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Die Insolvenz der Kirch Gruppe und ihre Folgen für die deutsche Medienlandschaft

Título: Die Insolvenz der Kirch Gruppe und ihre Folgen für die deutsche Medienlandschaft

Trabajo de Seminario , 2003 , 27 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: M.A. Katja Seidel (Autor)

Medios / Comunicación - Medios y política, comunicaciones políticas
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Mit diesem Zitat von Jules Barbey d´Aurevilly aus dem Jahre 1874 leitet Michael Radtke das von ihm 1996 veröffentlichte Buch „Außer Kontrolle. Die Medienmacht des Leo Kirch.“ ein. Schon damals passte dieses alte Zitat sehr gut, um die Situation rund um den Werdegang und die Lage der Kirch Gruppe zu umschreiben. Und auch heute hat es in diesem Zusammenhang an Aktualität nicht verloren.
Die Insolvenz der Kirch Gruppe, eines der führenden Medienunternehmen
Europas, im Mai 2002 war eine der größten der Nachkriegszeit. Wie diese zu Stande kommen konnte und ob sie vorhersehbar war, wurde in den Medien viel diskutiert. Dabei erschien auch die Frage danach, ob bei der Insolvenz alle rechtlichen Bestimmungen eingehalten wurden von großer Bedeutung. Dennoch scheint aus Sicht der Medien das Problem, wie es nach der Zerschlagung der Kirch Gruppe weiter gehen soll, im Vordergrund zu stehen.
Es ist demnach festzustellen, dass dieses Ereignis aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen und beurteilt werden kann. So lassen sich wirtschaftliche, rechtliche, ethische, politische und mediensystematische Sichtweisen unterscheiden. In dieser
Arbeit sollen allerdings hauptsächlich kommunikationswissenschaftliche Aspekte
behandelt werden. Zur besseren Verdeutlichung des Sachverhaltes werden aber auch andere Betrachtungsweisen herangezogen.
Im Verlauf der Ausführungen soll gezeigt werden, welche Auswirkungen die Insolvenz der Kirch Gruppe auf die Deutsche Medienlandschaft hat und in Zukunft haben könnte. Dabei steht zu Beginn ein historischer Abriss des Aufstiegs der Kirch Gruppe und ihres Gründers Leo Kirch. Anschließend wird auf die Organisation des Unternehmens unmittelbar vor der Insolvenz eingegangen, um dann aus medienökonomischer Sicht darzustellen, welche Ursachen diese ausgelöst haben könnte. Danach soll kurz auf die zukünftigen
Eigentümerverhältnisse eingegangen werden. Dies ist besonders wichtig, um abschließend mögliche medienpolitische und – systematische Folgen darstellen zu können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Leo Kirch und die Anfänge der Kirch Gruppe

3. Die Struktur der Kirch Gruppe vor der Insolvenz

4. Die Insolvenz der Kirch Gruppe

4.1 Die Insolvenz aus betriebswirtschaftlicher Sicht

4.2 Der Weg in die Insolvenz

4.3 Gründe der Insolvenz

5. Die neuen Eigentümerverhältnisse

6. Folgen für die deutsche Medienlandschaft

6.1. Mögliche Konsequenzen für den Medienmarkt

6.2. Medienpolitik im Fall Kirch

7. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Insolvenz der Kirch Gruppe und analysiert deren Auswirkungen auf die deutsche Medienlandschaft. Ziel ist es, den Aufstieg des Konzerns, die Ursachen seines Scheiterns sowie die medienpolitischen Folgen der Neuordnung und Eigentümerstrukturen aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive zu beleuchten.

  • Historische Entwicklung der Kirch Gruppe und Leo Kirchs Rolle.
  • Analyse der Insolvenzursachen und der Konzernstruktur.
  • Untersuchung der neuen Eigentümerverhältnisse und deren Markteinfluss.
  • Bewertung medienpolitischer Herausforderungen und der Zukunft der Medienvielfalt.

Auszug aus dem Buch

4.3 Gründe der Insolvenz

Durch eine Auseinandersetzung mit den Ereignissen vor der Insolvenz der Kirch Gruppe kann diese jedoch noch nicht hinreichend erklärt werden. Weitere Gründe für eine Insolvenz sind hier anzuführen und näher zu betrachten. Dabei sei darauf hingewiesen, dass wahrscheinlich kein Grund der wirklich ausschlaggebende für die Insolvenz war, sondern das Aufeinandertreffen mehrerer Managementfehler und Fehleinschätzungen diese hervorgerufen hat. Auch der veränderte Medienmarkt und der Einbruch des Werbemarktes haben ihr übriges getan.

Schon beim Aufbau des Konzerns hat Kirch vor allem auf Fremdkapital und Kredite gesetzt. Die Eigenkapitaldeckung war von Beginn an sehr niedrig und zuletzt Vermögensgegenstände sogar mehrfach beliehen, so wurden z.B. die Kirch Beteiligung am Axel Springer Verlag der Deutschen Bank, nachrangig der Bayerischen Landesbank und sogar noch zwei ausländischen Banken als Sicherheit hinterlegt. Dieser Mangel an Sicherheiten beeinträchtigte die Kreditwürdigkeit des Konzerns nachhaltig und beschleunigte den Niedergang der Kirch Gruppe, da die Gläubiger das Vertrauen in die Ertragskraft und Wachstumsstärke des Konzerns verloren hatten.

