Das Adjektiv „virtuell“ erfreut sich derzeit großer Beliebtheit. Es scheint eine Art Modewort geworden zu sein, viele Erscheinungen unseres täglichen Lebens gibt es heute auch virtuell: Wir machen virtuelle Rundgänge, virtuelle Personen werben für Kommunikationsunternehmen und moderieren Fernsehsendungen.
Heute lernen wir virtuell und bezahlen unsere Rechnungen mit virtuellem Geld – arbeiten wir morgen in Virtuellen Unternehmen?
Laut Davidow und Malone ist das Virtuelle Unternehmen die einzig mögliche Kooperations- und Überlebensform für Unternehmen in der Zukunft.
Was meint der Terminus „Virtuelle Unternehmen“?
Was zeichnet eine solche Art Unternehmen aus?
Die vorliegende Seminararbeit setzt sich mit diesen Fragen auseinander. Es gibt verschiedene Auslegungen des Begriffs des Virtuellen Unternehmens, allerdings sind sich alle Autoren einig, dass es sich um einen Gegenstand der Organisationstheorie handelt.
Das Virtuelle Unternehmen im Sinne dieser Seminararbeit ist eine Kooperationsform, daher wird nach der Betrachtung von Begriff und Wesen zunächst eine Abgrenzung zu (konventionellen) Arten der Unternehmenszusammenarbeit vorgenommen.
Danach erfolgt eine kurze Abgrenzung zum Begriff des „Virtuellen Büros“ und zur traditionellen Projektorganisation.
Da die Errichtung und vor allem auch der Erfolg dieser Kooperationsform eng mit dem Einsatz der sogenannten „Informations- und Kommunikationstechniken“ zusammenhängen, werden diese im Kapitel 5 thematisiert – besonders relevant in diesem Zusammenhang ist die Internettechnologie. Auch die Schaffung von Standards scheint ein wichtiger Schritt in Richtung „Virtualisierung der Unternehmenslandschaft“ zu sein.
Die Ausarbeitung schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse und versucht einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen im betrachteten Bereich zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. INTENTION DER ARBEIT
1.1 Aufgabenstellung
1.2 Gang der Arbeit
2. BEGRIFF DES VIRTUELLEN UNTERNEHMENS
2.1 Definition
2.2 Eigenschaften
3. ABGRENZUNG
3.1 Konventionelle Kooperationsformen
3.2 „Virtuelle Organisationsformen“
4. BEISPIELE FÜR VIRTUELLE UNTERNEHMEN
4.1 Allgemeines Beispiel
4.2 Die Veba-Handwerkerkopplung
5. EINSATZ VON INFORMATIONS- UND KOMMUNIKATIONSSYSTEMEN
5.1 Problematik
5.2 Intensitätsgrad der gemeinsamen Informationsverarbeitung
5.3 Informations- und Kommunikationssysteme
5.3.1 (Mobil-)Telefon, Telefax
5.3.2 Internettechnologie
5.3.3 E-Mail
5.3.4 Videokonferenzsysteme
5.3.5 Groupware
6. FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept des "Virtuellen Unternehmens" als moderne Kooperationsform. Im Fokus steht die Frage, wie sich diese Organisationsstruktur von klassischen Modellen abgrenzt, welche Rolle Informations- und Kommunikationstechnologien für den Erfolg spielen und welche strategische Bedeutung sie für mittelständische Unternehmen im Kontext der Globalisierung besitzen.
- Grundlagen und Definition virtueller Unternehmensstrukturen
- Abgrenzung zu konventionellen Kooperationsformen wie Joint Ventures oder strategischen Allianzen
- Praxisbeispiele für die Umsetzung virtueller Kooperationen
- Technologische Voraussetzungen und der Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen
- Bedeutung der Virtualisierung für mittelständische Unternehmen
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Veba-Handwerkerkopplung
„[Die] VEBA Immobilien ... verwaltet die etwa 140.000 Wohnungen des VEBA-Konzerns, in denen täglich ca. 5.000 Reparaturen anfallen...“
(1) Der Reparaturbedarf „Tropfender Wasserhahn“ wird der Unternehmenszentrale gemeldet
(2) Diese stellt einen Auftrag zur Instandhaltung in die Mailbox des entsprechenden Handwerkers.
