Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Roman „Lauf, Junge, lauf“ von Uri Orlev. Die Frage nach der Eignung für den Deutschunterricht soll mit Hilfe von Ernst Cloers Beurteilungskriterien geklärt werden. Vorab wird auf die Entstehung des Romans eingegangen.
In dieser Hausarbeit soll nicht analysiert werden, ob sich das Thema der Shoah für die Behandlung im Schulunterricht eignet oder nicht. Es soll vielmehr geklärt werden, wie Uri Orlev das Thema aufgreift und darstellt und ob diese Darstellung und Aufbereitung für Schulkinder angemessen ist.
Nach einem Einblick in die gewählten Bewertungskriterien soll eine Analyse den Inhalt des Buches, sowie die literarische Gestaltung, die historische Korrektheit und die Darstellung der politischen Situation untersuchen.
Im Weiteren soll geklärt werden, wie sich der Roman im Schulunterricht verwenden lassen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung
3. Beurteilungskriterien für Kinder- und Jugendbücher
4. Analyse von „Lauf, Junge, lauf“
4.1. Formale Gestaltung
4.2. Inhaltliche Gestaltung
4.3. Historischer Hintergrund
4.4. Faschismusverständnis
4.5. Literarische Gestaltung
4.5.1. Titel
4.5.2. Erzähler
4.5.3. Spannungsbogen
4.5.4. Zeit
4.5.5. Sprache
4.6. Verknüpfung von Individual- und Gesellschaftsgeschichte
4.7. Der Protagonist
4.8. Die Adressaten
4.9. Kritik
5. Vorschläge für den Unterricht
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die pädagogische Eignung von Uri Orlevs Roman „Lauf, Junge, lauf“ für den Deutschunterricht unter Anwendung der Kriterien von Ernst Cloer. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Orlev das Thema der Shoah sowie das Schicksal des jüdischen Protagonisten Srulik darstellt und ob diese Aufbereitung für ein junges Publikum angemessen ist.
- Beurteilungskriterien für Kinder- und Jugendliteratur im Kontext der Shoah
- Analyse der inhaltlichen und literarischen Struktur des Romans
- Darstellung von historischem Hintergrund und Faschismusverständnis
- Psychologische Identitätsfindung und Entwicklung der Hauptfigur
- Didaktische Potenziale und Einsatzmöglichkeiten im Schulunterricht
Auszug aus dem Buch
4.2. Inhaltliche Gestaltung
Der jüdische Junge Srulik lebt im Warschauer Ghetto. Seine älteste Schwester Fajge ist bereits zu Beginn des Krieges mit dem Onkel nach Russland geflohen. Srulik hat noch eine weitere Schwester namens Malka und zwei Brüder, David und Jozef, zu welchen er aber durch einen Fluchtversuch aus dem Ghetto den Kontakt verliert. Auch seinen Vater Hersch verliert er nach dem Fluchtversuch aus den Augen. Als Srulik acht Jahre alt ist verschwindet seine Mutter Riwa spurlos, während er in einer Mülltonne nach Essensresten sucht.
Um den Verlustschmerz zu verdrängen, schließt sich Srulik einer Gruppe von Jungen an und lernt von ihnen, wie man sich durch Stehlen Lebensmittel beschafft, dass man gestohlenen Wodka und Zigaretten zu Geld machen kann und wo man ein sicheres Nachtquartier findet.
Der den Jungen bekannte Schuster Jojne rät der Clique zur Flucht, als deutlich wird, dass nicht mehr nur die Ärmsten aus dem Ghetto fort gebracht werden. Die Jungen fassen den Plan auf eines der Fuhrwerke eines Bauern aufzuspringen, welche zur Aufgabe haben Müll aus dem Ghetto zu bringen. Srulik wird jedoch auf der Ladefläche eines Fuhrwerks von Polizisten bemerkt. Nur durch das beherzte Eingreifen des Bauern, welcher Srulik packt und mit ihm auf einem seiner Pferde davon galoppiert, kann der Fluchtplan doch noch gelingen. Der Bauer reitet mit Srulik weit fort, bis er eine Gruppe Kinder am Ufer eines Baches erblickt. Er hebt Srulik vom Pferd und sagt ihm, er solle zu den Kindern gehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Eignung des Romans „Lauf, Junge, lauf“ für den Unterricht unter Nutzung der Cloerschen Beurteilungskriterien.
2. Entstehung: Darstellung des biografischen Hintergrunds von Joram Fridman, auf dessen Erlebnissen der Roman basiert, sowie dessen Veröffentlichung.
3. Beurteilungskriterien für Kinder- und Jugendbücher: Herleitung notwendiger neuer Analysekriterien von Ernst Cloer für die angemessene Bewertung von Literatur über die Shoah.
4. Analyse von „Lauf, Junge, lauf“: Detaillierte Untersuchung des Romans in den Bereichen Form, Inhalt, historischer Kontext, literarische Mittel und Charakteranalyse.
5. Vorschläge für den Unterricht: Diskussion didaktischer Einsatzmöglichkeiten des Werks für fächerübergreifende Projekte und zur Förderung der Lesemotivation.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Romans als historisch korrektes und literarisch gelungenes Werk, das sich gut für den Einsatz im Schulunterricht eignet.
Schlüsselwörter
Lauf Junge lauf, Uri Orlev, Shoah, Kinderliteratur, Ernst Cloer, Deutschunterricht, Srulik, Holocaust, Identitätsverlust, Pädagogik, Warschauer Ghetto, Überlebenskampf, Jugendliteratur, Literaturanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert Uri Orlevs Roman „Lauf, Junge, lauf“ hinsichtlich seiner inhaltlichen, formalen und historischen Qualität für den Einsatz in Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Dazu gehören die Darstellung der Shoah in der Jugendliteratur, die Identitätsentwicklung unter extremen Bedingungen sowie die didaktische Aufarbeitung von traumatischen Lebensgeschichten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu klären, ob Orlevs Darstellung des Themas für Schulkinder angemessen ist und ob das Buch eine fundierte Basis für den Deutschunterricht bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden die systematischen Beurteilungskriterien für Kinder- und Jugendliteratur von Ernst Cloer als analytischer Rahmen herangezogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Form, den Inhalt, den historischen Kontext, die Erzählweise, die Zeitstruktur sowie die Entwicklung und Psyche des Protagonisten Srulik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Shoah, Jugendliteratur, Identitätsfindung, Unterrichtsmethodik und historische Korrektheit.
Welche Rolle spielt die Identität des Protagonisten?
Srulik verliert durch den Zwang, als Christ Jurek zu leben, den Bezug zu seiner jüdischen Herkunft und vergisst zeitweise seinen eigenen Namen, um zu überleben.
Wie bewertet der Autor die pädagogische Eignung?
Das Buch wird als literarisch gelungen und spannend bewertet, wobei eine sensible Vorbereitung der Schüler durch die Lehrkraft als essenziell erachtet wird.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2019, Inwieweit eignet sich Uri Orlevs Roman "Lauf, Junge, lauf" für den Deutschunterricht?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1574283