Durch die vorliegende Arbeit soll ein nachvollziehbares Bild des Polizisten und seiner Kultur, in der er lebt, entstehen. Obwohl bereits beim Auswahlverfahren für angehende
Polizisten gewisse Anforderungen an die zukünftigen Amtsträger gestellt
werden, so ist die Heterogenität in der Berufsgruppe dennoch sehr gross. Bei der Polizei handelt es sich um eine Organisation die aus handlungstheoretischer Sicht nicht eine Kultur besitzt, sondern in deren Alltag verschiedene Kulturmodelle miteinander konkurrieren.
So viele Polizisten wie es gibt, so viele kulturelle Prägungen sind vorhanden. Diese verschiedenen Prägungen werden bei der Polizei in einen gemeinsamen kulturellen Kern überführt, welcher von Organisation zu Organisation oder Dienststelle verschieden stark ausgeprägt sein kann. Rafael Behr prägte dafür den Begriff „Cop
Culture“. Von den Polizisten selber wird oft der Begriff „Korpsgeist“ verwendet, um einen Teil von Kultur im eigenen Polizeikorps zu beschreiben. Die vorliegende Arbeit
erhebt nicht den Anspruch, die „Cop Culture“ weiter zu erläutern. Ebenso wenig wird der Korpsgeist deskribiert. Vielmehr soll ein kurzer Überblick über einige Bereiche im Leben des Polizisten gegeben werden, welche für die Kultur, in der er lebt, massgeblich sind. Schliesslich soll am Ende der Arbeit auch die Frage gestreift werden, wie das Evangelium im Umfeld der Polizei neue Relevanz erhält. Dies immer unter Berücksichtigung der gewonnenen Erkenntnisse aus den nachfolgend beschriebenen Erhebungen.
Inhaltsverzeichnis
1 ZIEL DER VORLIEGENDEN ARBEIT
2 FORSCHUNG IM KULTURELLEN KONTEXT DES GEWALTMONOPOLS
2.1 Wie arbeitet die Sozialforschung?
2.2 Methodologische Anmerkungen
2.2.1 Quantitative Erhebungen
2.2.1.1 „Cop Culture“ bei der Beantwortung
2.2.2 Qualitative Erhebungen
2.3 Das Forschungsfeld
2.4 Der Polizist vom Lande
2.5 Der Polizist in der Stadt
2.5.1 Stadtpolizei Kloten im Speziellen
3 DAS SOZIALE UMFELD
3.1 Herkunft
3.2 Familie und Freundschaften
3.3 Freizeitaktivitäten
3.3.1 Polizeivereine/Polizeifreundschaften
3.3.2 Umgang mit Alkohol
3.3.3 Einkaufsverhalten
3.3.4 Umgang mit dem Internet
3.4 Bildung
3.5 Weiterbildung
4 PRINTMEDIEN
4.1 Vielleser
4.2 Wenigleser
4.3 Bewertung
4.4 Ausgewählte Literatur
4.4.1 Siddharta
4.4.2 Gespräche mit Gott
4.4.3 Bewertung der ausgewählten Literatur
5 AUDIO/VIDEO MEDIEN
5.1 Fernsehen während der Dienstzeit
5.1.1 Vermitteltes Lebensgefühl
5.1.2 Interessante Phänomene
5.2 Fernsehen zu Hause
5.3 Musik
6 SPIRITUALITÄT
6.1 Denomination
6.2 Die Höhere Macht
6.3 Kirchenbesuch
6.4 Stellung des Gebets
6.5 Stellung der Bibel
6.6 Spiritualität im Allgemeinen
6.7 Bewertung
6.8 Einfluss von Christen/Wahrnehmung von Christen
7 RESÜMEE
7.1 Der Durchschnittspolizist
7.2 Erreichbarkeit mit dem Evangelium
7.2.1 Aktives Zuhören
7.2.2 Radio
7.2.3 Polizeibibel
7.3 Missionales Denken
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den kulturellen Kontext von Schweizer Polizeibeamten, um ein nachvollziehbares Bild ihrer Lebenswelt zu gewinnen. Das primäre Ziel ist es, Einblicke in soziologische Aspekte des Polizeialltags zu geben und zu prüfen, wie das Evangelium in diesem Umfeld eine Relevanz finden kann.
- Soziologische Analyse der Polizeikultur ("Cop Culture" / "Korpsgeist")
- Einfluss des sozialen Umfelds und der Freizeitgestaltung auf Polizeibeamte
- Mediennutzungsverhalten und Lesegewohnheiten
- Spiritualität, Religion und Wertvorstellungen innerhalb der Polizei
- Strategien zur missionarischen Begegnung im polizeilichen Arbeitsalltag
Auszug aus dem Buch
2.1 Wie arbeitet die Sozialforschung?
„Ich hasse es, wenn mein Chef als Begründung für ein bestimmtes Vorgehen sagt: ‚Das macht man eben schon immer so.‘ Wer ist ‚man‘? ‚Man‘ ist das dümmste, einfältigste und verallgemeinerndste Wort das ich kenne!“.
