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Müssen wir wieder vom gerechten Krieg reden?

Anspruch und Realität von Friedensethik zwischen Entstehung und Anwendung

Titel: Müssen wir wieder vom gerechten Krieg reden?

Seminararbeit , 2024 , 38 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Cedric Triebe (Autor:in)

Theologie - Systematische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beleuchtet das Konzept des Gerechten Friedens vor der dem Horizont des theologischen Konzepts vom Gerechten Krieg und wirft die Frage auf, ob nicht angesichts der aktuellen Sicherheitslage nicht das Konzept vom Gerechten Krieg wieder produktiv in die Debatte eingebracht werden müsste.
Mit dem 24.02.2022 war es wieder bewusst, es gibt Krieg hier in Europa und wahrscheinlich war er nach dem 2. Weltkrieg auch nie weg von Europa. Mit dem Beginn der Großoffensive der russischen Föderation auf das Staatsgebiet der Ukraine entflammte
in Deutschland eine gesamtgesellschaftliche Debatte, welche auch die evangelische Kirche und die evangelische Theologie beanspruchte, denn „[f]ür die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bildet der Frieden von Anfang an ein herausragendes
Thema öffentlicher Verantwortung.“ Dabei gibt es in der evangelischen Kirche nicht die eine Meinung zum Thema Krieg und Frieden und seinen zahlreichen Subdebatten. Während mit dem amtierenden Friedensbeauftragten der EKD, Landesbischof Friedrich Kramer, die pazifistischere Position innerhalb der EKD einen starke und wirkmächtige Bühne bekam, gab und gibt es genau so Stimmen, welche eher eine abgewogenere Meinung vertraten. Aber jenseits der Debatten und einzelnen Positionierungen von Menschen im kirchenleitenden Amt gilt es der Frage nachzugehen, was die spezifisch evangelische Vorstellung von Krieg und Frieden ist. Vor welchem theologischen Hintergrund wird innerkirchlich um die Frage des richtigen Umgangs mit dem Ukrainekrieg und seinen Auswirkungen gerungen. Dieser Hintergrund soll in der „Friedensdenkschrift“: „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“ des Rates der EKD von 2007 zum Ausdruck kommen. Dabei ist auch die Denkschrift selbst von Debatten durchzogen, da in ihr „nach Möglichkeit ein auf christlicher Verantwortung beruhender, sorgfältig geprüfter und stellvertretend für die ganze Gesellschaft formulierter Konsens zum Ausdruck kommen“ soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der Denkschrift „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden Sorgen“

2.1 Die äußeren Umstände, unter denen die Denkschrift entstand

2.2 Der Weg der EKD zur Denkschrift

3. Die Denkschrift und ihre Theologie

3.1 Aufbau der Denkschrift

3.2 Anthropologie

3.2.1 Ursprung des Bösen und das Verhaftet-sein in der Sünde

3.2.2 Fähigkeit des Menschen zum Frieden

3.3 Lehre vom gerechten Krieg

3.3.1 Theologische Position zum Krieg in den Urgemeinden

3.3.2 Augustins Überlegungen vom bellum iustum

3.3.3 Thomas von Aquins Lehre vom bellum iustum

3.4 Gerechter Friede

3.4.1 Paradigmenwechsel vom Gerechten Krieg zum Gerechten Frieden

3.4.2 Leitmotiv des Gerechten Friedens

3.4.3 Was bedeutet gerecht?

3.4.4 Kritik am Gerechten Frieden als Leitmotiv christlicher Friedensethik

4. Gegenwärtige Herausforderungen für eine protestantische Friedensethik nach dem Leitmotiv des Gerechten Friedens

5. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwieweit das Leitmotiv des „Gerechten Friedens“ in der evangelischen Friedensethik – insbesondere basierend auf der EKD-Denkschrift von 2007 – angesichts aktueller sicherheitspolitischer Krisen, wie des Ukraine-Krieges, theologisch tragfähig ist oder ob eine Rückbesinnung auf die klassische Lehre vom „gerechten Krieg“ notwendig wird.

  • Entstehung und theologische Grundlegung der EKD-Friedensdenkschrift von 2007.
  • Anthropologische Aspekte von Sündhaftigkeit und menschlicher Friedensfähigkeit.
  • Historische Analyse der „bellum-iustum“-Lehre bei Augustinus und Thomas von Aquin.
  • Vergleich und Paradigmenwechsel vom „Gerechten Krieg“ zum „Gerechten Frieden“.
  • Kritische Diskussion der EKD-Position im Kontext des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine.

