Die Germanienpolitik Roms in der Zeit von Caesar bis Augustus


Zwischenprüfungsarbeit, 2001

45 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Das Land der Germanen und die Germanenvölcker

3. Die Germanienvorstöße unter Caesar

4. Die Germanienpolitik des Augustus bis zur Varusschlacht
4.1 Die Feldzüge von Drusus in Germanien 12 – 9 v. Chr.
4.2 Tiberius in Germanien 8 v. Chr . – 6 n. Chr.
4.3 Römische Herrschaftsform im Gebiet zwischen Rhein und Elbe
4.4 Die Varusschlacht

5. Die Zeit nach der Varusschlacht bis zur Abberufung

des Germanicus

6. Zeittafel

7. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

In der folgenden Arbeit wird die römische Germanienpolitik dargestellt, die ihren Anfang im Zuge des Gallischen Krieg Caesars mit dem Bau einer Rheinbrücke im Jahre 55 v. Chr. nimmt und nach der Abberufung des Germanicus 16 n. Chr. mit dem Rückzug der Römer auf die Rheingrenze in ihrer expansiven Ausrichtung ein Ende findet.

An erster Stelle werden die germanischen Völker mit ihren damaligen Siedlungsraum vorgestellt, daß Land der Germanen abgegrenzt und in seinen Naturräumlichen Gegebenheiten beschrieben.

Nach dieser mehr geographischen Einführung wird anschließend der Beginn der römischen Expansion nach Germanien unter Julius Caesar beschrieben. War dieses Vorgehen gegen die Germanen nur eine kurze Episode, so ist seit den Feldzügen des Drusus und Tiberius, welche weit in das Germanengebiet jenseits des Rhein führen, der Versuch unternommen wurden, daß eroberte Gebiet zu befestigen und zu einer Provinz auszubauen. Dieses wird in einem Teil dieser Arbeit dargestellt.

Im Anschluß an diese Ausführungen wird desweiteren dargelegt wie es zur Varusschlacht, welche für Rom mit einem Desaster endet, kommt und wie in der Folgezeit römische Politik gegenüber den Germanenvölker fortgeführt wird und was der Verzicht auf eine Okkupation Germaniens langfristig für Folgen hat.

Germanien ist im übrigen bis zu diesen Zeitpunkt das erste Land, aus dem Rom sich wieder zurückziehen mußte.

Dieses Kapitel der Römisch – Germanischen Geschichte ist in zahlreichen wissenschaftlichen Abhandlungen dargestellt. Wie aber sieht es mit der Quellenliteratur aus?

Da die Germanen keine Aufzeichnungen hinterlassen haben, beziehen wir das gesamte Wissen von römischen Schriftstellern. Dies ist zum ersten nicht so vorteilhaft, weil dadurch die Ereignisse, welche im folgenden Text dargestellt werden, nur aus einer Perspektive bekannt sind.

Zum zweiten sind die römischen Autoren zum Zeitpunkt der Ereignisse nicht selber in Germanien gewesen noch haben sie zum Teil zu diesen Zeitpunkt überhaupt gelebt. Tacitus, auf dessen Werk ,, Germania ´´ sich die meisten heutigen Autoren beziehen, wurde 46 Jahre nach der Varusschlacht im Jahre 55 n. Chr. geboren. Auch Sueton wird erst 75 n. Chr. Geboren. Cassius Dio schreibt seine ,,Römische Geschichte`` erst etwa 180 Jahre später. Der einzige Zeitzeuge, der Aktiv am Geschehen beteiligt ist und dies in seinem „ Bellum Gallicum`` niederschreibt, ist Julius Caesar. Der spielt jedoch nur in den ersten Anfängen dieser Arbeit eine Rolle.

Die oben genannten Autoren werfen auch die Frage nach ihrer Glaubwürdigkeit auf. Es gibt bei einem Autor ein Detail, welches bei einem anderen nicht oder völlig anders beschrieben wird.

Weiter ist zu befürchten, daß manche Tatsachen falsch oder Übertrieben dargestellt werden, wohl auch um das römische Scheitern in ein besseres Licht zu stellen.

