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Die Rolle der Deutschnationalen Volkspartei beim Aufstieg des Nationalsozialismus in der Weimarer Republik

Titel: Die Rolle der Deutschnationalen Volkspartei beim Aufstieg des Nationalsozialismus in der Weimarer Republik

Hausarbeit , 2024 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Yannik Ambrusits (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Am Beispiel der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) in der Weimarer Republik wird in dieser Hausarbeit untersucht, welche Rolle konservative Parteien beim Schutz von Demokratien einnehmen. In Anbetracht des Aufschwungs rechtsextremistischer politischer Kräfte in Europa und Amerika erlebt der Diskurs um die strategische Ausrichtung konservativer Kräfte derzeit eine neue Relevanz (Stichwort "Brandmauer").
Als zeitgeschichtlicher Beitrag zu dieser Debatte wird in dieser Hausarbeit die Programmatik und ideologische Entwicklung der DNVP als stärkste Fraktion unter den bürgerlichen Parteien während der 1920er Jahre analysiert, um im Fazit deren Einfluss auf die nationalsozialistische Machtergreifung 1933 einzuordnen. Basierend auf den Schlussfolgerungen wird in einem abschließenden Fazit festgehalten, welche Strategien der konservativen Partei sich als demokratieförderlich bzw. -schädlich erwiesen haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Bedeutung des Konservatismus in Zeiten der Demokratiekrise

2. Die Rolle der DNVP beim Aufstieg des Nationalsozialismus

2.1 Die Programmatik der DNVP

2.2 Die ideologische Entwicklung der DNVP

2.2.1 Die Weimarer Gründungsphase (1918-1924)

2.2.2 Die „Goldenen Jahre“ (1924-1928)

2.2.3 Der Zerfall (1928-1933)

3. Fazit: Der Einfluss der DNVP auf die nationalsozialistische Machtergreifung und die Lehren für den Konservatismus

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die ideologische Entwicklung und das Demokratieverhältnis der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) in der Weimarer Republik, um deren strategische Rolle und Einfluss auf den Aufstieg des Nationalsozialismus sowie die Machtergreifung 1933 kritisch zu analysieren und daraus Lehren für den heutigen Konservatismus abzuleiten.

  • Analyse der programmatischen Ausrichtung und Zerrissenheit der DNVP zwischen Fundamentalismus und Pragmatismus.
  • Untersuchung der strukturellen Schwächen der Partei und deren Auswirkungen auf die politische Stabilität Weimars.
  • Bewertung der „Block-statt-Brei“-Strategie unter Alfred Hugenberg und deren Folgen für den Parteienwettbewerb.
  • Einordnung des Einflusses konservativer Entfremdungsprozesse auf den Erfolg rechtsextremer Strömungen.
  • Diskussion über demokratieförderliche versus demokratieschädliche Strategien konservativer Parteien im historischen Vergleich.

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Der Zerfall (1928-1933)

Trotz derartiger republikfreundlicher Tendenzen blieb der ideologische Grundkonflikt der DNVP nie gänzlich ungelöst. Ein Großteil der konservativen Anhänger und Mitglieder konzentrierte sich allzu sehr auf eine nationalistisch-oppositionelle Haltung und vergaß dabei, eine positive Selbstdefinition konservativen Gedankenguts im neuen Staat zu entwickeln (Bussche 1998: 79). Einflussreiche Strömungen wie die Alldeutschen und die Deutsch-Konservativen übten massiven Druck auf die Partei aus aus, „sobald diese zu nahe an die Politik der bürgerlichen Mitte heranzurücken und nicht mehr konsequent genug gegen das verhaßte republikanische System zu opponieren schien“ (Ebd., 82).

Unter dieser Last litten insbesondere pragmatischere Realpolitiker wie Kuno von Westarp, dem während seiner Zeit als Vorsitzender der DNVP-Reichstagsfraktion von seinem eigenen preußischen Umfeld verstärkt vorgeworfen wurde, das konservative Bekenntnis durch zu viele Eingeständnisse an das verhasste System zu verleugnen (Ebd.). Gleichzeitig geriet er auch von politischen Kräften des anderen Spektrums unter Druck, welche die Fähigkeit zur Kompromissbereitschaft in der parlamentarischen Arbeit nur allzu schnell als „Rückgratlosigkeit“ oder „Opportunismus“ verspotteten (Ebd., 83). In einer solchen Zeit der ideologischen Polarisierung und Stigmatisierung wuchs deshalb die Frustration all derjenigen Kräfte, die den Kurs der Republikannäherung verteidigten (Mergel 2003: 337f.).

