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Demokratie in der Islamischen Geschichte

Title: Demokratie in der Islamischen Geschichte

Master's Thesis , 2014 , 80 Pages

Autor:in: Fatima Al-Barwari (Author)

Orientalism / Sinology - Islamic Studies
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M.A. Fatima Al Barwari wurde im Mai 1985 in der kurdischen Stadt Duhok in der heute autonomen Region Kurdistan geboren. Sie wuchs multilingual in Deutschland auf und beherrscht neben Kurdisch auch Deutsch, Englisch und Arabisch. Im Jahr 2014 schloss sie ihr Zwei-Fach-Masterstudium in Sprachen und Kulturen der Islamischen Welt sowie Sprach- und Kulturtransfer Afrikas an der renommierten Universität zu Köln ab. Ihre Masterarbeit befasste sich mit der wissenschaftlich-politischen Debatte über den Begriff der Demokratie in der innerislamischen Diskussion.

Das vorliegende Buch "Der Begriff Demokratie in der Islamischen Geschichte" stellt eine erweiterte und umfassendere wissenschaftliche Publikation dar und ist eine verlängerte Fassung ihrer Masterthesis aus dem Jahr 2014. Am 19. September 2019 erschien das Buch unter dem angepassten Titel "The Term Democracy throughout the Islamic History" in englischer Sprache.

Die Thematik des Buches beleuchtet die Debatte über die Vereinbarkeit der Demokratie sowie bestimmte Aspekte europäischer Herrschaftstheorien im Kontext des konfliktreichen Nahen Ostens und Nordafrikas. Im Zuge des sogenannten "Arabischen Frühlings" wurden mehrere namhafte Theologen und religiöse Ideologen, insbesondere aus der arabischsprachigen Region, zur Teilnahme an einer wissenschaftlichen Umfrage zum Thema "Demokratie in der innerislamischen Diskussion" eingeladen.

Die Ergebnisse dieser Umfrage werden in der Publikation aus einer "innerislamischen Perspektive" reflektiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Begriff Demokratie in der islamischen Geschichte von Muḥammad ʽAbduh bis hin zu al-Qaraḍāwī

III. Demokratie ist Šūra

1. Der Begriff Šūra

2. Gleicht die Demokratie der Šūra?

IV. Wissenschaftliche Umfrage an islamischen Rechtsgelehrten über den Begriff Demokratie in der innerislamischen Diskussion

V. Die Antworten der Großmuftis und Rechtsgelehrten

VI. Zusammenfassung der Antworten und Schlussfolgerungen

VII. Konklusion

1. Bedeutet Demokratisierung Säkularisierung?

2. Historische Versuchung zur Mitwirkung an nicht-islamischer Herrschaftsformen

3. Gründe zur Abweisung der Demokratie

4. Der Begriff Demokratie in der innerislamischen Diskussion

VIII. Die Lehren der Geschichte

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert das Verständnis des Demokratiebegriffs im islamischen Kontext, insbesondere im Hinblick auf aktuelle innerislamische Diskurse nach dem „arabischen Frühling“, und prüft, ob westliche Demokratiekonzepte mit der islamischen Šūra vereinbar sind oder ob sie von islamischen Gelehrten als mit dem Glauben unvereinbar abgelehnt werden.

  • Analyse der Begriffsgeschichte der Demokratie in der islamischen Welt von Muḥammad ʽAbduh bis al-Qaraḍāwī.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Demokratie und dem islamischen Beratungsprinzip (Šūra).
  • Durchführung und Auswertung einer Expertenumfrage unter sunnitischen und schiitischen Rechtsgelehrten zur Demokratiedefinition.
  • Diskussion der Säkularisierungsthematik und der historischen Partizipation an nicht-islamischen Herrschaftsformen.
  • Bewertung der Diskrepanz zwischen westlichem Demokratieverständnis und islamischer Herrschaftstheorie.

Auszug aus dem Buch

Die soziale Gerechtigkeit

Einstmals dachte der Mensch dass die soziale Gerechtigkeit aus einer bloßen Idee, die dem Herrscher einfällt, entspringt und sie damit den Pfad der Gerechtigkeit einschlagen können. Diese Anschauung kann sich die gegenwärtige soziologische Logik nicht mehr erlauben. Denn eine bloße Idee ist nicht instande das Verhalten des Menschen zu lenken. Zumal der Mensch zum größten Teil nichts weiter ist als eine von seinen seelischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umständen abhängige Maschine, bei der das Denken einen nur minimalen Einfluss auf das Verhalten haben kann.

Daher kann die soziale Gerechtigkeit nicht verwirklicht werden indem du den Herrscher vor der Strafe Gottes ermahnst oder einschüchterst. Es mag nämlich sein dass der Herrscher Gott mehr fürchtet als du selbst, und dich ebenso ermahnen kann wie du ihn ermahnst. Ja sogar sich gegenüber Gott ebenso demütigt wie du.

