Kapitalbeschaffung. Überblick über die Möglichkeiten für Unternehmen


Seminararbeit, 2010
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Innenfinanzierung
2.1. Finanzierung aus Umsatzprozess
2.2. Finanzierung aus sonstiger Kapitalfreisetzung

3. Außenfinanzierung
3.1. Eigenkapital
3.1.1. Privater Markt
3.1.2. Öffentlicher Markt
3.2. Mezzanine-Kapital (hybride Finanzierungsformen)
3.2.1. Equity Mezzanine (Junior Mezzanine)
3.2.2. Hybride Mezzanine
3.2.3. Debt Mezzanine (Senior Mezzanine)
3.3. Fremdkapital
3.3.1. Kurzfristig / mittelfristig
3.3.2. Langfristig

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Schaubild Finanzierungsphasen

2. Schaubild Mezzaninefinanzierung

3. Schaubild langfristige Kreditfinanzierung

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Das Thema Kapitalbeschaffung für Unternehmen in Deutschland befindet sich in den letzten Jahren in einem starken Wandel. Der klassische Bankkredit und die Fremdkapitalfinanzierung waren und sind die dominierenden Säulen der Unternehmensfinanzierung. Doch durch Veränderungen in der Gesetzgebung, speziell durch die MaRisk und die Einführung von Basel II, wird es für die Banken immer schwieriger, den Kapitalbedarf der Unternehmen zu befriedigen. Doch warum ist das so?

Basel II erfordert eine risikoorientierte Bepreisung der Kreditkonditionen. Das Rating klassifiziert den Darlehensnehmer systematisch in Risikoklassen. Je höher die Risikoklasse ist, desto mehr haftendes (teures) Eigenkapital muss von den Kreditinstituten hinterlegt werden. Dies führt dazu, dass Banken bei der Vergabe von risikoreicheren Krediten tendenziell zurückhaltender agieren. Ein Aspekt, der das Rating der Unternehmen stark beeinflusst, ist die Eigenkapitalausstattung. Nicht zuletzt auf Grund der Finanzmarktkrise und der damit einhergehenden Kreditklemme[1] ist es für Unternehmen wichtig, die Eigenkapitalbasis noch weiter[2] zu stärken und auszubauen. Die daraus tendenziell resultierende Ratingverbesserung führt zu einer leichteren Kapitalbeschaffung und zur Reduzierung der Fremdkapitalkosten.

Aus aktuellem Anlass wird daher in dieser Arbeit das Hauptaugenmerk auf die Methoden der Eigenkapitalbeschaffung, sowie der eigenkapitalähnlichen mezzaninen Finanzierungsformen gelegt. Nichts desto trotz werden alle weiteren gängigen Formen der Kapitalbeschaffung kurz dargestellt, damit die Arbeit dem Anspruch, einen Überblick über die Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung zu geben, gerecht wird.

2. Innenfinanzierung

Die Innenfinanzierung beschreibt die Kapitalbeschaffung, die das Unternehmen aus eigener Kraft generiert. Im Gegensatz zur Außenfinanzierung fließt kein Kapital von außen in das Unternehmen ein, sondern man versucht, Finanzmittel innerhalb der Unternehmung freizusetzen bzw. Gewinne zu thesaurieren.

2.1. Finanzierung aus Umsatzprozess

Die Innenfinanzierung aus den Umsatzerlösen stellt hierbei die gängigste und bekannteste Form dar. Einen wesentlichen Punkt der Finanzierung aus dem Umsatzprozess stellt hierbei die Selbstfinanzierung (Eigenfinanzierung) dar.

Bei der offenen Selbstfinanzierung wird der in der GuV bzw. in der Bilanz ausgewiesene Gewinn / Jahresüberschuss am Ende des Geschäftsjahres nicht komplett an die Gesellschafter bzw. die Eigentümer ausgezahlt, sondern wird den entsprechenden Eigenkapitalpositionen in der Bilanz zugeführt. Zu beachten ist jedoch, dass der komplette Gewinn zunächst versteuert werden muss.

Diese Form stellt für nicht emissionsfähige Unternehmen immer noch eine grundlegende, manchmal sogar die einzige Möglichkeit dar, ihre Eigenkapitalbasis stetig zu verbessern ohne Stimmrechtsverluste zu erleiden. Gerade für ein solides und konstantes Unternehmenswachstum ist diese Form der jährlichen Eigenkapitalzuführung sehr wichtig.