2. Das Land der Germanen und die Germanenvölker

Das Land der Germanen oder vielmehr das der einzelnen Germanenvölker ist schwer abzugrenzen, da es keine politischen Grenzen besitzt. Germanien beinhaltet vielmehr eine Ansammlung in sich verschiedener Stämme, die in Nachbarschaft in einem Gebiet leben, welches man geographisch mit dem Rhein als westliche Grenze, der Donau oder die Alpen als Südgrenze, der Nord - und Ostsee als nördliche Grenze sowie der Weichsel als östliche Grenze begrenzen kann. Es ist jedoch so, daß dieses Gebiet nicht vollständig besiedelt ist und auch außerhalb noch Germanenstämme seßhaft sind. Dies macht die Karte auf S. 6 auch deutlich.[1],[2]

Zur Herkunft der Germanen gibt Tacitus in seiner „Germania‘‘ an, daß die verschiedenen Germanengruppen Ureinwohner sind.[3] Dies ist allerdings nicht richtig. Vielmehr kommen die Germanischen Völker ursprünglich aus Skandinavien,[4] Dänemark ,von der Nord- und Ostseeküste sowie aus dem Gebiet der Elbe.[5] Die Karte auf S. 6 verdeutlicht, daß einzelne Germanenstämme vom Norden kommend langsam in südlicher Richtung vordringen . Um 750 v. Chr. bewohnen sie den oben genannten Raum, so haben einzelne Gruppen oder ganze Stämme bei Christi Geburt Rhein , Donau und Weichsel erreicht.

Auf der Karte ist weiterhin zu erkennen, das die einzelnen Germanenstämme eigene Namen besitzen. So stellt sich die Frage nach der Herkunft der Bezeichnung „ Germanen‘‘ für diese Gruppen. Die Altertumswissenschaft ist sich einig darüber, daß der Germanename als solcher nichtgermanischer, aber auch nicht lateinischer Herkunft ist und seine Bedeutung daher im Dunkeln bleibt.[6]

Der Begriff Germanen als Bezeichnung für eine eigene Volksgruppe, getrennt von Kelten und Galliern, wird erstmals von Julius Caesar in seinem Buch „ De bello Gallico‘‘ über den Gallischen Krieg, dargestellt. Dort geht er davon aus, daß der Rhein Gallien und Germanien voneinander trennt. Durch Caesar wird der Germanenbegriff als Gesammtbezeichnung für alle rechts des Rhein lebenden Völker bekannt.[7]

Das Land der Germanen wird von Tacitus in seiner Naturausstattung als sehr unterschiedlich beschrieben, wobei er jedoch angibt, daß es von Wäldern und Sümpfen bedeckt wird und im Vergleich mit Gallien regenreicher und auch windiger ist.[8] Insgesamt geht Tacitus auf die Naturausstattung des Landes nicht besonders intensiv ein, desweiteren ist er selber nie in Germanien gewesen, kennt das Land also nur von Berichten anderer.

Auf die Landschaft und Vegetation möchte ich etwas intensiver eingehen als Tacitus dies in seiner „ Germania‘‘ für nötig hält, da dies für das Verständnis um das Scheitern der Römer bei der Eroberung Germaniens notwendig erscheint.

Das Land ist, stark bewaldet, mit Sümpfen, Windbrüchen und Hochmooren durchzogen. Diese Region in Mitteleuropa, bis Caesars Beschreibung in seinem Buch„ Der Gallische Krieg‘‘ durch die sehr vagen Darstellungen von griechischen Geographen wie Poseidonios bekannt, kann durchaus als Urlandschaft bezeichnet werden.[9] Jene Landschaft bedeckt die gesamte Fläche von Horizont zu Horizont, unterbrochen lediglich von Lichtungen, seltenen Äckern, Brachen und gerodeten Siedlungsflächen.

Aufgrund von Klimaänderungen ab 2500 v. Chr. mit niedrigeren Temperaturen sowie höheren Niederschlägen ändert sich das Aussehen des Waldes jedoch allmählich. So verdrängt die Buche die Eiche, die Kiefer breitet sich statt der Tanne in den Mittelgebirgen aus.

