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Die idiopathische Sterilität. Eigenständiges Krankheitsbild oder diagnostische Lücke?

Titel: Die idiopathische Sterilität. Eigenständiges Krankheitsbild oder diagnostische Lücke?

Doktorarbeit / Dissertation , 2022 , 97 Seiten

Autor:in: Moritz Larscheid (Autor:in)

Medizin - Gynäkologie, Andrologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser retrospektiven Untersuchung war es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob Patientenpaare, bei denen keine Ursachen ihrer Sterilität bzw. Subfertilität diagnostiziert wurden, vergleichbare Chancen hatten, mit einer assistierten reproduktionsmedizinischen Therapie (ART) ein Kind zu bekommen wie Patienten, bei denen definierbare sterilitätsverursachende Diagnosen vorlagen.

Im Rahmen dieser Studie sollten richtungsweisende Parameter gefunden werden, in denen sich die verglichenen Gruppen unterschieden, die das Ergebnis erklären und somit typische Hinweise für eine idiopathische Sterilität liefern können. Die Fragestellung bezieht sich darauf, ob die idiopathische Sterilität ein eigenes Krankheitsbild darstellt oder sie durch eine eventuell unvollständige oder unpräzise Diagnostik begründet werden kann, und ob es durch eine ausgedehntere Diagnostik möglich ist, exakter zwischen den Gruppen zu differenzieren und damit die Prävalenz der idiopathischen Sterilität zu senken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Ziel der Dissertation und Fragestellung

2 Literaturdiskussion

2.1 Allgemeine Aspekte - Begriffserklärung und Definition der Sterilität und Subfertilität bzw. der Infertilität

2.2 Idiopathische Sterilität

2.3 Häufigkeit ungewollter Kinderlosigkeit und Verteilung der Ursachen

2.4 Ursachen der Unfruchtbarkeit

2.4.1 Ursachen bei der Frau

2.4.2 Ursachen beim Mann

3 Material und Methoden

3.1 Studienaufbau und ausgewertete Patientenpaare

3.2 Diagnostik

3.2.1 Anamnese

3.2.2 Klinische Untersuchung und apparative Diagnostik

3.2.3 Labordiagnostik

3.3 Methoden der assistierten Reproduktion

3.3.1 Intrauterine Insemination (IUI)

3.3.2 In-Vitro-Fertilisation (IVF)

3.3.3 Kryozyklus (Auftauzyklus)

3.3.4 Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

3.4 Hormonstimulation und Stimulationsprotokolle der ART-Behandlungen:

3.5 Einflussfaktoren auf die Embryonenqualität und ihre Bestimmung im Rahmen der Behandlung

3.6 Zielparameter: Outcome, Schwangerschafts- und Geburtenrate

4 Statistische Auswertung

5 Ergebnisse

6 Diskussion

7 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Dissertation ist es, zu evaluieren, ob Paare mit idiopathischer Sterilität durch assistierte reproduktionsmedizinische Therapien (ART) vergleichbare Erfolgschancen auf eine Schwangerschaft und Geburt haben wie Paare mit diagnostizierten sterilitätsverursachenden Faktoren. Die Forschungsarbeit untersucht hierzu retrospektive Daten, um Parameter zu identifizieren, die eine exaktere Differenzierung zwischen diesen beiden Patientengruppen ermöglichen.

  • Vergleich der Therapieerfolge (Schwangerschafts- und Geburtenraten) bei idiopathischer Sterilität vs. bekannter Sterilitätsfaktoren.
  • Analyse und Vergleich der Embryonenqualität und verschiedener Behandlungszyklen.
  • Untersuchung anamnestischer und biologischer Marker zur besseren Einordnung der idiopathischen Sterilität.
  • Evaluierung der diagnostischen Genauigkeit und potenziell unpräziser Diagnoseverfahren.
  • Validierung der angewendeten Hormonstimulationsprotokolle und deren Einfluss auf den Therapieerfolg.

Auszug aus dem Buch

2.2 Idiopathische Sterilität

Üblicherweise wird die Diagnose der idiopathischen Sterilität (i.S.) als Ausschlussdiagnose nach Abschluss der Basisdiagnostik (Weidner et al., 2006) gestellt, wenn diese es nicht vermag, eine offensichtliche fruchtbarkeitseinschränkende Ursache zu ermitteln.

Sie besteht im Wesentlichen aus der (Paar-) Anamnese, dem somatischen Befund, der endokrinen Diagnostik, der Ejakulatanalyse (nach WHO-Laborhandbuch) und gegebenenfalls weiterer spezieller Zusatzdiagnostik wie zum Beispiel Chromosomenanalyse (Weidner et al., 2006). Ein international standardisiertes Verfahren der Basisdiagnostik gibt es nicht, auch wenn bereits Versuche zur Etablierung multinational anerkannter Definitions- und Scoringsysteme unternommen wurden (Zegers-Hochschild et al., 2017).