Zu einer entscheidenden Zerreissprobe kam es schließlich im Anschluss an die Reichstagswahl im Mai 1928, bei der die Partei deutliche Verluste hinnehmen musste und nur noch 14,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte (s. Abbildung 3). Aus Sicht der Deutschnationalen konnten die verlorenen Wählerstimmen im Wesentlichen nur durch zwei Ansätze erklärt werden: Entweder waren sie eine Quittung für den gestiegenen pragmatischen Republikanismus der Partei oder umgekehrt für ihre ambivalente Zögerlichkeit der Hinwendung zum Weimarer Staat (Mergel 2003: 341).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Bedeutung des Konservatismus in Zeiten der Demokratiekrise: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein und begründet anhand der Ziblatt-These, warum die Analyse der DNVP als bürgerlich-konservative Partei für das Verständnis demokratischer Zusammenbrüche zentral ist.

2. Die Rolle der DNVP beim Aufstieg des Nationalsozialismus: Hier wird die Geschichte der DNVP von ihrer Gründung als Sammlungspartei über die Phase der Tory-Konservativen bis hin zum radikalen Umbau unter Hugenberg detailliert nachgezeichnet.

3. Fazit: Der Einfluss der DNVP auf die nationalsozialistische Machtergreifung und die Lehren für den Konservatismus: Das abschließende Kapitel synthetisiert die historischen Erkenntnisse zu organisatorischer Schwäche, Radikalisierung und Fragmentierung, um daraus Schlussfolgerungen für die Verwundbarkeit moderner Demokratien zu ziehen.

Schlüsselwörter

DNVP, Weimarer Republik, Konservatismus, Nationalsozialismus, Demokratiekrise, Alfred Hugenberg, Tory-Konservative, Radikalisierung, Fragmentierung, Machtergreifung, Parlamentarismus, Parteigeschichte, Rechtsaußen, Politische Strategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) während der Weimarer Republik und wie deren ideologische sowie strategische Entwicklung den Aufstieg des Nationalsozialismus begünstigte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die organisatorische Struktur der DNVP, die Spannung zwischen dem fundamentalistischen und dem pragmatischen Flügel sowie die langfristigen Folgen einer radikalen Oppositionsstrategie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit das Verhalten konservativer Kräfte in der Weimarer Zeit zur Destabilisierung der Demokratie beigetragen hat, um daraus Lehren für den Umgang heutiger konservativer Parteien mit demokratiefeindlichen Tendenzen zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine zeithistorische bzw. politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur sowie Wahlergebnissen und historischen Dokumenten (z.B. Wahlplakaten) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Partei von der Gründung 1918 bis zum Zerfall 1933, unterteilt in die Gründungsphase, die „Goldenen Jahre“ und die abschließende Radikalisierungsphase unter Alfred Hugenberg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Konservatismus, Weimarer Republik, DNVP, Radikalisierung und Demokratiekrise charakterisieren.

Warum war die organisatorische Struktur der DNVP ein Nachteil?

Die Partei war schwach organisiert, was lokalen Untergliederungen und radikalen Kräften de facto die Kontrolle über die Kandidatenauswahl und damit über den Parteikurs ermöglichte, was wiederum moderate Kräfte schwächte.

Was bedeutet die „Block-statt-Brei“-Strategie von Hugenberg?

Diese Strategie bezeichnete Hugenbergs Ziel, die DNVP von einem heterogenen Sammelbecken („Brei“) zu einer ideologisch geschlossenen, radikal antirepublikanischen Kraft („Block“) umzuformen, was jedoch zur Isolation und zum politischen Niedergang der Partei führte.

Welche Bedeutung hatte das Scheitern der DNVP für das politische System Weimars?

Durch das Schrumpfen und die Radikalisierung der DNVP entstand ein „Machtvakuum“ am rechten Rand, für das die NSDAP die passenden systemfeindlichen Angebote lieferte und somit den Raum der Partei effizient besetzte.

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Details

Titel
Die Rolle der Deutschnationalen Volkspartei beim Aufstieg des Nationalsozialismus in der Weimarer Republik
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Politikwissenschaft und Soziologie)
Veranstaltung
Vertiefung Zeitgeschichte
Note
1,0
Autor
Yannik Ambrusits (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
18
Katalognummer
V1571476
ISBN (PDF)
9783389120934
ISBN (Buch)
9783389120941
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DNVP Weimarer Republik Konservatismus Nationalsozialismus Deutschnationale Volkspartei
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yannik Ambrusits (Autor:in), 2024, Die Rolle der Deutschnationalen Volkspartei beim Aufstieg des Nationalsozialismus in der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1571476
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Leseprobe aus  18  Seiten
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