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Voyeurismus in Simon Stones Inszenierung "Drei Schwestern" und auf YouTube

Title: Voyeurismus in Simon Stones Inszenierung "Drei Schwestern" und auf YouTube

Master's Thesis , 2020 , 82 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Hanna Liertz (Author)

Theater Studies, Dance
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In dieser Arbeit wird untersucht, mit welchen Methoden Simon Stones Inszenierung "Drei Schwestern", die am Theater Basel und am Residenztheater München zu sehen gewesen ist, den Voyeurismus des Publikums herausfordert. Im nächsten Schritt werden ähnliche Methoden auf der Video-Plattform YouTube beleuchtet, bevor ein Vergleich zwischen dem Voyeurismus in "Drei Schwestern" und auf YouTube gezogen werden kann. Im Vordergrund steht die Frage, wie Stone und professionelle YouTuberInnen den Umstand, dass sich Menschen für das Privatleben Fremder interessieren, für ihren Erfolg im Theater bzw. auf YouTube nutzen. Dabei wird die These aufgestellt, dass in der Inszenierung Mechanismen verwendet werden, die aktuell vermehrt auf YouTube zu beobachten sind und sich großer Beliebtheit erfreuen.

In dieser Arbeit wird zunächst die psychologische Definition von Voyeurismus unter die Lupe genommen, um im Anschluss zur Bedeutung von Voyeurismus in der darstellenden Kunst zu gelangen. Gerade im Theater, das auf der Kopräsenz von ZuschauerInnen und SchauspielerInnen und damit auf dem Beobachten von ‚echten‘ Körpern fußt, erhält der Blick einen Sonderstatus. Dennoch gibt es bisher kaum theaterwissenschaftliche Forschungen zum Prozess des Blickens und der Wirkung des Blicks auf die beständige Konstituierung der ZuschauerIn als kulturell geprägtes Subjekt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Neugierde des Menschen

2. Zum Begriff des Voyeurismus

2.1 Bedeutung von Voyeurismus in der Psychologie

2.2 Voyeurismus in der darstellenden Kunst

3. Voyeurismus in Simon Stones Inszenierung Drei Schwestern

3.2 Versetzung des klassischen Stoffes ins Heute

3.3 Szenographie

3.3.1 Das gläserne Haus und sein Inventar

3.3.2 Verwendung von Mikroports

3.4 Dramatische Handlung

3.4.1 Darstellung von privaten Alltagshandlungen

3.4.2 Aufgreifen von Tabus

3.4.3 Serielles Erzählen

4. Voyeurismus auf YouTube

4.1 Verbindung von YouTube und Voyeurismus

4.2 Das Phänomen „Vlogging“

4.2.1 Blick in fremde Wohnungen

4.2.2 Mitverfolgen des Alltags

4.2.3 Vlogs als unendliche Serie?

4.3 Tabuisierte Themen in „Story Time-Videos“

5. Vergleich der Drei Schwestern mit aktuellen YouTube-Phänomenen

5.1 Private Einblicke

5.1.1 Öffnung von Wohnung und Alltag für das Publikum

5.1.2 Verhandlung von Tabus

5.2 Serialität als Mittel zur Publikumsbindung

6. Voyeurismus als Erfolgsrezept

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Mechanismen des Voyeurismus in Simon Stones Theaterinszenierung „Drei Schwestern“ sowie auf der Videoplattform YouTube. Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten in der Inszenierung von Intimität und der Nutzung voyeuristischer Neigungen des Publikums für den künstlerischen bzw. kommerziellen Erfolg aufzuzeigen.

  • Die psychologische und kunsttheoretische Fundierung des Voyeurismus.
  • Die ästhetische Umsetzung von Voyeurismus in der Szenographie und Technik (Mikroports) bei Simon Stone.
  • Das Vlogging als digitales Pendant zur voyeuristischen Beobachtung des Privaten.
  • Der Umgang mit Tabuthemen als Mittel zur Publikumsbindung in beiden Medienformaten.
  • Das serielle Erzählen als Strategie zur kontinuierlichen Aufrechterhaltung des Zuschauerinteresses.

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Verwendung von Mikroports

Ein (Theater-)Raum kann nicht nur visuell, sondern auch akustisch erschlossen werden. Was zu sehen ist, ist nicht allein entscheidend dafür, wie eine Situation eingeordnet wird. Würden die Figuren in Stones Inszenierung schweigen oder so leise sprechen, dass das Publikum von außen nichts verstehen kann, ergäbe sich zweifelsohne ein anderes Bild von der Familie und ihren Freuden und Nöten. Stattdessen ist jede der SchauspielerInnen mit einem Mikroport ausgestattet, der jedes ihrer Worte für das Publikum hörbar macht. Stone zufolge erlauben die Mikroports den SchauspielerInnen mehr Spielfreiheiten. Die Drehbühne bringt die SchauspielerInnen in den Vordergrund, ohne dass sie nach vorne treten müssen. Durch die Mikroports müssen sie zusätzlich nicht mehr darauf achten, wie laut und in welche Richtung sie sprechen. Somit erhält das Publikum einen maximalen Zugang zu den Menschen auf der Bühne, ohne dass diese in ihrem Tun auf ebenjenes achten müssen oder von ihm beeinflusst werden.

