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E. T. A. Hoffmanns Titelfigur aus "Das Fräulein von Scuderi", als mögliche Vorgängerin einer Detektivfigur, noch vor Edgar Allan Poes C. Auguste Dupin

Title: E. T. A. Hoffmanns Titelfigur aus "Das Fräulein von Scuderi", als mögliche Vorgängerin einer Detektivfigur, noch vor Edgar Allan Poes C. Auguste Dupin

Term Paper , 2024 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Justin Janning (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit geht dem Begriff des Detektivs auf den Grund und beleuchtet, ob das Fräulein von Scuderi eine solche detektivische Rolle in ihrer Novelle übernimmt. Dadurch wäre sie eine noch frühere Vertreterin, als Auguste Dupin, der generell als der Archetyp der Rolle gilt. Die respektiven Werke von E.T.A. Hoffmann und E.A. Poe werden zu diesem Zweck verglichen.

Wenn von Detektiven in der Literatur die Rede ist, dann ist die Assoziation mit Sir Arthur Conan Doyles Spurensucher „Sherlock Holmes“ unvermeidbar. Weit weniger bekannt mag dabei der Rätselenthusiast C. Auguste Dupin sein, der als literarisches Kind Edgar Allan Poes als Vorbild des analytischen Romandetektives aus der Baker Street 221b gilt. Dupin, der in drei Geschichten Poes aus den 1840er Jahren den Protagonisten spielt, wird als erster Vertreter der literarischen Figur des Detektives genannt. Sein Debüt erfolgte im Jahr 1841 mit der Erzählung „The Murders in the Rue Morgue“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Eine alte Dame und ein junger Exzentriker

2. Der Begriff des Detektives

2.1 Etymologie

2.2 Explikation

3. Das Fräulein von Scuderi

3.1 Charakter und Motivation der Dichterin

3.2 Fähigkeiten in Abgrenzung zur Polizei

3.3 Die Erzählstruktur unter Anbetracht von discours und histoire

3.3.1 Das Verbrechen: Aufkommende Fragen

3.3.2 Die Ermittlung: Gesuchte Indizien

4. Scuderi und Dupin

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Titelfigur aus E. T. A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderi“ als literarische Vorgängerin des modernen Detektivtypus betrachtet werden kann und ob sie als Vorbild für Edgar Allan Poes Figur C. Auguste Dupin in Frage kommt.

  • Konstituierung einer Definition der literarischen Detektivfigur.
  • Analyse der charakterlichen und motivationalen Facetten des Fräuleins von Scuderi.
  • Gegenüberstellung der Ermittlungsfähigkeiten der Protagonistin mit den polizeilichen Institutionen jener Zeit.
  • Untersuchung der Erzählstruktur (discours und histoire) in Hoffmanns Kriminalnovelle.
  • Vergleichende Betrachtung von Hoffmanns Scuderi und Poes Dupin hinsichtlich ihrer Vorbildfunktion.

Auszug aus dem Buch

3.2 Fähigkeiten in Abgrenzung zur Polizei

„[D]ie verbeamteten Spurensucher [erscheinen] in literarischen Stoffen mehrheitlich als geradezu stumpfsinnige Gesetzeshüter, die lediglich für die Verhaftung der [von Detektivfiguren] überführten Täter und die ganz simplen Verbrechen eine Existenzbestimmung zugesprochen erhalten. […] Der gelernte polizeiliche Ermittler steht gegen die personifizierte Detektion“ (Achtermeier 2018, 243).

Eine derlei drastische Abbildung polizeilicher Figuren wird in Hoffmanns Werk meiner Ansicht nach nicht abgebildet. Die Methoden von Desgrais beispielsweise, von Verkleidungen und Vortäuschungen Gebrauch zu machen, um im Fall der Giftmorde die Brinvillier zu stellen, trugen Früchte. La Regnie, als Präsident der Chambre ardente ist hier eher als ein Vertreter zu nennen, dessen Taktiken als stumpfsinnig bezeichnet werden könnten. Als jemand, für den der Zweck, um jeden Preis Geständnisse und damit Ergebnisse zu erhalten, jedes Mittel zu heiligen scheint, sät er unter der Bevölkerung mehr Schrecken, als er Verbrecher austilgt (Vgl. Hoffmann 1819/2016). Die Angst ungerechtfertigterweise von seinem Sonderkommando festgehalten zu werden, sei es auch nur zu Befragungszwecken, erschwert sogar die Auflösung von Fällen. Selbst ein gestandener Offizier, wie Miossens wird abgeschreckt und deckt die Wahrheit nur auf, unter dem Vorbehalt nicht mit der Chambre ardente konfrontiert zu werden (Vgl. Hoffmann 1819/2016, 67f.).

