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Die Konzeption der Weiblichkeit und Rolle der Frau im Hinduismus

Title: Die Konzeption der Weiblichkeit und Rolle der Frau im Hinduismus

Seminar Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Maria Brückner (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Uns westlichen und zumeist christlich gesinnten Menschen ist der Hinduismus eher fremd. Aufgrund dieser Tatsache entstand der Wunsch, mehr über diesen Glauben zu erfahren. Besonderes Interesse gilt der Konzeption der Weiblichkeit und dem hinduistischen Frauenbild, denn der Frau kommen in unterschiedlichen Gesellschaften, Kulturen und Ländern verschiedenste Rollenbilder zu.
Der Hinduismus ist die drittgrößte Religion der Erde und nimmt somit den Status einer Weltreligion ein. Den Hinduismus verbindet man prototypisch mit vielen Göttern, bunten Darstellungen und der Wiedergeburt, aber welche Rolle wird hier der Frau zugetragen. Diese Glaubensrichtung kennt keinen Stifter und kein einheitliches, allgemein verbindliches Dogma und keine oberste Autorität. Dennoch existieren Texte mit Gesetzescharakter, welche Regeln und Bestimmungen für die Position und Aufgaben der Frau vorsehen und vorgeben. Es ist interessant zu klären, wie diese Texte im gesellschaftlichen und realen lebensweltlichen Kontext zu deuten und zu verstehen sind, d.h. ob und wie sie eine praktische Anwendung finden. Hierbei bildet der soziale Stellenwert der hinduistischen Frau den inhaltlichen Schwerpunkt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Hinführung zum Thema

2.) Die Stellung der Frau – ein historischer Abriss

3.) Konzeption der Weiblichkeit

EXKURS: weibliche Gottheiten

3.1.) Das reale Frauenbild

3.2.) Rollenbilder

3.2.1.) Die Frau als Kind

3.2.2.) Die Ehefrau

3.2.3.) Die Mutter

3.2.4.) Die Witwe

4.) Perspektiven der indischen Frauenbewegung

5.) Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ambivalente Konzeption der Weiblichkeit und die soziale Rolle der Frau im Hinduismus, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen mythologischen Rollenvorbildern und der realen Lebenssituation der Frau liegt. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der Verehrung weiblicher Gottheiten und der gesellschaftlichen Unterordnung sowie Diskriminierung der Frau zu analysieren.

  • Historische Entwicklung des hinduistischen Frauenbildes
  • Metaphysische Konzepte von Weiblichkeit (Shakti und Prakriti)
  • Rollenbilder: Von der Tochter über die Ehefrau und Mutter zur Witwe
  • Praxis der Witwenverbrennung (Sati) und ihre Hintergründe
  • Emanzipatorische Strömungen und indische Frauenbewegungen

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Die Frau als Kind

Die Geburt als weibliches Kind, als Tochter, wird, wie bereits erwähnt, als Konsequenz vorhergehender negativer Taten in einem früheren Leben im Rahmen der Wiedergeburt gedeutet. Es heißt, dass man ein neugeborenes Mädchen zur Seite lege und ein männliches Kind freudig in die Höhe gehoben werde. Die Geburt der Tochter gilt nicht als freudiger Akt, da diese als schwerer Schicksalsschlag angesehen wird. Die Geburt der Tochter sei ein Unglück, weil die späteren erforderlichen Mitgiftgaben den finanziellen Ruin der Familie verursachen. In diesem und weiteren Punkten liegt die Präferenz männlicher Nachkommen begründet. Diese besteht, da der Sohn Erbe und Verantwortlicher für die Altersvorsorge der Eltern ist, davon die Existenzsicherung abhängt, er als sozialer Erlöser der Frau gilt und eine religiöse Pflicht mit der Sohnesgeburt ihre Vollbringung findet.

Der soziale Stellenwert der Tochter ist sehr gering, da sie von Anfang an als finanzielle Last angesehen wird, da sie nach der Heirat ihre Eltern verlässt und dabei einen Großteil des Familienvermögens mitnimmt, sowie eine Arbeitskraft verloren geht. Ein indisches Sprichwort besagt: „Ein Mädchen groß zu ziehen ist etwa so, als würde man die Pflanze im Garten eines Nachbarn gießen.“ Mithilfe der neuen Medizin besteht nun auch die Möglichkeit die Geburt einer Tochter zu verhindern. Die Amniozentese führt dazu, dass Mädchen abgetrieben werden, wodurch zwischen 1978 und 1983 etwa 78.000 weibliche Föten starben. Diese Früherkennung kostet ungefähr 70€ - die Kosten werden eher in Kauf genommen als die spätere Mitgiftforderung. Es besteht jedoch auch weiterhin die Praxis des Mädchenmordes, nachdem das Kind geboren wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Hinführung zum Thema: Einleitung in die Themenstellung, Erläuterung der Relevanz der Untersuchung sowie Definition der zentralen Fragestellungen und der methodischen Vorgehensweise.