So äusserte sich mir gegenüber vor kurzem ein Polizeikollege.
Die Soziologie beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wer „man“ ist. Wieso „man“ das schon immer so macht und welche Wege es gibt, wie „man“ dieses oder jenes alltägliche Vorgehen auch anders machen könnte. Die Soziologie beleuchtet das alltägliche und gewohnte Wissen aus der nötigen Distanz. Dies bringt es mit sich, dass derjenige, welcher sich mit der Wissenschaft der Soziologie befasst, skeptisch und misstrauisch an die alltäglichsten Dinge der Welt herangeht. Insofern hat sich der erwähnte Polizist mit seiner Aussage bereits soziologisch betätigt.
Ob er allerdings zu einer Antwort gelangt ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Mindestens wird er von seinem Vorgesetzten als misstrauischer Skeptiker angesehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 ZIEL DER VORLIEGENDEN ARBEIT: Einführung in das Thema, die Zielsetzung der Arbeit und die Relevanz der Untersuchung des kulturellen Kontexts innerhalb der Schweizer Polizei.
2 FORSCHUNG IM KULTURELLEN KONTEXT DES GEWALTMONOPOLS: Erläuterung der angewandten sozialwissenschaftlichen Methoden, der Datenerhebung und Einordnung des Forschungsfeldes.
3 DAS SOZIALE UMFELD: Analyse der soziologischen Hintergründe der Polizisten, einschließlich Herkunft, Familienstrukturen und Freizeitgewohnheiten.
4 PRINTMEDIEN: Untersuchung der Lesegewohnheiten, differenziert zwischen Viellesern und Weniglesern sowie einer Rezension ausgewählter Literatur.
5 AUDIO/VIDEO MEDIEN: Betrachtung der Rolle von Fernsehen und Musik im Polizeialltag und in der Freizeit.
6 SPIRITUALITÄT: Auswertung der Umfragedaten zu religiösen Überzeugungen, Kirchenbesuchen, Gebetspraxis und dem Einfluss des christlichen Glaubens.
7 RESÜMEE: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse, Erstellung eines Profils des Durchschnittspolizisten und Ansätze zur Kommunikation des Evangeliums.
Schlüsselwörter
Polizei, Cop Culture, Korpsgeist, Soziologie, Spiritualität, Evangelium, Polizeikultur, Mediennutzung, Schweiz, Sozialforschung, Lebenswelt, Werte, Kommunikation, Mission, Polizeiseelsorge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den kulturellen Kontext und das soziale Umfeld von Schweizer Polizeibeamten, um ein besseres Verständnis für diese Berufsgruppe zu entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die soziologische Einordnung des Polizeialltags, die Freizeitgestaltung, Mediennutzung, religiöse Überzeugungen sowie die Herausforderungen des Polizeiberufs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein nachvollziehbares Bild des Polizisten in seiner Kultur zu entwerfen und zu reflektieren, wie christliche Inhalte (das Evangelium) in diesem Umfeld relevant vermittelt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt einen kombinierten Ansatz aus quantitativer Online-Befragung und teilnehmender Beobachtung, da der Autor selbst als Polizist tätig ist.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zum sozialen Umfeld, zum Konsum von Print- und AV-Medien sowie zu Spiritualität und Religiosität der befragten Polizisten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Polizeikultur (Cop Culture), Korpsgeist, Sozialforschung, Spiritualität, Schweiz und missionales Denken.
Welche Rolle spielt der Begriff "Cop Culture" im Dokument?
Der Begriff dient als analytischer Rahmen, um die spezifischen Verhaltensweisen, den Korpsgeist und die Subkultur innerhalb der verschiedenen Polizeikorps zu beschreiben.
Wie unterscheidet sich der Polizist auf dem Land vom Polizisten in der Stadt?
Die Untersuchung zeigt Unterschiede in der Lebensführung, dem sozialen Stellenwert in der Bevölkerung sowie in der Tendenz, nach Feierabend Distanz zum Beruf zu wahren oder diesen im Vereinsleben zu pflegen.
Welche Bedeutung hat die Spiritualität für die befragten Polizeibeamten?
Die Spiritualität spielt bei der Mehrheit eine untergeordnete Rolle, wobei sich jedoch eine Gruppe von Freikirchen-Angehörigen durch eine deutlich höhere religiöse Aktivität abhebt.
Wie lässt sich der "Durchschnittspolizist" laut der Untersuchung zusammenfassen?
Es handelt sich typischerweise um einen verheirateten, männlichen Protestant aus dem ländlichen Raum, der handwerklich ausgebildet ist, sich mit seiner beruflichen Situation zufrieden zeigt und Religion eher als distanziert oder funktional (z.B. bei Notfällen) betrachtet.
- Arbeit zitieren
- David Jäggi (Autor:in), 2010, Der kulturelle Kontext von Angehörigen des Gewaltmonopols, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157216