Selbst wenn du ihn tausend Mal ermahnen würdest, so würde er weiterhin der selbe sein – [indem er] die Menschen [weiterhin] unterdrückt und dabei „o, Gott stehe mir bei!“ ruft. Die Gerechtigkeit ist ein gesellschaftliches Phänomen, welches erst nach einem Kampf zwischen dem Herrscher und den Beherrschten existieren kann. Der Herrscher kann nicht von sich aus gerecht sein, da er in erster Linie ein Mensch ist, der wie andere Fehler in sich trägt die zur Natur [des Menschen] gehören.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Beleuchtung der demokratischen Bestrebungen in der islamischen Welt und der Ursprünge des Demokratiebegriffs in der antiken Philosophie.

II. Begriff Demokratie in der islamischen Geschichte von Muḥammad ʽAbduh bis hin zu al-Qaraḍāwī: Untersuchung der historischen Aufnahme und Transformation westlicher Ideologien in der islamischen Welt ab dem 18. Jahrhundert.

III. Demokratie ist Šūra: Analyse des Vergleichs zwischen der westlichen Demokratie und dem islamischen Beratungskonzept sowie die historische Herleitung dieses Vergleichs.

IV. Wissenschaftliche Umfrage an islamischen Rechtsgelehrten über den Begriff Demokratie in der innerislamischen Diskussion: Darstellung der Methodik und des Rahmens der befragten Rechtsgelehrten zur Demokratiediskussion.

V. Die Antworten der Großmuftis und Rechtsgelehrten: Zusammenfassende Dokumentation und inhaltliche Analyse der Expertenmeinungen der befragten sunnitischen und schiitischen Gelehrten.

VI. Zusammenfassung der Antworten und Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse aus der Expertenbefragung zur Vereinbarkeit von Demokratie und Islam.

VII. Konklusion: Abschließende Betrachtung der Säkularisierungsthematik, der historischen Partizipationsversuche und der kritischen Abweisung der Demokratie durch konservative Denker.

VIII. Die Lehren der Geschichte: Theoretische Auseinandersetzung mit den Bedingungen für soziale Gerechtigkeit und das Scheitern autokratischer Herrschaftssysteme.

Schlüsselwörter

Demokratie, Šūra, Islam, Säkularisierung, Rechtsgelehrte, Fatwa, Herrschaftstheorie, Arabischer Frühling, Politik, Gottesherrschaft, Partizipation, Ethik, Religion, Rechtswissenschaft, Reformbewegungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verständnis und die Definition von Demokratie im islamischen Kontext und analysiert, wie moderne islamische Denker und Rechtsgelehrte dieses Konzept im Spannungsfeld zwischen westlicher Ideologie und dem islamischen Glauben bewerten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Rezeption westlicher Demokratie, das Konzept der Šūra (Beratung) als vermeintliches Äquivalent, die Säkularisierungsthematik sowie die Haltung von Großmuftis und Rechtsgelehrten zur demokratischen Staatsform.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer Expertenbefragung unter 25 Rechtsgelehrten zu eruieren, ob eine eigenständige „islamische Demokratie“ existiert oder ob Demokratie als mit den islamischen Prinzipien unvereinbar abgelehnt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse und einer empirischen, qualitativen Expertenbefragung (E-Mail-Interviews) bei international anerkannten islamischen Rechtsgelehrten angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der systematischen Erörterung der Antworten der Experten zu verschiedenen Schlüsselfragen, der historischen Einordnung der Demokratiediskussion und der Auseinandersetzung mit Begriffen wie Säkularismus und politischem Islam.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Demokratie, Šūra, Islam, Säkularisierung, Rechtsgelehrte, Fatwa, Herrschaftstheorie und politischer Islam charakterisiert.

Wie reagierten die Gelehrten auf die Umfrage?

Die Resonanz war gemischt; nur fünf der 25 angeschriebenen Gelehrten antworteten ausführlich, was die Sensibilität des Themas und die komplexe politische Lage in den Herkunftsländern unterstreicht.

Wird die Demokratie generell als islamfeindlich eingestuft?

Nicht in jedem Fall, jedoch wird die westliche, säkulare Form der Demokratie weitgehend abgelehnt. Viele Gelehrte propagieren stattdessen ein an islamische Werte angepasstes System, das die Souveränität Gottes betont und westliche Einflüsse als „fremde“ Ideologien kritisiert.

Was bedeutet der Titel "Demokratie ist Šūra"?

Dies ist eine interpretative These einiger Traditionalisten, die versuchen, das moderne westliche Demokratiekonzept theologisch durch das klassische islamische Prinzip der Beratung (Šūra) zu legitimieren, um es der eigenen Kultur schmackhaft zu machen.

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Details

Title
Demokratie in der Islamischen Geschichte
College
University of Cologne  (Orientalisches Seminar)
Author
Fatima Al-Barwari (Author)
Publication Year
2014
Pages
80
Catalog Number
V1571631
ISBN (PDF)
9783389125182
ISBN (Book)
9783389125199
Language
German
Tags
Demokratie Islamismus Theologie Orientalistik Democracy Islamism Theology History Geschichte Nahost Konflikt Arabischer Frühling Arab Spring Middle East Conflict Fatima Al Barwari fatimaalbarwari
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fatima Al-Barwari (Author), 2014, Demokratie in der Islamischen Geschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1571631
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