Neben diesem fundamentalen Fehler, auch der Kredite gebenden Banken, wurden eklatante Managementfehler begangen. Hier wären z.B. die Zubilligung von Put-Optionen zu nennen, wie die für den Axel Springer Verlag und Rupert Murdoch (siehe Kapitel 4.2). Auch die fremdfinanzierte Übernahme der Formel-1-Rechte war ein gewagtes Unterfangen, welches die Kirch Gruppe in finanzielle Schwierigkeiten brachte.

Fehlinvestitionen in unprofitable Geschäftsfelder wie die Decoder-Technik oder Internet-Auftritte wirkten sich schlecht auf die Zahlungsfähigkeit des Konzerns aus. Die viel zu überteuerten Film- und Sportrechte haben die Kreditwürdigkeit ebenfalls negativ beeinflusst. Mit der sinkenden Nachfrage nach Werbezeiten konnten diese hohen Investitionen, die vielfach mit Krediten finanziert wurden, nicht mehr amortisiert werden. Zu diesen Verlustgeschäften gehörten auch die mit den US-Filmstudios abgeschlossenen Verträge.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung stellt den thematischen Kontext der Kirch-Insolvenz dar und erläutert die kommunikationswissenschaftliche Perspektive der Arbeit.

2. Leo Kirch und die Anfänge der Kirch Gruppe: Dieses Kapitel skizziert die Biografie von Leo Kirch und die strategische Etablierung seines Unternehmens als Filmrechtehändler.

3. Die Struktur der Kirch Gruppe vor der Insolvenz: Hier wird die vertikale Integrationsstruktur des Konzerns und seine Aufteilung in verschiedene Teilbereiche wie Medien, Pay-TV und Beteiligungen detailliert beschrieben.

4. Die Insolvenz der Kirch Gruppe: Das Kapitel analysiert den insolvenzrechtlichen Ablauf, den chronologischen Weg in die Krise und die ausschlaggebenden Managementfehler sowie Marktveränderungen.

5. Die neuen Eigentümerverhältnisse: Es wird dargestellt, wie sich die Eigentümerstruktur nach dem Insolvenzverfahren durch Investoren wie Haim Saban oder Permira neu formiert hat.

6. Folgen für die deutsche Medienlandschaft: Eine Analyse der Auswirkungen auf den Medienmarkt, die Medienvielfalt und die notwendigen medienpolitischen Anpassungen in Deutschland.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die das Ausmaß des Wandels relativiert und künftige Herausforderungen für die Medienbranche aufzeigt.

Schlüsselwörter

Kirch Gruppe, Insolvenz, Medienlandschaft, Leo Kirch, Medienökonomie, Filmrechte, ProSiebenSat.1, Pay-TV, Medienpolitik, Medienkonzentration, Vertikale Integration, Marktbereinigung, Meinungsmacht, Eigenproduktion, Rundfunksystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Insolvenz des Medienkonzerns Kirch Gruppe und deren weitreichende Konsequenzen für die Struktur und publizistische Vielfalt der deutschen Medienlandschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Unternehmensgeschichte Kirchs, die medienökonomischen Ursachen der Insolvenz, die Neuverteilung der Eigentumsverhältnisse sowie medienpolitische Regulierungsfragen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Zusammenbruch des Imperiums zu erklären und zu untersuchen, wie sich die deutsche Medienlandschaft durch diesen Prozess verändert hat und welche Rolle die Medienpolitik dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Auswertung von Wirtschafts- sowie Fachmedien, um die Ereignisse aus medienökonomischer und kommunikationswissenschaftlicher Sicht einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Unternehmensstruktur, eine betriebswirtschaftliche Analyse der Insolvenzursachen und eine Diskussion über die Machtverhältnisse im deutschen Rundfunk nach der Neuordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kirch Gruppe, Medienkonzentration, Medienpolitik, Insolvenz, Pay-TV und Meinungsmacht.

Wie wirkte sich die vertikale Integration auf den Konzern aus?

Die vertikale Integration war als strategischer Vorteil geplant, erwies sich jedoch in einem sich wandelnden Markt als zu starr, risikoreich und schwer steuerbar, was die finanzielle Schieflage verschärfte.

Welche Rolle spielten Put-Optionen bei der Kirch-Krise?

Die Verpflichtung zur Einlösung von Put-Optionen gegenüber Investoren wie dem Axel Springer Verlag oder Rupert Murdoch gilt als einer der entscheidenden Fehler, die die Liquiditätskrise des Konzerns massiv zuspitzten.

Warum wird die Rolle der Medienpolitik kritisiert?

Die Kritik richtet sich gegen eine bisher zu einseitige Standortpolitik der Länder, die globale Marktentwicklungen ausblendete, statt adäquate Rahmenbedingungen für Wettbewerb und Medienvielfalt zu schaffen.

Final del extracto de 27 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Insolvenz der Kirch Gruppe und ihre Folgen für die deutsche Medienlandschaft
Universidad
University of Leipzig  (Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Curso
Seminar: Einführung in das Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland
Calificación
1,3
Autor
M.A. Katja Seidel (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
27
No. de catálogo
V15660
ISBN (Ebook)
9783638207157
ISBN (Libro)
9783656209249
Idioma
Alemán
Etiqueta
Insolvenz Kirch Gruppe Folgen Medienlandschaft Seminar Einführung Mediensystem Bundesrepublik Deutschland
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M.A. Katja Seidel (Autor), 2003, Die Insolvenz der Kirch Gruppe und ihre Folgen für die deutsche Medienlandschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15660
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