Georg Friedrich Wilhelm Hegel und der geschichtliche Staat

Der geschichtliche Staat als Verkörperung der sittlichen Vernunft


Essay, 2009
3 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

“Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig.“

(Hegel 1976: 240)

Georg Friedrich Wilhelm Hegel (1770 - 1831) versucht in seiner Abhandlung mit dem Titel „Der geschichtliche Staat als Verkörperung der sittlichen Vernunft“ den Versuch zu unternehmen, seine Ideen und Vorstellungen eines Staates mit der bürgerlichen Gesellschaft, dem Volksgeist und den welthistorischen Individuen staatsphilosophisch greifbar und nachvollziehbar zu gestalten.

Er bezieht sich in seinen teilweise sehr theoretischen und philosophisch tiefen Erläuterungen auf das Vernünftige als Ausgangspunkt, um den „Staat als ein in sich Vernünftiges zu begreifen und darzustellen“ (Hegel 1976: 241). Die Philosophie wie auch das Individuum selbst sind überspitzt formuliert nur Kinder ihrer Zeit und damit verurteilt, nicht über die Gegenwart hinaus zu existieren, obgleich er dem Vernünftigen eine unendliche Erscheinungsform bescheinigt. Er versucht den Staat wie erwähnt als etwas Vernünftiges und damit Erstrebenswertes darzustellen, indem er seine Gedanken klar philosophisch ausrichtet und gleichzeitig davor warnt, den Staat zu konstruieren. Als elementaren Bestandteil zeigt er im Folgenden drei Momente bürgerlicher Gesellschaft auf: das System der Bedürfnisse, den Schutz des Eigentums durch die Rechtspflege und schließlich die Vorsorge gegen die im Staat zurückbleibende Zufälligkeit […], die durch Polizei und Korporation gesichert wird.

Hegel sieht den „Staat als die Wirklichkeit der sittlichen Idee“, denn nur durch das Mitwirken des Einzelnen gepaart mit dem jeweiligen Selbstbewusstsein und dem dazugehörigen Wissen wird der Staat als solches erst existent. Die Sitte bestimmt den Geist, denn nur damit kann er zu einem sich selbst deutlichen, gar substanziellen Willen fähig sein, der daran anknüpfend zum Denken und dem daraus resultierenden Wissen führt. Er sieht allein in ihm (dem Staat) die alleinige und erstrebenswerteste Daseinsform, die dem Menschen die Möglichkeit verleiht, nicht nur subjektiv zu bleiben, sondern „im Staat objektiv zu werden“ (Hegel 1976: 244). Nur durch den Staat ist es möglich, zur wichtigen Erkenntnis zu gelangen - der geistigen Wirklichkeit, die unabdingbar für den Wert des Menschen ist.

Wenn man nun aber denkt, dass der Staat konzipiert und erschaffen wurde, um dem Bürger Sicherheit zu bieten, so belehrt Hegel den Leser eines besseren, da er klar Position bezieht und festhält, dass „der Staat nicht um der Bürger willen da ist; man könnte sagen, er ist der Zweck, und sie sind seine Werkzeuge“ (Hegel 1976: 245). Zudem fordert er einen realen Begriff des Staates, da er voraussetzt, dass „Staat“ immer den Gegensatz von Regierung und Volk beherbergt, dies jedoch schwierig ist, da dies impliziert, dass das Volk als Ganzes den alleinigen Staat ausmacht.

Diesen Gedanken lässt er Überlegungen über die philosophische Weltgeschichte folgen, die er konsequent als vernünftig einstuft, da sie das konkrete, geistige Prinzip der Völker und seiner Geschichte betrachtet, und nicht einzelne selektive Momente in den Fokus nimmt. Er gelangt somit zum Begriff des Volksgeistes, der nur mittels geistiger Erfassung erkannt wird, jedoch seiner Meinung nach eine unglaublich vielfältige Erscheinungsform besitzt. Egal ob es Religion, Wissenschaft, Künste, Schicksale oder Begebenheiten eines Volkes sind - alle diese Elemente geben dem Volk das, was es authentisch, existent und damit auch nachvollziehbar werden lässt - seinen Charakter. Die höchste Tätigkeit des Volksgeistes ist das Denken, und da er sich stets selbst begreifen und fassen will oder wie es Hegel formuliert, dass es das Höchste für den Geist ist, „sich zu wissen, sich nicht nur zu Anschauung, sondern auch zum Gedanken seiner selbst zu bringen.“ (Hegel 1976: 249). Damit einhergehend ist der Geist, also der Volksgeist, zum Scheitern verurteilt, da er mit dem Begreifen des Geistes dem Prinzip eines anderen Volkes die Existenzgrundlage bietet und somit ein stetiger Fortgang der Völker besteht. Und im Beschreiben dieser Phänomene sieht Hegel die Aufgabe der philosophischen Weltgeschichte. Zum Ende seiner Ausführungen gelangt er nun, indem er sich dem Individuum widmet, und jedem seinen Stand attestiert. Und damit einhergehend auch die angewiesene Pflicht bzw. die Moralität sich gemäß des Standes zu betragen.

Den anfangs begonnenen Gedanken über das Vernünftige als Grundlage des Staates folgen im Weiteren zahlreiche Exkurse in verschiedene Richtungen, denen man meiner Ansicht nach nur schwer folgen kann, was teilweise nicht nur an der recht eigenen wie verschachtelten Wortwahl Hegels liegt. Daher fällt es mir persönlich auch sehr schwer, dem Gedankengang des Autors zu folgen und seine Thesen nachzuvollziehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Georg Friedrich Wilhelm Hegel und der geschichtliche Staat
Untertitel
Der geschichtliche Staat als Verkörperung der sittlichen Vernunft
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
3
Katalognummer
V156578
ISBN (eBook)
9783640686841
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Georg, Friedrich, Wilhelm, Hegel, Staat, Verkörperung, Vernunft
Arbeit zitieren
Roman Behrens (Autor), 2009, Georg Friedrich Wilhelm Hegel und der geschichtliche Staat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156578

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