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"Unterhaltende Belehrung" oder subtile Propaganda?

Die Bedeutung der illustrierten Familienzeitschrift "Die Gartenlaube" als Instrument der kolonialpropagandistischen Publizistik 1884 - 1899

Title: "Unterhaltende Belehrung" oder subtile Propaganda?

Seminar Paper , 2025 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tobias Oscar Linder (Author)

History - Miscellaneous
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War „Die Gartenlaube“ unterhaltende Familienlektüre oder kolonialpropagandistisches Sprachrohr? Die Arbeit untersucht die populäre Zeitschrift von 1884 bis 1899 als Medium der kolonialen Meinungsbildung im Deutschen Kaiserreich. Anhand konkreter Beiträge analysiert sie die subtile Vermittlung kolonialpolitischer Inhalte und stellt die Frage nach der ideologischen Funktion massenmedialer Unterhaltungsliteratur im Zeitalter des Hochimperialismus.

In einem ersten Schritt der methodischen Annäherung werden die historische Genese des Blattes, ihr Erfolgskonzept als illustrierte Zeitschrift sowie die Lokalisation ihrer Leserschaft innerhalb der Gesellschaft des Deutschen Kaiserreichs erfolgen, bestand doch innerhalb dieser nie eine einheitliche Haltung zur Kolonialpolitik und wurde doch in diversen sozialen Schichten Kritik und Zustimmung an der kolonialen Expansion geäußert. In einem zweiten Schritt werden die kolonialpublizistischen Tendenzen sowie das Potenzial der ,,Gartenlaube” als (kolonial-)propagandistisches Medium untersucht.
In einem Fazit wird die Schlussfolgerung gezogen, dass im Falle der ,,Gartenlaube” von einem zivilen, kolonialpropagandistischen, die Gesellschaft des Deutschen Kaiserreichs ideologisch auf eine kolonialistische Zukunft vorbereitenden Verlautbarungsorgan ausgegangen werden muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. ,,Die Gartenlaube” als Quelle und Medium ihrer Zeit

2.1 Historische Genese des Blattes

2.2 (Erfolgs-)Konzept als ,,Prototyp der illustrierten (Familie-)Zeitschrift”

2.2.1 Allgemein- bzw. Volksbildung: Die Leserschaft und ihr Bedürfnis nach ,,Unterhaltung und unterhaltender Belehrung”

2.2.2 Politischer Charakter: Vermittlung des nationalen Gedankens

3. Kolonialpublikationen als Medien kolonialer Propaganda – Die Beiträge zu den afrikanischen Kolonien / ,,Schutzgebieten” des Deutschen Kaiserreichs

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Rolle der illustrierten Familienzeitschrift „Die Gartenlaube“ als Medium der kolonialpropagandistischen Publizistik im Deutschen Kaiserreich zwischen 1884 und 1899. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie das eigentlich auf Unterhaltung und politische Neutralität ausgerichtete Blatt genutzt wurde, um koloniale Interessen zu vermitteln und die deutsche Bevölkerung ideologisch auf eine kolonialistische Zukunft einzustimmen.

  • Analyse der Zeitschrift „Die Gartenlaube“ als massenmediales Instrument
  • Untersuchung der journalistischen Strategien zur Kolonialpropaganda
  • Verhältnis zwischen dem bürgerlichen Unterhaltungsanspruch und politischer Agitation
  • Rezeption kolonialer Inhalte in der deutschen Öffentlichkeit
  • Historische Einordnung des deutschen Kolonialismus zwischen 1884 und 1899

Auszug aus dem Buch

3. Kolonialpublikationen als Medien kolonialer Propaganda - Die Beiträge zu den afrikanischen Kolonien / ,,Schutzgebieten” des Deutschen Kaiserreichs in der ,,Gartenlaube”

Bedenkt man, dass (Ernst Keils) ,,Die Gartenlaube” den Anspruch erhob, unter der Prämisse ihrer Lektüre in explizit privaten Sphären, an einer entpolitisierten, konfliktarmen Gesinnung orientiert zu sein und sich daher von der konfliktreichen Öffentlichkeit sowie sämtlichen politischen und gesellschaftlichen Diskursen zu distanzieren, stellt sich die Frage, inwiefern die in demselben Medium erschienenen, kolonialpublizistischen Beiträge mit jener Intention zu vereinbaren waren beziehungsweise sind. So bot doch die ,,Kolonialfrage” beziehungsweise der deutsche Kolonialismus ein konstantes innenpolitisches Konfliktpotenzial. Wenngleich zu keinem Zeitpunkt eine einheitliche Haltung im Kontext der deutschen Kolonialpolitik bestand - so wurden Zustimmung und Kritik von divergenten sozialen und politischen Interessengruppen geäußert - bestand doch mehrheitlich gesellschaftlicher Konsens bezüglich der kolonialen Expansion. Im printmedialen Kontext äußerte sich dies in Form intensiver Anteilnahme der deutschen Öffentlichkeit an den Situationen in Übersee, wobei jenes durch Forschungsreisen und koloniale Annexionen im 19. Jahrhundert entstandene Interesse am afrikanischen Kontinent nicht nur die Elitenkultur der primären Rezipienten der ,,Gartenlaube” betraf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Übergang des Deutschen Kaiserreichs zur aktiven Kolonialpolitik ab 1884 und den wachsenden öffentlichen Kolonialenthusiasmus.

