
Arbeit zitieren
Tanja Horn (Autor), 2006, Der Geheimbund der Freimaurer - Darstellung und Zukunftsperspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156329

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