Zwischen Comedy, Kochvideos und Tierbabys stößt man immer häufiger auch auf politische Inhalte in den Sozialen Medien. Neben den traditionellen Kanälen wie Fernsehen, Radio und Zeitungen nutzen Parteien und Politiker*innen die sozialen Medien, um ihre Inhalte zu verbreiten, mit ihren Anhänger*innen zu interagieren und neue Wähler*innen zu gewinnen. Doch es sind nicht alle Parteien gleich erfolgreich und geschickt im Umgang mit den Sozialen Medien. Eine Partei, welche hier mit ihren vielen Follower*innen besonders heraussticht, ist die Alternative für Deutschland (AfD) mit ihrem offiziellen Kanal „afdfraktionimbundestag“. Aus diesem Grund ist es interessant, sich diesen Kanal der AfD einmal genauer anzuschauen. Immer wieder stößt man auf Beiträge mit Überschriften wie „Herr Scholz, Sie leben in einer Scheinwelt“ oder „Baerbock ist ein schlechter Witz“. Es scheint, als würde die AfD mit negativen Aussagen gegenüber anderen Parteien und Politiker*innen zeigen wollen, dass sie die einzig richtige Wahl wären, um „Schluss mit der Politik gegen die eigenen Bürger“ zu machen. Diese Angriffstaktik auf politische Konkurrenz bezeichnet man als Negative Campaigning. In welchem Maße die AfD die Strategie des Negative Campaigning auf ihrem TikTok Kanal verfolgt, soll in dieser Arbeit analysiert werden.
Dafür werden zunächst die Begriffe "Negative Campaigning" und "politische Kommunikation" definiert. Im Folgenden wird ein Blick auf die Sozialen Medien und besonders auf die Plattform TikTok als Mittel der politischen Kommunikation geworfen. Daraufhin wird der Inhalt des Kanals der AfD (Afdfraktionimbundestag) analysiert, um herauszufinden, ob dieser vermehrt auf die Strategie des Negative Campaigning setzt. Um diese Analyse durchzuführen, wurde zunächst eine Stichprobe von Beiträgen auf dem TikTok-Kanal der AfD gesammelt. Diese Beiträge werden dann auf Anzeichen von Negative Campaigning untersucht. Ob die Ergebnisse dieser Analyse die These, dass die AfD auf ihrem TikTok-Account vermehrt auf die Strategie des Negative Campaigning setzt, bestätigen können, wird schlussendlich im Fazit noch einmal zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in Negative Campaigning und die politische Kommunikation in den sozialen Medien
2.1 Negative Campaigning
2.2 Politische Kommunikation
2.3 Politik in den Sozialen Medien mit dem Schwerpunkt auf die App TikTok
3. Die AfD auf TikTok
3.1 Aufbau des Kanals & der Videos
3.2 Analyse auf Negative Campaigning
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, zu untersuchen, in welchem Maße der offizielle TikTok-Kanal der Alternative für Deutschland (AfD) die Strategie des Negative Campaigning verfolgt. Die übergeordnete Forschungsfrage klärt, ob durch gezielte, negative Darstellungen konkurrierender Parteien und Politiker eine Beeinflussung der Wählerschaft angestrebt wird oder ob die Inhalte primär der sachlichen Auseinandersetzung dienen.
- Grundlagen und Definition von Negative Campaigning in der Politikwissenschaft
- Wandel der politischen Kommunikation hin zu sozialen Medien und Plattformen wie TikTok
- Strukturelle Analyse der Videoinhalte des AfD-Kanals „afdfraktionimbundestag“
- Kategorisierung der Angriffe in Trait, Issue und Value Attacks
- Diskussion der Wirksamkeit von negativen Strategien auf das Vertrauen der Wähler
Auszug aus dem Buch
3.1 Aufbau des Kanals & der Videos
Auffällig an dem TikTok-Kanal der AfD ist, dass sie sich kaum an die Plattform anpassen. Während andere Parteien Challenges hochladen oder anderen Content extra für die Sozialen Medien produzieren, lädt die AfD ausschließlich Ausschnitte ihrer Reden im Bundestag oder bei anderen Veranstaltungen hoch. Die Videos sind immer gleich aufgebaut. Ein Mitglied der AfD ist in Großaufnahme zu sehen. Im unteren Teil ist zum einen der Name der redenden Person zu sehen, dahinter in Klammern „AfD“ und darunter eine meist provokante Aussage. Diese Aussagen werden im Verlauf dieser Arbeit als „Titel“ des Videos bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der politischen Kommunikation auf TikTok ein und stellt die Relevanz der Untersuchung des reichweitenstarken AfD-Kanals hinsichtlich der Nutzung von Negative Campaigning heraus.
2. Einführung in Negative Campaigning und die politische Kommunikation in den sozialen Medien: Das Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen des Negative Campaigning sowie der modernen politischen Kommunikation und erläutert die Bedeutung sozialer Medien als Plattform für politische Akteure.
3. Die AfD auf TikTok: In diesem Hauptteil wird zunächst die Gestaltung der Videos auf dem AfD-Kanal analysiert, bevor eine empirische Untersuchung der Stichproben auf Anzeichen von Negative Campaigning erfolgt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass die AfD auf ihrem TikTok-Kanal verstärkt Negative Campaigning einsetzt, um gezielt Misstrauen gegenüber politischen Konkurrenten zu säen.
Schlüsselwörter
Negative Campaigning, Politische Kommunikation, AfD, TikTok, Soziale Medien, Wahlkampf, Trait attacks, Issue attacks, Value attacks, Politische Strategie, Bundestag, Wählerbeeinflussung, Digitale Kommunikation, Politische Werbung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Nutzung der Strategie des „Negative Campaigning“ durch die AfD auf deren offiziellem TikTok-Kanal „afdfraktionimbundestag“ im Jahr 2023.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition politischer Kommunikation, die Funktionsweise von Negative Campaigning und die Analyse, wie diese Strategien konkret in kurzen Social-Media-Videoformaten umgesetzt werden.
Was ist das Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ermitteln, ob und wie die AfD auf TikTok durch negative Angriffe auf politische Konkurrenten versucht, das Vertrauen in andere Parteien zu schwächen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine stichprobenartige, qualitative Inhaltsanalyse von 34 ausgewählten TikTok-Videos durchgeführt, um diese nach verschiedenen Kategorien von Attacken zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Aufbau der Videobeiträge und kategorisiert die beobachteten Angriffe in „Trait attacks“, „Issue attacks“ und „Value attacks“ anhand von Fallbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Negative Campaigning, politische Kommunikation, TikTok-Strategie der AfD und die Analyse von Diskreditierung in sozialen Medien.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Trait“ und „Issue“ Attacks eine Rolle?
Diese Unterscheidung hilft bei der Bewertung, ob eine Attacke auf die persönliche Integrität (Trait) abzielt oder auf inhaltliche Konzepte (Issue), was die Art der strategischen Kommunikation verdeutlicht.
Wie unterscheidet sich die AfD laut der Arbeit in ihrer TikTok-Strategie von anderen Parteien?
Im Gegensatz zu anderen Parteien, die spezifisch für TikTok produzierten Content (z. B. Challenges) nutzen, setzt die AfD primär auf Ausschnitte aus parlamentarischen Reden mit provozierten Titeln.
- Arbeit zitieren
- Hannah Auer (Autor:in), 2024, Politische Kommunikation in den Sozialen Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1563792