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Die "Cleavage-Theorie" nach Lipset/Rokkan. Erklärungsmodell zur Analyse der Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems seit 1945

Title: Die "Cleavage-Theorie" nach Lipset/Rokkan. Erklärungsmodell zur Analyse der Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems seit 1945

Seminar Paper , 2002 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Urban Kaiser (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland hat sich seit Beginn der 60er Jahre als insgesamt sehr stabil erwiesen, auch wenn es in den letzten zwei Jahrzehnten durchaus Modifikationen erfahren hat.
Doch warum entstehen überhaupt Parteien und wie bildet sich ein stabiles Parteiensystem heraus? Diese Fragen sowie das Wahlverhalten der Bürger sind zentraler Untersuchungsgegenstand der modernen empirischen Wahlforschung. Dabei sind zwei Erklärungsansätze besonders hervorzuheben, die die unterschiedlichen Aspekte des Entscheidungsprozesses individueller Wahlentscheidungen und deren Auswirkungen auf die Makroebene formulieren.
Zum Einen der stratifikationstheoretische Ansatz, der sozialstrukturelle Faktoren betont und zum Anderen der institutionelle Ansatz, der parteipolitische Faktoren in den Vordergrund stellt. Die Unvollständigkeit dieser einseitigen Konzepte veranlasste Seymour Lipset und Stein Rokkan zu einer Zusammenführung der beiden Theorien zur sogenannten "Cleavage-Theorie", die in einem eigenen Abschnitt näher erläutert wird.
In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, inwiefern die "Cleavage-Theorie" geeignet ist, die Entwicklung des Parteiensystems in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945 zu analysieren.
Die Arbeit erläutert zunächst die "Cleavage-Theorie" näher, bevor dann ein Überblick über die Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems seit 1945 gegeben wird. Anschließend wird versucht, die "Cleavage-Strukturen" am Beispiel der Bundesrepublik und speziell an den Bundestagswahlergebnissen zu prüfen. Zum Schluss wird noch kurz auf die Besonderheiten in den neuen Bundesländern eingegangen, bevor dann ein Fazit gezogen wird.
In der folgenden Ausarbeitung wird unter der "Cleavage-Theorie" terminologisch die Theorie verstanden, nach der gesellschaftliche Konflikte durch Koalitionen zwischen bestimmten sozialen Gruppen und Parteieliten in das Parteiensystem übertragen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Annahmen der "Cleavage-Theorie" nach Lipset/Rokkan

3. Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems seit 1945

4. Sozialstrukturelle Cleavages in der Bundesrepublik Deutschland

4.1 Der Klassen-Cleavage

4.2. Der konfessionell-religiöse Cleavage

5. Die Veränderungen in der bundesdeutschen Sozialstruktur und ihre Auswirkungen auf die traditionellen Cleavage-Strukturen

5.1 Das Dealignment-Konzept

5.1.1 Dealignment durch abnehmende Gruppengrößen

5.1.2 Dealignment-Prozesse im engeren Sinne

5.2 Das Realignment-Konzept

6. Die Besonderheiten in den neuen Bundesländern

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der "Cleavage-Theorie" nach Lipset und Rokkan auf die Entwicklung des Parteiensystems in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945. Dabei wird analysiert, inwiefern gesellschaftliche Konfliktlinien nach wie vor als Erklärungsmodell für das Parteiensystem und das Wahlverhalten der Bürger dienen können, insbesondere unter Berücksichtigung struktureller Wandlungsprozesse.

  • Grundlagen der Cleavage-Theorie nach Lipset und Rokkan
  • Historische Entwicklung des deutschen Parteiensystems seit 1945
  • Analyse sozialstruktureller Konfliktlinien (Klassen- und konfessioneller Cleavage)
  • Untersuchung von Dealignment- und Realignment-Prozessen
  • Besonderheiten des Parteiensystems in den neuen Bundesländern

Auszug aus dem Buch

3. Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems seit 1945

Nachdem die Alliierten auf der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 beschlossen hatten, demokratische Parteien unter Lizenzzwang in Deutschland zuzulassen, bildete sich sehr schnell ein Parteiensystem, das in vielfältiger Weise noch an das der Weimarer Republik erinnerte. Zum einen lag dies daran, dass sich einige, bereits aus Weimarer Zeiten bekannte Parteien wieder gründeten. Beispiele hierfür sind SPD, KPD oder auch die Zentrums-Partei. Zum anderen gab es analog zu damals eine Vielzahl von Splitterparteien.