(3) Dieser übernimmt den Auftrag per Bestätigung
(4) und führt die Leistung aus.
(5) Daraufhin meldet er die Leistungen an den Zentralrechner. Dort werden sie auf der Basis eines vorher getroffenen Einheitspreisabkommens geprüft und Zahlungsanweisungen an die Bank generiert.
„VEBA Immobilien und die Handwerker stellen sich den Mietern gegenüber als geschlossenes System dar. Dieses System ist flexibler, als es der Fall wäre, wenn VEBA große Reparaturabteilungen mit angestellten Handwerkern unterhielte. Mit Hilfe einer gut durchdachten und ausgereiften IV [Informationsverarbeitung] kann der Verbund wie ein geschlossenes, straff organisiertes Unternehmen auftreten“
Zusammenfassung der Kapitel
1. INTENTION DER ARBEIT: Einführung in die Thematik des virtuellen Arbeitens und Definition der Zielsetzung sowie des Vorgehens der Seminararbeit.
2. BEGRIFF DES VIRTUELLEN UNTERNEHMENS: Erläuterung des Begriffs sowie Darlegung zentraler Merkmale wie Flexibilität, zeitliche Begrenzung und Kernkompetenzfokussierung.
3. ABGRENZUNG: Abgrenzung des Konzepts von klassischen Formen wie Joint Ventures oder Allianzen sowie Diskussion von Organisationsformen wie dem virtuellen Büro.
4. BEISPIELE FÜR VIRTUELLE UNTERNEHMEN: Veranschaulichung des Konzepts durch ein allgemeines Modell und die konkrete Fallstudie der Veba-Handwerkerkopplung.
5. EINSATZ VON INFORMATIONS- UND KOMMUNIKATIONSSYSTEMEN: Analyse der notwendigen technologischen Infrastruktur, insbesondere durch Internet, E-Mail und Groupware-Systeme.
6. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung der zukünftigen Relevanz virtueller Unternehmen für mittelständische Betriebe.
Schlüsselwörter
Virtuelle Unternehmen, Kooperationsformen, Informationsmanagement, Kernkompetenzen, Organisationstheorie, Vernetzung, Kommunikationstechnologie, Internettechnologie, Wertschöpfung, Flexibilität, Best-of-everything-Organisation, Globalisierung, Wissensmanagement, Standardisierung, Projektorganisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Modell des „Virtuellen Unternehmens“ als zeitweise Kooperation zwischen unabhängigen Partnern, um gemeinsam Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die organisatorische Definition, die technologische Vernetzung mittels IuK-Systemen sowie die strategische Abgrenzung gegenüber klassischen Kooperationen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Wesen virtueller Unternehmen zu klären, ihre Notwendigkeit in der modernen Wirtschaft zu hinterfragen und die Bedeutung der technologischen Infrastruktur aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis der Organisationstheorie unter Einbeziehung von Fachliteratur und Praxisbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung, die Abgrenzung zu anderen Modellen, Anwendungsbeispiele sowie die technische Umsetzung durch Informations- und Kommunikationssysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind insbesondere Virtuelle Unternehmen, Flexibilität, Kernkompetenzen, IuK-Systeme und Wertschöpfungsnetzwerke.
Wie funktioniert die Veba-Handwerkerkopplung genau?
Der Prozess automatisiert Reparaturaufträge zwischen der Immobilienverwaltung und Handwerkern durch ein zentrales IT-System, das Auftragsvergabe und Abrechnung effizient abwickelt.
Warum ist das "Schalenmodell" relevant?
Es beschreibt eine Organisationsstruktur, in der ein fester Kern von Mitarbeitern bedarfsgerecht durch ein Netzwerk potenzieller Partner ergänzt wird.
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- Florian Emmerich (Author), 2002, Virtuelle Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15656