Die aktuelle Struktur des deutschen Buchhandels


Hausarbeit, 2010

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung Seite 1

2. Der deutsche Buchhandel Seite 1-2

3. Verlagswesen Seite 2-3

3.1 Verlagstypen bis heute Seite 3-4

3.2 Die Aufgaben eines Verlages Seite 4-5

3.3 Veränderungen im heutigen deutschen Verlagswesen Seite 5-6

4. Der Zwischenbuchhandel Seite 6-7

4.1 Der Sortimenterkommissionär Seite 7

4.2 Der Verlegerkommissionär Seite 7-8

4.3 Andere Formen des Zwischenbuchhandels Seite 8-9

4.4 Zusammensetzung des Gewinnes der Zwischenbuchhändler Seite 9

5. Bucheinzelhandel Seite 9-10

5.1 Verschiedene Formen des stationären Buchhandels und des Versandbuchhandels Seite 10

5.2 Der Sortimenter Seite 10-11

5.3 Wege der Büchersuche Seite 10

5.4 Umsatzzahlen im Bucheinzelhandel 2005 bis 2008 Seite 12

6. Zusammenfassung Seite 12-14

1. Einleitung

Diese Arbeit soll sich im Allgemeinen mit dem Thema Buchhandel beschäftigen. Buchhandel ist ein weiter Begriff, den es zu erklären und die einzelnen Teilbereiche heraus zu differenzieren gilt. Neben der Deskription der unter das Thema Buchhandel fallenden Begriffe geht es vor allem um die Struktur der einzelnen Teilbereiche und deren Zusammenspiel. Im Verlauf der Ausarbeitung dieser Hausarbeit haben sich vereinzelte wiederkehrende Formulierungen über den Strukturwandel der Bücherwirtschaft in den Quellen gefunden, somit liegt es nahe, Teile dieser Behauptungen aufzugreifen und zur Forschungsfrage dieser Arbeit umzuformulieren. Dabei gibt es zwei generelle Ansatzpunkte: zum einen den Wandel der Rezeption von Büchern vom sekundären Medium hin zum tertiären Medium, sprich der Wechsel von Buch und Zeitschrift zum eBook und ePaper. Doch ist diese Theorie noch schwer zu erörtern, da dieses Phänomen erst seit wenigen Jahren zu beobachten ist. Passender für diese Arbeit scheint mir die zweite häufige Meinung der hier benutzten Fachliteratur zu sein. Welche Auswirkungen hat der offensichtliche Strukturwandel in allen Teilbereichen des deutschen Buchhandels? Dabei soll grob auf die Frage eingegangen werden, inwieweit die Fusionierung und Etablierung großer Medienkonzerne das Wesen kleinerer und mittelständiger Unternehmen beeinflusst. Bevor aber auf diese Frage eingegangen werden kann, möchte ich mit dieser Arbeit einen Überblick über den aktuellen deutschen Buchhandel geben mithilfe von allgemeinen Definitionen, die den herstellenden und verbreitenden Buchhandel voneinander unterscheiden. So soll in einzelnen Abschnitten der Verlag, der Zwischenbuchhandel und der Bucheinzelhandel deskriptiv beleuchtet werden. Hauptsächlich bezieht sich diese Hausarbeit auf die Entwicklung und die Gegenwart des Buchhandels in der Bundesrepublik Deutschland. Die Entwicklung des Buchwesens und Formen des Buchwesens in der Deutschen Demokratischen Republik wird größtenteils ausgeklammert, da dies mit der Wiedervereinigung 1990 in das entstandene System der BRD eingegliedert wurde.

2. Der deutsche Buchhandel

Unterteilt in drei Teilbereiche besteht der Buchhandel aus dem herstellenden Buchhandel, dem Zwischenbuchhandel und dem verbreitenden Buchhandel[1], abgeleitet aus der Satzung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Neben dieser Dreiteilung wird auch oft nur vom herstellenden und verbreitenden Buchhandel gesprochen. Diese Zweiteilung ist historisch begründbar. Bei der Entstehung des Buchwesens wie wir es kennen, gab es die Unterteilung von Verleger und Einzelhandel noch nicht, somit waren es oftmals die Verlage selbst, die ihre Druckerwerke direkt an den Käufer weiterreichten.