Die vorliegende Datenlage ist uneinheitlich. Es finden sich in der Literatur Werte zur Prävalenz der idiopathischen Sterilität zwischen 10 und 30 % (Abdallah et al., 2020; Gunn & Bates, 2016). Aus diesem Grund fordern Reproduktionsmediziner der Annual Capri Workshop Group, die idiopathische Sterilität nicht standardmäßig als vorschnelle Diagnose bei sämtlichen Patienten ohne Anhaltspunkte zuzulassen (Bhattacharya et al., 2019):

Der Begriff der idiopathischen Sterilität sollte nicht bei Paaren Anwendung finden, deren Kinderwunsch nicht seit mindestens 2 Jahren besteht (Bhattacharya et al., 2019; Somigliana et al., 2016), da ca. die Hälfte der Paare mit i.S. im zweiten Jahr ohne ärztliche Hilfe eine Konzeption erreichen kann (Wilkinson et al., 2019). Jacobson et al. (2018) zeigten, dass mit zunehmender Dauer der Konzeptionsversuche die Diagnosestellung einer Unfruchtbarkeit innerhalb der ersten beiden Jahre zunächst abnimmt und damit auf einen kleineren Anteil der Paare zutrifft als vermutet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der idiopathischen Sterilität ein und definiert das Ziel der Studie, Therapieerfolge dieser Patientengruppe mit denen bekannter Sterilitätsfaktoren vergleichbar zu machen.

2 Literaturdiskussion: Hier werden Definitionen von Sterilität und Subfertilität sowie verschiedene anatomische, hormonelle und lifestyle-bedingte Ursachen der Unfruchtbarkeit bei Mann und Frau detailliert erörtert.

3 Material und Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die anonymisierte Datenerhebung der Patientenpaare aus dem Kinderwunschzentrum Wiesbaden sowie die angewendeten Diagnose- und Behandlungsmethoden.

4 Statistische Auswertung: Es wird dargelegt, wie die Daten mittels SPSS analysiert wurden, um Unterschiede zwischen den Studiengruppen mittels explorativer Statistik zu validieren.

5 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die erhobenen Daten zu Alter, Hormonparametern, Spermiogrammbefunden sowie den Schwangerschafts- und Geburtenraten der verschiedenen Therapiezyklen.

6 Diskussion: Die Ergebnisse werden in den Kontext der aktuellen wissenschaftlichen Literatur gesetzt, wobei Besonderheiten wie das Alter der Patientinnen und die multifaktorielle Genese der Sterilität kritisch reflektiert werden.

7 Zusammenfassung: Abschließend wird gefolgert, dass idiopathisch sterile Paare ähnlich gut auf reproduktionsmedizinische Behandlungen ansprechen wie Paare mit diagnostizierten Ursachen.

Schlüsselwörter

idiopathische Sterilität, Subfertilität, ART, In-Vitro-Fertilisation, ICSI, Kinderwunschzentrum, Eizellreserve, AMH, Spermiogramm, Hormonstimulation, Embryonenqualität, Schwangerschaftsrate, Lebendgeburtrate, Reproduktionsmedizin, Unfruchtbarkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Patientinnen und Patienten mit idiopathischer Sterilität – also Paare, bei denen medizinisch keine klare Ursache für Kinderlosigkeit gefunden wurde – bei einer assistierten reproduktionsmedizinischen Therapie (ART) ähnliche Erfolgschancen haben wie Paare, bei denen eine konkrete Diagnose vorliegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind der klinische Vergleich von Patientenkollektiven, die Wirksamkeit verschiedener ART-Methoden wie IVF, ICSI, IUI und VZO, sowie der Einfluss von Faktoren wie Alter, Nikotinkonsum und Eizellreserve auf den Behandlungserfolg.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, richtungsweisende Parameter zu identifizieren, in denen sich die untersuchten Gruppen unterscheiden, um festzustellen, ob die idiopathische Sterilität ein eigenes Krankheitsbild ist oder durch präzisere Diagnostik reduziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine retrospektive klinische Studie, die Daten aus dem Kinderwunschzentrum Wiesbaden (2008-2018) anonymisiert auswertet und mittels statistischer Testverfahren (z.B. T-Test, Chi-Quadrat-Test) vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Diskussion der Sterilitätsursachen (literarische Aufbereitung) und einen methodischen Teil, in dem der Studienaufbau, die Diagnostik nach AWMF-Leitlinien und das Embryonengrading nach ESHRE-Konsens beschrieben werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentlich sind Begrifflichkeiten wie idiopathische Sterilität, ART, Eizellreserve, AMH-Wert, Embryonenqualität und Schwangerschaftsrate.

Welche Rolle spielt das Alter in dieser Untersuchung?

Das Alter der Frau wird als einer der kritischsten Faktoren für den Therapieerfolg identifiziert; die Studie zeigt auf, dass mit steigendem Alter nicht nur die Eizellreserve abnimmt, sondern auch die Wahrscheinlichkeit für die Diagnose einer idiopathischen Sterilität steigt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Spermiogrammanalyse?

Die Spermiogrammanalyse wird kritisch hinterfragt: Sie dient zwar der Orientierung, kann aber eine Unfruchtbarkeit nie endgültig ausschließen oder garantieren, da molekulare Prozesse nicht standardmäßig erfasst werden können.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zum therapeutischen Erfolg?

Die Dissertation kommt zu dem Ergebnis, dass die Erfolgsraten bei idiopathischer Sterilität nicht signifikant schlechter sind als bei Paaren mit bekannten Sterilitätsfaktoren, was den betroffenen Paaren Hoffnung auf eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung gibt.

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Details

Titel
Die idiopathische Sterilität. Eigenständiges Krankheitsbild oder diagnostische Lücke?
Autor
Moritz Larscheid (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
97
Katalognummer
V1566492
ISBN (PDF)
9783389119235
ISBN (Buch)
9783389119242
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sterilität eigenständiges krankheitsbild lücke
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Moritz Larscheid (Autor:in), 2022, Die idiopathische Sterilität. Eigenständiges Krankheitsbild oder diagnostische Lücke?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1566492
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Leseprobe aus  97  Seiten
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