Diese Masterarbeit untersucht das Erleben von Co-Teaching im Rahmen einer geteilten Klassenführung in der Primarstufe. Im Fokus stehen die Perspektiven von Lehrpersonen und Eltern zu Kommunikation und Kooperation, Rollenverteilung und Arbeitsaufteilung, Lernen und professionelle Entwicklung, sowie Vorteile und Herausforderungen der Zusammenarbeit. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich mit dem subjektiven Erleben von Lehrpersonen und Eltern, welches mit qualitativen Methoden erhoben und mittels Constant Comparative Method analysiert wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass Co-Teaching im Rahmen einer geteilten Klassenführung sowohl für Lehrpersonen als auch für Schüler*innen viele Vorteile bietet, darunter die Möglichkeit zur Arbeitsteilung, zur intensiveren Betreuung der Kinder und zur gegenseitigen Unterstützung der Lehrpersonen.
Herausforderungen ergeben sich vor allem aus der Notwendigkeit einer effektiven Kommunikation und Abstimmung zwischen den Lehrpersonen. Die Ergebnisse dieser Studie bieten Erkenntnisse für die Praxis der geteilten Klassenführung und legen nahe, dass Co-Teaching eine vielversprechende Methode zur Entlastung von Lehrpersonen und zur Förderung von Schüler*innen sein kann. Zukünftige Forschungen könnten sich auf die Langzeitwirkungen von Co-Teaching im Rahmen einer geteilten Klassenführung sowie auf die Anwendung in anderen Bildungskontexten konzentrieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Co-Teaching
2.1.1 Co-Teaching – Definitionen
2.1.2 Formen des Co-Teachings
2.1.3 Herausforderungen von Co-Teaching
2.1.4 Organisatorisches
2.1.5 Vorteile von Co-Teaching
2.1.6 Exkurs: Mentoring
2.1.7 Exkurs: Soziale Interdependenz
2.1.8 Aktueller Forschungsstand
2.1.9 Resümee
2.2 Lehrer*innenbelastung
2.2.1 Definitionen
2.2.2 Theorien und Modelle zum Thema
2.2.3 Aktueller Forschungsstand
2.2.4 Resümee
3 Forschungsfrage, Fragestellungen, Hypothesen
4 Methode
4.1 Untersuchungsdesign
4.2 Qualitative Forschung und Fallstudie
4.2.1 Autobiografische Forschung
4.2.2 Trustworthiness und Thoroughness
4.2.3 Ethnografische Fallstudie
4.3 Der Fall und die Informationsträger*innen
4.4 Methoden der Datensammlung
4.4.1 Forschungstagebuch
4.4.2 Teilnehmende Beobachtung
4.4.3 SWOT-Analyse
4.4.4 Interviews mit Lehrperson und Eltern
4.5 Glaubwürdigkeit und Nachvollziehbarkeit durch Triangulation
4.6 Methoden der Datenanalyse und Dateninterpretation
4.6.1 Grounded Theory & Constant Comparative Method
4.6.2 Thick Description bzw. Narrative Methode
4.7 Kodiersystem
5 Auswertung der Daten
5.1 Deskriptive Beschreibung der Ergebnisse
5.1.1 SWOT-Analyse
5.1.2 Interviews mit Eltern mit neu eingeschulten Kindern
5.1.3 Interviews mit Eltern mit bereits eingeschulten Kindern
5.1.4 Interview mit Lehrperson
5.1.5 Grafische Darstellung der Kodierungsergebnisse
5.2 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
5.3 Metaanalyse anhand der Kategorien
5.4 Methodenkritik
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit untersucht das Erleben von Co-Teaching im Kontext geteilter Klassenführung in der Primarstufe, wobei insbesondere die Perspektiven von Lehrpersonen und Eltern auf die Kooperation und Rollenverteilung analysiert werden. Das primäre Ziel ist es, Vorteile und Herausforderungen dieses Modells zu identifizieren und Erkenntnisse für eine effektivere Unterrichtsgestaltung sowie für die Unterstützung von Lehrpersonen zu gewinnen.
