Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Beziehungen und Familie

Geschlechterdifferente Sozialisation im Kleinkindalter

Titel: Geschlechterdifferente Sozialisation im Kleinkindalter

Studienarbeit , 2010 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sarah Berens (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Fachhochschule Koblenz,Studiengang: Soziale Arbeit, Mai 2010, Note: 1,0. Sprache: Deutsch, abstrakt, 8 Quellen im Literaturverzeichnis.
Die Ausarbeitung thematisiert den Sozialisationsprozess von Kindern vom Zeitpunkt der Geburt an, innerhalb der Institution Familie sowie im Kontext des Kindergartens. Die Relevanz der Thematik ergibt sich aus den auch heute noch weitgehend verbreiteten Rollenverständnissen von männlich und weiblich. Obschon das soziale Geschlecht aus konstruktivistischer Sicht als hergestellt und erworben gilt, ist das alltägliche Verständnis noch immer weitestgehend von rein biologischen Ursachen für die Differenz von Mädchen/Frauen und Jungen/Männern geprägt. Welchen Einfluss allerdings die Eltern, das soziale Umfeld, Peers, der Kindergarten und die Kinder selbst aber auf die Reproduktion von Geschlechterbildern und Stereotypen nehmen, soll im weiteren Verlauf geklärt werden. Dabei lässt sich folgende zentrale Frage formulieren: Greift das Thomas-Theorem (if men/women define a situation as real, then it is real in it’s consequences) auch im Zuge der Sozialisation von Kindern, bezüglich der Kategorie Geschlecht und falls ja, kann dieser Prozess der Konstruktion von professionalisierten Institutionen unterbunden werden?
Die Ausarbeitung ist in der Folge hinsichtlich der Chronologie des Kindes gegliedert. Einführend werden Definitionen sowie unterschiedliche Verständnisse von Sozialisation erläutert. Anschließend wird die Relevanz der eindeutigen geschlechtlichen Klassifikation am Beispiel der Intersexualität erläutert. Darauffolgend werden die Institution Familie sowie die Institution Kindergarten näher betrachtet. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Reproduktion von Geschlechtstypisierungen. Im Fazit soll die zu Beginn entworfene Frage beantwortet werden. Analog dazu wird Bezug auf die Profession der Sozialen Arbeit und ihr Anteil an einer geschlechtergerechten Sozialisation genommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nomenklatur: geschlechtstypisch, geschlechtsspezifisch

3. Sozialisationsverständnis und Traditionslinien

3.1 Sozialisation als biologischer determinierter Prozess

3.2 Sozialisation als gesellschaftlich gesteuerter Prozess

4. Nomen est omen – Der Name ist ein Zeichen

5. Intersexualität

6. Institutionen und Geschlecht

7. Institution Familie

7.1 Geschlechterspezifische und geschlechterdifferente Sozialisation

7.2 Umgang mit den unterschiedlichen Geschlechtern innerhalb der Familie

7.3. Stabilität versus neue Offenheit in der Familie oder: geschlechtsneutrale Sozialisation

8. Institution Kindergarten

8.1 Der Kindergarten ,ein weiblich dominiertes Terrain – und seine Folgen

8.2 Profession: Erziehung

8.3 Geschlechtstypische Gestaltung als Katalysator der Rollenübernahme

8.4 Doing Gender im Kindergarten

8.4.1 Akteure: Erzieher

8.4.2 Akteure: Eltern

8.4.3 Akteure: Kinder

9. Lösungsansätze für eine geschlechtergerechte Sozialisation

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Prozess der geschlechterdifferenten Sozialisation von Kindern im Kleinkindalter innerhalb der zentralen Institutionen Familie und Kindergarten. Dabei wird analysiert, inwieweit gesellschaftliche Erwartungen und das Thomas-Theorem (die Wirksamkeit definierter Situationen in ihren Konsequenzen) dazu beitragen, Geschlechterstereotype frühzeitig zu verfestigen und eine geschlechtergerechte Entwicklung zu erschweren.