Die stille (verdeckte) Selbstfinanzierung ist, wie der Name schon vermuten lässt, durch den externen Bilanzleser nicht zu erkennen. Durch die im HGB, als auch im Steuerrecht vorhandenen Bewertungsspielräume können stille Reserven gebildet werden, die den ausgewiesenen Gewinn verringern können. Dies kann durch Unterbewertung von Aktiva bzw. durch Wertberichtigungen, sowie durch Überbewertung von Passiva (z.B. Rückstellungen) geschehen. Im Gegensatz zur offenen Selbstfinanzierung kann hier der oben genannte Steuereffekt sogar dienlich sein, wenn die stillen Reserven auch die steuerliche Anerkennung finden. Ein Liquiditätszufluss entsteht jedoch erst, wenn die stillen Reserven aufgelöst werden und ihnen keine liquiditätswirksamen Aufwendungen gegenüberstehen. Im Zuge der Einführung der IFRS und der damit einhergehenden Bewertung zum „true and fair value“ wird diese Form jedoch in Zukunft immer mehr an Bedeutung verlieren.

Abschreibungen bei mehrperiodig genutzten Wirtschaftsgütern stellen Aufwendungen dar, denen jedoch i.d.R. keine liquiditätswirksamen Auszahlungen gegenüber stehen. Um einen Finanzierungseffekt zu erzielen ist es hierbei jedoch wichtig, dass die Unternehmen die Abschreibungen in ihre Preise einkalkulieren und auf die Kunden umlegen, damit diese als Einzahlungen dem Unternehmen zur Verfügung stehen. Auszahlungen würden erst entstehen, wenn das Wirtschaftsgut ersetzt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt steht den Unternehmen das Kapital als liquide Mittel zur Verfügung und kann daher für Neu- und / oder Erweiterungsinvestitionen genutzt werden. In der Literatur wird diese Möglichkeit der Finanzierung mit dem Lohmann-Ruchti-Effekt erklärt.

Bei den Rückstellungen funktioniert der Finanzierungseffekt ähnlich wie bei den Abschreibungen. Rückstellungen werden gebildet, um zukünftigen Zahlungsverpflichtungen, die zum Zeitpunkt der Bildung in deren Höhe und Fälligkeit noch nicht exakt feststehen, nachkommen zu können. Da jedoch im Jahr der Bildung (ähnlich wie bei den Abschreibungen) diese nicht liquiditätswirksam sind, ist auch hier wieder ein Finanzierungseffekt zu verzeichnen. Die Pensionsrückstellungen bilden in puncto des Finanzierungseffektes hierbei eine der wichtigsten Formen der Rückstellungen, da diese dem Unternehmen lange und in großer Höhe zur Verfügung stehen.

Da Rückstellungen rechtlich Fremdkapital sind, wird diese Form auch innerbetriebliche Fremdfinanzierung genannt. Somit sollte darauf geachtet werden, in welcher Höhe diese gebildet werden, um gewisse Bilanzkennzahlen und somit auch das Rating nicht zu verschlechtern.

2.2. Finanzierung aus sonstiger Kapitalfreisetzung

Ein Finanzierungseffekt lässt sich auch durch eine Kapitalfreisetzung (Desinvestition) realisieren.

Wichtig ist hier jedoch, dass dem ein Rationalisierungsprozess vorangeht, der es dem Unternehmen erlaubt, trotz der Kapitalfreisetzung den Produktionsprozess im gleichen Maße fortzuführen. Ziel hierbei ist es, den Kapitalumschlag im Unternehmen zu erhöhen, sowie das Working Capital zu optimieren. Durch die Rationalisierungsmaßnahmen und den verbesserten Einsatz der Ressourcen, besteht zusätzliches Potenzial die Auszahlungen bei „Personal, Material und Energie“[3] zu senken.

Als weiterer Punkt ist die Finanzierung aus Vermögensumschichtung zu betrachten. Hier werden z.B. nicht betriebsnotwendige aktivierte Vermögensgegenstände liquidiert. Aber auch für den Umsatzprozess notwendiges Anlagevermögen wird veräußert und dann wieder zurückgeleast (Sale-and-lease-back). Durch diese Vermögensumschichtungen (Aktivtausch) werden liquide Mittel freigesetzt, die zur Finanzierung genutzt werden können. Zudem können hierdurch eventuell vorhandene nicht realisierte Reserven aufgelöst werden, was den Finanzierungseffekt sogar nochmals erhöhen würde.

Auch beim Umlaufvermögen ist dieser Prozess möglich. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Forderungsfinanzierung. Hier können beispielsweise kurzfristige laufende Forderungen verkauft werden (Factoring). Aber auch der „regresslose Verkauf vom meist mittel- und langfristigen Forderungen, vorwiegend Exportforderungen“[4] (Forfaitierung) ist möglich. Eine weitere Alternative besteht darin, die Forderungen im Rahmen der ABS-Strukturen zu verbriefen. Das Ziel dieser Maßnahmen besteht darin, die Forderungen zu liquidieren.

Streng genommen handelt es sich bei den im laufenden Abschnitt dargestellten Formen nicht um reine Innenfinanzierungsinstrumente, da diese starke unternehmensexterne Einflüsse haben und somit eher als Kreditsubstitute (und damit Außenfinanzierung) zu bezeichnen sind. Nichts desto trotz gewinnen diese Sonderformen der Finanzierung immer mehr an Bedeutung, sodass diese einen eigenen Punkt in dieser Arbeit verdient hätten, was jedoch den Umfang der Arbeit überschreiten würde.

3. Außenfinanzierung

Mit der Außenfinanzierung wird die Kapitalbeschaffung bezeichnet, bei denen Finanzmittel von außen in die Unternehmung eingebracht werden. Sie wird deshalb auch Marktfinanzierung genannt.

Die Außenfinanzierung lässt sich nach Art der Gläubigerstellung in

Eigenkapital (Beteiligungsfinanzierung), Mezzanine-Kapital und Fremdkapital (Kreditfinanzierung) unterscheiden.

Zunächst möchte ich kurz auf die Finanzierungsphasen eines Unternehmens eingehen, damit im Folgenden klar wird, in welcher Phase ein einzelnes Finanzierungsinstrument sinnvoll ist und welches Risiko bzw. welche Ertragserwartung seitens des Kapitalgebers besteht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild Finanzierungsphasen[5]

Wie im Schaubild dargestellt, lassen sich die Finanzierungsphasen grob in 5 Abschnitte unterteilen. Die Early-Stage Phase ist dadurch gekennzeichnet, dass das Geschäftskonzept erstellt wird und Produktprototypen bzw. Dienstleistungen entwickelt werden. Im zweiten Teil erfolgen die eigentliche Gründung und die Produktweiterentwicklung. Nach erfolgreicher Markteinführung und der damit einhergehenden Finanzierung kann in der Wachstumsphase in die Erweiterung der Produktionskapazitäten und in die Erschließung neuer Märkte investiert werden. In der Reifephase stehen die Vorbereitung und die Finanzierung eines Börsenganges im Vordergrund.

3.1. Eigenkapital

Eigenkapital, welches bei Beteiligungsfinanzierungen den Unternehmen bereitgestellt wird, bezeichnet „jene Mittel, die von den Eigentümern einer Unternehmung zu deren Finanzierung aufgebracht oder als erwirtschafteter Gewinn im Unternehmen belassen wurden.“[6]

Gerade in Krisenzeiten, wie in der Einleitung bereits dargestellt, spielt die Beteiligungsfinanzierung bzw. die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen eine essentielle Rolle, da Eigenkapital innerhalb eines Unternehmens wichtige Funktionen, wie die Garantie- und Haftungsfunktion, die Verlustausgleichsfunktion und die Finanzierungsfunktion einnimmt. Gerade auf Grund der drei erstgenannten Funktionen stellt das Eigenkapital die teuerste Form der Unternehmensfinanzierung dar.

[...]


[1] vgl. Artikel Focus „Angst um den Aufschwung“ vom 06.07.2009 / Artikel Handelsblatt „Kreditklemme kommt erst noch“ vom 24.11.2009 / Artikel Handelsblatt „Banken lassen Firmen abblitzen“ vom 06.01.2010 / Artikel Zeit Online „KfW verbilligt Kredite für den Mittelstand“ vom 22.01.2010

[2] vgl. Artikel der Zeitschrift Die Bank von Februar 2010 „Bilanzqualität im Mittelstand. Eigenkapital überrascht positiv.“ Seite 22

[3] Studienwerk Bankfachwirt, Betriebswirtschaft, Teil 7, Kapital 6.5, Seite 3

[4] H. Werner, R. Kobabe, Finanzierung, S. 225

[5] Atzmüller, Gaedke, Gyenge, Kropf, Pinter, Weigl, Innovative Finanzierung im Klein- & Mittelbetrieb, 2004, S. 84

[6] http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/eigenkapital.html

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Kapitalbeschaffung. Überblick über die Möglichkeiten für Unternehmen
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Veranstaltung
Studium Bankbetriebswirt
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V157136
ISBN (eBook)
9783640703548
ISBN (Buch)
9783640704132
Dateigröße
902 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzierungsalternativen, Kapitalbeschaffung, Finanzierungsarten, Außenfinanzierung, Innenfinanzierung, Mezzanine Capital, Mezzanine Kapital, mezzanine Finanzierungsformen, Unternehmensfinanzierung, Eigenkapitalfinanzierung, Kapitalquellen, Finanzierung Firmenkunden, Finanzierung Mittelstand, Beteiligungsfinanzierung, Kreditfinanzierung, Selbstfinanzierung, Finanzierungsinstrumente, Finanzierung
Arbeit zitieren
Daniel Derichs (Autor), 2010, Kapitalbeschaffung. Überblick über die Möglichkeiten für Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157136

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