„The French and Indian War“ aus der Sicht Großbritanniens


Seminararbeit, 2003
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Vorgeschichte

3. Ursachen und Anlass
3.1 Ursachen
3.2 Anlass

4. Der French and Indian War aus englischer Sicht
4.1 Kriegsverlauf
4.2 Das Bündnis der Engländer mit den Irokesen
4.3 Die Rolle der Cherokee und der Creek aus englischer Sicht

5. Ergebnisse

6. Zusammenfassung

1. Einführung

Der ‚French and Indian War’, welcher auch Britisch-Französischer Krieg, oder ‚Seven Years War’ bezeichnet wird, fand von 1754 bis 1763 in Nordamerika statt. Dies ist der Letzte der vier Kriege in Nordamerika, die zwischen England und Frankreich ausgetragen wurden.

Im Allgemeinen, ging es um die Vormachtstellung in der Neuen Welt. Dieser Krieg ist außerdem eng mit dem Siebenjährigen Krieg in Europa verbunden und dem letzten der drei Karnataka-Kriege in Indien.[1]

2. Vorgeschichte

1707 kam es in der noch kleine Nation, England, zum „Act of Union“. Dies war ein Vertrag, in dem sich Schottland mit England und Wales verbündete. Durch diesen Vertrag wurde die lange, in sich gespaltene Insel, in politische und wirtschaftliche Einheit gebracht, welche schließlich zum heutigen United Kingdom, oder auch Großbritannien führen sollte.

1714 übernahm dann George I. den Thron von Queen Ann. Dies führte zu einer absoluten Umgestaltung des Staatessystems in einen starken Fiskal- und Militärstaat. Eine derartige Kehrtwende[2] in der Politik Englands ist auf die damalige Stimmung zurückzuführen. Der Handel mit überseeischen Kolonien war gefragter denje. Es wurden mehr exotische Produkte eingeführt, wie Zucker, Kaffee, Tabak, Vanille, Baumwolle und so weiter. Vorwiegend wurden diese Produkte von der gehoben Klasse und den Adelshäusern nachgefragt. Durch den starken Druck und der zunehmenden Nachfrage, auch durch unteren Schichten (hauptsächlich nach Zucker), musste immer mehr expandiert werden. Dies führte dazu, dass die Kolonien eine Schlüsselfigurstellung für die britische Diplomatie und die britische Kriegsführung einnahmen.[3]

Der Wachstum in Nordamerika war durch zwei Formen geprägt, zum einen der direkte und indirekte Handel mit Spanien und Portugal, zum anderen der Handel mit den eigenen Kolonien in der Karibik und in Nordamerika. Diese beiden voranschreitenden Entwicklungen, ließen hegemoniale Gedanken in Amerika wachsen. Daraus ergab sich auch der legale und illegale Handel mit spanischen Kolonien in Nordamerika. Hier konnte man den britischen Markt noch weiter ausbauen und auch gegen Gold und Silber handeln.[4]

Die Erweiterung führte auch dazu, dass die Kolonien zu einem sich ausbreitenden Absatzmarkt für die britische Manufaktur wurden. Die Produkte aus England wurden billig hergestellt und hier teurer verkauft, was für die britische Regierung eine weitere rentablere Einnahmequelle bedeutete. Ein weiterer Motor der Expansion und des zunehmenden Handels, war der demographische Druck in den Kolonien selbst. Man konnte auch mehr Agrarprodukte, Rohstoffe, tropische und subtropische Produkte expandieren, wobei Zucker sich als der wertvollste herausstellte. Zucker wurde später durch Tabak abgelöst, als die „erste legale Droge“, die sich weit über Europa verbreitete.

Obwohl es viele Restriktionen des Handels gab, erwies sich das britische Kolonialsystem als sehr erfolgreich, indem sich die Händler und Plantagenbesitzer sehr gut entwickeln konnten. Es entwickelte sich ein „...enormes Gebiet des freien Handels, mit über sieben Millionen Briten, die daran beteiligt waren...“.[5] Der Handel wurde durch Gesetze regiert, die Freiheit und Schutz garantierten und damit eine gute Basis für Wachstum bildeten. Die Gesetze erlaubten auch den Handel innerhalb des Britischen Imperiums, sowie mit dessen Kolonien. Somit konnten sich die Händler innerhalb der britischen Grenzen frei bewegen. Mit den Indianer handelte man mit Produkten, die für das britische Mutterland keinen Wert oder kaum Verwendung hatten.