  • Analyse von Sozialisationstheorien und deren Einfluss auf Geschlechterbilder
  • Untersuchung der Institutionen Familie und Kindergarten als Orte der Rollenreproduktion
  • Kritische Betrachtung der Geschlechtsklassifikation und des Umgangs mit Intersexualität
  • Diskussion professioneller Lösungsansätze und der Rolle der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3. Sozialisationsverständnis und Traditionslinien

Der Begriff der Sozialisation umfasst den Prozess des Heranreifens einer menschlichen Persönlichkeit, welche einer reziproken Beeinflussung und Auseinandersetzung von/mit der dinglichen Umwelt und den soziokulturellen, historischen und ökonomischen Kontexten untersteht. Diese basiert auf der jeweils individuellen Genetik des Einzelnen. Der Prozess der Sozialisation steht somit in Interdependenz zu biologischer Ausstattung und Lebenswelt. In deren Verlauf entwickelt sich der Mensch zu einer „sozial handlungsfähigen Persönlichkeit“ (Nestvogel 2004, S. 153), wobei sich Veranlagung und soziale Erfahrungen „untrennbar verbinden (Verkörperung)“ (Nestvogel 2004, S. 153). Dem zugrunde liegen „systemtheoretisch-ökologische und reflexiv-handlungstheoretische Ansätze“ (Nestvogel 2004, S. 155).

Unabhängig von der Evidenz dieses Sozialisationsverständnisses, unterliegt insbesondere das Alltagswissen und –handeln wissenschaftlich widerlegten Traditionslinien, welche gerade bezüglich geschlechtergerechter Sozialisation prekär erscheinen, da sie zur Reproduktion von Geschlechterstereotypen und dementsprechenden Rollenerwartungen beitragen. Im Folgenden wird daher auf die Folgen von rein biologisch determinierten sowie ausschließlich gesellschaftlich gesteuerten Verständnissen von Sozialisation eingegangen, welche paradoxerweise hinsichtlich der Geschlechterthematik gleichsam die Aufrechterhaltung von Geschlechterdifferenzen begünstigen. (vgl. Nestvogel 2004, 153;155)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf den Sozialisationsprozess von Kindern und fragt, ob durch Institutionen ein starrer Prozess der Konstruktion von Geschlecht unterbunden werden kann.

2. Nomenklatur: geschlechtstypisch, geschlechtsspezifisch: Dieses Kapitel differenziert zwischen den Begriffen geschlechtstypisch, geschlechtsspezifisch und Geschlechtstypisierung, um eine Vermischung dieser Konzepte zu verhindern.

3. Sozialisationsverständnis und Traditionslinien: Es werden verschiedene theoretische Ansätze zur Sozialisation beleuchtet, insbesondere die Spannung zwischen biologischer Determination und gesellschaftlicher Konstruktion.

3.1 Sozialisation als biologischer determinierter Prozess: Dieser Abschnitt beschreibt die Auffassung von Geschlechterdifferenzen als naturgegebene, unveränderbare genetische Dispositionen.

3.2 Sozialisation als gesellschaftlich gesteuerter Prozess: Hier wird der Fokus auf die prägungstheoretische Sichtweise gelegt, in der Individuen durch gesellschaftliche Normen und Rollenerwartungen in das soziale System integriert werden.

4. Nomen est omen – Der Name ist ein Zeichen: Das Kapitel verdeutlicht, wie bereits die Namensgebung pränatal als erster Akt der geschlechtlichen Klassifizierung und Festlegung fungiert.

5. Intersexualität: Am Beispiel der Intersexualität wird aufgezeigt, wie die Gesellschaft durch medizinische Korrekturen versucht, die Zweigeschlechtlichkeit als Norm aufrechtzuerhalten.

6. Institutionen und Geschlecht: Es wird definiert, wie Institutionen als strukturierende Muster sozialer Interaktionen fungieren und dabei Geschlecht aktiv mitkonstruieren.

7. Institution Familie: Die Familie wird als primärer, aber durch traditionelle Rollenmuster geprägter Ort der Sozialisation beschrieben.

7.1 Geschlechterspezifische und geschlechterdifferente Sozialisation: Hier wird der theoretische Unterschied zwischen einer an biologischen Spezifika orientierten Erziehung und einer sozialen Konstruktion von Geschlecht diskutiert.

7.2 Umgang mit den unterschiedlichen Geschlechtern innerhalb der Familie: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Eltern, oft unbewusst, durch Erziehungsverhalten und Aufgabenverteilung geschlechtstypische Muster bei ihren Kindern festigen.

7.3. Stabilität versus neue Offenheit in der Familie oder: geschlechtsneutrale Sozialisation: Es wird erörtert, warum Versuche einer geschlechtsneutralen Sozialisation im Alltag oft an der allgegenwärtigen Geschlechterdifferenzierung scheitern.

8. Institution Kindergarten: Der Kindergarten wird als zweiter prägender Sozialisationsort vorgestellt, der jedoch oft durch ein „weiblich dominiertes Terrain“ geprägt ist.

8.1 Der Kindergarten ,ein weiblich dominiertes Terrain – und seine Folgen: Es wird dargelegt, wie die weibliche Dominanz im Berufsbild Erzieherin dazu beiträgt, tradierte Rollenmuster zu reproduzieren.

