Was machen Soziologen, was machen Historiker?


Hausarbeit, 2010

10 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Religion im Wandel

3. Herangehensweise der Soziologen

4. Herangehensweise der Historiker

5. Fallbeispiel Buddhismus in der Bundesrepublik Deutschland

6. Schluss

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Eine riesige Boeing 767 bohrt sich wie ein Projektil in den nördlichen 411 Meter hohen Tower des World Trade Center in New York und explodiert, 18 Minuten später schlägt eine weitere Boeing 767 in den südlichen Tower des WTC ein. Mehr als 3.000 Menschen sterben an diesem Tag. (…) Etwas später stürzt ein weiteres entführtes Flugzeug in das Zentrum der amerikanischen Verteidigung, das Pentagon in Washington. (…) Ein viertes entführtes Flugzeug stürzt bei Pittsburgh ab, das vermutliche Ziel war das Weiße Haus. (…) Die Täter wussten genau, was sie taten, absolut perfekt, professionell und mediengerecht umgesetzt. Die Symbole, die sie zerstörten, waren präzise ausgewählt: Das Weiße Haus und das Pentagon als Symbole der Macht, das World Trade Center als Symbol des Kapitals und der Wirtschaft.“[1] Es handelt sich um den 11. September 2001. Jener Hintergrund ist ein schon längst „für tot erklärtes Phantom“[2] – die Sprache ist von der Religion.[3] Hubert Knoblauch zeigt in seinem Werk der „Qualitativen Religionsforschung“ auf beeindruckende Art und Weise auf, dass es sich hier keineswegs ausschließlich um den Islam handelt, „man sollte nicht vergessen, daß die christlichen Kämpfer der IRA mit ihren Bombenattentaten seit Jahrzenten nicht nur Nordirland, sondern auch die Millionenmetropole London in Angst und Schrecken versetzen. Und erst unlängst wurde die Tokioter Untergrundbahn von einer buddhistischen Sekte bedroht. Zur gleichen Zeit stehen sich in Kaschmir indische hinduistische und pakistanische islamische Truppen gegenüber, beide mit der Möglichkeit zum Einsatz von Atombomben“[4]. Knoblauch zeigt auf, dass Religion „nach wie vor eine bedeutende Triebfeder menschlichen Handelns (…)“[5] ist. Ziel dieser hier vorliegenden Hausarbeit soll es sein, darzustellen, welche Rolle die Religion noch heute spielt und auf welche Art und Weise sich auf der einen Seite Historiker, auf der anderen Seite Soziologen, diesem Phänomen nähern. Zu Beginn dieser Hausarbeit möchte ich mich daher mit dem Wandel der Religion auseinandersetzen. Anschließend soll die Herangehensweise der Soziologen näher beleuchtet werden, um wiederum im Anschluss hieran demgegenüber die Herangehensweise der Historiker zu stellen. Gegen Ende wird zur Verdeutlichung ein Fallbeispiel einer Untersuchung zum Buddhismus in der Bundesrepublik Deutschland herangezogen. Der Schluss dieser Hausarbeit soll einer kurzen Zusammenfassung der hier gewonnenen Ergebnisse dienen, darüber hinaus soll er aber auch Raum für einen Ausblick bereit halten.

2. Religion im Wandel

Dass die Religion aber eine so bedeutende Rolle spielt, „das ist keineswegs selbstverständlich“[6], so Knoblauch. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Religion zugunsten der Wissenschaft zurückgedrängt werden würde, in den letzten Jahrzenten aber veränderte sich das Bild wieder zu Gunsten der Religion („Doch in den letzten Jahrzenten haben sich die Dinge gewandelt“[7] ): „Wer noch vor etwa vierzig Jahren in eine als selbstverständlich geltende religiöse Tradition hineinwuchs, die als feste spirituelle Heimat erschien, erfuhr bald den rasanten Verfall dieser Selbstverständlichkeit. Noch vor zwanzig Jahren zweifelten wenige daran, daß sich die christliche Religiosität zu einem randständigen Phänomen entwickeln würde.“[8] Die Entwicklung aber geht in eine andere Richtung, Knoblauch spricht in diesem Zusammenhang auch von einer sogenannten „wundersamen Wiederbelebung des religiösen Lebens“[9], wenn auch außerhalb der etablierten Kirchen.[10] Gründe hierfür gibt es verschiedene, einer von ihnen ist beispielsweise die „Migration von Menschen aus anderen Kulturen“[11]. Ferne Religionen fassen hier Fuß, vermischen sich teilweise sogar mit etablierten Religionen: „so zahlreich, so vielfältig, so unterschiedlich sind die religiösen Glaubensformen, Rituale und Erfahrungsmuster, daß kaum noch jemand einen Überblick wahren kann.“[12] Ein weiterer Grund ist aber auch eine veränderte Sichtweise, „früher sah man den gesellschaftlichen Wandel von Religion häufig in Abhängigkeit von Prozessen der Modernisierung. Heute wird nicht selten die Bedeutung des Verhältnisses von Staat und Kirche oder allgemeiner von Politik und Religion für die Attraktivität von Kirchen und Religionsgemeinschaften herausgestellt.“[13] Diese „Unübersichtlichkeit“, wie sie Hubert Knoblauch beschreibt, ist schließlich auch einer der Gründe, warum sich so viele Experten heute mit jenem Thema auseinandersetzen.[14]

[...]


[1] http://www.lpb-bw.de/11september.html

[2] Knoblauch, Seite 3

[3] Knoblauch, Seite 3

[4] Knoblauch, Seite 3

[5] Knoblauch, Seite 3

[6] Knoblauch, Seite 3

[7] Knoblauch, Seite 3

[8] Knoblauch, Seite 4

[9] Knoblauch, Seite 4

[10] Knoblauch, Seite 4

[11] Knoblauch, Seite 4

[12] Knoblauch, Seite 4

[13] Minkenberg, Seite 435

[14] Knoblauch, Seite 5

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Was machen Soziologen, was machen Historiker?
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für Religionswissenschaften)
Veranstaltung
Akteursbezogene Religionswissenschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
10
Katalognummer
V157378
ISBN (eBook)
9783640698905
ISBN (Buch)
9783656057499
Dateigröße
351 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologen, Historiker
Arbeit zitieren
Lars Renngardt (Autor:in), 2010, Was machen Soziologen, was machen Historiker?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157378

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