„Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Watzlawick et al. 1969/2007, S. 53).
Dieser berühmte und oft zitierte Ausspruch von Paul Watzlawick stellt eine der Grundannahmen der Kommunikationswissenschaft dar. Da wir uns also der Kommunikation nicht entziehen können, erscheint es doch besonders in der heutigen – oft als „schnelllebig“ titulierten - Zeit sinnvoll, Möglichkeiten zu finden, Kommunikation zu verbessern.
Seit seiner Entwicklung hat sich das Neurolinguistische Programmieren (NLP) in nahezu allen westlichen Industrieländern ausgebreitet. Jährlich werden unzählige Seminare und Coachings angeboten, große Firmen nutzen NLP zur Führungskräfte- oder Personalschulung, sogar an den Volkshochschulen einiger Länder ist NLP mittlerweile vertreten und die Anzahl der NLP–Practitioner scheint nach oben hin keine Grenze zu kennen.
Steckt hinter NLP, welches gerne als omnipotente Methode umworben wird, nur ein lohnender Wirtschaftszweig? Oder ist NLP ein Kommunikationsmodell, das das Gelingen von Kommunikation tatsächlich erleichtert?
Intention der vorliegenden Studienarbeit ist es, eine erste Einführung in das breite Gebiet des NLP zu geben und Möglichkeiten zur Kommunikationsverbesserung aufzuzeigen.
Nach der Erläuterung des Begriffes „NLP“ an sich und Informationen zur Entstehung werde ich in Kapitel 2 auf die Grundannahmen des NLP eingehen. Kapitel 3 liefert einen Überblick über die Elemente des NLP und in Kapitel 4 folgt eine Übersicht über die elementaren Modelle und Techniken des NLP, mit denen das Ziel, Kommunikation zu verbessern, erreicht werden soll. Im nachfolgenden Kapitel erhält der Leser einen Ausblick auf die Anwendungsbereiche und Perspektiven des NLP, bevor ich im Resümee auch kritisch auf die Risiken und Nebenwirkungen des NLP eingehen werde und die Studienarbeit mit einem Fazit und der persönlichen Stellungnahme abschließe.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist NLP?
2.1 Begriffserklärung
2.2 Ursprung und Entwicklung
2.3 Grundannahmen des NLP
3. Modelle, Methoden und Techniken des NLP
3.1 Rapport
3.2 Kalibrieren
3.3 Pacing und Leading
3.4 Ankern
3.5 Reframing
3.6 Meta-Modell der Sprache
4. Anwendungen und Perspektiven des NLP
5. Kritische Betrachtung
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, eine grundlegende Einführung in das Neurolinguistische Programmieren (NLP) zu geben. Dabei soll untersucht werden, ob NLP lediglich einen kommerziell erfolgreichen Wirtschaftszweig darstellt oder ein valides Kommunikationsmodell ist, das das Gelingen von zwischenmenschlicher Kommunikation tatsächlich nachhaltig erleichtern kann.
- Historische Entstehung und theoretische Hintergründe des NLP
- Zentrale Grundannahmen und axiomatische Grundlagen
- Überblick über wesentliche Methoden wie Rapport, Pacing, Leading und Ankern
- Anwendungsbereiche in Coaching, Pädagogik, Vertrieb und Management
- Wissenschaftstheoretische Einordnung und kritische Evaluation
Auszug aus dem Buch
3.2 Kalibrieren
Unter Kalibrieren versteht man im NLP, sich auf die andere Person in einer Kommunikationssituation einzustellen und abzustimmen. Diese Abstimmung erfolgt mit Hilfe der menschlichen Sinneswahrnehmung. Dabei erfolgt eine sensorische Feinabstimmung bezüglich des Zustandes der anderen Person. Im NLP werden die fünf Sinne als Repräsentationskanäle unter der Bezeichnung VAKOG zusammengefasst.