- Erleben von Co-Teaching in der Primarstufe
- Kooperation und Rollenverteilung zwischen Lehrpersonen
- Kommunikation und Zusammenarbeit mit Eltern
- Unterrichtsqualität und individuelle Förderung
- Vorteile und Herausforderungen geteilter Klassenführung
Auszug aus dem Buch
2.1 Co-Teaching
Traditionell wird die Rolle der Lehrperson oft als Einzelkämpfer*in gesehen, da meist eine Lehrperson allein in der Klasse unterrichtet. Diese Arbeitsweise verändert sich jedoch zunehmend und verlangt nach Teamarbeit und Teamfähigkeit. Lehrpersonen fungieren dabei als Vorbilder für die Schüler*innen, die selbst im späteren Berufsleben diese Qualifikation benötigen werden (Toman, 2007)
Die sich stetig wandelnde Bildungslandschaft erfordert innovative Ansätze, um den vielfältigen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. In diesem Kontext gewinnt das Konzept des Co-Teachings an Bedeutung. Co-Teaching, definiert als die gemeinsame Unterrichtsgestaltung von zwei oder mehr Lehrpersonen, verspricht eine effektivere und inklusivere Lernumgebung (Toman, 2007).
Teamteaching bzw. Co-Teaching repräsentiert eine neue Lernkultur, die das traditionelle Modell des Einzelunterrichts überwindet. Die verschiedenen Modelle für eine effektive Teamarbeit sollen die Qualität des Lernens und Lehrens verbessern (Kricke & Reich, 2016).
Ein zentraler Aspekt des Unterrichts, der laut Kricke und Reich (2016) durch Co-Teaching besser berücksichtigt werden kann, ist die Integration individueller Lernbedürfnisse in heterogenen Lerngruppen. Es soll nicht nur Förderung von Inklusion, sondern auch zur Steigerung der Unterrichtsqualität beitragen (Kricke & Reich, 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der geteilten Klassenführung in der Primarstufe ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Hier erfolgt eine theoretische Einbettung der Begriffe Co-Teaching und Lehrer*innenbelastung anhand aktueller Literatur und bestehender Studien.
3 Forschungsfrage, Fragestellungen, Hypothesen: In diesem Abschnitt werden die konkrete Forschungsfrage sowie die daraus abgeleiteten Unterfragen formuliert.
4 Methode: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der Arbeit, inklusive des ethnografischen Forschungsdesigns und der angewandten Datenerhebungsinstrumente.
5 Auswertung der Daten: Hier werden die Ergebnisse der empirischen Studie präsentiert, analysiert und interpretativ diskutiert.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und liefert Ansätze für zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Co-Teaching, geteilte Klassenführung, Primarstufe, Lehrerinnenbelastung, Inklusion, pädagogische Kooperation, Teamteaching, Schulentwicklung, Unterrichtsqualität, qualitative Forschung, Fallstudie, Lehrer-Eltern-Beziehung, Rollenverteilung, Mentoring, multiprofessionelle Zusammenarbeit
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Masterarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Umsetzung und dem Erleben von Co-Teaching (geteilter Klassenführung) in der 1. Schulstufe der Primarstufe.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Wichtige Themenfelder sind die Rollenverteilung, die Kooperation zwischen den Lehrpersonen, die Kommunikation mit Eltern sowie die Auswirkungen auf die pädagogische Qualität und die Arbeitsbelastung.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Aspekte des Unterrichts bei geteilter Klassenführung in der Primarstufe von Lehrpersonen und Eltern als förderlich wahrgenommen werden.
Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf einen qualitativen Forschungsansatz, namentlich eine ethnografische Fallstudie, unter Verwendung der Constant Comparative Method.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Definitionen, Belastungsfaktoren) und einen empirischen Teil, in dem Interviews analysiert und mittels SWOT-Analyse ausgewertet werden.
Welche Keywords prägen die Untersuchung?
Kernbegriffe sind Co-Teaching, geteilte Klassenführung, Inklusion, pädagogische Kooperation und qualitative Forschung.
Welche Rolle spielt die SWOT-Analyse in dieser Studie?
Sie dient dazu, die Stärken, Schwächen, Chancen und Herausforderungen des Co-Teaching-Modells aus Sicht der beteiligten Personen strukturiert zu identifizieren.
Was zeigt die Untersuchung bezüglich der Elternperspektive?
Die befragten Eltern bewerten das Co-Teaching-Modell durchweg positiv und schätzen die intensive Betreuung sowie die Verfügbarkeit zweier Bezugspersonen für ihre Kinder.
Welche Herausforderung nennen die Lehrpersonen bezüglich der Zeitplanung?
Es wird betont, dass feste Zeitfenster für Reflexion und Planung essenziell sind, da ein Mangel an Abstimmungszeit die Qualität der Zusammenarbeit gefährden kann.
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- Helmuth Benda (Author), 2024, Co-Teaching mit geteilter Klassenführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1565219