Der Handel und die Stimmung innerhalb der Kolonien wurde gestört durch die hohen Steuerauflagen und vereinzelte strenge Restriktionen, wie den „Hat Act“(1731) und den „Iron Act“(1749). Beide verboten entweder die Produktion oder die Ausfuhr von Eisenprodukten beziehungsweise von Hüten.[6]

Durch das Eingreifen in andere Territorien europäischer Großmächte wurden Kriege provoziert. Die Finanzierung der einzelnen Kriege gegen andere See- und Handelsmächte erreichte George I. zum größten Teil nur aus dem Handel mit seinen Kolonien und den hohen Steuern. Das Streben Englands um die Vormacht in Amerika bedeutete gleichzeitig Frankreich und Spanien aus dem Gebiet zu vertreiben. Der große Zuwachs an Menschen und Raum in den britischen Kolonien führte zu einem noch stärkerem Konkurrenzkampf mit den expansionswilligen Franzosen und Spaniern.

„Zwischen 1689 und 1815 kam es zu sieben großen Kriegen zwischen Großbritannien und Frankreich, die sich nur um die Vormachtstellungen in verschieden Kolonialgebieten drehten; fünf dieser Kriege involvierte auch Spanien“[7]. Manchmal nannte man diese, recht heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem United Kingdom und Frankreich, zusammenfassend auch „den zweiten Hundertjährigen Krieg“[8]. In diesen Wettkämpfen stellten sich die britisch-amerikanischen Kolonien als äußerst ungeschützt heraus, da sich die Armeen und Flotten der einzelnen Beteiligten, sich in amerikanischen Gewässern und auf amerikanischen Boden niederließen und versuchten die Menschen dort für Kriege zu rüsten und zu unterwerfen. Besonders gefährdet und als strategisch wichtiger Punkt in Sachen Handel, wurde die britische Region zwischen Nova Scotia und Barbados, angesehen. Hier spielte sich die komplette Produktion und der gesamte Handel Großbritanniens mit den Atlantikkolonien ab, also den Bezugsquellen der Waren des britischen Marktes. Zudem kam noch die starke Expansion der Kolonien, sowohl demographisch, als auch kommerziell und räumlich.

Der erste offizielle Konflikt zwischen den Mächten fand von 1702 bis 1713 statt, der sogenannte „Krieg der spanischen Nachfolge“. Er ergab sich aus dem französischen Streben nach einem Super-Staat mit Spanien, welches England durch Zusammenschluss mit Holland und Österreich, der sogenannten „Großen Allianz“, unterbinden konnte. Daraus entstand der Vertrag von Utrecht (1713), welcher England die Macht über die französischen Gebiete Neufundlands, der Hudson Bay, Acadia (Nova Scotia), Port Royal sowie die spanischen Gebiete Gibraltar und Minorca, verschaffte. Dieser Vertrag verschaffte Großbritannien die Vormacht, über den Sklavenhandel und unterband den großen französischen Einfluss auf den spanischen Kolonialhandel.[9]

Der Konflikt, der aufgrund des Kolonialhandels entbrand war, führte noch zu weiteren kleineren Auseinandersetzungen mit Spanien 1718 und 1727 und bezog die Kolonien stark mit ein. Aber erst 1739 begannen blutige Kriege in den Kolonien. Zunächst bekriegten sich England und Spanien, dann ab 1744 trat England in den Krieg mit Frankreich. Diese Kriege betrafen die Ressourcen der amerikanischen Kolonien, die hier noch stark vorhanden waren. Die Hauptgründe jedoch, waren zum einen der britische Verstoß gegen spanische Handelsgesetze in Amerika und zum anderen die Beschlagnahmung britischer Schiffe durch die Spanier, die im Glauben waren, britische Händler würden Waren in spanische Kolonien schmuggeln.[10]

Die Konflikte der Kolonien in Amerika verstärkten sich bis in die 1750er. In diesem Zeitraum nahm der demographische Druck der britische Siedler zu und man musste nach Westen ausweichen. Das westliche Gebiet wurde jedoch bereits von indianischen Stämmen und französischen Handlesstützpunkten besetzt. Dies führte 1756 zu dem entscheidenden Krieg um die Vorherrschaft in Amerika, dem Seven Years War, der noch bis 1763 anhalten sollte. Dies sollte der entscheidende Krieg werden, der das internationale Mächteverhältnis zu Gunsten Großbritanniens, auf Dauer änderte.

3. Ursachen und Anlass

3.1 Ursachen

Das gesamte 18te Jahrhundert hindurch bestand ein ungeduldiges Verlangen, nach dem Zugang zu den profitablen Fellhandelregionen der Great Lakes im Ohio-Tal. England wollte dies genauso wie Frankreich. Durch Virginia und Pennsylvania, zwei britische Kolonien in der Nähe zum Ohio-Tal, konnte England seinen Anspruch auf dieses Gebiet behaupten.[11]