2. ,,Die Gartenlaube” als Quelle und Medium ihrer Zeit: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehungsgeschichte, das Erfolgskonzept sowie die Zielgruppen und den politisch-ideologischen Wandel des Blattes nach.

3. Kolonialpublikationen als Medien kolonialer Propaganda – Die Beiträge zu den afrikanischen Kolonien / ,,Schutzgebieten” des Deutschen Kaiserreichs: Der Hauptteil analysiert, wie die „Gartenlaube“ trotz ihres unpolitischen Selbstverständnisses als subtiles Propagandamedium für die deutsche Kolonialexpansion diente.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die Zeitschrift maßgeblich zur Integration kolonialer Themen in den Alltag des Bürgertums beitrug und als ideologisches Verlautbarungsorgan zu werten ist.

Schlüsselwörter

Die Gartenlaube, Kolonialismus, Deutsches Kaiserreich, Propaganda, Familienzeitschrift, Ernst Keil, Kolonialpropaganda, Pressegeschichte, 19. Jahrhundert, Publizistik, Schutzgebiete, Bildungsbürgertum, Medienanalyse, Massenpresse, Kolonialenthusiasmus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die publizistische Strategie der „Gartenlaube“ im Hinblick auf ihre Mitwirkung bei der Verbreitung und Legitimation des deutschen Kolonialismus.

Welche zentralen Themen werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Medien- und Zeitschriftengeschichte des 19. Jahrhunderts, die Entwicklung der deutschen Kolonialpolitik sowie die mediale Konstruktion von Kolonialbildern.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Frage lautet, inwiefern die als unpolitisch und unterhaltend inszenierte „Gartenlaube“ als Instrument kolonialer Propaganda fungierte und wie dieser Widerspruch in der Redaktionsarbeit aufgelöst wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine medienhistorische Quellenanalyse, um die publizistischen Inhalte der „Gartenlaube“ im Kontext der kolonialgeschichtlichen Ereignisse zwischen 1884 und 1899 zu bewerten.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig diskutiert?

Der Hauptteil befasst sich insbesondere mit der Diskrepanz zwischen dem entpolitisierten Anspruch des Journalismus und der aktiven Förderung imperialistischer Bestrebungen durch das Medium.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die wichtigsten Schlagworte sind Kolonialismus, Medienpropaganda, „Die Gartenlaube“, 19. Jahrhundert und Deutsches Kaiserreich.

Warum spielt das Fehlen einer einheitlichen Kolonialpolitik im Kaiserreich eine Rolle für die „Gartenlaube“?

Die mangelnde Konsensbildung innerhalb der Politik erforderte eine mediale Form der „Volksbildung“, um durch eine subtile, auf Wissenschaft und Wirtschaft basierende Darstellung Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen.

Wie wurde die „Gartenlaube“ ihr Instrumentarium der Kolonialpropaganda gerecht, ohne Leser zu verschrecken?

Das Blatt verpackte kolonialpolitische Berichte in ein beliebtes, allgemeinbildendes Format („unterhaltende Belehrung“), das bereits durch Reisen und Wissenschaft in der Leserschaft etabliert war.

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Details

Title
"Unterhaltende Belehrung" oder subtile Propaganda?
Subtitle
Die Bedeutung der illustrierten Familienzeitschrift "Die Gartenlaube" als Instrument der kolonialpropagandistischen Publizistik 1884 - 1899
College
University of Freiburg  (Historisches Seminar)
Course
Proseminar ,,Geschichte(n) der Nachhaltigkeit. […]“
Grade
1,7
Author
Tobias Oscar Linder (Author)
Publication Year
2025
Pages
21
Catalog Number
V1570787
ISBN (PDF)
9783389120743
ISBN (Book)
9783389120750
Language
German
Tags
Geschichte Neuere und Neueste Geschichte Geschichte Westeuropas Kaiserreich Deutsches Kaiserreich Wilhelminisches Kaiserreich Wilhelminismus Imperialismus Kolonialismus Kolonialpropaganda Propaganda Publizistik Mediengeschichte Pressegeschichte Massenkultur Massenmedien Kolonialherrschaft Kolonialwirtschaft Wirtschaft Wirtschaftsgeschichte Bismarck Wilhelm II. 19. Jahrhundert Die Gartenlaube Ernst Keil Adolf Kröner Deutsche Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Oscar Linder (Author), 2025, "Unterhaltende Belehrung" oder subtile Propaganda?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1570787
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