8.2 Profession: Erziehung: Das Kapitel thematisiert das geringe akademische Niveau der Erzieherausbildung und den damit verbundenen Mangel an Gender-Wissen in der pädagogischen Praxis.

8.3 Geschlechtstypische Gestaltung als Katalysator der Rollenübernahme: Hier wird analysiert, wie Funktionsecken im Kindergarten zur Bildung geschlechtshomogener Gruppen und somit zur Rollenverfestigung führen.

8.4 Doing Gender im Kindergarten: Das Konzept des „Doing Gender“ beschreibt, wie Kinder und pädagogisches Personal im Alltag ständig aktiv Geschlechterdifferenzen herstellen.

8.4.1 Akteure: Erzieher: Dieser Abschnitt beschreibt die „Denkblockade“ vieler Erzieherinnen, die sich zwar geschlechtsneutral wähnen, aber dennoch stereotype Verhaltensweisen verstärken.

8.4.2 Akteure: Eltern: Zusammengefasst wird hier die Rolle der Familie bei der Integration des Kindes in die zweigeschlechtliche Welt.

8.4.3 Akteure: Kinder: Es wird aufgezeigt, wie Kinder innerhalb ihrer Peer-Groups aktiv zur Festigung von Geschlechterrollen und zur Sanktionierung von Abweichungen beitragen.

9. Lösungsansätze für eine geschlechtergerechte Sozialisation: Ein vierstufiges Konzept aus Selbstreflexion, Gender-Wissen, bewusster Alltagsgestaltung und Kontrolle wird vorgestellt.

10. Fazit: Das Fazit bestätigt, dass das Thomas-Theorem auf die Sozialisation zutrifft und fordert eine professionelle Veränderung der Institutionen durch die Einbindung der Sozialen Arbeit.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Geschlechterrolle, Doing Gender, Institution Familie, Kindergarten, Geschlechterstereotype, Rollenübernahme, Gender-Kompetenz, Intersexualität, Thomas-Theorem, Pädagogik, geschlechtergerechte Erziehung, Kindesentwicklung, Identitätsbildung, Geschlechtsidentität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Geschlechterrollen bereits im Kleinkindalter innerhalb der Familie und im Kindergarten konstruiert, reproduziert und verfestigt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den Sozialisationstheorien, der institutionellen Analyse von Kindergarten und Familie sowie der kritischen Auseinandersetzung mit dem Konzept der Geschlechterdifferenzierung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob das Thomas-Theorem im Kontext der Sozialisation greift und ob die Konstruktion von Geschlecht durch professionalisierte Institutionen überhaupt unterbunden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und sozialpädagogische sowie soziologische Erkenntnisse zur Geschlechterforschung synthetisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Traditionen, Institutionen (Familie und Kindergarten) und analysiert die Akteure (Erzieher, Eltern, Kinder) in ihrem Beitrag zur Reproduktion von Geschlechterrollen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sozialisation, Doing Gender, Geschlechterstereotype, Gender-Kompetenz und Institutionenanalyse charakterisiert.

Warum spielt die Namensgebung eine Rolle für die Geschlechterentwicklung?

Die Namensgebung wird als pränataler Akt verstanden, der das Kind bereits vor der Geburt in ein geschlechtliches Ordnungsschema einordnet und damit Erwartungen an das Kind verknüpft.

Welches Problem identifiziert die Autorin bei der Erzieherausbildung?

Die Autorin kritisiert das niedrige Ausbildungsniveau und den fehlenden universitären Bezug, was dazu führt, dass Erzieherinnen oft nicht über das notwendige Wissen verfügen, um Gender-Kompetenz in der Praxis anzuwenden.

Warum scheitern laut Arbeit oft Versuche einer geschlechtsneutralen Erziehung?

Selbst bei „stereotypneutralisierenden“ Eltern entziehen sich Sozialisationsprozesse oft der bewussten Kontrolle, da sie in alltäglichen kommunikativen Interaktionen und latenten Verhaltensmustern tief verankert sind.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Geschlechterdifferente Sozialisation im Kleinkindalter
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Veranstaltung
Geschlechtergerechte Soziale Arbeit
Note
1,0
Autor
Sarah Berens (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V157068
ISBN (eBook)
9783640722204
ISBN (Buch)
9783640722396
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialisation Rollenverständnis Geschlecht Traditionslinien Familie Kindergarten Kita geschlechtstypisch geschlechtsspezifisch Namensgebung Intersexualität Erziehung Doing Gender geschlechtergerechte Sozialisation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Berens (Autor:in), 2010, Geschlechterdifferente Sozialisation im Kleinkindalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157068
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  24  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum