Bernhard Mandeville - Vergleich zweier Interpreten


Hausarbeit, 2008
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Geschichtliche Einordnung

4. Das Mandevillsche Paradoxon

5. Interpretation durch Robert Kurz

6. Interpretation durch F.A. von Hayeks

7. Vergleich

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

10. Eidesstattliche Erklärung

2. Einleitung

Wir leben in einer Gesellschaft, die sich aus lauter Schurken zusammensetzt. Denn für Bernhard Mandeville ist jeder Mensch ein Schurke, der seine Mitmenschen so behandelt, wie er persönlich selbst nicht behandelt werden möchte. (vgl. Mandeville 1986)

Meine Gedanken decken sich da mit denen Mandevilles. Ich denke, dass sich kaum ein Mensch dieser Definition entziehen kann, vor allem nicht in der heutigen Zeit. So spricht dieser Gedanke ungeachtet jeden Leser an, der weiterhin dazu angehalten wird über sich und seine Stellung in Bezug auf die Gesellschaft nachzudenken. Dies war ein Anliegen von Mandeville, was er mit seiner so genannten „ Bienenfabel“ erreichen wollte. (vgl. Mandeville 1968)

Es sind seiner Meinung nach nur ein paar Knittelverse die er 1705 anonym Veröffentlichte, unter dem Titel „Der unzufriedene Bienenstock“. Mit diesen hatte er aber einen riesigen Erfolg. In den nachgedruckten Fassungen ergänzte er die Knittelverse um einige Anmerkungen und Essays. Und So entstand die heutige Fassung, in Form eines Buches, „Die Bienenfabel oder Private Laster, öffentliche Vorteile“.

Es beschreibt den Kapitalismus sehr real und zeigt Vorteile, Bedingungen, Auswirkungen und Nachteile des Kapitalismus auf. Er beschäftigt auch mit dem Gedanken, wie so eine Gesellschaft entstanden ist.

Dies ist zur damaligen Zeit, um 1700, ein aufkommende Frage. Seine Antwort ist natürlich durch frühere Denker, wie zum Beispiel Thomas Hobbes und John Locke geprägt, die auch dieser Frage nachgegangen sind.

„Die Bienenfabel“ regte auch damals schon zu vielen Diskussionen an.

Auch noch in der heutigen Zeit bilden sich aufgrund seiner Gedanken zwei Interpretationslager. Auf der einen Seite stehen die „Kapitalismusbefürworter“, diese werden unter anderem mit dem Werk die „Freiburger Studien“ von Friedrich August von Hayek vertreten, auf die ich mich in dieser Arbeit beziehe. Den Gegenpol bietet Robert Kurz mit seinem Werk das „Schwarzbuch des Kapitalismus“.

Ich versuche in dieser Ausarbeitung diese beiden Interpretationen, sowie ihre Argumentation zu vergleichen.

3. Geschichtliche Einordnung

In England fand ab 1640 eine Umwälzung der Gesellschaft statt. Der königliche Absolutismus sollte dem souveränen Parlament weichen. Dieser Wechsel war gekennzeichnet durch viele Kriege zwischen den unterschiedlichen Anhängern. Die verschieden Glaubensrichtungen wie evangelisch, katholisch, calvinistisch und anglikanisch waren von großer Bedeutung, und beeinflussten die kriegerischen Auseinandersetzungen.

Der Grundstein zu einem modernen parlamentarischen Regierungssystem wurde 1689 mit der freien Wahl von Wilhelm von Oranien gelegt, indem das staatsouveräne Parlament den Monarchen wählte.

Dies war der Wandel der Politik in der Lebenszeit Mandevills, der sich in England vollzog.

Der ökonomische Wandel ging in Richtung des Kapitalismus. Die Engländer spürten ihn vor allem das erste Mal um die Jahre 1650 negativ. Der Wollpreis am Markt brach ein. Dies führte viele Engländer in die Arbeitslosigkeit und somit in die Armut. Denn der damalige Textilzweig stellte den wichtigsten Exportzweig Englands dar, und beschäftigte einen großen Teil der Bevölkerung. Stoffe waren damals mit die Einzigen Produkte, die hergestellt wurden, um sie zu exportieren. Die Folgen dieses Geschehens bezeichnet Robert Kurz als „Weberelend“.

Trotzdem verdoppelte sich das Handelsvolumen von 1640 bis 1714 und der Kanalhandel wurde von dem überkontinentalen Handel abgelöst. Zu dieser Zeit bildete sich auch der berühmte Dreieckshandel aus. Fertigprodukte aus Europa wurden in die Kolonien Afrikas verschifft. Dort wurden Sklaven aufgeladen, die in die Kolonien von Amerika gebracht wurden. Von dort transportierte man exotische Rohstoffe wieder zurück nach Europa. (vgl. Krieger 2002)

Dies brachte die Geldwirtschaft in Schwung. Es bildeten sich erste Banken. Und die Macht des Geldes wuchs. So stieg die Bedeutung und Stellung von Personen in der Gesellschaft, die Kapital besaßen, es vermehrten und anhäuften.

Die Geschichte Englands ist von Bedeutung, da sich Mandeville 1693 in London als praktizierender Nerven- und Magenarzt nieder lies. Der gebürtige Niederländer hatte zuvor in seinem Heimatland an der Universität Leiden Philosophie und Medizin studiert. Sechs Jahre später heirate er eine Engländerin.

Fasziniert von England verbrachte er den Rest seines Lebens in England, wo er auch 1733 in der Nähe Londons verstarb.

Ab 1703 begann er seine Laufbahn als Schriftsteller und 1705 veröffentlichte er seine „Bienefabel“, erst noch Anonym. Aufgrund des großen Erfolges und der großen Nachfrage wurden einige Nachdrucke aufgelegt. Durch die bereits oben erwähnten Ergänzungen verdeutlichte er seine Theorien. (vgl. Mandeville 1968)

Mandeville beobachtete den Wandel in England sehr genau und zog einige Schlüsse aus diesen Geschehnissen, die er in den Überlegungen seiner Werke verarbeitete.

Aber auch die Gedanken von Locke und Hobbes, den Mitbegründern der englischen Aufklärungsphilosophie, beeinflussten ihn. Sie versuchten die Entstehung der „einen Gesellschaft“ zu erklären. Sie führten die Gesellschaft in einem Gedankenexperiment auf den Naturzustand zurück. In ihm lebt jeder Mensch für sich alleine und sorgt für sich alleine. Nach Hobbes führt man Krieg gegen alle, Hauptsache man selbst überlebt. Für Hobbes ist somit das Menschenbild negativ bestimmt, da die Menschen nur an sich denken und somit seit ihrer Geburt reine Egoisten sind. Um nun diese „Monster“ von Menschen zu zähmen, muss es etwas geben, etwas Mächtiges das diese Monster „zähmt“. Die Zähmung ist Aufgabe des Leviathan. Der Leviathan kann eine Einzelperson sein oder er kann auch ein Gremium von Menschen sein. Dieser besitzt die alleinige Macht. Sie wurde ihm zugeteilt, indem alle Menschen einen fiktiven Vertrag, einen Gesellschaftsvertrag, unterzeichneten. Der Leviathan hat aber die Aufgabe sicherzustellen, dass jeder Mensch in all seinen Grundbedürfnissen befriedigt wird.

Denn geschieht dies nicht, haben die Untertanen das Recht zur Rebellion, und dürfen nach Hobbes den Leviathan entmächtigen. (vgl. Bredekamp 2003)

Aus diesem Gedanken übernahm Mandeville vor allem die Idee, dass der Urzustand der Menschheit der Naturzustand sei. Bei ihm entstand die Gesellschaft indem „Politiker“ ihre Mitmenschen überredeten, dass sie in einer Gemeinschaft besser leben könnten. So brauchte natürlich auch die Gesellschaft eine Führung, den Leviathan.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Bernhard Mandeville - Vergleich zweier Interpreten
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V157398
ISBN (eBook)
9783640697694
ISBN (Buch)
9783640697793
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bernhard, Mandeville, Vergleich, Interpreten
Arbeit zitieren
Master of Education Frank Huhndorf (Autor), 2008, Bernhard Mandeville - Vergleich zweier Interpreten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157398

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