Da der Anteil der Älteren an der Bevölkerung stetig zunehmen wird, ist es von großer Wichtigkeit für Fitnessclubs, die Erschließung der älteren Zielgruppe vorzunehmen bzw. seniorenspezifische Angebote zu integrieren. Denn angesichts der demographischen Entwicklung bietet diese Zielgruppe ein steigendes Kundenpotential in den Dienstleistungsbereichen Fitness und Gesundheit, nicht zuletzt da in Folge der Kürzungen im Gesundheitssystem insbesondere ältere Menschen die Eigeninitiative für eine Prävention von beispielsweise Erkrankungen des Bewegungsapparates übernehmen müssen. So ließe sich die veränderte Altersstruktur für die Entwicklung der Fitnessbranche und der Clubs nutzen.
Neben dem in zunehmendem Maße aufkommenden allgemeinen Bewusstsein über die gesundheitsförderliche Bedeutung eines Kraft,- Ausdauer- und Beweglichkeitstrainings, wird eine weitere sportmotorische Fähigkeit häufig vernachlässigt: die Koordination. Vor allem ein propriozeptives Training trägt wesentlich zu einer effektiven Verletzungsprophylaxe bei Älteren bei.
Die Diplomarbeit wird sich beispielhaft mit einem präventiven Angebot für Senioren befassen, indem sie die Einführung eines propriozeptiven Trainings im ARS VITALIS trainingswissenschaftlich und betriebswirtschaftlich untersuchen wird.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung und Problemstellung
II. Zielsetzung der Thematik
III. Gegenwärtiger Kenntnisstand
1. Auffassungen zu sportlicher Aktivität im höheren Alter
2. Propriozeptionstraining mit Senioren
2.1 Abnahme der koordinativen und propriozeptiven Fähigkeiten im Alter und deren Beeinflussung durch körperliche Aktivität
2.2 Sturzpräventive Bedeutung des propriozeptiven Trainings
2.3 Die Methodik des Propriozeptions-/ Koordinationstrainings mit Senioren
2.4 Bestehende Konzepte zur Sturzprävention: „Be Balanced“
3. Zusammenfassung des gegenwärtigen Kenntnisstands und Ableitung von Hypothesen
IV. Methodik der Erarbeitung
1. Ist-Analyse
1.1 Philosophie des ARS VITALIS
1.2 Entwicklung des Durchschnittsalters der Mitglieder des ARS VITALIS
1.3 Mitarbeiterbefragung zum propriozeptiven Training
1.3.1 Aufbau des Fragebogens
1.3.2 Interpretation der Umfrageresultate
1.4 Voraussetzungen zur Durchführung
2. Planung
2.1 Einplanung in das bestehende Angebot
2.2 Planung des wirtschaftlichen Erfolges: Kalkulation der notwendigen Auslastung
2.3 Planung des Trainingserfolgs
3. Vorbereitung
3.1 Vermarktung von ”Balance Gym” nach dem Vier-P-Modell
3.2 Ablauforganisation von ”Balance Gym”
4. Durchführung
4.1 Diagnose
4.2 Stundenverlaufsplanung
4.3 Durchführung von ”Balance Gym” am Beispiel einer Kurseinheit
V. Darstellung der Ergebnisse
1. Objektive Evaluation des Trainingserfolges mittels Re-Tests
2. Subjektive Evaluation des Trainingserfolges mittels Teilnehmerbefragungen
2.1 Aufrechterhaltung des spezifischen Gesundheitsverhaltens
2.2 Alltagsrelevante Gesundheitswirkung
3. Evaluation des wirtschaftlichen Erfolges von ”Balance Gym” mittels Deckungsbeitragsrechnung
VI. Diskussion der Ergebnisse
1. Vergleich der Ergebnisse mit den Hypothesen
2. Vergleich der Ergebnisse mit dem gegenwärtigen Kenntnisstand
3. Kritische Reflektion über die gewonnenen Ergebnisse
3.1 Kritische Betrachtung der Gleichgewichts-Tests als Mittel der objektiven Beurteilung des Trainingserfolges von „Balance Gym“
3.2 Kritische Betrachtung der Fragebögen als Mittel der Erfolgsbeurteilung von „Balance Gym“
3.3 Kritische Betrachtung der wirtschaftlichen Erfolgsbeurteilung
VII. Schlussfolgerung
VIII. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein präventives, propriozeptives Trainingsangebot für die Zielgruppe der 60- bis 70-Jährigen im Fitnessclub "ARS VITALIS" zu implementieren, um die Sturzprävention und allgemeine Standsicherheit zu verbessern sowie den wirtschaftlichen Erfolg des Clubs durch dieses neue Kursformat zu steigern.
- Implementierung eines propriozeptiven Trainings ("Balance Gym")
- Sturzprävention und Förderung der motorischen Fähigkeiten bei Senioren
- Trainingswissenschaftliche Evaluation des Erfolgs mittels Gleichgewichtstests
- Betriebswirtschaftliche Erfolgsanalyse durch Deckungsbeitragsrechnung
- Analyse der Akzeptanz und Motivationsfaktoren bei der älteren Zielgruppe
Auszug aus dem Buch
III. Hauptteil: Propriozeptives Training
Alle Übungen werden zur Stimulation der Mechanorezeptoren und zur Haltungsstabilisierung barfuß durchgeführt. Damit auf Überforderungen individuell reagiert werden kann, gibt es zu jeder Übung Alternativen, die als Zwischenschritt zur späteren Ausführung der eigentlich vorgesehen Übung verhelfen sollen.