In Germanien macht sich der Einfluß der Menschen erst allmählich ab 700 v. Chr. auf die Landschaft bemerkbar. Die Bevölkerungsgröße dürfte sich um die Zeitenwende auf 2 - 5 Millionen Menschen belaufen, was einer Bevölkerungsdichte von 3 - 7 Personen auf einen km2 ausmacht.[10]

Wie aber sieht das Leben der Menschen in diesem Land, das den Römern unbekannt ist, aus?

Es gibt keine Städte und kaum Dörfer. Vielmehr leben die Germanen in langgezogenen Häusern, die sich vereinzelt in den eben dargelegten Räumen befinden. Die Häuser sind mit Rohr gedeckt, Vieh und Mensch leben unter einem Dach. In der Mitte ist eine Feuerstelle, deren Qualm durch Rauchabzugslöcher entweicht, da es keine Fenster gibt.[11]

Die Germanen leben als Großfamilie in Häusern, wobei das dreischiffige Langhaus als typisch gelten kann. Die Besiedlung der Dörfer mit bis zu dreißig Häusern erfolgt durch die Sippe, was zur Identität von Sippe und Dorfgemeinschaft führt. In der Dorfumgebung wird auf gerodeten Flächen Ackerbau (Weizen, Gerste, Hafer, Flachs, Gemüse) und Viehzucht (Rinder, Schafe) betrieben.[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Bild zeigt ein typisches Haus in Germanien aus dieser Zeit.

Desweiteren gibt es Handwerk und Handel, jedoch wird hauptsächlich zur Selbstversorgung gewirtschaftet. Die Gesellschaft der Germanen kennt 3 Stände: Der Adel, dessen Geschlechter angeblich von den Göttern stammen, die Freien, welche Rechte besitzen und die Bevölkerungsmasse bilden sowie die Minderfreien

(Freigelassene). Die Germanen besitzen kein geschriebenes Recht, sondern ein auf eine vernünftige Ordnung beruhendes, mündlich weitergegebenes Volksrecht.[13]

Für die Verfassung ist das Oberste Organ der Thing, eine Versammlung, welche in regelmäßigen Abständen zusammentritt. Dort stimmen die Fürsten über Krieg ab, über Freilassung von Gefangenen und es wird Gericht gehalten.[14]

Die Germanischen Stämme unterteilen sich in Gaue, ein Gau wiederum in eine Hundertschaft. Der wichtigste Verband ist jedoch die bereits erwähnte Sippe, die untereinander Verwandt sind. Im Kriegsfall wählen die Germanen einen Herzog, der sie anführt.[15]

In der Religion gibt es bei den Germanen drei Götter. Als erstes den Kriegsgott Wodan, dann Thor als Beschützer der Bauern und Tiwaz, der als Kriegsgott verehrt wird. Die Ausübung der Religion findet auf Kultfesten in Kultbezirken statt. Dies können heilige Haine, Berge, Quellen, Steine und Bäume sein. Dort finden Tier, - aber auch Menschenopfer statt.[16]

Zum Abschluß dieser kurzen Beschreibung der Germanen möchte ich nun die Germanenstämme kurz vorstellen, welche am stärksten in Berührung mit den Römern kommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die geographische Lage der einzelnen Germanengruppen ist mit Hilfe der folgenden Karte zu verfolgen. Bei der Darstellung der folgenden Germanenstämme beziehe ich mich auf die Ausführungen von Tacitus in seiner „ Germania‘‘.

Am linken Rheinufer leben im Moselraum die Stämme der Wangionen und der Treverer. Südlich von ihnen leben am Oberrhein die Nemeter und die Triboker. Die Ubier siedeln am Niederrhein zwischen Maas und Rhein, während die Bataver an der Rheinmündung zur Nordsee leben. Weiter südlich im Bereich des heutigen Belgien befinden sich noch die Siedlungsgebiete der Menapier, Nervier, Tungrer sowie der Eburonen.[17] Diese Stämme gelten als unterworfen. Die Bataver und die am Rhein lebenden Mattiaker gelten hingegen als Treue Verbündete Roms.[18]