Die etablierten Ermittlerinstitutionen unter la Regnie, Argenson und Desgrais versuchen durch Scharfsinn und Listigkeit den Verbrechern auf die Schliche zu kommen, scheitern aber durch ihre oberflächliche Augenscheinlichkeit an dem scheinbar Unerklärlichen (Marsch 1972, 146). Eine gewisse Kompetenz sei den Beamten also keineswegs abzusprechen. Es ist wohl nur der Fall, dass die professionellen Spurensucher ihrer Gewohnheit nach auf eine gewisse Art arbeiten und nicht flexibel genug sind, diese Art anzupassen, wenn es die Umstände verlangen. Für diesen Zweck muss eine Außenstehende eine neue Perspektive auf die Dinge liefern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Eine alte Dame und ein junger Exzentriker: Einführung in die Thematik der Detektiverzählung und Vorstellung des „Fräuleins von Scuderi“ als potentielle Detektivfigur im Vorfeld zu Poe.

2. Der Begriff des Detektives: Herleitung der Wortherkunft und theoretische Definition des Detektivbegriffs sowie dessen Merkmale.

3. Das Fräulein von Scuderi: Analyse der Titelfigur, ihrer Ermittlungsmethodik und der erzählstrukturellen Einbettung innerhalb der Novelle.

4. Scuderi und Dupin: Vergleichende Analyse der beiden Detektivfiguren und Einordnung von Hoffmanns Werk in das Genre der Kriminalliteratur.

Schlüsselwörter

E. T. A. Hoffmann, Das Fräulein von Scuderi, Detektiv, Kriminalliteratur, C. Auguste Dupin, Edgar Allan Poe, Ermittlung, Narratologie, Literaturgeschichte, Protagonistin, Intuition, Gerechtigkeit, Spurensuche, Kriminalnovelle, Erzählstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Titelfigur aus E. T. A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderi“ als frühe Detektivfigur gelten kann und ob sie als Vorbild für Edgar Allan Poes berühmten C. Auguste Dupin fungiert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition des Detektivbegriffs, die Analyse von Hoffmanns Novelle im Kontext kriminalistischer Literatur und der Vergleich mit den Konventionen des Detektivgenres, das maßgeblich durch Poe geprägt wurde.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, durch die Definition spezifischer Kriterien für eine Detektivfigur zu prüfen, ob das Fräulein von Scuderi diese erfüllt und somit einen maßgeblichen Beitrag zur Entstehung des Detektivromans leistet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die begriffliche Definitionen mit einer Untersuchung der Erzählstruktur (discours und histoire) kombiniert, um die detektivische Rolle der Figur systembasiert zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsfestlegung, die detaillierte Analyse der Scuderi-Figur, ihre Abgrenzung zu behördlichen Ermittlern und die Untersuchung des Novellenaufbaus, gefolgt von einer vergleichenden Gegenüberstellung zu Dupin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Kriminalnovelle, Detektivfigur, die Gattungsgeschichte, die Rolle von Intuition gegenüber analytischer Schlussfolgerung und die literarische Verbindung zwischen Hoffmann und Poe.

Warum wird das Fräulein von Scuderi als „Wiederherstellerin“ bezeichnet?

Im Gegensatz zum modernen Helden, der eine aktive Herausforderung sucht, agiert Scuderi eher als korrigierende Instanz, die aufgrund ihres Gerechtigkeitssinns in Geschehnisse eingreift, um die natürliche Ordnung wiederherzustellen.

Inwiefern unterscheidet sich die Ermittlungsmethode der Scuderi von der Polizei?

Während die damaligen polizeilichen Institutionen oft an starr geführten Verfahren und oberflächlichen Fakten scheitern, nutzt Scuderi ihr Einfühlungsvermögen, ihre Lebenserfahrung und ihre Intuition, um verborgene Wahrheiten aufzudecken.

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Details

Title
E. T. A. Hoffmanns Titelfigur aus "Das Fräulein von Scuderi", als mögliche Vorgängerin einer Detektivfigur, noch vor Edgar Allan Poes C. Auguste Dupin
College
University of Münster  (Germanistisches Institut)
Course
Aufbauseminar: Merkwürdige Rechtsfälle
Grade
2,3
Author
Justin Janning (Author)
Publication Year
2024
Pages
19
Catalog Number
V1566112
ISBN (PDF)
9783389116227
ISBN (Book)
9783389116234
Language
German
Tags
Hoffmann E.T.A. Hoffmann E.A. Poe Poe Scuderi Das Fräulein von Scuderi C. Auguste Dupin Dupin Detektivgeschichte Kriminalgeschichte Detektiv Literaturvergleich Komparatistik Begriffsgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Justin Janning (Author), 2024, E. T. A. Hoffmanns Titelfigur aus "Das Fräulein von Scuderi", als mögliche Vorgängerin einer Detektivfigur, noch vor Edgar Allan Poes C. Auguste Dupin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1566112
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