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Eltern mit psychischer Erkrankung

Einschränkungen und Herausforderungen psychisch erkrankter Eltern im Kontext normativer Erziehungsvorstellungen

Titel: Eltern mit psychischer Erkrankung

Hausarbeit , 2024 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tina Meier (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, die Spannungen zwischen den Idealvorstellungen von Elternschaft und der Realität psychisch erkrankter Eltern zu untersuchen. Es wird aufgezeigt, wie psychische Erkrankungen die Erziehungsfähigkeit und die Beziehung zu den Kindern beeinflussen und welche Auswirkungen diese Diskrepanz auf das Familienleben sowie die kindliche Entwicklung haben kann. Dabei wird verdeutlicht, dass psychisch erkrankte Eltern in besonderem Maße dem Druck ausgesetzt sind, den gesellschaftlichen Erwartungen an Elternschaft gerecht zu werden, obwohl diese für sie oft kaum erreichbar erscheinen.

Die Frage nach dem, was „gute“ Elternschaft ausmacht, wird in der Gesellschaft stark durch normative Vorstellungen geprägt. Eltern sollen stabil, emotional verfügbar und in der Lage sein, die Bedürfnisse ihrer Kinder vollumfänglich zu erfüllen. Diese Ideale basieren auf einem Bild von Elternschaft, das wirtschaftliche Sicherheit, hohe Erziehungskompetenz und emotionale Belastbarkeit voraussetzt. Besonders stark gilt dies für die sogenannte „bürgerliche Normalfamilie“ (Peukert et al., 2018). Eltern, die von dieser Familienform abweichen – wie etwa psychisch erkrankte Eltern –, stehen „unter besonderen Legitimationsdruck“ (Peukert et al., 2018). Sie müssen sich sowohl im Alltag als auch in der wissenschaftlichen Debatte stetig ihrer Performanz als „gute“ Eltern stellen (König & Niederbacher, 2022).

Psychische Störungen stellen nicht nur für die betroffenen Eltern, sondern auch für deren Kinder eine erhebliche Belastung dar. Rund 30% der psychisch erkrankten Erwachsenen haben minderjährige Kinder, die aufgrund der elterlichen Erkrankung ein deutlich erhöhtes Risiko tragen, selbst psychische Probleme zu entwickeln. Zudem sind Eltern in akuten Krankheitsphasen oft nicht in der Lage, den Anforderungen an Erziehung und Fürsorge in dem Maße gerecht zu werden, wie es die gesellschaftlichen Erwartungen vorgeben. Dadurch entsteht eine deutliche Diskrepanz zwischen den normativen Vorstellungen von Elternschaft und den tatsächlichen Fähigkeiten der betroffenen Eltern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Was sind „psychische Erkrankungen“?

Normative Muster guter Elternschaft

Sozioökonomische und materielle Voraussetzungen

Pädagogische und erzieherische Kompetenzen

Psychologische und emotionale Eignung

Familiäre Stabilität und soziale Beziehungen

Fazit

Elternschaft unter psychischer Erkrankung

Risiken für die Kinder und stabile Familienstrukturen

Eltern-Kind-Beziehung und emotionale Zuwendung

Belastungen in der Partnerschaft

Soziale Isolation und Integration

Fazit

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Idealvorstellungen von „guter“ Elternschaft und der gelebten Realität von Eltern mit psychischen Erkrankungen, um aufzuzeigen, wie diese Diskrepanz das Familienleben sowie die kindliche Entwicklung beeinflusst.

  • Analyse normativer Konstruktionen von Elternschaft und deren Anforderungen.
  • Untersuchung der Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf die Erziehungsfähigkeit.
  • Betrachtung von Risiken für Kinder, wie Parentifizierung und Bindungsstörungen.
  • Herausarbeitung der sozialen Belastungen und Isolationsfaktoren für betroffene Familien.
  • Plädoyer für eine Flexibilisierung gesellschaftlicher Erwartungen und gezielte Unterstützungssysteme.

Auszug aus dem Buch

Elternschaft unter psychischer Erkrankung

Psychisch erkrankte Eltern stehen vor besonderen Herausforderungen, die im Gegensatz zu den normativen Vorstellungen von Elternschaft stehen. Während normative Muster eine stabile und konstant präsente Erziehung vorsehen, die sich an den Bedürfnissen des Kindes orientiert, können Eltern mit psychischen Störungen diese Erwartungen oft nicht erfüllen (König & Niederbacher, 2022). Die alltäglichen Anforderungen der Kindererziehung, die in der Normativität als selbstverständlich betrachtet werden, sind für psychisch erkankte Eltern mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden (Rhode et al., 2024).