Da es im Ohio-Tal auch viele Ressourcen, wie Kohle und Salz gab, wurde dieses Gebiet um so begehrenswerter. Also begann man 1727 mit dem Bau eines Handelstützpunkts namens Oswego, an den Ufern des Ontario Sees. 1740 drangen dann weitere englische Pelzhändler aus Virginia weit ins Ohio-Tal ein und errichteten mehr Außenposten am Ohio River und dessen Nebenflüssen. Das englische Territorium konnte schnell besiedelt werden und der Wunsch nach Expansion wuchs. Man gründete auch weitere Haupthandelssitze im heutigen Albany und Charleston. Dadurch kamen die Engländer natürlich auch mit den dort ansässigen Irokesen und Delawares in Kontakt und unterbanden den Handel dieser mit Frankreich.[12]

Von 1749 bis 1752 konnte man immer mehr Forts in den Graslandgebieten errichten. Dies waren strategisch wichtige Punkte, um die Übersicht über beide Seiten gleichzeitig behalten zu können, zu den Franzosen und zu den Indianern. „Die dortigen Indianer waren sich der Bevölkerungswelle der Weisen bewusst und wollten deshalb den Handel mit England nicht unterbrechen, da die Franzosen weder mit dem Preis, noch mit der Qualität der Produkte der Engländer mithalten konnten“[13]. Zudem war die Englische Macht in der Region eine Realität und der französische Handel südlich der Großen Seen nur ein Versprechen.

Ab 1748 wurden die Spannungen zwischen England und Frankreich immer größer. Großbritannien fürchtete jetzt eine Abtrennung der westlichen Gebiete durch Frankreich. Doch war die Kontrolle über ein so großes Gebiet auf Dauer nicht umsetzbar. Dadurch wurde das Ohio-Tal zu einem Gebiet mit indirektem Einfluss und beidseitigen Besiedlungsversuchen. Frankreich strebte zuerst nach der Kontrolle über die Wasserstraßen und deren umliegendes Land, doch auch sie konnten keine Kontrolle behalten oder es besiedeln. Dies wäre für beide Seiten nur möglich, wenn man mit den Irokesen verhandeln würde, denen das Land rechtmäßig gehörte. Hier bot sich den Indianern die günstigste Möglichkeit, ihr Land für sich selbst doch noch zu bewahren. Sie konnten jetzt beide Mächte gegeneinander ausspielen. Im Gegensatz zu den Franzosen, die sich schon länger dort niedergelassen hatten, fehlten den Briten die effektiven Verbindungen zu den Unterstämmen der Irokesen, welche leichter zu beeinflussen waren.

1752 kamen es, unter anderem wegen dieser fehlenden Beziehungen, zu einer Handelskonferenz mit den Delaware, den Shawnee und den Mingo. Hierbei ging es um den Aufbau einer Ohio Company, zu der man die „Erlaubnis“ der Indianer benötigte. Diese Company sollte den Handel in der Region regeln, natürlich ohne Einfluss Frankreichs. Hierzu waren aber Handelsstützpunkte und Handelswarenhäuser nötig, für die man die Zustimmung der Indianer haben wollte. Die Briten versäumten es aber ihre eigenen Besiedelungsabsichten zu erwähnen. Durch die Ohio Company hatten aber die ansässigen Indianer die Sorge, dass die Weißen ihr Land übernehmen würden. Zusätzlich kam es innerhalb der Stämme zu Unstimmigkeiten, da sich bereits einige Stämme unter britische Führung befanden. Dadurch gelangen nicht alle Versuche der Besiedlung von Seiten Großbritanniens. Auch wurde der Bau eines zweiten Handelswarenhauses, Red Stone Fort, welches gleichzeitig ein ständige Standbein am Ohio River darstellte, verhindert.[14]

[...]


[1] Vgl. „Britisch-Französischer-Kolonialkrieg“, Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie©, Microsoft Corperation, 1993-1998.

[2] Umstellung von neutralen, extrem feudalen und absolutistischen Staat in einen fiskalen und stark militärischen Staat

[3] Vgl. McFarlane, Anthony: The British in America 1480-1815, Longman Singapore Publishers Ltd.: New York, 1992; S. 218-241.

[4] Vgl. McFarlane, Anthony S. 218-241

[5] ibid

[6] ibid

[7] Vgl., McFarlane, Anthony S. 218-241.

[8] ibid

[9] ibid

[10] Vgl., McFarlane, Anthony S. 218-241.

[11] Vgl., Anderson, Fred; “Crucible of war : the Seven Years’ War and the fate of empire in British North America, 1754 - 1766“;New York, Knopf, 2000; S. 11-31

[12] Vgl., Anderson, Fred; S. 11-31.

[13] ibid.

[14] Vgl., Anderson, Fred; S. 11-31.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
„The French and Indian War“ aus der Sicht Großbritanniens
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Konfliktgeschichte im kolonialen Nordamerika (1607 – 1763)
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V156410
ISBN (eBook)
9783640686216
ISBN (Buch)
9783640685936
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
French, Indian, War“, Sicht, Großbritanniens
Arbeit zitieren
Doreen Bärwolf (Autor), 2003, „The French and Indian War“ aus der Sicht Großbritanniens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156410

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