Nördlich des Mains und westlich der Fulda liegt in einem Waldgebirge das Gebiet der Chatten. Diese werden von Tacitus als militärisch diszipliniert, organisiert im Gefecht, sehr kriegerisch und sehr mutig im Kampf dargestellt.[19]

Am Rhein leben als Nachbarn der Chatten die Tenkterer sowie die Usiper, die weiter nördlich leben. Die Tenkterer gelten als ein in der Kunst des Reiten sehr geschicktes Volk.[20]

Nördlich der Tenkterer siedeln die Brukterer, diese sind jedoch von den nun in diesen Gebiet lebenden Chamaven und Amsiwarier vertrieben worden.[21]

Nördlich der Chamaren leben im Gebiet der heutigen Niederlande die Friesen, nach ihrer Stärke aufgeteilt in Groß - und Kleinfriesen. Diese Stämme leben am Meer und befahren dieses auch.[22]

Westlich der Friesen trifft man im Gebiet der Weser auf die Chauken. Sie besiedeln ein großes Gebiet und stehen in hohen Ansehen bei ihren Nachbarstämmen, da sie ein friedliches Volk sind, welches den Krieg nicht sucht, jedoch zur Verteidigung auf ein großes Heer zurückgreifen kann.[23]

Im Gebiet zwischen Ems und Weser leben im heutigen Westfalen die Cherusker. Im Jahr 4 n. Chr. werden sie zunächst zu römischen Verbündeten. Kommen wir nun zu den Sueben. Diese bilden keinen zusammenhängenden Stamm, sie sind vielmehr im ganzen germanischen Raum beheimatet. Dabei sind sie in Einzelstämme und Stammesverbände gegliedert. Der Älteste und angesehenste von ihnen ist der Stamm der Semnonen.[24]

An der Elbe, östlich des Lebensraum der Chauken, befindet sich die Heimat der Langobarden.[25] Dies ist ein zahlenmäßig kleiner Stamm, der aber im Kampf durch seine mutigen Krieger hervorsticht.[26]

Dies sind bei weiten nicht alle Germanenstämme, sondern nur die Westgermanischen, auf die ich mich beschränken möchte, da nur ihr Siedlungsgebiet von den Römern okkupiert werden wird.

3. Die Germanienvorstöße unter Caesar

Zu einer ersten Konfrontation zwischen den Römern und Germanen kommt es infolge der Züge von Kimbern, Ambronen und Teutonen durch Mitteleuropa ab etwa 120 v. Chr. Auf der folgenden Karte[27] sind die Züge der oben genannten Gruppen dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Den Germanen werden diese jedoch erst durch Caesar zugerechnet. Die Kimbernzüge führen entlang der Elbe Richtung Böhmen, um im Jahre 113 bei Noreia eine römische Armee zu schlagen. Durch Helvetien ziehen sie nach Gallien und Nordspanien. Inzwischen ist ihr Heer durch den Anschluß einiger Keltenstämme auf mehrere Zehntausend Leute angewachsen. Verhandlungen mit den Römern um eine Ansiedlung scheitern, woraufhin diese in mehreren Schlachten besiegt werden. Als sich das Völkerheer im Jahr 102 v. Chr. aufteilt und in 2 Armeen nach Italien zieht, werden zuerst die Teutonen, ein Jahr später die Kimbern von einem römischen Heer unter den Befehl von Konsul Marius besiegt.[28]

Aufgrund dieser Bedrohung wird das römische Volk aufgeschreckt. Es hat sich gezeigt, das Rom durch eine harte, mutige und todesverachtende Kampfweise militärisch zu besiegen ist. Hätten die Kimbern und Teutonen sich nicht getrennt, so wäre wohl Rom selbst in Gefahr gewesen. Zudem sind diese beiden Stämme aus einem den Römern nicht bekannten Gebiet gekommen, so das die Gefahr nicht auszuschließen ist, das sich derartiges wiederholt. Erst über hundert Jahre später kann das Ursprungsland dieser Barbaren lokalisiert werden. Seit der Abwehr dieser Barbarenstürme gehört es zur politischen Aufgabe, eine Wiederholung dieser Schrecken zu vermeiden.[29]

