In der Geschichte des Horrorfilms bildete sich schon früh das Subgenre des
Zombiefilms heraus. Dennoch ist der Zombie im Vergleich zu anderen Wesen
des Horrors noch eine jüngere Figur dieses Felds. Die US-amerikanische
Filmindustrie entdeckte Anfang der 1930er Jahre den Zombie für sich, womit
das Phänomen international überhaupt erst Beachtung fand.
Es folgten unzählige Filme, insbesondere im Bereich der sogenannten BProduktionen.
Schließlich hält der Zombie seit den letzten Jahren Einzug in das
Mainstream-Kino. Er durchlief, von den Anfängen bis heute, eine ständige
stilistische Evolution.
Ziel dieser Seminararbeit soll deshalb sein, das Monster Zombie vorzustellen,
Veränderungen seines Äußeren und Charakters im Laufe der Filmgeschichte
sowie mögliche Intentionen hinter Zombiefilmen aufzuzeigen bzw. zu erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mythos Zombie
2.1 Etymologischer Zugang
2.2 Ethnologischer Ursprung
3. Die filmhistorische Entwicklung des Zombies
3.1 Erste Werke
3.2 Romeros Revolution und Trilogie
3.3 Italienische Zombie-Exploitation
3.4 Wiederauferstehung und Modernisierung
4. Interpretationsgedanken zum Zombiefilm
4.1 „L’art pour L’art“
4.2 Gesellschaftliche Parabeln
4.3 Philosophische Ansätze
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das Monster "Zombie" in seiner filmischen Darstellung und analysiert, wie sich Charakter und äußeres Erscheinungsbild im Laufe der Filmgeschichte gewandelt haben, um daraus mögliche gesellschaftliche und philosophische Intentionen abzuleiten.
- Kulturelle und ethnologische Ursprünge des Zombie-Mythos.
- Historische Entwicklung des Zombiefilms von den Anfängen bis zur Moderne.
- Die Rolle von George A. Romero bei der Genre-Definition.
- Interpretation des Zombiefilms als Gesellschaftskritik und philosophisches Spielfeld.
- Evolution des Zombies vom willenlosen Sklaven zum vireninfizierten Mutanten.
Auszug aus dem Buch
3.2 Romeros Revolution und Trilogie
1968 veränderte der junge Independent-Regisseur George A. Romero den Zombiefilm in fast allen Belangen grundlegend. Mit minimalem Budget, Laiendarstellern und Hilfe von Studienfreunden verwirklichte er, in Anlehnung an den Roman „I am Legend“ von Richard Matheson, NIGHT OF THE LIVING DEAD (USA 1968, George A. Romero) (vgl. Mihm, 2004, S. 174).
Der Film war Auftakt zu seiner bedeutenden Zombie-Trilogie. Romero entwarf darin den Weltuntergang durch Zombies, die die Sterblichkeit des Menschen personifizierten (vgl. Meteling, 2006, S. 127). Romero wendete sich jedoch vom Expressionismus und Voodoo der bisherigen Zombiefilme ab und schuf ein dokumentarisches, realistisches Szenario (vgl. Haas, 2004).
NIGHT OF THE LIVING DEAD spielt nicht mehr auf einer karibischen Insel, sondern mitten im Alltag der USA. Eine Gruppe unterschiedlicher Menschen muss sich in einem Farmhaus vor einer Masse angreifender Zombies verschanzen, die plötzlich im ganzen Land umher wandern.
Romero begründete diese Idee später so: „Die größten Monster sind doch sowieso unsere Nachbarn, der schlimmste Horror befindet sich immer direkt nebenan“ (zit. n. Kohlhöfer, 2005, S. 2).
Wacker betont, dass Romeros Zombies keine scheintoten Sklaven eines Meisters mehr sind, sondern tatsächlich wieder auferstandene Tote, die eigenständig morden, um sich zu ernähren. Der Grund ihrer Wiederauferstehung ist die radioaktive Strahlung einer abgestürzten Weltraumsonde. Er sei damit greifbarer als magische Voodoo-Riten (1990, S. 2).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, das Monster Zombie filmgeschichtlich einzuordnen und dessen Wandlung sowie Intentionen zu erläutern.
2. Mythos Zombie: Beleuchtet den etymologischen und ethnologischen Ursprung des Zombies in der Voodoo-Religion und der afrikanischen Kultur.
3. Die filmhistorische Entwicklung des Zombies: Zeichnet den Weg des Subgenres von frühen Voodoo-Filmen über Romeros wegweisende Trilogie bis hin zur italienischen Exploitation und modernen Transformationen nach.
4. Interpretationsgedanken zum Zombiefilm: Analysiert verschiedene Deutungsansätze, von der reinen Schock-Ästhetik („L'art pour l'art“) über soziopolitische Parabeln bis hin zu philosophischen Diskursen.
5. Fazit: Fasst zusammen, wie der Zombie als nicht-westlicher Mythos in den Horrorfilm integriert wurde und seine anhaltende Bedeutung durch ständige evolutionäre Anpassung behält.
Schlüsselwörter
Zombie, Horrorfilm, George A. Romero, Voodoo, Filmgeschichte, Splatter, Gesellschaftskritik, Evolution, Untote, Ideologie, Moderne, Kino, Mythos, Mutation, Metapher
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der filmhistorischen Entwicklung und der symbolischen Bedeutung der Zombiefigur im Horrorfilm.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den kulturellen Ursprung des Mythos, die filmische Evolution von den 1930er Jahren bis heute sowie die soziokulturelle Interpretation der Filme.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das "Monster Zombie" vorzustellen, die Veränderungen seines Charakters und Äußeren im Laufe der Filmgeschichte zu dokumentieren und die Intentionen hinter dem Genre zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die auf Literaturrecherche und der inhaltlichen Untersuchung repräsentativer Filmwerke basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Genese (u.a. Voodoo-Mythos, Romeros Trilogie) und die anschließende interpretative Analyse (gesellschaftskritische und philosophische Ansätze).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Zombie, Horrorfilm, Gesellschaftskritik, Evolution des Genres und kulturelle Mythen charakterisiert.
Warum unterscheidet der Autor zwischen Romeros Zombies und den klassischen Voodoo-Zombies?
Die Unterscheidung erfolgt, da Romeros Zombies als eigenständig agierende, wiedererweckte Tote auftreten, während der traditionelle Voodoo-Zombie einen willenlosen Sklaven eines Magiers darstellt.
Inwiefern spielt der Kapitalismus eine Rolle bei der Interpretation der Zombiefilme?
Zombiefilme werden häufig als Parabel auf den Konsumzwang oder die Klassengesellschaft interpretiert, wobei Zombies als Symbol für eine "geistlose" Masse oder eine unterdrückte Gesellschaftsschicht dienen.
Welche Bedeutung haben die italienischen Zombiefilme für das Genre?
Die italienischen Produktionen der 1980er Jahre werden für ihre visuelle Exzessivität und die Einführung neuer grafischer Möglichkeiten der Gewaltdarstellung hervorgehoben.
- Arbeit zitieren
- Martin Philipp Wiesert (Autor:in), 2009, Zombies in Horrorfilmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156370