Der Schwerpunkt liegt in dieser Einheit auf der Schulung der Standsicherheit auf dem Airex-Kissen sowie auf der des Einbeinstandes mit Entzug einer visuellen Kontrolle. Durch das Schließen der Augen sollen die kinästhetischen/ propriozeptiven Bereiche bewusster wahrgenommen werden. Durch das Bewältigen der Übungen auf einer labilen Unterlage lassen sich die propriozeptiven Fähigkeiten sehr gut verbessern. Zum Entgegenwirken der im Kap. III. 2.1 beschriebenen Altersdyspraxie wird die letzte Balanceübung mit Ballwerfen kombiniert. Da derartige Gleichgewichtsübungen sehr viel Konzentration und hohe Anforderungen an das Nerv-Muskel-Zusammenspiel erfordern, werden die Übungen nicht zu lange ausgeführt: 2-3 Serien à 5 - 15 Sekunden (statische Übungen) bzw. 5-30 Wiederholungen (dynamische Übungen). Zwischen den Serien werden 10-120 Sekunden lang Lockerungsübungen mit großräumigen Bewegungen durchgeführt, die einen ausgewogenen Spannungszustand wieder herstellen. Außerdem dient ein kleines Spiel zur aktiven Pausengestaltung. Das Roboterspiel schult außerdem die Körperwahrnehmung und die Reaktionsfähigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung und Problemstellung: Analyse des demografischen Wandels in Deutschland und dessen Auswirkungen auf Fitnessclubs, unter Einbezug der Notwendigkeit für seniorenspezifische Angebote.
II. Zielsetzung der Thematik: Darstellung des Ziels, den Kurs "Balance Gym" zur Verbesserung der propriozeptiven Fähigkeiten bei 60-70-Jährigen zu implementieren und betriebswirtschaftlich erfolgreich zu führen.
III. Gegenwärtiger Kenntnisstand: Wissenschaftliche Einordnung der sportlichen Aktivität im Alter, der Bedeutung propriozeptiven Trainings zur Sturzprävention sowie existierender Konzepte.
IV. Methodik der Erarbeitung: Beschreibung der IST-Analyse des Fitnessstudios, der personellen Voraussetzungen, der Kursplanung und der Vermarktungsstrategie.
V. Darstellung der Ergebnisse: Auswertung der objektiven Trainingserfolge durch Vergleichstests sowie die subjektive Beurteilung der Teilnehmer und wirtschaftliche Evaluation.
VI. Diskussion der Ergebnisse: Kritische Gegenüberstellung der erzielten Ergebnisse mit den aufgestellten Hypothesen und dem aktuellen wissenschaftlichen Stand.
VII. Schlussfolgerung: Empfehlungen für weiterführende Maßnahmen und zukünftige Forschungsansätze zur Optimierung der Sturzprävention im Alter.
VIII. Zusammenfassung: Kompakter Rückblick auf das Projekt und Fazit über die Bedeutung präventiver Trainingsangebote in Fitnessclubs.
Schlüsselwörter
Propriozeption, Sturzprävention, Senioren, Koordinationstraining, Fitnessclub, Gleichgewichtsfähigkeit, Leistungsdiagnostik, Altersgymnastik, ARS VITALIS, Trainingswissenschaft, Betriebswirtschaft, Kundenzufriedenheit, Bewegungssicherheit, Balance Gym, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Konzeption, Implementierung und Evaluation eines propriozeptiven Trainingskurses namens „Balance Gym“ für Senioren im Fitnessclub ARS VITALIS.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die sturzpräventive Ausrichtung des Trainings, die demografische Entwicklung in Fitnessclubs, die sportmotorische Koordination im Alter und die betriebswirtschaftliche Rentabilität solcher Kursangebote.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist der Nachweis, dass durch ein 12-wöchiges Training die Propriozeption und Standsicherheit der 60- bis 70-jährigen Teilnehmer signifikant gesteigert wird und das Kursformat gleichzeitig einen wirtschaftlichen Gewinn für das Studio abwirft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine Ist-Analyse, eine Mitarbeiterbefragung, ein sportmotorisches Testverfahren (Prä- und Re-Tests der Gleichgewichtsfähigkeit) sowie eine betriebswirtschaftliche Deckungsbeitragsrechnung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Propriozeptionstrainings, der detaillierte methodisch-didaktische Aufbau des Kurses "Balance Gym" sowie die konkrete Diagnose- und Durchführungsphase erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Propriozeption, Sturzprävention, Seniorensport, Koordination, Fitnessmanagement und Trainingserfolg sind die prägenden Begriffe.
Wie wurde die Verbesserung der Teilnehmer gemessen?
Die Verbesserung wurde durch standardisierte Gleichgewichtstests vor Beginn und nach Abschluss des 12-wöchigen Programms objektiv erfasst und durch Teilnehmerbefragungen subjektiv validiert.
War das Projekt wirtschaftlich erfolgreich?
Ja, die Deckungsbeitragsrechnung belegt, dass durch die Einnahmen aus der „Balance Gym-Card“ und den Mitgliedsbeiträgen ein Gewinn für das ARS VITALIS erwirtschaftet wurde.
- Arbeit zitieren
- Roman Woelki (Autor:in), 2005, Implementierung eines propriozeptiven Kurses mit verletzungsprophylaktischer Ausrichtung für Frauen und Männer im Alter von 60 bis 70 Jahren im ARS VITALIS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157339