Im Zusammenhang mit der fortlaufenden Diskussion über mehr Transparenz und effizientere Kontrollen börsennotierter Unternehmen rückte der Begriff „Corporate Governance“ auch in Deutschland immer mehr in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit. Dafür zeigten sich neben einer wachsenden Zahl negativer Jahresabschlüsse großer Unternehmen vor allem erhebliche Werteinbußen börsennotierter Gesellschaften infolge strategischer Fehler des Topmanagements verantwortlich.1 Darüber hinaus verhalfen Fehlleistungen bei der Rechnungsprüfung, die in Teilen strittige Berufungspolitik für Aufsichtsräte und von der Öffentlichkeit häufig als überzogen empfundene Managemententschädigungen dem Thema zu neuer Aktualität.2
Eine Folge der seinerzeit ausgelösten Diskussion war das sprunghafte Aufkommen vielfältiger Regelwerke und Kodizes zum Thema Corporate Governance, die seither weltweit Beachtung finden. Hierzulande spielte der Sachverhalt aus zwei Gründen eine besonders wichtige Rolle. Zum einem waren bei vielen deutschen Kapitalgesellschaften Aktienbesitz und Stimmrechte – anders als beispielsweise in den USA – mehrheitlich auf wenige Großanleger konzentriert, zum anderen existierte kaum ein aktiver Markt für unabhängige Unternehmenskontrollen. Daher kam bei der Entwicklung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) vor allem dem Schutz von privaten Anlegern eine bedeutendere Rolle zu.3
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Wirkung staatlicher Ethikinitiativen am Beispiel des DCGK zu untersuchen. Einleitend werden allgemeine Prinzipien und Hintergründe von Corporate Governance im internationalen Kontext betrachtet. Der Hauptteil umfasst neben wesentlichen Aussagen zur Entstehungsgeschichte des deutschen Kodex Einzelheiten zu dessen Zielen und Inhalten. Anhand von ausgewählten empirischen Belegen soll sodann die Umsetzung des DCGK in die Praxis überprüft und bewertet werden. Die Darstellungen werden durch Beispiele aus der deutschen Wirtschaft ergänzt. Aufgrund des begrenzten Rahmens dieser Arbeit kann in diesem Zusammenhang nur exemplarisch auf die aktuelle Berichterstattung ausgewählter Aktiengesellschaften eingegangen werden. Abschließend werden die wesentlichen Erkenntnisse zusammengefasst und bewertet.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Corporate Governance
- 3. Der Deutsche Corporate Governance Kodex
- 3.1 Hintergründe
- 3.2 Zielsetzung
- 3.3 Inhalte
- 3.4 Praktische Umsetzung und Bewertung
- 4. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Wirkung staatlicher Ethikinitiativen am Beispiel des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Sie analysiert die Prinzipien und Hintergründe von Corporate Governance im internationalen Kontext und beleuchtet die Entstehungsgeschichte, Ziele und Inhalte des DCGK. Die Arbeit befasst sich zudem mit der praktischen Umsetzung des Kodex und bewertet diese anhand empirischer Belege. Beispiele aus der deutschen Wirtschaft dienen der Veranschaulichung.
- Corporate Governance im internationalen Kontext
- Entstehungsgeschichte des Deutschen Corporate Governance Kodex
- Ziele und Inhalte des DCGK
- Praktische Umsetzung des DCGK in Unternehmen
- Bewertung der Umsetzung des DCGK
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel liefert eine Einleitung und beleuchtet die Aktualität des Themas Corporate Governance im Kontext der deutschen Wirtschaft. Im zweiten Kapitel werden die Prinzipien und Hintergründe von Corporate Governance im internationalen Kontext betrachtet. Das dritte Kapitel widmet sich dem Deutschen Corporate Governance Kodex, analysiert seine Hintergründe, Zielsetzung und Inhalte und untersucht anhand empirischer Belege die praktische Umsetzung und Bewertung.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK), Unternehmensethik, Transparenz, Kontrolle, Aktionärsrechte, Unternehmensführung, Risikomanagement, empirische Forschung, deutsche Wirtschaft.
- Quote paper
- Dipl.-Ing. (FH) Theo Tino Grötschel (Author), 2010, Der Deutsche Corporate Governance Kodex, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156732