Führungskräfte tragen einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung ihrer Mitarbeitenden bei. Hierfür sind wiederum Resilienz und psychische Distanz der Mitarbeitenden bedeutsame Prädiktoren. Die Forschung hierzu ist vielversprechend und zahlreiche Theorien sind bereits vorhanden. Ziel dieser Arbeit ist die Beantwortung folgender Forschungsfrage: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem wahrgenommenen Führungsstil der Mitarbeitenden und der Resilienz und psychischen Distanz der Mitarbeitenden?
Dies soll anhand einer quantitativen Untersuchung und unter Berücksichtigung des transformationalen, transaktionalen und laissez-fairen Führungsstils erreicht werden. Durch die Darstellung bereits etablierter Theorien und Modelle, wie das Full Range of Leadership Modell und das Stressor Datchment Modell im theoretischen Teil dieser Arbeit wird ein Überblick über den aktuellen Stand der Forschung gegeben.
Durch die Verwendung eines standardisierten Fragebogens, der aus der Kombination von drei validierten Fragebögen besteht, wurden insgesamt 186 gültige Datensätze erhoben. Die Stichprobe setzt sich aus 133 weiblichen, 53 männlichen und keinen diversen Teilnehmenden zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung: Die Relevanz des Themas
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund zum Thema
2.1 Führung
2.1.1 Führungsdefinitionen
2.1.2 Führungstheorien
2.1.3 Full Range of Leadership
2.2 Resilienz
2.3 Psychische Distanz
2.3.1 Begriffsbestimmung
2.3.2 Stressor Detachment Modell
2.4 Forschungsstand und Ableitung der Hypothesen
3 Methode
3.1 Beschreibung der Stichprobe
3.2 Untersuchungsdesign
3.3 Untersuchungsdurchführung
3.4 Erhebungsinstrumente
3.5 Datenaufbereitung und statistische Verfahren
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptivstatistische Datenanalyse
4.2 Inferenzstatistische Prüfung der Hypothesen
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Praktische Implikationen
5.3 Limitation und zukünftige Forschung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen verschiedenen Führungsstilen (transformational, transaktional und laissez-fair) und den Konstrukten Resilienz sowie psychische Distanz bei Mitarbeitenden. Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern der von Beschäftigten wahrgenommene Führungsstil die Resilienz und das Abschalten von der Arbeit beeinflusst.
- Analyse des Full Range of Leadership Modells
- Untersuchung der Resilienz als protektives Persönlichkeitsmerkmal
- Erforschung der psychischen Distanz zur Arbeit
- Durchführung einer quantitativen Feldstudie
- Überprüfung von Hypothesen mittels Korrelationsanalysen
Auszug aus dem Buch
2.1.3.1 Transformationale Führung
Das Konzept der transformationalen Führung wurde bereits in den 1980er Jahren entwickelt, als charismatische Führungstheorien an Popularität gewannen. Die grundlegenden Prinzipien haben sich bis heute nicht verändert (Bass & Avolio, 1993, Bass, 1999).
Der Name des Führungsstils wurde gewählt, da das Ziel des Führungsstils darin liegt, Verhalten zu verändern bzw. zu transformieren. Deshalb sind transformationale Führungskräfte besonders erfolgreich darin, Veränderungen herbeizuführen und herausragende Leistungen zu erzielen. Sie motivieren die Mitarbeitenden, indem sie inspirierende Visionen vermitteln, überzeugend darlegen, wie gemeinsame Ziele erreicht werden können, selbst als Vorbild dienen und die Entwicklung der Mitarbeitenden fördern. Dabei stehen nicht nur die Leistung und die Zielerreichung im Mittelpunkt, sondern auch die individuellen Bedürfnisse der Person, die Unterstützung, Selbstbestimmung und Empathie. Die Transformation beabsichtigt zudem, langanhaltende Auswirkungen zu erzielen (Felfe, 2006b).
Im Full Range of Leadership Modell bezieht sich transformationale Führung auf die Führungskraft, welche die Geführten durch die vier folgenden Kategorien führt (Bass, 1985).