Zu neuerlichen, bedeutsamen Kontakten zwischen Rom und den Germanen kommt es erst wieder zur Zeit des von Julius Caesar begonnenen Gallischen Krieg (58 - 51 v. Chr.). Als ein Grund für diesen Konflikt kann man das Streben nach Macht und Ruhm sehen, ein weiterer ist zweifellos politischer Natur. Der Suebe Ariovist überschreitet im Jahre 70 v. Chr. mit einem Heer den Rhein und fällt in Germanien ein. Nachdem Caesar die Helvetier im Jahre 58 v. Chr. besiegt und in ihre alten Siedlungsgebiete zurückgetrieben hat, auch um ein Nachrücken von Germanenstämmen zu verhindern, sieht er die Notwendigkeit einer Zurückdrängung der Sueben um Ariovist. Bei Mühlhausen glückt ihm ein großer Sieg über seinen Gegner.[30]

Welcher Hintergrund aber hat Caesar dazu bewogen, gegen Gegner vorzugehen welche nicht direkt das römische Gebiet bedrohen? Er hat wohl die Gefahr gesehen, daß weitreichende Völkerverschiebungen die römische Herrschaft in Gallien und in Italien selber bedrohen könnten und sieht die Bewegungen der beiden Völker in Vergleich mit dem Kimbernzug und die Bedrohung, daß weitere Germanenstämme den Rhein überqueren und diese die herrschende politische Ordnung zu Ungunsten Roms nachhaltig verändern.[31] Durch die Eroberung Galliens nach seinem Sieg über die Belger im Jahre 57 v. Chr. gilt Gallien als befriedet und steht somit unter der Herrschaft Roms. Auf der Karte[32] sind die entscheidenden Operationen bei der Eroberung Galliens dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dort ist auch zu sehen, daß Caesar im Jahre 55 und 53 v. Chr. jeweils den Rhein überquert. Im Hinblick auf die Germanienpolitik Caesars sollen diese Ereignisse etwas genauer dargelegt werden. Nach dem Ende der Kampfhandlungen in Gallien ist der Rhein als Grenze des Reiches festgelegt, aber nicht unbedingt gesichert. So kommt es, daß 55 v. Chr. erneut Germanen, nun die Tenkterer und Usipeter, den Rhein überqueren und nach Gallien ziehen. Caesars Meinung, die Germanen als gefährliche Nachbarn zu sehen, bestätigt sich.[33]

Getrieben werden die Germanen von der Suche nach neuen Siedlungsgebieten. Caesar nimmt zunächst Verhandlungen auf, wobei ihm klar ist, daß er sich auf seine gallischen Verbündeten nicht verlassen kann. Er ist nicht bereit, germanische Ansiedlungen in Gallien zu dulden und legt seine Position unmißverständlich den Germanen dar.[34] Trotz Verhandlungen kommt es nach einem Überfall von germanischen Reitern auf die römische Reiterei zum Kampf, wobei die Römer den Sieg davontragen und die Germanen zurückdrängen.[35]

Nach Beendigung dieser Feindseligkeiten beschließt Caesar, selbst über den Rhein in das Land der Germanen zu gehen. Als Hauptgrund ist wohl zu sehen, daß er den Germanen demonstrieren will, das Rom ebenso in Germanien eindringen kann wie die Germanen in römisches Herrschaftsgebiet. Zu diesen Zweck läßt Caesar von seinen Pionieren innerhalb von zehn Tagen eine Brücke über den Fluß bei Neuwied errichten und marschiert mit seinen Legionären in das Land der Sugambrer, welche zusammen mit den Tenkterer und Usipeter den Rückzug antreten. In den achtzehn Tagen, der Länge des Aufenthalt der Römer in Germanien, zerstören diese im Gebiet der Sugambrer Dörfer, Gehöfte, Felder und Ernten. Einen Kampf suchen sie nicht. Nach Beendigung dieser Heldentaten ziehen sie sich wieder über den Rhein zurück und Caesar läßt die Brücke zerstören.[36] Im Jahre 53 v. Chr. kommt es infolge einer Strafexpedition zur zweiten Rheinübequerung, welche etwas nördlicher als der ersten erfolgt. Zum einen will man verhindern, daß sich feindliche Gallier um Ambiorix nach Germanien absetzen, zum andern um Germanen, welche den aufständischen Treverer Truppen geschickt haben sollen, zu bestrafen. Nach dem Rheinübergang erfährt Caesar von den Gesandten der Ubier, das nicht diese sondern die Sueben seine gallischen Feinde unterstützten. Nachdem dieser erfährt, daß sich die Sueben in die entfernten, dichten Wälder zurückgezogen haben, wird auf eine Verfolgung verzichtet und die Römer ziehen sich auf die gallische Rheinseite zurück. An dieser Stelle läßt Caesar die Brücke zur Hälfte abreißen, einen Turm sowie Befestigungen errichten und eine Besatzung zurück.[37]