Normative Muster, wie sie beispielsweise in Adoptionsverfahren angelegt sind, betonen eine geschützte und materielle Sicherheit, eine engagierte und kompetente Erziehungsleistung sowie emotionale Präsenz (König & Niederbacher, 2022). Psychische Erkrankungen hingegen schränken diese Fähigkeiten ein und führen zu einem oft inkonsequenten, teils überstrengen, teils zu nachlässigen Erziehungsverhalten (Lenz, 2022). Diese Diskrepanz zeigt sich besonders deutlich, wenn man die hohen Ansprüche an die emotionale Feinfühligkeit und die ständige Verfügbarkeit der Eltern in den normativen Vorstellungen betrachtet (König & Niederbacher, 2022). Besonders in akuten Krankheitsphasen wird die Fähigkeit, mit den “alltäglichen Anforderungen in der Erziehung zurechtzukommen [...] beeinträchtigt” (Lenz, 2022, S. 28) und es wird für den erkrankten Elternteil deutlich schwerer, die Kinder altersgerecht zu unterstützen und anzuleiten (Lenz, 2022). Auch Lob und Anerkennung fällt dann oft schwer, was Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl des Kindes haben kann (Lenz, 2022).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Spannung zwischen normativen Elternidealen und der Realität psychisch erkrankter Eltern ein und definiert das Ziel der Untersuchung.

Was sind „psychische Erkrankungen“?: Dieses Kapitel definiert psychische Störungen und beleuchtet deren Verbreitung sowie die Schwierigkeiten der Betroffenen bei der Inanspruchnahme von Hilfe.

Normative Muster guter Elternschaft: Hier werden die Erwartungen an Elternschaft in den Bereichen Sozioökonomie, Erziehungskompetenz, Psychologie und familiäre Stabilität dargelegt.

Elternschaft unter psychischer Erkrankung: Dieses Kapitel prüft, wie psychische Erkrankungen die Erziehungsleistung und die familiäre Stabilität beeinträchtigen und stellt die Diskrepanz zum Normideal dar.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein flexibleres Verständnis von Elternschaft sowie eine verbesserte Unterstützung für betroffene Familien.

Schlüsselwörter

Elternschaft, psychische Erkrankung, normative Erziehungsvorstellungen, Erziehungsfähigkeit, Familienleben, Kindeswohl, Parentifizierung, Bindungsstörung, Stigmatisierung, psychosoziale Belastung, Resilienz, Unterstützungssysteme, soziale Isolation, Adoptionsvermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Herausforderungen von Eltern mit psychischen Erkrankungen vor dem Hintergrund gesellschaftlich prägender, normativer Ideale von „guter“ Elternschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind normative Konstrukte von Elternschaft, die Auswirkungen psychischer Störungen auf die Erziehung sowie die Folgen für die Entwicklung der betroffenen Kinder.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Spannungen zwischen den Idealvorstellungen und der Realität erkrankter Eltern aufzuzeigen und die Notwendigkeit flexiblerer gesellschaftlicher Standards zu betonen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer und soziologischer Konzepte sowie veröffentlichter Studien zum Thema.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen normativen Erwartungen an Eltern und die anschließende Analyse der Diskrepanzen, die bei psychisch erkrankten Eltern im Familienalltag auftreten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Elternschaft, psychische Erkrankung, normative Erziehungsvorstellungen, Parentifizierung und soziale Unterstützung.

Was versteht man in diesem Kontext unter Parentifizierung?

Parentifizierung beschreibt eine Rollenumkehr, bei der das Kind altersunangemessene Aufgaben übernimmt oder emotional Verantwortung für die psychisch erkrankten Eltern trägt.

Warum wird die „bürgerliche Normalfamilie“ als Vergleichsmaßstab herangezogen?

Sie dient als normatives Ideal, um den Legitimationsdruck zu verdeutlichen, dem sich Eltern ausgesetzt fühlen, die von dieser Norm abweichen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eltern mit psychischer Erkrankung
Untertitel
Einschränkungen und Herausforderungen psychisch erkrankter Eltern im Kontext normativer Erziehungsvorstellungen
Hochschule
Universität Osnabrück  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Wie Eltern alles richtig machen. Normative Konstruktionen von Elternschaft und ihre Kritik
Note
1,3
Autor
Tina Meier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
17
Katalognummer
V1574035
ISBN (eBook)
9783389121740
ISBN (Buch)
9783389121757
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eltern psychische Erkrankung Psyche Erkrankung Hausarbeit Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaften Institut für Erziehungswissenschaften Institut für Erziehungwissenschaft Erziehungsvorstellung Herausforderungen Eltern mit psychischer Erkrankung Einschränkungen normative Erziehungsvorstellungen Pädagogik Wie Eltern alles richtig machen Normative Konstruktionen von Elternschaft Elternschaft Kritik Kritik normativer Elternschaft Universität Osnabrück Uni Osnabrück KCL Lehrerbildung Soziale Beziehungen Sozial Soziale Emotional Stabilität Familie Familiär Familiäre Stabilität Erzieherische Kompetenzen Erzieherische Kompetenz Gute Eltern Gute Elternschaft Eltern-Kind-Beziehung Eltern Kind Beziehung Beziehung Beziehungen
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Arbeit zitieren
Tina Meier (Autor:in), 2024, Eltern mit psychischer Erkrankung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1574035
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Leseprobe aus  17  Seiten
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