2.) Die Stellung der Frau – ein historischer Abriss: Darstellung des Status der Frau in der vedischen Periode und deren zunehmender Verschlechterung im Verlauf des Brahmanismus.

3.) Konzeption der Weiblichkeit: Analyse des metaphysischen Weiblichkeitsverständnisses, der Exkurse zu Gottheiten sowie der Rollenbilder in Abhängigkeit der familiären und sozialen Stadien.

4.) Perspektiven der indischen Frauenbewegung: Überblick über die historischen und modernen Bestrebungen zur Verbesserung der Stellung der Frau durch Organisationen und sozialen Wandel.

5.) Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, welche die Ambivalenz und Paradoxie der weiblichen Rolle im Hinduismus unterstreicht und einen Ausblick auf künftige Entwicklungen gibt.

Schlüsselwörter

Hinduismus, Weiblichkeit, Rollenbild, Shakti, Patriachat, Ehefrau, Mutterschaft, Witwenschaft, Sati, Frauenbewegung, Emanzipation, Religion, Indien, Diskriminierung, Soziale Rolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption der Weiblichkeit im Hinduismus und untersucht, wie sich das Frauenbild historisch entwickelt hat und wie es in der Lebensrealität von Frauen umgesetzt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den mythologischen Grundlagen der Weiblichkeit, der sozialen Rollenverteilung in der Familie sowie den emanzipatorischen Bewegungen, die gegen frauendiskriminierende Praktiken vorgehen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Ambivalenz und Paradoxie aufzuzeigen, die zwischen der rituellen Verehrung weiblicher Gottheiten und der tatsächlichen gesellschaftlichen Unterordnung der Frau im hinduistischen Kontext besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine analytische Literaturrecherche, um durch historische Abrisse und die Untersuchung religiöser Texte die soziologische Situation der Frau im Hinduismus zu erörtern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Status der Frau, die Analyse metaphysischer Konzepte, die Detaillierung spezifischer Rollenbilder (Kind, Ehefrau, Mutter, Witwe) und einen Ausblick auf die indische Frauenbewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Hinduismus, Weiblichkeit, patriarchale Strukturen, Emanzipation, Shakti und die gesellschaftliche Rolle der indischen Frau beschreiben.

Wie unterscheidet sich der Stellenwert der Frau in der vedischen Zeit im Vergleich zur späteren Entwicklung?

Während Frauen in der vedischen Periode einen hohen Status mit Zugang zu Bildung und gewissen Freiheiten genossen, führte der spätere Brahmanismus und das Asketentum zu einer massiven Verschlechterung und einer absoluten Abhängigkeit vom Ehemann.

Warum wird die Mutterrolle im hinduistischen Kontext besonders hervorgehoben?

Die Mutterrolle wird als die einzige Position angesehen, in der die Frau soziale Achtung und eine Form der Vergöttlichung erfährt, da sie durch die Zeugung von Söhnen die religiöse Pflicht der Nachkommenschaft erfüllt.

Inwiefern stellt die Praxis der Sati eine paradoxe Situation dar?

Sati, die Witwenverbrennung, wird religiös als Krönung eines tugendhaften Lebens an der Seite des Ehemannes verbrämt, während sie real oft unter familiärem Druck erzwungen wurde und die Existenz der Witwe auslöscht.

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Details

Title
Die Konzeption der Weiblichkeit und Rolle der Frau im Hinduismus
College
Dresden Technical University  (Philosophie)
Course
Ethik in den Weltreligionen
Grade
1,5
Author
Maria Brückner (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V156403
ISBN (eBook)
9783640686193
ISBN (Book)
9783640685950
Language
German
Tags
Konzeption Weiblichkeit Rolle Frau Hinduismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Brückner (Author), 2007, Die Konzeption der Weiblichkeit und Rolle der Frau im Hinduismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156403
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