[...]


[1] Vgl. Tacitus, Germania, 1990, Kap. 1.

[2] Vgl. Kinder, H. / Hilgemann, W., dtv – Atlas Weltgeschichte Band 1, S. 108.

[3] Vgl. Tacitus, Germania, Kap. 2.

[4] Vgl. Wolfram, H. , Die Germanen, 1999, S. 15.

[5] Vgl. Goetz, H – W. / Welwei, K – W. , Altes Germanien, 1995, S. 7.

[6] Vgl. Wolfram, H., Die Germanen, 1999, S. 25 .

[7] Vgl. Pohl, W. , Die Germanen, 2000, S. 52 ff.

[8] Vgl. Tacitus, Germania, 1990, Kap. 5.

[9] Vgl. Wolters, Die Römer in Germanien, 2000, S.16ff.

[10] Vgl. Döbler, Die Germanen, 1975, S. 243ff.

[11] Vgl. Völcker, Als die Römer..., 1984, S. 97, Bild S. 103.

[12] Vgl. Kinder/Hilgemann, dtv- Atlas Weltgeschichte Band 1, 1997, S. 109.

[13] Siehe Anmerk. 12.

[14] Vgl. Döbler, Die Germanen, 1975, S. 263- 265.

[15] Siehe Anmerk.12.

[16] Vgl. Wolfram, Die Germanen, 1999, S. 59- 64.

[17] Vgl. Tacitus, Germania, 1990, Kap. 28.

[18] Ders., Kap. 29.

[19] Karte: siehe Kinder/ Hilgemann, dtv- Atlas Weltgeschichte Band 1, 1997, S.108

[20] Vgl. Tacitus, Germania, 1990, Kap. 30 u. 31.

[21] Ders., Kap. 32.

[22] Ders., Kap. 33.

[23] Ders., Kap. 34.

[24] Ders., Kap. 35

[25] Vgl. Tacitus, 1990, Kap. 38 u. 39

[26] Ders. Kap. 40

[27] Karte: siehe Kinder/ Hilgemann, dtv- Atlas Weltgeschichte Band 1, 1997, S.88.

[28] Vgl. Pohl, Die Germanen, 2000, S. 11.

[29] Ders., S. 30.

[30] Vgl. Timpe, Caesars gallischer Krieg... , S. 198.

[31] Vgl. Timpe, Caesars gallischer Krieg... , S. 198.

[32] Karte: siehe Kinder/ Hilgemann, dtv- Atlas Weltgeschichte Band 1,1997, S. 90.

[33] Vgl. Szidat, Caesars Diplomatische Tätigkeit, 1970, S. 61 u. 62.

[34] Caesar, Der Gallische Krieg, 4 Buch, 1990, Kap. 5- 9.

[35] Ders., 4 Buch, Kap. 11- 15.

[36] Ders., 4 Buch, Kap. 16- 19.

[37] Ders., 6 Buch, Kap. 9, 10 u. 29.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Die Germanienpolitik Roms in der Zeit von Caesar bis Augustus
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Historisches Institut)
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
45
Katalognummer
V15644
ISBN (eBook)
9783638207010
ISBN (Buch)
9783638699358
Dateigröße
6039 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Germanienpolitik, Roms, Zeit, Caesar, Augustus
Arbeit zitieren
Uwe Daniels (Autor), 2001, Die Germanienpolitik Roms in der Zeit von Caesar bis Augustus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15644

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