In verschiedenen Quellen wird stets von der sogenannten Buchbranche gesprochen, doch umfasst diese Branche weit mehr als nur das gedruckte Buch. Hinzu kommen periodische Druckerzeugnisse wie Zeitungen und Zeitschriften, Kalender, Atlanten und so weiter. Ebenso wie Non-Print-Medien, zu denen unter anderem CDs, DVDs, Schallplatten und Computer Software gehören, aber auch Produkte, die an den Buchmarkt angelegt sind, wie Schreibwaren und Spiele verschiedenster Art.

Diese Teilbereiche des Buchhandels sind in sich noch einmal in unterschiedlichster Form untereinander verschieden. So findet sich nicht nur eine Verlagsform, sowie nicht nur eine Form des verbreitenden Handels.

3. Verlagswesen

Um die Aufgabe eines Verlages kurz zu umreißen bietet es sich an, einen Blick in die Geschichte zu riskieren. Im Gegensatz zu den Büchern, die ein Verlag im Laufe der Zeit verbreitet, ist die Geschichte doch viel mehr in der Moderne anzusiedeln. So kam es zu Zeiten der industriellen Revolution im 18. und 19. Jahrhundert zu starken politischen und gesellschaftlichen Veränderungen, was zu einem enormen Anstieg der [2] Leserschichten, zu einem kompletten Umbau der Freizeitgestaltung der Leser und zur Etablierung einer neuen gebildeteren Bürgerschaft führte. Dieser rasante Anstieg bei der Nachfrage an Publikationen, sei es schöngeistige Literatur wie auch wissenschaftliche Texte, verlangte nach einer professionellen und geschulten Art der Herstellung und Verbreitung. Im Laufe der Zeit kristallisierten sich die unterschiedlichsten Verlagstypen heraus, die je nach Themenschwerpunkt auch unterschiedliche Arbeitskonzepte verfolgten. Doch wie in keinem anderen Land vollzog sich in Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein weiterer einschneidender Strukturwandel im Verlagswesen. Es gab zum einen bereits in der Lizenzierungsperiode 1945-1949 eine Vielzahl von Verlagsneugründungen im Britischen, Amerikanischen und Französischen Sektor, wie auch in der Sowjetischen Besatzungszone. Darunter sind Verlage wie der Axel Springer Verlag, der Aufbau Verlag, Cornelsen und der Volk und Wissen Verlag, aber auch unternehmerische Umgestaltungen bestehender Verlage. Immer mehr Firmen in der jungen Bundesrepublik entschieden sich, die Leitung nicht mehr den Inhaberverlegern oder der Gründerfamilie zu überlassen und setzten vermehrt auf angestellte Verlagsleiter oder ganze Geschäftsführerteams. Diese Umgestaltung hatte ihre Ursache in den häufigen Fusionierungen einzelner Verlage um wirtschaftlich flexibel zu bleiben, dem Verkauf ganzer Verlage an größere Verlagskonzerne und dem mangelndem Interesse der Firmenerben an der Verlagsarbeit.

3.1 Verlagstypen bis heute

So vielseitig die Verlagslandschaft in Deutschland ist, so vielseitig sind auch deren Ausprägungen. Von Verlagskonzernen, die von wissenschaftlichen Druckerzeugnissen bis zu belletristischer Literatur ein sehr weit gefächertes Programm verlegen, gibt es eine Vielzahl an kleinen spezialisierten Verlagen, die sich auf bestimmte literarische Gattungen konzentrieren oder nur eine bestimmte Art von Druckerzeugnissen verlegen. So gibt es Buch- und Zeitschriftenverlage, die neben Büchern auch Zeitungen und Zeitschriften verlegen, damit das erratische Buchgeschäft mit den regelmäßigen Einnahmen der Periodika im Wirtschaftshaushalt des Unternehmens ausgeglichen werden kann[3]. Insgesamt sind damit ungefähr 19.000 Verlage in Deutschland ansässig[4].