Die einzige wirkliche nennenswerte Veränderung war die Gründung der CDU (in Bayern: CSU). Insbesondere das Selbstverständnis der Union als interkonfessionelle Partei war vom Grundsatz her eine neue Idee, denn damit gab es zum ersten Mal eine Partei, die sich weniger als Klientelpartei verstand, sondern deren Anspruch es war, verschiedene Bevölkerungsgruppen anzusprechen.

Die Tatsache des Vorhandenseins sehr vieler Parteien lag nicht zuletzt an der vielfältigen Konfliktstruktur der Nachkriegsgesellschaft, wobei fünf Konfliktdimensionen genannt werden müssen. Dies sind der Verfassungskonflikt, der Regionalkonflikt, der Vertriebenenkonflikt, der Kirchenkonflikt sowie der Klassenkonflikt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der Cleavage-Theorie für das bundesdeutsche Parteiensystem und Darstellung der zentralen Forschungsfrage.

2. Annahmen der "Cleavage-Theorie" nach Lipset/Rokkan: Erläuterung der vier Hauptkonfliktlinien, die laut Lipset und Rokkan die Entstehung westlicher Parteiensysteme maßgeblich geprägt haben.

3. Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems seit 1945: Historischer Abriss der Parteienlandschaft von den Nachkriegsjahren bis zur Wiedervereinigung und der Herausbildung des Drei-Parteien-Systems.

4. Sozialstrukturelle Cleavages in der Bundesrepublik Deutschland: Untersuchung des Klassen- und des konfessionell-religiösen Cleavages als bestimmende Faktoren der deutschen Parteienlandschaft.

5. Die Veränderungen in der bundesdeutschen Sozialstruktur und ihre Auswirkungen auf die traditionellen Cleavage-Strukturen: Analyse, ob der soziale Strukturwandel zu einer Entkoppelung (Dealignment) oder einer Neuordnung (Realignment) führt.

6. Die Besonderheiten in den neuen Bundesländern: Betrachtung der Schwierigkeiten bei der Anwendung der klassischen Cleavage-Theorie auf das Parteiensystem der neuen Bundesländer nach 1990.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Plausibilität des Erklärungsmodells und Diskussion der Grenzen der Theorie in einem sich wandelnden politischen Umfeld.

Schlüsselwörter

Cleavage-Theorie, Lipset, Rokkan, Parteiensystem, Bundesrepublik Deutschland, Sozialstruktur, Dealignment, Realignment, Wahlverhalten, Parteibindung, Klassenkonflikt, Säkularisation, Wandel, politische Konfliktlinien, Volkspartei

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der Cleavage-Theorie, die den Ursprung politischer Parteien in gesellschaftlichen Konfliktlinien sieht, auf das deutsche Parteiensystem seit 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Stabilität von Parteiensystemen, der Einfluss sozialer Milieus auf die Wahlentscheidung sowie der Strukturwandel der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist zu klären, ob die Cleavage-Theorie ein plausibles Erklärungsmodell für die Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen mit empirischen Ergebnissen zur Wahlforschung und zur Sozialstruktur verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Klassenkonflikt und den konfessionell-religiösen Konflikt sowie die Prozesse von Dealignment und Realignment im Kontext des sozialen Wandels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Cleavage-Theorie, Dealignment, Realignment, Volkspartei sowie die Konfliktlinien zwischen sozialen Gruppen.

Wie wirken sich gesellschaftliche Veränderungen auf die Cleavages aus?

Gesellschaftliche Veränderungen, wie der Rückgang traditioneller Milieus, schwächen die ursprüngliche Bindekraft der Cleavages, führen aber nicht zu deren vollständigem Verschwinden.

Warum lässt sich die Theorie schwer auf die neuen Bundesländer anwenden?

Aufgrund der spezifischen politischen Sozialisation und der staatlich verordneten Säkularisierung in der ehemaligen DDR lassen sich die klassischen westdeutschen Konfliktlinien dort kaum identifizieren.

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Details

Title
Die "Cleavage-Theorie" nach Lipset/Rokkan. Erklärungsmodell zur Analyse der Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems seit 1945
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Grundseminar: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland
Grade
1,0
Author
Urban Kaiser (Author)
Publication Year
2002
Pages
14
Catalog Number
V15668
ISBN (eBook)
9783638207232
Language
German
Tags
Cleavage-Theorie Lipset/Rokkan Erklärungsmodell Analyse Entwicklung Parteiensystems Grundseminar System Bundesrepublik Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Urban Kaiser (Author), 2002, Die "Cleavage-Theorie" nach Lipset/Rokkan. Erklärungsmodell zur Analyse der Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems seit 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15668
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