Die vorliegende Arbeit befasst sich zunächst mit einem Überblick darüber, was ein Compliance-Management-System (CMS) ist und nennt Unternehmens-Beispiele, bei denen ein CMS wirtschaftliche Schäden hätte abwenden können. Weiter werden Gegenstand, Ziele und Umfang der Prüfung von CMS nach dem IDW PS 980 erläutert. Dabei wird unter anderem auf die Konzeptionsprüfung, Angemessenheitsprüfung und Wirksamkeitsprüfung eingegangen. Danach folgen Erläuterungen der einzelnen Grundelemente eines CMS, welche am Ende des Kapitels in einer Tabelle übersichtlich den drei vorgenannten Prüfungen zugeordnet werden. Den Abschluss des Hauptteils bildet die Beschreibung der wesentlichen Prüfungsanforderungen im Rahmen einer CMS-Prüfung. Weiter werden die Angaben, die ein CMS-Prüfungsbericht enthalten muss, vorgestellt. Am Ende werden die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gegenstand, Ziel und Umfang der Prüfung
3. Grundelemente eines Compliance-Management-Systems
4. Wesentliche Prüfungsanforderungen
4.1 Prüfungsplanung
4.2 Prüfungsdurchführung
4.3 Berichterstattung
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Prüfung von Compliance-Management-Systemen (CMS) gemäß dem IDW PS 980 und analysiert, wie diese als Teil der Abschlussprüfung dazu beitragen kann, rechtliche und wirtschaftliche Haftungsrisiken für Unternehmen zu minimieren.
- Methodische Grundlagen der CMS-Prüfung nach IDW PS 980
- Relevanz von Compliance für die Unternehmensführung und Haftungsvermeidung
- Struktur und Definition der Grundelemente eines funktionsfähigen CMS
- Unterscheidung und Ablauf von Konzeptions-, Angemessenheits- und Wirksamkeitsprüfungen
- Anforderungen an die Prüfungsplanung, Durchführung und Berichterstattung durch den Abschlussprüfer
Auszug aus dem Buch
3. Grundelemente eines Compliance-Management-Systems
Wie bereits zu Beginn des vorigen Kapitels angesprochen, bilden die Grundelemente eines CMS den Prüfungsgegenstand. Der Prüfungsumfang kann sich somit ebenfalls auf die einzelnen Grundelemente als Prüffelder beziehen.
Zunächst beschreibt der IDW PS 980 das Grundelement Compliance-Kultur. Sie leitet sich aus der Grundüberzeugung der gesetzlichen Vertreter ab. Der sich daraus ergebende Führungsstil hat Einfluss auf die Verhaltensweisen der Mitarbeiter. Es herrscht durch die Compliance-Kultur ein sog. „tone at the top“. Die Compliance-Kultur sorgt somit für die Angemessenheit und Wirksamkeit eines CMS im Unternehmen, da die Mitarbeiter sich an den Führungskräften orientieren und nur das umsetzen, was ihnen vorgelebt wird.
Ein weiteres Grundelement sind die Compliance-Ziele. Diese werden basierend auf den sonstigen Unternehmenszielen von den gesetzlichen Vertretern beschlossen. Bspw. wird hier festgelegt, welche Bereiche in das CMS aufgenommen werden und welche Regeln dort gelten. Die Compliance-Ziele dienen der Einschätzung von Compliance-Risiken, die im nächsten Abschnitt beschrieben werden, weil die Risiken aus dem Verstoß gegen die Ziele resultieren.
Für die Festlegung der Compliance-Risiken werden Risikofaktoren in den einzelnen Teilbereichen, die in das CMS einbezogen wurden, ermittelt. Dabei wird besonders darauf geachtet, ob sich bspw. im „wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeld“, im Personal oder im Wachstum des Unternehmens etwas verändert hat. Diesen Risiken werden anschließend Eintrittswahrscheinlichkeiten und Relevanz zugeordnet. Nur wenn sich ein Unternehmen seinen Risiken für Regelverstöße bewusst ist, kann es ein sog. Compliance-Programm erstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Compliance aufgrund globaler Herausforderungen und rechtlicher Haftungsrisiken für den Vorstand sowie die Relevanz des IDW PS 980.
2. Gegenstand, Ziel und Umfang der Prüfung: Dieses Kapitel definiert den Prüfungsgegenstand anhand der schriftlichen CMS-Beschreibung und unterscheidet die verschiedenen Auftragsarten wie Konzeptions-, Angemessenheits- und Wirksamkeitsprüfung.
3. Grundelemente eines Compliance-Management-Systems: Es werden die zentralen Bausteine eines CMS, wie Compliance-Kultur, -Ziele, -Risiken, -Programm, -Organisation, Kommunikation sowie Überwachung und Verbesserung, erläutert.
4. Wesentliche Prüfungsanforderungen: Hier werden die prozessualen Schritte von der personellen und sachlichen Prüfungsplanung über die konkreten Prüfungshandlungen bis hin zu den Anforderungen an die formelle Berichterstattung detailliert dargestellt.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel fasst die Bedeutung wirksamer Compliance-Management-Systeme zusammen und unterstreicht deren Unabdingbarkeit in Zeiten zunehmender globaler Wettbewerbsintensität und Transparenzanforderungen.
Schlüsselwörter
Compliance, Management-System, IDW PS 980, Abschlussprüfung, Haftungsrisiken, Compliance-Kultur, Ordnungsmäßigkeit, Prüfungsplanung, Wirksamkeitsprüfung, Unternehmensführung, Korruptionsbekämpfung, Risikomanagement, Compliance-Programm, Berichterstattung, Rechnungslegung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Prüfung von Compliance-Management-Systemen (CMS) durch den Abschlussprüfer unter Anwendung des Standards IDW PS 980.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Compliance, die Struktur eines CMS sowie die methodischen Anforderungen an den Prüfer bei Konzeptions-, Angemessenheits- und Wirksamkeitsprüfungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein durch den IDW PS 980 geprüftes CMS Unternehmen dabei unterstützt, Haftungsrisiken zu minimieren und regelkonformes Verhalten sicherzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung aktueller Prüfungsstandards des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW).
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Grundelemente eines CMS, die spezifischen Prüfungsanforderungen hinsichtlich Planung und Durchführung sowie die Kriterien für eine ordnungsgemäße Berichterstattung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Compliance, IDW PS 980, Abschlussprüfung, Haftungsrisiken, Compliance-Kultur und Risikomanagement.
Warum wird im Kontext der Compliance von einem "tone at the top" gesprochen?
Der "tone at the top" beschreibt, dass die Unternehmenskultur maßgeblich durch das Vorbild der Führungskräfte geprägt wird, was für die Wirksamkeit eines CMS entscheidend ist.
Inwiefern unterscheidet sich die Konzeptionsprüfung von der Wirksamkeitsprüfung?
Die Konzeptionsprüfung bewertet, ob das System "auf dem Papier" zweckmäßig geplant ist, während die Wirksamkeitsprüfung (auch Funktionsprüfung) beurteilt, ob das CMS im Alltag der Mitarbeiter tatsächlich gelebt und angewendet wird.
Was passiert, wenn der Prüfer während der Prüfung Regelverstöße feststellt?
Der Prüfer muss das Management unverzüglich informieren, damit die Ursachen aufgeklärt werden können, wobei abgewogen wird, inwieweit dies Auswirkungen auf das finale Prüfungsurteil hat.
- Quote paper
- Anna Rottke (Author), 2015, Die Prüfung des Compliance-Management-Systems gem. IDW PS 980 als Teil der Abschlussprüfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1565298