Der wohl bekannteste Verlagstyp ist unbestritten der Autorenverlag, der ausschließlich Bücher verlegt, auf die er nicht direkt Einfluss nehmen kann und abhängig von den Manuskripten seiner Autoren ist, die er nachbearbeitet und daraufhin verlegt. So können diese Verlage vorbildlich wirtschaften, sobald aber ein lang erwartetes Manuskript eines wichtigen Autors ausbleibt oder sich verspätet, ist der Umsatz des jeweiligen Geschäftsjahres gefährdet. So ruht der Gewinn eines solchen Verlages teilweise auf nur einem Titel. Selbst namenhafte und erfolgreiche Verlage wie Suhrkamp sind von ihren Autoren abhängig, doch Erfahrung und eine gute Ausbildung der Mitarbeiter sorgen oftmals dafür, dass ein Titel in der vorgesehenen Zeit erscheint und das Überleben des Verlages sichert. Suhrkamp verlegt eine ganze Reihe von verschiedenen Genres, doch gibt es auch sogenannte Themenverlage oder Zielgruppenverlage[5], die sich auf das Verlegen von bestimmten Genres oder Typen von Büchern spezialisiert haben, etwa wie Fantasyromane oder Comicbücher. Immer wichtiger in der heutigen Verlagswelt werden auch die Original- und Lizenzverlage, die Bücher durch Import aus anderen Ländern in Originalsprache oder nach der Übersetzung ins Deutsche auf dem deutschen Markt veröffentlichen - eine Tendenz, die dem höheren Bildungsgrad der Leser zu verdanken ist, die immer mehr Ausgaben in Originalsprache aufgrund ihrer Authentizität fordern.

3.2 Die Aufgaben eines Verlages

„Hauptziel der Verlagstätigkeit bleibt die Förderung der Wissenschaften und der Literatur.“[6] Uhligs Zitat beschreibt sehr treffend die Aufgabenstellung des Verlagswesen im deutschen Buchhandel. Er klammert die eigentliche Herstellung des Buches an sich aus und hebt die Vermarktung des Buches hervor. Bevor ein Buch bei den Buchhändlern gekauft werden kann, sind eine Reihe von Vorarbeiten nötig.

Bevor der erste Kontakt mit Autoren aufgenommen werden kann, ermittelt der Verlag anhand einer Analyse seine Position im gesamtwirtschaftlichen Markt und die zu erwartenden Absatzchancen bei Veröffentlichung eines bestimmten Titels. Wenn dies abgeschlossen ist, kann die Verbindung zum Autor aufgenommen und eine erste Sichtung des Manuskripts durchgeführt werden. In einem oft sehr langwierigen Prozess wird das Skript zusammen mit dem Autor verbessert, je nach Art des abgeschlossenen Vertrages zwischen Autor und Verlag ist die Mitsprache am Manuskript von Seiten des Verlagshauses einmal umfangreicher, das andere Mal auf kleinere Anmerkungen und Korrekturen beschränkt. Nachdem das Skript seitens Autor, Lektor und Rechtsabteilung freigegeben wurde, werden in einem ausgereiften und umfangreichen Verfahren die Kosten und zu erwartende Gewinne errechnet und das Layout entweder von der hauseigenen Grafikabteilung oder in einem beauftragten Grafikbüro kreiert. Durch die immer stärker werdende Anzahl von Erstauflagen in den letzten 40 Jahren ist der nächste entscheidende Schritt die Entwicklung eines Werbekonzeptes und stellt damit auch eine der wichtigsten Aufgaben eines Verlages dar. Erst nach diesen Schritten übergibt der Verlag das fertige Manuskript der eigenen oder einer beauftragen Druckerei.

[...]


[1] Vgl. Uhlig 2008, S. 35.

[2] Vgl. Kerlen 2003

[3] Bekanntestes Beispiel dieses Typs ist der Axel Springer Verlag, der neben Zeitungen und Zeitschriften auch mit seinen Tochtergesellschaften eine reihe von wissenschaftlichen Büchern verlegt.

[4] Buch und Buchhandel in Zahlen, S. 6.

[5] Vgl. Lucius 2007

[6] Uhlig, Friedrich: Der Verlagslehrling. Ein Lehrbuch für den Verlagsbuchhandel, 9. Auflage Hamburg 1972

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die aktuelle Struktur des deutschen Buchhandels
Hochschule
Universität Leipzig  (Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V157317
ISBN (eBook)
9783640694297
ISBN (Buch)
9783640695300
Dateigröße
589 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Struktur, Buchhandels
Arbeit zitieren
Christian Wetzel (Autor:in), 2010, Die aktuelle Struktur des deutschen Buchhandels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157317

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