- V= visuell (sehen)
- A= auditiv (hören)
- K= kinästhetisch (fühlen)
- O= olfaktorisch (riechen)
- G= gustatorisch (schmecken)
Das NLP Modell geht davon aus, dass Menschen die fünf Sinneskanäle mit unterschiedlichem Schwerpunkt nutzen. Meist benutzt jeder Mensch ein bis zwei Sinneskanäle bevorzugt. Treffen Menschen mit unterschiedlich dominanten Repräsentationssystemen aufeinander, kann dies zu Missverständnissen in der Kommunikation führen und sich negativ auf den Prozess der Kommunikation auswirken. Beim Kalibrieren ist es daher notwendig, herauszufinden, welches der oder die bevorzugten Sinneskanäle sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet das NLP im Kontext der allgemeinen Kommunikationswissenschaft und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.
2. Was ist NLP?: Hier erfolgt eine etymologische Aufarbeitung des Begriffs, die historische Herleitung des NLP durch Bandler und Grinder sowie die Darlegung zentraler philosophischer Grundannahmen.
3. Modelle, Methoden und Techniken des NLP: Dieses Kapitel bietet einen detaillierten Überblick über Kerninstrumente des NLP, darunter Rapport, Kalibrierung, Pacing, Leading, Ankern, Reframing und das Meta-Modell der Sprache.
4. Anwendungen und Perspektiven des NLP: Eine Untersuchung verschiedener Berufsfelder wie Coaching, Pädagogik und Management zeigt auf, wie NLP-Methoden in der Praxis Anwendung finden.
5. Kritische Betrachtung: Eine wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung, die Defizite in der empirischen Fundierung aufzeigt und NLP als mögliche Pseudowissenschaft einordnet.
6. Resümee: Die abschließende kritische Stellungnahme fasst zusammen, dass NLP zwar Denkanstöße liefern kann, jedoch einer kommerziell getriebenen Vermarktung und einer kritischen Distanz zu den oftmals fehlenden wissenschaftlichen Belegen bedarf.
Schlüsselwörter
Neurolinguistisches Programmieren, NLP, Kommunikation, Kommunikationsmodell, Rapport, Pacing, Leading, Ankern, Reframing, Meta-Modell, Psychotherapie, Pseudowissenschaft, Verhaltenskonditionierung, Sinneswahrnehmung, VAKOG.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) und untersucht dessen theoretische Hintergründe sowie die praktische Anwendbarkeit zur Verbesserung der zwischenmenschlichen Kommunikation.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen die Definition und Geschichte des NLP, die wichtigsten Techniken wie Rapport und Ankern, Anwendungsfelder in Wirtschaft und Pädagogik sowie eine kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, eine Einführung in das Gebiet des NLP zu geben und kritisch zu hinterfragen, ob NLP eine wissenschaftlich fundierte Methode oder lediglich ein gewinnorientierter Wirtschaftszweig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und vergleicht die Postulate des NLP mit wissenschaftlichen Standards sowie den Ergebnissen der psychologischen Forschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Grundannahmen, eine Darstellung der NLP-Techniken (Modelle, Methoden) und die Analyse der verschiedenen Anwendungsbereiche in Beruf und Alltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören NLP, Kommunikation, Rapport, Pacing, Ankern, kritische Betrachtung, empirische Fundierung und Psychotechnik.
Welche Rolle spielt die Kritik in der Arbeit?
Die Kritik nimmt einen wesentlichen Stellenwert ein, da die Autorin auf die fehlende empirische Fundierung, die fragwürdige Ausbildungspraxis und die mögliche Vereinnahmung psychotherapeutischer Ansätze hinweist.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der "Landkarte" im NLP?
Die Arbeit erläutert das NLP-Modell "Die Landkarte ist nicht das Gebiet" als philosophische Basis, betont jedoch, dass diese interne Repräsentation von Realität wissenschaftlich nicht unumstritten ist.
- Arbeit zitieren
- Sandra Janicki (Autor:in), 2010, NLP - Neurolinguistisches Programmieren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156619