Auszug aus dem Buch

3.3.3 Thomas von Aquins Lehre vom bellum iustum

Die eigentliche Systematisierung im Sinne der Einordnung in eine theologisches Gesamtkonzept der bellum-iustum-Lehre findet erst nach Augustin im Hochmittelalter mit Thomas von Aquin statt. Die Bedeutung seines Einflusses auf die bellum-iustum-Lehre darf keineswegs unterschätz werden. „Der Grund für diese herausragende Stellung der thomasischen Theorie liegt nicht zuletzt in der innovativen Weise, in der Thomas v.a. zwei ihrerseits überaus wirkmächtige Traditionen zu synthetisieren versucht: zum einen die paradigmatisch bei Augustinus formulierte und bis zu Thomas maßgebliche christlich- moraltheologische Position, zum anderen die zu Thomas’ Zeit gerade erst wiederentdeckte moralphilosophische und politische Theorie des Aristoteles.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderung für die evangelische Kirche, angesichts des Ukraine-Krieges eine friedensethische Position zu finden und stellt die EKD-Denkschrift von 2007 ins Zentrum der Analyse.

2. Entstehung der Denkschrift „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden Sorgen“: Dieses Kapitel erläutert den politischen Kontext und den innerkirchlichen Prozess, der zur Veröffentlichung der EKD-Denkschrift von 2007 führte.

3. Die Denkschrift und ihre Theologie: Hier werden der Aufbau der Denkschrift, ihr anthropologisches Menschenbild, die historische Lehre vom gerechten Krieg sowie der Paradigmenwechsel zum gerechten Frieden detailliert analysiert.

4. Gegenwärtige Herausforderungen für eine protestantische Friedensethik nach dem Leitmotiv des Gerechten Friedens: Das Kapitel diskutiert, wie sich das friedensethische Leitmotiv der EKD am konkreten Beispiel des Ukraine-Krieges praktisch entfaltet und kritisch bewerten lässt.

5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das Konzept des gerechten Friedens zwar ein orientierender Leitbegriff ist, jedoch eine kritische Auseinandersetzung mit der Lehre vom gerechten Krieg und eine anthropologische Nachjustierung erfordert.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur theologischen und friedensethischen Argumentation.

Schlüsselwörter

Gerechter Friede, Gerechter Krieg, Friedensethik, EKD, Ukraine-Krieg, Anthropologie, Sündhaftigkeit, bellum iustum, Versöhnung, Rechtfertigung, Gewaltlosigkeit, Friedensdenkschrift, christliche Ethik, Kirchen, Friedensfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die evangelische Friedensethik der EKD, insbesondere das Konzept des „gerechten Friedens“, und fragt, ob dieses angesichts realer Kriege im 21. Jahrhundert ausreicht oder durch die Tradition des „gerechten Krieges“ ergänzt werden muss.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der kirchlichen Friedensethik, das theologische Menschenbild, die historische Lehre des mittelalterlichen „bellum iustum“ und die Anwendung kirchlicher Grundsätze auf aktuelle kriegerische Konflikte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob der Paradigmenwechsel der EKD hin zum gerechten Frieden theologisch sinnvoll ist oder ob die Lehre vom gerechten Krieg nach wie vor eine produktive Rolle spielen sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematisch-theologische Analyse, die historische Quellen und kirchliche Denkschriften auf ihre aktuelle Anwendbarkeit hin interpretiert und kritisch vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-theologische Herleitung (Augustin, Thomas von Aquin), die Analyse der EKD-Denkschrift von 2007 sowie eine kritische Fallstudie anhand des Ukraine-Krieges.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie „gerechter Friede“, „gerechter Krieg“, „Friedensethik“, „EKD“, „Anthropologie“ und „Rechtfertigung“ geprägt.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen juristischer und theologischer Rechtfertigung von Kriegen?

Die Arbeit betont, dass Kriege aus theologischer Sicht niemals als „gerecht“ betrachtet werden können, während sie im juristischen Sinne als Rechtfertigungsgrund (Notwehr) für ein militärisches Handeln unter engen Bedingungen in Frage kommen können.

Warum ist das "Gerechte-Friedens"-Konzept laut Autor umstritten?

Kritiker werfen dem Konzept vor, es sei begrifflich unscharf, verkenne die menschliche Sündhaftigkeit (conditio humana) und drohe, die Unterscheidung zwischen religiöser Eschatologie und politischer Realität zu verwischen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor im Hinblick auf den Ukraine-Krieg?

Der Autor stellt fest, dass die EKD-Denkschrift im Fall des Ukraine-Krieges zwar das Recht zur Selbstverteidigung anerkennt, jedoch bei der Lösung spezifischer Probleme wie nuklearer Abschreckungsdilemmata wenig Konkretes anzubieten hat.

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Details

Titel
Müssen wir wieder vom gerechten Krieg reden?
Untertitel
Anspruch und Realität von Friedensethik zwischen Entstehung und Anwendung
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Theologische Fakultät)
Note
1,3
Autor
Cedric Triebe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
38
Katalognummer
V1572944
ISBN (PDF)
9783389125625
ISBN (Buch)
9783389125632
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gerechter Krieg Gerechter Frieden Friedensethik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cedric Triebe (Autor:in), 2024, Müssen wir wieder vom gerechten Krieg reden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1572944
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Leseprobe aus  38  Seiten
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