Eine Komponente stellt die Idealized Influence, das charismatische Verhalten dar. Dies zeigt sich, da die transformationalen Führungskräfte für die Geführten als Vorbilder fungieren. Sie werden bewundert, respektiert und geschätzt. Mitarbeitende können sich mit den Führungskräften identifizieren und zeigen im Gegenzug Fähigkeit und Leistung (Bass & Riggio, 2006).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Relevanz des Themas: Dieses Kapitel motiviert die Relevanz der Arbeit aufgrund aktueller Veränderungen in der Arbeitswelt wie Digitalisierung und demografischem Wandel und definiert das Ziel und die Struktur der Untersuchung.
2 Theoretischer Hintergrund zum Thema: Hier werden die zentralen Theorien zur Führung, Resilienz und psychischen Distanz erläutert sowie der Forschungsstand diskutiert, um daraus Hypothesen abzuleiten.
3 Methode: In diesem Kapitel wird das methodische Vorgehen, einschließlich der Stichprobenbeschreibung, des Forschungsdesigns sowie der eingesetzten Erhebungsinstrumente und statistischen Verfahren, detailliert dargelegt.
4 Ergebnisse: Hier werden die erhobenen Daten durch deskriptive Statistik aufbereitet und die Hypothesen mittels inferenzstatistischer Analysen (Korrelationen) geprüft.
5 Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Lichte der Theorie, diskutiert praktische Implikationen für die Führung von Mitarbeitenden sowie Limitationen der Studie und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschung.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Studie zusammen und ordnet sie in den wissenschaftlichen Kontext ein.
Schlüsselwörter
Führungsstil, Transformationale Führung, Transaktionale Führung, Laissez-faire Führung, Resilienz, Psychische Distanz, Stressor Detachment Modell, Full Range of Leadership, Mitarbeiterführung, Gesundheitsförderliche Führung, Personalpsychologie, Empirische Studie, Arbeitswelt, Arbeitsleistung, Wohlbefinden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss des von Beschäftigten wahrgenommenen Führungsstils auf deren individuelle Resilienz und die Fähigkeit zur psychischen Distanzierung von der Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf Führungstheorien (speziell dem Full Range of Leadership Modell), psychologischen Ressourcen wie Resilienz sowie der Bedeutung von Erholung und psychischer Distanz (Detachment) im Arbeitskontext.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer quantitativen Untersuchung zu klären, ob signifikante Zusammenhänge zwischen den drei Führungsstilen des Full Range of Leadership Modells und der Resilienz sowie der psychischen Distanz der Mitarbeitenden bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin führt eine quantitative Querschnittsstudie in Form einer Feldstudie durch. Die Datenerhebung erfolgt mittels eines standardisierten, auf validierten Fragebögen basierenden Online-Instruments bei 186 auswertbaren Datensätzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil zur Führung, Resilienz und psychischen Distanz, gefolgt von einer detaillierten Methodik zur Stichprobe und Datenvalidierung sowie einer inferenzstatistischen Ergebnisprüfung.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist einzuordnen in die Begriffe Transformationale Führung, Resilienz, Arbeits- und Organisationspsychologie sowie psychische Gesundheit am Arbeitsplatz.
Gab es überraschende Ergebnisse in der Studie?
Ja, entgegen der Erwartung wurde für den transaktionalen Führungsstil ein leicht positiver (statt negativer) Zusammenhang mit der Resilienz festgestellt. Zudem konnten für die psychische Distanz insgesamt keine signifikanten Zusammenhänge mit den Führungsstilen belegt werden.
Wie wurde die psychische Distanz (Detachment) gemessen?
Die psychische Distanz wurde mithilfe der Dimension "Abschalten von der Arbeit" aus dem Recovery Experience Questionnaire (von Sonnentag & Fritz, 2007) operationalisiert.
Welche Rolle spielt das Full Range of Leadership Modell?
Es dient als theoretisches Fundament zur Kategorisierung des Führungsstils in transformationale, transaktionale und laissez-faire Führung, welches in der Studie als unabhängige Variable verwendet wird.
Welche Implikationen ergeben sich für die Praxis?
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung, Führungskräfte für gesundheitsförderliche Verhaltensweisen zu sensibilisieren, beispielsweise durch 360-Grad-Feedbacks oder gezielte Trainings zu transformationaler Führung, um die Resilienz der Mitarbeitenden zu unterstützen.
- Arbeit zitieren
- Annalena Bauer (Autor:in), 2024, Zusammenhänge des Führungsstils mit der Resilienz und psychischen Distanz von Mitarbeitenden. Eine quantitative Studie aus Sicht der Arbeitskräfte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1563509