Was die hohen Glasfronten für das Auge sind, das sind die Mikroports für die Ohren. Sie erlauben ein Eintauchen in die privaten Familienangelegenheiten, die sich im Haus abspielen. Aus diesem Grund sind Mikroports gut dafür geeignet, einen intim klingenden Raum zu schaffen, in dem die ZuschauerIn zur Verbündeten des Geschehens wird. Obwohl sie selbst nicht direkt daran teilnimmt, ist sie doch bei jedem Gespräch live dabei. Es ist irrelevant, ob sich die SchauspielerInnen vor der Haustür, auf der Terrasse oder im eigentlich schalldichten Haus befinden, jedes Wort gelangt nach außen. Vor allem letztere Variante ist im Alltag der ZuschauerInnen sonst nahezu unmöglich. Die Mikroports sorgen jedoch nicht nur dafür, dass einzelne Diskussionen hörbar werden. Tatsächlich können alle Gespräche, die teilweise in unterschiedlichen Räumen oder Stockwerken stattfinden, gleichzeitig mitverfolgt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Neugierde des Menschen: Dieses Kapitel verortet das Bedürfnis nach Beobachtung und Schauen als einen tief verwurzelten menschlichen Instinkt, der sowohl für die Sozialisation als auch für die Identitätsbildung zentral ist.

2. Zum Begriff des Voyeurismus: Es wird die Definition von Voyeurismus von der klinischen Psychologie (Paraphilie) hin zur Anwendung in der darstellenden Kunst und Kultur erläutert.

3. Voyeurismus in Simon Stones Inszenierung Drei Schwestern: Untersuchung der spezifischen Mittel, wie die Inszenierung – durch Szenographie und Tontechnik – den voyeuristischen Blick des Theaterpublikums provoziert.

4. Voyeurismus auf YouTube: Analyse der Plattform YouTube als Medium, das durch Vlogging und Story-Time-Videos ähnliche voyeuristische Mechanismen wie das Theater bedient.

5. Vergleich der Drei Schwestern mit aktuellen YouTube-Phänomenen: Zusammenführung der Ergebnisse, wobei die Ähnlichkeiten in der Inszenierung des Privaten, der Tabuisierung und der Serialität hervorgehoben werden.

6. Voyeurismus als Erfolgsrezept: Fazit, das die Nutzung voyeuristischer Neigungen als bewusste Strategie für den Erfolg sowohl in der Hochkultur des Theaters als auch in sozialen Online-Medien bestätigt.

Schlüsselwörter

Voyeurismus, Simon Stone, Drei Schwestern, YouTube, Vlogging, Serialität, Privatheit, Tabu, Szenographie, Publikumsbindung, Theaterwissenschaft, Medienethik, psychologische Einblicke, Intersubjektivität, VoyeurIn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen dem menschlichen Bedürfnis nach voyeuristischer Beobachtung und dessen gezielter Inszenierung, verglichen anhand der Theaterproduktion „Drei Schwestern“ von Simon Stone und den Vlog-Formaten auf YouTube.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Definition und Geschichte des Voyeurismus, die szenographische und technische Analyse von Theateraufführungen, das Phänomen des digitalen Vloggings sowie die Bedeutung von Tabubrüchen und Serialität für die Zuschauerbindung.

Was ist die Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit fragt nach den Methoden, mit denen Regisseure und professionelle YouTuber die menschliche Neugier auf das Privatleben anderer nutzen, um Aufmerksamkeit und Erfolg zu generieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche und theaterwissenschaftliche Analyse, die theoretische Definitionen mit konkreten Aufführungsanalysen und Fallbeispielen von YouTube-Kanälen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Stones Theaterinszenierung (Szenographie, Tonmittel), die Analyse von YouTube-Formaten sowie einen detaillierten systematischen Vergleich beider Medien hinsichtlich ihrer Struktur und Wirkung.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Charakteristische Begriffe sind Voyeurismus, Serialität, Vlogging, mediale Selbstinszenierung und die Durchbrechung der vierten Wand.

Inwiefern beeinflussen Mikroports die Wahrnehmung des Zuschauers bei Simon Stone?

Die Mikroports ermöglichen ein akustisches Eindringen in alle Räume des Bühnenbilds gleichzeitig. Dies hebt die Grenze zwischen dem Privaten und dem „Öffentlichen“ im Theater auf und macht den Zuschauer zum akustischen Voyeur.

Können traumatische Kindheitserfahrungen in Story-Time-Videos wirklich aufgearbeitet werden?

Die Arbeit bewertet dies kritisch: Während das Teilen solcher Erlebnisse als Schritt der Selbstoffenbarung fungieren kann, erscheint die bloße Veröffentlichung in einem kurzen YouTube-Video als fragwürdig, um ein echtes (psychologisches) Trauma in Gänze zu heilen.

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Details

Title
Voyeurismus in Simon Stones Inszenierung "Drei Schwestern" und auf YouTube
College
LMU Munich  (Theaterwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Hanna Liertz (Author)
Publication Year
2020
Pages
82
Catalog Number
V1569360
ISBN (eBook)
9783389118122
ISBN (Book)
9783389118139
Language
German
Tags
Theater Voyeurismus Drei Schwestern Simon Stone Anton Tschechow YouTube Social Media Vlog Inszenierung Voyeur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hanna Liertz (Author), 2020, Voyeurismus in Simon Stones Inszenierung "Drei Schwestern" und auf YouTube, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1569360
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